"Ein Tattoo ist kein Blatt Papier. Wer ein Foto eines fertigen Tattoos einfach abpaust, übernimmt alle Verzerrungen der fremden Anatomie. Ein La Catrina Cover-up Tattoo bedeutet, diese Fehler nicht nur zu verstecken, sondern die echte Dynamik des Körpers zurückzuholen." — Roald Beyer, Cover-up Spezialist München
La Catrina Cover-up Tattoo: Transformation einer missglückten Kopie
La Catrina Cover-up Tattoo: Anatomie und Perspektive
Nicht immer ist ein geschminktes Gesicht im Stil einer La Catrina ein Symbol für den Tod. Manchmal ist es ein Symbol für eine Transformation, für einen Übergang von einem Zustand in den nächsten. Wie in diesem Fall. Das Thema La Catrina Cover-up Tattoo – Sugar Skull war ein ganz massives Thema. Vor Jahren war die Trägerin mit einer Vorlage zu einer Kollegin gegangen. Und diese hatte ein fotografiertes Abbild eines bereits gefertigten Tattoos einfach abgepaust und auf die Trägerin appliziert. Und das mit Übernahme aller Verzerrungen, die perspektivisch durch den Winkel der Kamera beim abfotografieren des Tattoos entstanden waren, aber auch durch die anatomische Form der ursprünglichen Stelle. Wie an anderer Stelle erläutert, ist ein Tattoo nicht ein Blatt Papier.
Verzerrungen und die Dynamik der Wade
Der Körper hat Formen, Rundungen. Bereits das erste Tattoo war horizontal verzerrt, die Augen schief, verzogen. Der ursprüngliche Ort war wohl am Unterarm. Wie auch bereits an anderer Stelle erläutert, hat jeder Körperteil seine eigene Dynamik und Gegebenheiten. Und so ist es kein Wunder, dass ein Tattoo, das bereits am Unterarm verzerrt wirkt, an der Wade gleich mehrfach verzehrt wirkt. Und dafür bräuchte es nicht mal schiefe Augen. Denn die Wade hat durch ihren anatomischen Aufbau, durch die Ausprägung des Muskelbauchs eine sehr prägnante Sichtfläche und eine nicht minder ausgeprägte Schattenfläche. Dazu kommt noch die Perspektive bei Betrachtung: In der Regel blickt man auf ein Tattoo an der Wade von schräg oben, mit einer Distanz von gemittelt 120 cm plus.
Die Herausforderung beim La Catrina Cover-up Tattoo
Bereits diese Perspektive schafft eine zusätzliche vertikale Verzerrung, womit in dem Fall des La Catrina Tattoos die Dame zur Abwechslung einer Überführung zugestellt werden musste: einem La Catrina Cover-up Tattoo. Durch die von oben Sicht waren die Haare der ursprünglichen La Catrina komplett unmöglich geworden. Bereits in dem Original wären die Haare im besten Fall als Flunsen mit Ursprung in der Mitte der Stirn wahrzunehmen gewesen. In der Kopie erwirkten die Haare den Eindruck, als handele es sich um einen Oberlippenbart statt Augenbrauen. Dazu darunter die schiefen Augen und ausgeprägte Lippen, die selbst ein Schönheitschirurg verleugnen würde. Weiter waren alle Zeichnungen in dem Gesicht der La Catrina in der Horizontalen schief.
Problemlösung durch fotografische Analyse
Nun stand ich vor dem Problem, dass ich von der Anatomie begrenzt war: Das Tattoo lag bereits relativ weit oben auf der seitlichen Wade, eine horizontale Verzerrung ausgleichen musste und eine vertikale Verzerrung auffangen musste, denn: Das Grundmotiv sollte bestehen bleiben. Die Lösung des Problems lag in einem Abfotografieren des Motivs aus der horizontalen als auch aus der diagonalen Perspektive. Dadurch hatte ich die verschiedenen Ansichten eingefangen Sicht. Und durfte durch die Arbeit der Kollegen durchaus mal kräftig fluchen. Habe ich schon mal erwähnt, dass sich Haare wunderbar fürs Covern eignen? Gewellte Haare in aufgetürmter Form ganz besonders. Wenn die einzige Möglichkeit, über den Oberlippenbart der Augenbrauen drüber zu kommen, die Integration in zwei Blumen ist.
Farbmischungen und perspektivische Korrektur
Diese wurden abweichend von meinem normalen Vorgehen diesmal mit einer Sondermischung in stark abgeschottetem Magenta und Violett, das bereits einen ansätzlichen Grauton durch die Mischung bekommen hat, über das Grau des Originals gesetzt. Und die aufgewellten Haare sorgten für ein perspektivgetreues Element einer normal hohen Stirn, da die vertikale Verkürzung mit berücksichtigt werden musste. Als weiteres No-Go hatte das Original eine Hand, besser gesagt einen Zeigefinger seitlich vor und neben dem Mund, da drunter die Namen der Kinder. Um das Ganze nicht komplett eskalieren zu lassen, widersprach ich dem Vorschlag, die Namen könne man doch an einer anderen Stelle einfügen, weil dadurch das zu überdeckende Element noch angewachsen wäre beim La Catrina Cover-up Tattoo.
Design-Entscheidungen gegen die „Spielkarten-Optik“
Haare gleich einem Vorhang von links nach rechts im oberen Bereich und ebenfalls im unteren Bereich von links nach rechts drüber zu legen ist nicht attraktiv. Damit würde das Gesicht die Unterteilung einer schräg abgegliederten Spielkarte verliehen bekommen – nicht wirklich eine Option. Die dunklen Flächen der original Augen habe ich, da kein konkretes Schwarz, weitestgehend unbearbeitet gelassen, lediglich die Form von Augenringen und von Augenwulst unterstützend betont. Um die Schräglage der Zeichnungen im Gesicht aufzufangen, wurden über die Grenzen hinaus ähnlich einer Spitzendecke doppelte überlagernde halbe Ellipsen gelegt, an der Form der original Blütenblätter um die Augen. Das rettete die Symmetrie im La Catrina Cover-up Tattoo nachhaltig.
Licht, Schatten und anatomische Tiefe
Um die Kontraste der Wangen zu betonen, wurde die Originalzeichnung an diesen Stellen verstärkt, teilweise verlagernd korrigiert und durch die Gestaltung von hellgrau akzentuierten Zähnen auf der Oberlippe der Catrina aufgefangen, da so die Möglichkeit bestand, eine Nasolabialfalte auszuprägen. Diese Falte schaffte eine Option, die Illusion eines gewölbten Mundbereichs im Kontrast zu nach hinten abfallenden Wangen und Kieferbereichen zu generieren. Soweit machbar wurden Teile des Make-ups durch die Haare durchscheinend gestaltet, um die Lebendigkeit des Gesichts und die Dynamik nicht in einem Wust aus schwarzen undifferenzierbaren Haaren zu verlieren. Auch wurde durch die Gestaltung der Haare und der Unterkieferbereiche der La Catrina die zum Knöchel hin schräg zusammenlaufende Form aufgenommen.
Zusammenfassung: Technik und Korrektur – Cover-up Spezialist
Problem: Perspektivisch verzerrte Kopie (Abpause eines Fotos) auf anatomisch ungeeigneter Stelle (Wade).
Korrektur: Ausgleich horizontaler und vertikaler Verzerrungen durch strategische Haargestaltung und Blumen-Integration.
Farbe: Einsatz einer Sondermischung (Magenta/Violett/Grau) zur Überdeckung alter Graustufen.
Anatomie: Erzeugung von Tiefe durch Nasolabialfalten und plastische Zähne zur Korrektur der schiefen Gesichtsebene.
Resultat: Ein dynamisches La Catrina Cover-up Tattoo, das die Wade als fließende Form nutzt, statt sie zu ignorieren.
FAQ: La Catrina Cover-up & Tattoo-Korrektur
1. Warum verzerren sich Tattoos an Stellen wie der Wade oder dem Unterarm? Jeder Körperteil hat eine eigene Anatomie und Dynamik. Ein Tattoo ist kein flaches Bild auf Papier, sondern liegt auf Muskeln und Hautschichten. Wenn eine Vorlage (z.B. ein Foto) ohne Berücksichtigung der Rundungen abgepaust wird, entstehen beim Bewegen oder aus verschiedenen Blickwinkeln (z.B. von schräg oben) starke Verzerrungen. Ein erfahrener Tätowierer gleicht diese perspektivischen Fehler bei der Planung aus.
2. Kann man ein schiefes oder verzerrtes La Catrina Tattoo retten? Ja, durch ein professionelles La Catrina Cover-up Tattoo. Dabei werden die vorhandenen Linien nicht einfach nur übermalt, sondern durch neue Elemente wie fließendes Haar, Blumen oder Licht- und Schattenakzente (z.B. Nasolabialfalten) optisch korrigiert. Ziel ist es, die Symmetrie des Gesichts wiederherzustellen und die Anatomie des Körpers zur Korrektur zu nutzen.
3. Welche Farben eignen sich am besten für eine Überdeckung (Cover-up)? Häufig wird mit tiefen Graustufen und Schwarz gearbeitet. Um jedoch alte Schatten aufzubrechen, eignen sich auch komplementäre Farbmischungen. Im Falle des La Catrina Projekts haben wir eine Sondermischung aus Magenta, Violett auf Grau verwendet, um über die alten Fehler zu gehen, ohne das Motiv zu dunkel und massiv wirken zu lassen.


