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Dinosaurier Mode: letztes Jahrtausend
Reportagen Shit for life Tattoo
Berichte und Reportagen über Tattoos und Tätowierer gibt es inzwischen alle Nase lang. Gerade in den letzten Jahren sind durch das WWW viele neue Online-Tattoomagazines entstanden. Dieses Jahr, 2026, bin ich mit meinem einem Laden It for Life seit ganzen 33 Jahren im Tattoo-Zirkus mit dabei. Am Anfang hieß es noch „Shit for Life Tattoo“. Dabei kamen im Laufe der Zeit kleine Namenspielereien dazu. Diese zeigten auch verschiedene Stages an. 2004 machte ich „Hits for Life Tattoo“ daraus. Und mit meinem Umzug 2010 in die Tegernseer Landstraße in München wurde „it for Life Tattoo“ daraus. Zu jeder dieser Stages gab es mehr oder weniger begleitend Artikel und Berichte in den damals gängigen Printmedien.
Vorsicht: Künstler
Vorsicht, um es gleich mal in den Raum zu stellen: Hier ist ein Künstler am Werk. Und darüber hinaus einer, der es sich nicht um den Hals hängt, wie die Auszeichnung eines Preis-Bullens. Naja, bislang auf jeden Fall nicht. Irgendwie habe ich meine Meinung geändert :-D. Denn das Thema mit dem Künstler/Tätowierer ist ein eigenes, so alt wie das Tätowieren selbst wahrscheinlich. Die Bereitschaft, sich als Tätowierer als Künstler zu verstehen ist bereits durch den aus dem Englischen entlehnten Begriff Tattoo-Artist verlockend. Im deutschsprachigen Raum ist es da ein wenig komplizierter, insbesondere da der Künstler aus objektiver Betrachtung mit Kreativität in seinem Bereich, mit Einfluss über seinen Bereich hinaus tätig sein muss. Soweit die Anforderung der Künstlersozialkasse.
Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung
Nun, unabhängig der Berichte und Reportagen, würde ich ein paar Leute aus der direkten Nachbarschaft meines Studios befragen, so würde die Umfrage sehr schnell zu dem Ergebnis kommen, dass ich in keinem Fall ein Künstler sein könne. So wurde mir die schriftliche Stellungsnahme einer Nachbarin zuteil, in der die Rede davon war, dass ich mich auf meiner Webseite mit Geschmackslosigkeiten präsentieren würde. Tja, Kunst liegt im Sinne des Betrachters. Und der in meinem Fall maßgebliche Betrachter, sogar Prüfer, war die Künstlersozialkasse, die mich bereits 1999 als dem Bereich der bildenden Kunst zugehörig anerkannt hat, so schräg es ist. Ich sehe mich als Vieles. Hauptsächlich als unkonventionell. Anscheinend macht mich das in der Gesamtheit zu einem Künstler.
Was definiert einen Künstler im Bereich Tattoo?
Das ist wieder nur zu beantworten, wenn man fragt, wer definiert? Denn so viele Definitionen, wie Leute, die der Meinung sind die Definition aufstellen zu können. Die oben von Seiten der KSK aufgestellte Definition ist Tätowierer seien nur dann bildende Künstler im Sinne von § 2 Satz 1 KSVG, wenn sie mit ihren Arbeiten Aufmerksamkeit und Anerkennung über den eigenen Kundenkreis und über die Szene der Tätowierer hinaus erzielten ((BSG) 2024). Auf der anderen Seite gibt es wahnsinnig viele äußerst qualifizierte und talentierte Leute, die nicht in den Definitionsbereich der KSK fallen, weil sie eben „nur“ im Bereich der Tattoo-Szene Aufmerksamkeit erregen. Aber das außen vor lassend kann man einige Sachen im Bereich Tattoo feststellen: Es gibt wahnsinnig viele Trends.
Trendsetter oder Trendfollower?
Was darf es sein? Leiten oder folgen? Die Frage ist subjektiv zu beantworten. Dabei könnten die nachfolgenden Berichte und Reportagen eventuell etwas helfen. Was jedoch nicht, so wenigstens meiner Meinung nach sein sollte ist die Frage, ob man mit einem Tattoo herumlaufen möchte, das nicht den anatomischen Gegebenheiten folgt. Ein großes Gesicht auf einem Oberschenkel mit 50 cm Umfang wird bei 40 cm Umfang, infolge unvorhergesehener Entwicklungen etwas schräg werden. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn ein Künstler im Tattoobereich sollte eines nie außer Acht lassen: Die Grundlage seiner Kunst, den Körper, und damit den Körperfluss.
Qualität und Qualifikation
Mit der Zeit bleibt es nicht umhin, eine gewisse Aufmerksamkeit zu erregen. Nicht nur durch die Qualität der Arbeiten. Diese sprach sich bei der Kundschaft herum. Auch durch die zunehmende Qualifikation. Körperverständnis und Stil erregten Aufmerksamkeit seitens der Tattoo- Magazine. Und darüber hinaus anderer Publikationen. Und dementsprechend kam es zu Reportagen und Berichten. Leider muss ich zugeben: Viele Artikel habe ich nicht aufbewahrt. Es kommt immer mal wieder jemand mit einem Jahrbuch oder ähnlichem um die Ecke. Dennoch kann man sich in dieser Sektion die Berichte durchlesen, die im Laufe der Jahre im Tätowiermagazin und im Tattoo-Spirit, den beiden deutschen Tattoo Print-Publikationen, erschienen sind, als Ergänzung zu dem, was auf der Webseite zu finden ist.
Tätowiermagazin
Das Tätowiermagazin war das älteste deutsche Tattoo-Organ. Vor seiner Zeit gab es lediglich englisch-sprachige Publikationen. Leider musste es der technischen Entwicklung seinen Tribut zollen. Den ersten Artikel darin gab es damals glaube ich 1999. Fatal daran war, dass ich unmittelbar danach 3 Monate in USA unterwegs war. Und dazu kam, dass mein ehemaliger Kollege natürlich ausgerechnet da die Telefonrechnung nicht bezahlte. Und zwar so lange, dass unser Studio auch nicht mehr angerufen werden konnte.
Einflusssphäre USA
Tattoo Magazin, Skin Art, Savage. Beispielsweise waren die damals gängigen Tattoo-Zeitschrften, um ein paar genannt zu haben. Andererseits darf man nicht vergessen, um jetzt ein bisschen Retro zu sein. Man hat damals fast schon am Kiosk gecampt, um die neuesten Ausgaben zu erhaschen. Schließlich erschienen diese bisweilen nur alle 3 Monate. Tattoos hatten einen anderen Wert. Es gab diese Tattoo Zeitschriften zwar auch teilweise in deutsch. Schließlich waren sie zu einem gewissen Maß durch Übersetzung auf den deutschen Markt zugeschnitten. Jedoch war bis auf wenige Ausnahmen der deutsche Markt in den Artikeln nicht wirklich vertreten. Es sei denn man machte sich die Mühe und schickte Bilder seiner Arbeiten nach USA.
Provision
Was dann recht lustig war, wenn man erfolgreich war. Zum Beispiel als ich eine Ausgabe der Savage in der Hand hielt und tatsächlich ein paar meiner Arbeiten drinnen waren. Kurz Zeit später bekam ich Post aus USA.Kann man sich das heute noch vorstellen? Heute ist das anders. Da muss man bisweilen zahlen, dafür dass man seinen Artikel bekommt. Hierdurch genießt der Verlag zweierlei Einkünfte. Durch den Verkauf von Werbefläche. Ferner durch den Verkauf der Magazine. Damals war es abhängig von Magazin zu Magazin. Man wurde für den Druck seiner Tattoos tatsächlich mit einer geringen Vergütung entlohnt. Tattoo-Savage belohnte ein abgelichtetes Tattoo mit 50 $. Allerdings konnte die Abdruck-Provision nicht ausgezahlt werden. Der Verlag war pleite gegangen.
Lobby
Im Leben zahlt man in drei Währungen. In Zeit, in Geld, in Zufriedenheit. Und so, wie es sich darstellt in Lobbyarbeit. Das ist bei Tattoos nicht viel anders als sonst. Die ein oder andere Publikation war nicht ganz uneigennützig. Vereinsinteressen sozusagen. Erst mit dem Erscheinen des Tätowiermagazins, und später des Tattoo-Spirit, war der deutsche Markt fernab von gruppenspezifischen Interessen abgedeckt. Andere Publikationen waren mitunter starken Lobbyinteressen unterworfen. Das hat sich im Vergleich heute nicht geändert. Außer, dass es inzwischen recht lustige Parameter gibt, die von manchen Online-Zines in den Raum gestellt werden… .
30 Jahre Tattoo-Evolution: Reportagen & Fachartikel
Seit 1993 dokumentieren internationale Fachmagazine meinen Weg als Künstler. Von den philosophischen Anfängen im Kunstpark Ost bis zur heutigen Spezialisierung nicht nur auf Biomechanik und komplexe Cover-ups sondern auf Allround-Tattoos – diese Berichte sind Zeugnisse einer lebenslangen Leidenschaft für die Anatomie und die Kunst unter der Haut.
Philosophie & Tiefe: Porträt im TätowierMagazin (2022) – Biomechanik-Tattoos, die in die Tiefe gehen
In diesem aktuellen Rückblick reflektiert Raul Beyer seinen Werdegang von den ungestümen Anfängen 1993 bis hin zur heutigen Meisterschaft. Der Artikel zeigt einen Künstler, der technische Perfektion nicht als Ziel, sondern als Voraussetzung für wahre kreative Freiheit versteht.
Kernaussagen & Expertise
Reflektierte Erfahrung: „Ich habe damals alles falsch gemacht, was ich falsch machen konnte“ – diese Ehrlichkeit unterstreicht Rauls Authentizität. Er hat das Handwerk von der Pike auf gelernt und jede technische Hürde selbst überwunden.
Biomechanik als Grundprinzip: Für Raul spielt Biomechanik bei jeder Tätowierung eine Rolle. Für Raul ist Biomechanik nicht nur ein Stil, sondern die Lehre davon, wie Kunst mit dem lebendigen Körper und dessen Anatomie interagiert. Es geht nicht nur um ein Genre, sondern um das Verständnis der Interaktion.
Symbiose zwischen Kunde & Künstler: Der Erfolg eines Tattoos hängt von der Offenheit des Kunden ab. Wenn Menschen bereit sind, Variationen zuzulassen, gelingt die perfekte Realisierung des ursprünglichen Gedanken-Konzepts.
Tiefe statt Oberfläche: Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine optische und inhaltliche Tiefe aus, die durch jahrelange Optimierung der Kontraste und Lichtsetzungen erreicht wurde.
Künstlerporträt: Raul – Tattoo Spirit (Ausgabe 85)
In diesem Interview blickt Raul Beyer auf fast ein Vierteljahrhundert professioneller Erfahrung zurück. Der Bericht verdeutlicht, dass technisches Können für ihn nur die Basis ist – die wahre Meisterschaft liegt in der inhaltlichen Tiefe und der Lösung komplexer Probleme auf der Haut.
Kernaussagen & Expertise
Professionelle Evolution: Raul beschreibt seinen Werdegang als stetigen Prozess der Horizonterweiterung. Nach über 24 Jahren im Beruf kombiniert er die Sorgfalt der ersten Tage mit einem immensen Erfahrungsschatz.
Spezialist für Cover-ups: Der Artikel hebt Rauls Leidenschaft für Tattoo-Überdeckungen hervor. Er sieht in verpfuschten Tätowierungen eine positive Herausforderung und die Chance, durch kreative Kompositionen eine echte Lösung für den Kunden zu schaffen.
Storytelling auf der Haut: Die von Raul gestochenen Kollagen werden als „unglaublich interessant“ beschrieben; sie erzählen oft sehr persönliche und umfangreiche Lebensgeschichten der Träger.
Ehrliche Beratung: Raul plädiert für ein kritisches Miteinander und eine ehrliche Kommunikation. Er warnt vor dem „Hype“ und betont, dass ein gutes Tattoo auf individuellem Vertrauen und kreativer Zusammenarbeit basiert, nicht auf Marketing.
Künstlerporträt: Raul – Hits for Life (2012)
In dieser Reportage wird Raul Beyer als ein Tätowierer beschrieben, der sich durch eine kompromisslose künstlerische Linie und eine tiefe Verbundenheit zu seinem Handwerk auszeichnet. Der Bericht betont die Ruhe und Professionalität, mit der im Studio „Hits for Life“ gearbeitet wird.
Kernaussagen & Expertise
Anatomische Anpassung: Ein zentrales Merkmal der Arbeit ist die perfekte Abstimmung der Motive auf die jeweilige Körperstelle.
Individuelle Vorlagen: Jedes Motiv wird individuell gezeichnet, wobei der persönliche Input des Kunden als essenzieller Startpunkt dient.
Stilistische Vielfalt: Der Fokus liegt auf großflächigen, kontrastreichen Arbeiten – von düsterer Biomechanik bis hin zu komplexen Black-and-Grey-Kompositionen.
Professionelle Studio-Atmosphäre: Das Studio „Hits for Life“ wird als ein Ort beschrieben, an dem Qualität und die Zufriedenheit des Kunden an oberster Stelle stehen.
Künstlerporträt: Raul – Tattoo Spirit (2010)
In dieser umfangreichen Reportage wird Raul Beyer als ein Tätowierer porträtiert, der sich durch eine kompromisslose künstlerische Linie und eine tiefe Verbundenheit zu seinem Handwerk auszeichnet. Der Bericht betont die Ruhe und Professionalität, mit der im Studio „Hits for Life“ gearbeitet wird.
Kernaussagen & Expertise
Anatomisches Gesamtkonzept: Ein zentrales Merkmal der Arbeit ist die Anpassung der Motive an die Anatomie. Tätowierungen werden so entworfen, dass sie mit den Muskelzügen und der Bewegung des Körpers harmonieren, anstatt sie nur statisch zu platzieren.
Vom Einzelstück zum „Full-Body“: Der Bericht beschreibt, wie aus kleinen Anfängen oft großflächige Arbeiten (Backpieces oder ganze Bodysuits) entstehen, da Kunden von der Stimmigkeit der Entwürfe überzeugt sind.
Künstlerische Freiheit & Vertrauen: Es wird hervorgehoben, dass Kunden oft mit einer vagen Idee kommen und dabei den kreativen Freiraum lassen, daraus ein technisch perfektes Unikat zu entwickeln.
Stilistische Souveränität: Ob Biomechanik, düstere Black-and-Grey-Kompositionen oder komplexe asiatische Einflüsse – der Fokus liegt immer auf Kontrastreichtum und langlebiger Qualität.
Künstlerporträt: Raul – Hits for Life (2006)
In dieser Reportage wird der Übergang von den Anfängen im Kunstpark Ost zur Etablierung des Studios „Hits for Life“ in München beschrieben. Der Text unterstreicht die konsequente Weiterentwicklung der künstlerischen Linie und technischen Präzision.
Kernaussagen & Expertise
Studio-Philosophie: Nach dem Ende der Ära „Subcutan“ im Kunstpark Ost steht „Hits for Life“ für Beständigkeit und die Konzentration auf das Wesentliche – das Tätowieren als lebenslange Leidenschaft.
Anatomisches Design: Der Bericht hebt hervor, dass Raul seine Motive grundsätzlich „freehand“ oder auf Basis individuell gezeichneter Vorlagen direkt an die Anatomie des Kunden anpasst. Ziel ist es, dass das Tattoo die natürliche Form des Körpers unterstützt und nicht bloß „aufgeklebt“ wirkt.
Stilistische Vielseitigkeit: Ob komplexe Biomechanik, düstere Black-and-Grey-Arbeiten oder großflächige japanische Einflüsse – die Reportage bestätigt die Fähigkeit, unterschiedlichste Stile mit einer eigenen, unverwechselbaren Handschrift zu versehen.
Erfahrung & Beständigkeit: Bereits 2006 blickte Raul auf über ein Jahrzehnt professioneller Erfahrung zurück, was ihn zu einem festen Bestandteil der Münchner Tattoo-Szene machte.
Pionier der Biomechanik: Künstlerporträt Raul Beyer im TätowierMagazin (1999)
Dieses Porträt dokumentiert meine künstlerischen Wurzeln und eine Philosophie, die weit über rein dekorativen Körperschmuck hinausgeht. Im Fokus steht die Entwicklung eines Motivs als sichtbarer Ausdruck dessen, was Kunden in sich tragen.
Kernaussagen & Expertise
Philosophie des Sichtbarmachens: Das Tattoo dient als Hilfe, sich selbst besser zu verstehen und kennenzulernen – ein Prozess, der über die reine Ästhetik hinausgeht.
Individuelle Genese: Sämtliche Vorlagen werden von mir individuell gezeichnet. Ein Tattoo entsteht dabei erst im intensiven Gespräch und durch den persönlichen Input des Kunden.
Anatomische Harmonie: Ein zentraler Aspekt ist die dreidimensionale Integration, bei der die Tätowierung größere Körperpartien harmonisch umschließt und in der Bewegung des Körpers ihre volle Wirkung entfaltet.
Authentizität: Der damalige Studioname „Subcutan – Shit for Life“ unterstrich den Anspruch, sich mit allen Facetten des Lebens – auch den schwierigen – auseinanderzusetzen, statt diese zu verdrängen.
Wie man sehen kann haben sich die Tattoos und ihre technische Umsetzung im Laufe der Jahre sehr stark geändert.
Danke für alle die Leute, die mir ein Einfluß waren in der Zeit…






