"In Bayern haben wir unsere eigenen Heiligen. Ein La Catrina Tattoo ist hier kein morbides Symbol, sondern eine aktive Ehrerbietung – die Transformation von Schmerz in eine lebenslange, kunstvolle Verbindung." — Roald Beyer über das Memorial-Design
La Catrina Tattoo: Eine symbolische Erinnerung an die Schwester
Das La Catrina Tattoo als Brücke zur Ewigkeit
Ein Tattoo mit einer La Catrina Day of the Dead Maske ist eine einzigartige Wahl. Nicht nur für jeden, der sich für mexikanische Kultur und Traditionen interessiert. Die Maske ist ein Symbol des Dia de los Muertos, des mexikanischen Feiertags. Dieser dient dazu, die Toten zu ehren und zu feiern. Die Maske selbst zeigt eine schmuckvolle und und oft farbenfrohe Darstellung des menschlichen Totenschädels. Oftmals mit einer Blume im Haar. Für viele Menschen, die eine Day of the Dead Maske als Tattoo wählen, symbolisiert das Tattoo ihre Verbindung zu den Toten. So wie für Sepp, für den das La Catrina Tattoo weit mehr als nur reiner Körperschmuck ist.
Schmerz des Verlusts und kulturelle Symbiose
Schmerz und Verlust tragen schwer. Diese Schwere lässt sich manchmal durch ein Tattoo auffangen und ehren. Damit wird die verstorbene Person zu einem Teil von dem Träger nach dem Gang alles Irdischen. Wie ein Jeder mit dem Tod umgeht, ist eine persönliche, wennnicht kulturelle Frage. Nicht jeder möchte ein Klageweib anwerben, vielmehr ein beklagtes Wesen, in dem Falle die Schwester erinnern. Durch den Tod seiner Schwester wollte Sepp eine Erinnerung und für ihn lebenslange Verbindung durch das La Catrina Tattoo ausdrücken. Nun ist das Gesicht bekanntlich aus dem mexikanischen Kulturkreis. Und mir warn ned in Bayern, wemma ned a bissal an Glaubm a no hättn. Unabhängig von dem tatsächlichen Glauben ist die Prägung in Bayern dann eben doch christlich katholisch.
Glaube und die heilige Haube im La Catrina Tattoo
Die Schwester war stark gläubig gewesen. Und im Katholischen haben wir unsere eigenen Heiligen. Das wäre in dem Fall die heilige Jungfrau. Im subjektiven Gefühlserleben war für Sepp die Schwester eine Heilige. Auch wenn die heilige Jungfrau kein bestimmtes Gesicht hat, so ist doch das Attribut der über dem Kopf getragenen Haube ein klares Indiz auf „da wirst du gläubig“, die Augen in Andacht niedergeschlagen. Tatsächlich hat sich die Haube aus mehreren Gründen für das La Catrina Tattoo angeboten: Es gab da eine kleine Altlast. Und so klein sie auch gewesen sein mag, sie war im Weg und frei zum Cover-up, um das neue Motiv anatomisch perfekt zu integrieren.
Zeitlose Vergänglichkeit und anatomische Integration
Nachdem der Wunsch bestand, als Zeichen der Vergänglichkeit eine Uhr einzubauen, kam der Einsatz einer Weiß-Grau Mischung in Form einer Rose im Ziffernblatt zur Auswahl. Die Uhr konnte durch die Form des Rabenschnabelfortsatzes anatomisch wunderschön integriert werden, mit perspektivisch verkürztem Deckel ellipsoid in den vorderen Bereich des Deltamuskel verlängert, um Verzerrung entgegen zu wirken. Somit stand in der Fortführung das Schulterdach als Flucht und als nach oben abschließender Teil zur Verfügung. Um den persönlichen Bezug noch zu unterstreichen, setzten wir beim La Catrina Tattoo noch den Schriftzug „Familia“ mit ein. Die Haube bot sich an, weil so der Schriftzug in sanftem Grau hinterlegt werden konnte.
Tiefe Bedeutung durch religiöse Symbole
Gleichzeitig bildete so eine Form ähnlich einem Banner den Abschluss. Weitere gewünschte Elemente waren ein Kreuz als Symbol für den Glauben mitsamt Rosenkranz. Um das La Catrina Tattoo wirkungsvoll zu gestalten, machte ich den Vorschlag, das Kreuz vor das Gesicht zu setzen, aus dem Zuschauerbereich in das Tattoo einzutreten, mit in Richtung des Gesichtes deutender Hand. Dadurch bekommt das Tattoo eine aktive Richtung zu der Totenmaske, um zu zeigen, dass es sich nicht nur um ein schönes Frauengesicht handelt, sondern dass die tiefere Bedeutung in einem Austausch, in einer Ehrerbietung liegt. Es ist eine bewusste Interaktion zwischen dem Betrachter, dem Träger und der Erinnerung an die Verstorbene.
Ausarbeitung des Gesichts und Kontrastführung
Da es sich auch um ein teilweises Cover-up handelt, wurde die untere Gesichtshälfte der La Catrina in einem mittleren Grau gehalten, dem Verlauf des hinteren Delta folgend. Der harte Schlagschatten unter dem Kopftuch wurde durch das offene ornamentale Design auf der Stirn simuliert, während die Stirn trotzdem verhältnismäßig hell blieb. Dadurch bestand die Möglichkeit, den Kontrast der schwarzen Augen durch spitzenartige Zeichnungen mittels Linien zu erreichen, ohne die Wirkung der in hellem Grau gearbeiteten niedergeschlagenen Augen zu verlieren. Weiterhin konnte dadurch die Hand mit dem Kreuz im La Catrina Tattoo in den Vordergrund gedrückt werden. Das Kreuz wurde in Weiß-Grau gearbeitet, was das Design dunkel, aber aufgelockert erscheinen lässt.
Technischer Zusammenhang und Farbwahl
Und einen Zusammenhang zwischen dem Kreuz und der Rose in dem Ziffernblatt herstellt, was zur Vermeidung eines singulär differenzierten Farbeintrags (nur Uhr) führt. Insgesamt ist ein Tattoo mit einer La Catrina Day of the Dead Maske eine wunderschöne Art, sein Gedenken zu verewigen und zu ehren. Das La Catrina Tattoo hilft dabei, die Verbindung zu der Toten in einer ansprechenden und nicht morbiden Art und Weise zu verdeutlichen. Durch die Kombination aus mexikanischer Symbolik, bayerisch-katholischen Attributen und anatomisch präziser Platzierung entsteht ein Mahnmal auf der Haut, das die Schwere des Verlusts in die Eleganz der Kunst überführt. Es ist eine bleibende Hommage an die Schwester, die durch handwerkliche Präzision und tiefes Einfühlungsvermögen ihren Platz gefunden hat.
Fazit: Gedenken in Ehren
Dort lebt sie nun in Ehren weiter. Die Ausarbeitung zeigt, dass ein Memorial-Tattoo nicht düster sein muss, um Tiefe zu besitzen. Durch die helle Stirnpartie und die fein abgesetzten Graustufen bleibt das Gesamtbild trotz der Schwere des Themas freundlich und würdevoll. Die anatomische Einbettung sorgt dafür, dass die Motive auch in der Bewegung des Arms ihre Form behalten und nicht verzerren. Es war ein Prozess des gemeinsamen Erarbeitens, um den perfekten Ausdruck zwischen dem mexikanischen Ursprung und der bayerischen Identität zu finden. Am Ende steht ein Kunstwerk, das die Geschichte einer starken Bindung erzählt und den Blick des Betrachters respektvoll auf das Wesentliche lenkt.
Zusammenfassung: Technik und Symbolik – La Catrina Memorial
Thematik: Gedenk-Tattoo für die verstorbene Schwester, Symbiose aus mexikanischem Totenkult und bayerischem Katholizismus.
Motivelemente: La Catrina Gesicht, Madonnen-Haube, Taschenuhr mit Rosen-Ziffernblatt, Kreuz, Rosenkranz und „La Familia“ Lettering.
Technik: Teilweises Cover-up, Fokus auf Weiß-Grau-Mischungen und ornamentale Kontraste zur Vermeidung zu dunkler Ebenen.
Anatomie: Platzierung auf dem Deltamuskel und Schulterdach unter Berücksichtigung perspektivischer Verkürzungen (Ellipsoid-Uhr).
Wirkung: Aktive Bildführung durch die Hand mit Kreuz, die den Fokus auf den Austausch und die Ehrerbietung lenkt.

