Biomechanik Tattoo mit Leichenflecken

Hinweis zur Bildwiedergabe: Warum meine Tattoos nicht (mehr) glänzen (Kreuzpolarisation & 33 Jahre Historie)

In meinem Portfolio findest du Arbeiten aus über drei Jahrzehnten Tätowierpraxis. Während neuere Projekte mittels Kreuzpolarisation reflexionsfrei und tiefenscharf optimalerweise im vollständig verheilten Zustand dokumentiert werden, zeigen ältere Aufnahmen die authentische, verheilte Tätowierung ohne moderne Filteroptik.

Warum ich in der Regel Tattoos erst nach Wochen fotografiere, weshalb ich dem Social-Media-Trend des reinen „Arbeitens für das Foto“ widersprechen und wie Daniel Kahnemans Kognitionsforschung (WYSIATI) meine Sicht auf Unikate erklären kann:
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Einerseits wird endlich gut, was lange währt. Andererseits wollen wir nicht solange warten bis der Gute verfault. Und dann vielleicht noch Leichenflecken bekommt. Schließlich haben wir uns so viel Mühe gegeben bei diesem Biomechanik Tattoo mit Leichenflecken. Allerdings hat es ein bisschen länger gedauert. Haben wir uns dementsprechend gedacht, was lange währt wird endlich gut? Möglicherweise. Tatsächlich hat das Tattoo einen mehrjährigen Entstehungsrahmen gehabt. Deswegen haben wir ja auch die Leichenflecken tätowiert. Sozusagen um schon mal für später zu üben.

Inhalte, wozu?

Was für einen Inhalt hat denn ein Tattoo per se? Was sollte eigentlich alles rein in dieses Tattoo? Ganz klar mal Muskeln. Ist ja Inhalt genug. Aus irgendeinem Grund ein Drehknopf mit einem Richtungs- Pfeil. Und es wäre kein Biomechanik Tattoo, wenn nicht Exoskelett ganz groß angesagt wäre. Darüber hinaus war ein ganz wichtiges Element eben Leichenflecken. Natürlich auf der aufgerissenen Haut. Tatsächlich ist das mit den Leichenflecken ein Thema. Denn die entstehen durch die Zersetzung von Blut in der Haut. Somit schauen sie dann in der Natur immer wieder anders aus. Das kann von ganz normalem Rot über fortschreitende Zersetzung zu Lila-Gelb gehen. Nur logisch, dass das auch durchaus mal ins Blau-grünlich-gelbe gehen kann.

Jahrelange Entstehung

Das Tattoo ist in dem Sinne in mehreren Etappen entstanden. Mit der Waden-Muskulatur und Exoskelett haben wir angefangen. Wie üblich sind die Farben nur durch andere Farben abgeschattet worden. Da ist kein Schwarz oder Grau drunter. Besonders nach einer längeren Zeit würde das nämlich trüb und matschig aussehen. Nach und nach sind dann wieder weitere Elemente wie der Drehknopf und das Exoskelett vorne am Schienbein dazu gekommen. Das war eigentlich der Abschluss der ganzen Sache. Auch die Leichenflecken wurden über mehrere Etappen gemacht. Tatsächlich lässt sich das auch durch unterschiedliche Segmente in Farbgebung und Ausprägung feststellen. Aber was soll man machen, wenn Zeit genauso wie Geld rare Güter sind. Aber man teilt sich ja selbst die Zeit ein. Gut Ding will Weile haben. Und so schaut das aus, mit den Leichenflecken.