„Ein Tentakel-Mandala ist kein starres Ornament, sondern eine lebendige Symbiose aus mathematischer Ordnung und maritimem Urzeit-Fluss. Wenn die kühle Symmetrie von tiefblauem Mandala-Ursprung in der Drosselgrube auf die ungezähmte Dreidimensionalität signalroter Tentakeln trifft, wird die Haut zur kinetischen Leinwand – eine hypnotische Komposition, die den Raum zwischen Muskeln und älteren Meilensteinen der eigenen Galerie maximal effektiv ausnutzt.“

— Roald Beyer über das Tentakel-Mandala und den Komplementärkontrast

Brust Tentakel Mandala Tattoo

Das Farbgesetz als unerwarteter Katalysator

Zeitdruck und Marktveränderungen

Das Leben ist das, was passiert, während man andere Pläne macht. So kann es auch mal passieren, dass Frau ein Projekt in Planung hat und dann kommt jemand um die Ecke und erzählt einem etwas über Farben. So Sachen wie: Diese Farben gibt es dann nicht mehr. Und dann besteht Handlungsbedarf, sozusagen ein zündender Funke. Und dann brennt die Hütte. So muss es sich angefühlt haben, als ich damals zum bevorstehenden Start des neuen Farbengesetzes 2022 die nicht so ganz frohe Kunde in die Runde getragen hatte. Diese Farben wird es so nicht mehr geben.

Skepsis gegenüber den Prognosen, Zugzwang bei dem Brust Tentakel Mandala Tattoo

Die von mir verwendeten Farben waren aus den USA, der deutsche Importeur und Großhandel hatte eine nahtlose Übergangslage in Aussicht gestellt. Und unabhängig von dem damaligen großen Aufriss, den manche Leute gemacht hatten und der seine Kreise zog, war ich in der Hinsicht nicht so ganz optimistisch. Nennen wir es einfach ein Gefühl, das zusammen mit dem luftübertragenen Geraune anderer Leute dafür sorgte, dass ich den Prognosen nicht ganz traute. Tatsächlich waren meine Zweifel durchaus berechtigt, es war dann auch so, dass der Hersteller gar nicht mehr auf den europäischen Markt gekommen ist. Auf jeden Fall nicht mit Tätowierfarben.

Die anatomische Neugestaltung des Entwurfs

Anpassung des floralen Konstrukts am Hals

Und so hieß es Akkord arbeiten, denn wie man sieht, war der Umfang nicht ganz unbeträchtlich. So etwas entsteht nicht über Nacht. Das grundsätzliche Design des Mandalas war mir von Steffi mitgebracht worden. Ein von einem Kollegen gefertigtes florales Konstrukt, ebenfalls auf dem Brustkorb, mitsamt Hals. Mit dem Unterschied, dass die Form des Körpers nur bedingt berücksichtigt worden war. Statt an hinter- oder übereinander gelagerte Blütenblätter waren die Formen offen gehalten, ohne richtigen Abschluss. Auch waren die zum Hals orientierten Linien ohne Berücksichtigung der Schlüsselbeine und der Silhouette des oberen Musculus trapezius ins Freie auslaufend.

Die Entscheidung gegen ein Blumenmotiv, aber dafür Brust Tentakel Mandala Tattoo

Nun kannten Steffi und ich uns schon eine ganze Weile und wenn ich eins über sie sagen kann, ist es, dass sie nicht unbedingt der Blumentyp ist. Das konnte mir Steffi auf jeden Fall bestätigen. Somit war die Frage, was man denn anstelle der drei Blumenkelche verwenden solle, die an der Kehle und zu den Achselfalten zeigend ausgerichtet waren? Nachdem wir am rechten Unterarm bereits ein wunderbares Gewirr von Tentakeln verewigt hatten, durften dann eben Tentakel herhalten, bietet sich an, in einem Brust Tentakel Mandala. Vielleicht auch deswegen, weil ich von Steffi mal eine wunderschöne Tasse mit Tentakelhenkel geschenkt bekommen habe?

Farbtheorie und dreidimensionale Tiefe

Brillanz durch Komplementärkontraste ohne Schwarz

Der Hintergrund des Orientierungsbildes war auch in den Farben Blau und Türkis gehalten. Somit war dieser Bereich klar formuliert, was das Tentakelthema noch einladender anbot. Wenn schon an tiefe Seen erinnernde Farben im Spiel sind, dann müssen zwingend Tentakeln mit im Spiel sein. Um die Tiefe der „Blütenblätter“ optimal auszunutzen, habe ich so richtig tief in die Farbenmischkiste gegriffen. Farben über schattierte Bereiche legen mag für den einen oder anderen eine Option darstellen. Allerdings nicht, wenn man die Wirkung von Farben auf lange Zeit erhalten will. Schattierungen unter Farben machen die Farbwirkung zunichte, Farben wirken dadurch stumpf und verlieren ihre Kraft.

Technische Umsetzung der Farbmischung

Somit standen nur Schatten-Farbmischungen durch die Verwendung von Komplementärfarben als Option zur Verfügung. Bis auf die schwarzen Außenlinien der vorderen Tentakel befindet sich kein Schwarz oder Grau in diesem Tattoo. Auch nicht unter dem Rot der Tentakel, auch wenn es für das Auge diesen Eindruck haben mag. Aufgrund der anatomischen Skizze, die ich von der Stelle abnahm, bot es sich an, die aus der Tiefe kommenden Tentakeln dreidimensional überschlagen und sich aufspalten zu lassen. Dabei wurde die, so leid es mir tut, es muss so gesagt werden, leichte Ausbuchtung unter der Achselfalte strategisch ausgenutzt und formgebend integriert.

Perspektive und maximaler Platzeffekt

Erzeugung von Masse und optischer Unschärfe

Diese Richtungswechsel wurden von mir auch genutzt, um eine Grenze zwischen dunklen und hellen Elementen der Tentakel einzurichten: im Vordergrund dunkel und mit geringstmöglichem Kontrast, aber dennoch durch die Signalfarbe Rot lebendig. Dadurch bekommen die filigranen Spitzen trotz allem eine Masse, ein Momentum. In die Mitte gehend werden die Tentakeln, auch durch die geflutete Perspektive, Tiefe durch Unschärfe suggerierend, weich und verwaschen zunehmend aufgehellt. Dadurch konnte in Kombination mit dem Mandala-Muster ein Strahleneffekt erreicht werden, der die, an stilisierte Staubblätter erinnernden, zweigeteilten Tentakelspitzen nach vorne katapultiert.

Harmonische Fortführung der eigenen Galerie

Und der ein hypnotisches Gesamtergebnis erzielt, auch durch die zur Seite bestehende Begrenzung von zwei älteren, von mir gefertigten und an H.R. Giger orientierten Knochenmasken. Weil dadurch der zur Verfügung stehende Platz maximal effektiv ausgenutzt werden musste, um das neue Werk nahtlos in die bestehende, eigene Motiv-Historie auf Steffis Körper einzufügen, gekrönt durch dieses Brust Tentakel Mandala.

„Ein Tentakel-Mandala ist kein starres Ornament, sondern eine lebendige Symbiose aus mathematischer Ordnung und maritimem Urzeit-Fluss. Wenn die kühle Symmetrie von tiefblauem Dotwork in der Drosselgrube auf die ungezähmte Dreidimensionalität signalroter Tentakeln trifft, wird die Haut zur kinetischen Leinwand – eine hypnotische Komposition, die den Raum zwischen Muskeln und älteren Meilensteinen der eigenen Galerie maximal effektiv ausnutzt.“

— Roald Beyer über das Tentakel-Mandala und den Komplementärkontrast

„Bin immer wieder fasziniert, wie selbstverständlich der gute Mann Kunstwerke unter die Haut bringt und sogar bei keiner genauen Vorstellung die Erwartungen übertrifft. Raul beherrscht sein Handwerk von A-Z! Inklusive kurzweiliger Schmerzablenkung! 😉“

– Lucia Fufu, Google-Rezension

Zusammenfassung: Technik und Symbolik – Das Tentakel-Mandala

  • Stilistik & Motiv: Fusion aus einem geometrisch-floralen Mandala und maritim inspirierten Tentakeln; hypnotischer Komplementärkontrast aus kühlen Tiefsee-Farben (Blau/Türkis) und signalroten Fokus-Elementen.

  • Anatomische Flussoptimierung: Frontales Brust- und Hals-Konzept; organische Anpassung der Blütenform an das Schlüsselbein und die Silhouette des Musculus trapezius; strategische Ausnutzung der Achselfalte für dreidimensionale Richtungswechsel.

  • Hierarchisches Layering: Gezielte Räumlichkeit durch Farbperspektive; scharf abgegrenzte, kontrastarme rote Tentakel im direkten Vordergrund; weich und verwaschen aufgehellte Strukturen im Zentrum zur Erzeugung von Unschärfentiefe.

  • Farbtechnische Innovation: Verzicht auf Schwarz- und Grauschattierungen im Farbverlauf zur langfristigen Erhaltung der Leuchtkraft; Generierung von plastischen Schattenbereichen ausschließlich über die Mischung von Komplementärfarben.

  • Kompositorische Integration: Effektive Ausnutzung des limitierten Raums durch nahtlose, seitliche Einpassung zwischen zwei bereits bestehenden, an H.R. Giger orientierten Knochenmasken aus eigener Fertigung.

F.A.Q. – Anatomie des Tentakel-Mandalas

Warum wird bei diesem farbintensiven Tattoo auf klassische Schwarz- und Grauschattierungen verzichtet? Wenn man bunte Tätowierfarben über bereits vorhandene Schwarz- oder Grauschattierungen legt, verliert die Farbe langfristig ihre Brillanz. Das Ergebnis wirkt nach der Abheilung oft stumpf und kraftlos. Um die maximale, dauerhafte Leuchtkraft der Blau-, Türkis- und Rottöne zu garantieren, wurden plastische Schattenstrukturen hier ausschließlich über das Mischen von Komplementärfarben erzeugt.

Wie wird verhindert, dass ein so massives, frontales Brust- und Hals-Tattoo den Körper optisch staucht? Das Geheimnis liegt im Zusammenspiel aus Symmetrie und vertikalem Fluss. Während das Mandala-Muster auf dem Brustkorb einer ausbalancierten, geometrischen Dreiecksform folgt, brechen die drei aus der Mitte entspringenden Tentakeln diese Starrheit auf. Sie ziehen sich entlang der Halsmuskulatur nach oben und wirken wie stilisierte Staubblätter. Diese Linienführung streckt die Halspartie visuell und verankert das Tattoo organisch in der Silhouette.

Wie lässt sich ein neues Großprojekt nahtlos in eine bereits bestehende Tattoo-Historie integrieren? Wenn bereits Tätowierungen vorhanden sind – wie in Steffis Fall zwei ältere Knochenmasken im Giger-Stil auf den Schultern –, darf das neue Design nicht isoliert wirken. Die äußeren Ränder des Mandalas wurden anatomisch exakt so skizziert und angepasst, dass sie den verbleibenden Raum auf dem Brustkorb maximal effektiv ausnutzen. Das neue Motiv grenzt perfekt an das bestehende Werk an und führt die körpereigene Galerie harmonisch fort.

Brust tentakel Mandala Tattoo, Frontales Chest- und Hals-Tattoo im Raum München: Ein blau-türkises Mandala in Dreiecksform, das die Kurven des Dekolletés nutzt, kombiniert mit roten Tentakeln als stilisierte Staubblätter, Integration bestehender Tattoos am Hals, frontal linke Seite
Brust tentakel Mandala Tattoo, Frontales Chest- und Hals-Tattoo im Raum München: Ein blau-türkises Mandala in Dreiecksform, das die Kurven des Dekolletés nutzt, kombiniert mit roten Tentakeln als stilisierte Staubblätter, Integration bestehender Tattoos am Hals, frontal linke Seite
Frontales Chest- und Hals-Tattoo im Raum München: Ein blau-türkises Mandala in Dreiecksform, das die Kurven des Dekolletés nutzt, kombiniert mit roten Tentakeln als stilisierte Staubblätter, Integration bestehender Tattoos am Hals
Hypnotisches Female Chest Tattoo mit integriertem Hals-Tattoo von Roald Beyer. Florales Dotwork-Mandala in Blau-Türkis mit roten Octopus-Sucker-Tentakeln, gestochen in Taufkirchen bei München
Großflächiges Mandala-Tattoo auf der weiblichen Brust von Roald Beyer. Das hypnotische Design in Türkis und Blau entspringt frontal der Drosselgrube und geht in drei rote Octopus-Tentakel mit Saugnäpfen über