Gasmaske Tattoo

Gasmaske Tattoo

Denn wenn eine Sache über Australien bekannt ist, dann ist es der Umstand, dass dich dort so gut wie jedes Tier umbringen will. Dafür gibt es genug Beweise, wie das berühmte Meme des Australian Food Shops: „Not all Australian animals will kill you. Don´t get me wrong… he wants to. He just can´t.“

Raul Beyer | Die unvorhersehbare Dynamik

Tank Girl Tattoo Erweiterung in München: Explosive Endzeit-Kunst

Die unvorhersehbare Dynamik des Lebens und der australischen Wüste

Die Verknüpfungen des Lebens halten interessante Aspekte bereit. Wie sich Sachen miteinander verbinden, das kann man manchmal nicht voraussagen. Genauso wenig, wie man voraussagen kann, wie sie sich verhalten, wenn sie durch plötzliche Dynamik auseinander treiben.

Interessant ist das auf jeden Fall. So wie das Leben in Australien regelmäßig hochgradig interessante Aspekte bereitstellt. Denn wenn eine Sache über Australien bekannt ist, dann ist es der Umstand, dass dich dort so gut wie jedes Tier umbringen will. Dafür gibt es genug Beweise, wie das berühmte Meme des Australian Food Shops: „Not all Australian animals will kill you. Don´t get me wrong… he wants to. He just can´t.“

Vom Känguru-Boxen bis zum Underground-Comic der 80er

Ob es nun freundlich über die Straße hüpfende Kängurus sind, die dich im nächsten Moment niederboxen, Schlangen, die in Australien überall rumhüpfen, oder Wombats mit ihrem knochigen Hintern – die Absicht ist klar. Und, last but not least: Natürlich Koalas. Und wer verbindet all diese ganzen Tiere und Elemente am besten? Boom! Natürlich Tank Girl.

Als Underground-Comic der späten 80er-Jahre war Tank Girl das trashige Element schlechthin. Eine junge Frau, unterwegs in der australischen Wüste mit ihrem Tank, ihrem Panzer. Später wurde die Geschichte auch verfilmt. Auch wenn der Streifen an die Comics gar nicht heranreichen konnte, war er doch ziemlich weird.

Camp Koala im Visier: Die Herausforderung der Trash-Erweiterung

Ein plüschiger Schutzengel mit absolut irrem Charme

Und wenn es irgendetwas gab, das noch irrer war als Tank Girl selbst, dann waren das die begleitenden Charaktere wie Camp Koala. Als einziger Charakter, den Tank Girl wirklich liebt, taucht diese Sonderform eines Koalabärs immer wieder auf. Als ausgestopftes, zusammenstümperhaft genähtes Plüschtier fungiert er als ihr Schutzengel und verströmt durch seinen Blick einen absolut irren Charme.

Somit verwundert es nicht, dass Tank Girl auch als Tattoo-Motiv eine gewisse Verbreitung gefunden hat. Mit dem Tank Girl selbst auf der Haut habe ich in diesem Fall jedoch nur die Vorlage für das Projekt bekommen. Und damit gleichzeitig eine verdammt spannende Herausforderung.

Die Ansage des Kunden: Eine Gasmaske für das Custom-Projekt

Das Motiv prangte bereits auf dem rechten Oberarm, natürlich standesgemäß inklusive des klarstellenden Schriftzugs „Tank Girl“. Ich durfte mir nun überlegen, wie dieses Thema im Zuge einer Anpassung am besten zu erweitern wäre. Und zwar unter der strikten Vorgabe einer Gasmaske!

Das war eine Ansage, die ich natürlich gerne und bereitwillig aufgegriffen habe. Welcher Tätowierer tätowiert denn nicht gerne mal hin und wieder eine Gasmaske? Auch wenn es in diesem Fall mal nicht die klassische Variante sein sollte – also kein Zombie unter der Maske in einer endzeitlichen Umgebung mit Rohren und biomechanischen Komponenten – ist eine Gasmaske immer wieder ein riesiger Spaß.

Wenn das Erbe explodiert: Knallgas-Formeln und Signalfarben

Eine explosive Veranlagung wird im Tattoo gefeiert

Dazu kamen bei dem Entwurf ein paar andere, hochindividuelle Elemente. Zum Beispiel der Umstand, dass wir am anderen Arm des Kunden bereits sehr trashig in hellem Rot gearbeitet hatten. Somit bot sich Rot in seiner klassischen Verwendung als Signalfarbe hier perfekt an.

Dazu kam eine herrliche familiäre Anekdote: Nachdem der Vater der Kundin eine Doktorarbeit über Knallgas und Fulminate verfasst hatte, lag eine gewisse explosive Veranlagung unweigerlich in der Familie. Und genau diese sollte in diesem Custom-Tattoo gebührend gefeiert werden. Ganz klassisch mit einer optischen Explosion, einem fetten „Bumm“ und der echten Strukturformel von Knallgas auf dem Unterarm.

Anatomisches Design: Der Gasmasken-Filter direkt auf dem Ellbogen

Somit blieb für die Platzierung der Gasmaske im Grunde noch der Ellbogen übrig. Und auch wenn man in der Tattoo-Szene immer wieder sieht, dass der Ellbogen beim Ärmel-Konzept einfach mal komplett ausgelassen wird: Ich setzte formschön den runden Filter der Gasmaske genau auf diese exponierte Stelle. Wenn sich so ein Rund, oder Quasirund, anatomisch so genial anbietet, kann man das als Tätowierer einfach nicht verschmähen.

Am Unterarm hatten wir zudem bereits einen Schriftzug mit integrierten, transluzent durchscheinenden Zahnrädern. Ich würde diesen speziellen Stil ja als Wasserzeichen-Tattoo bezeichnen. Es hat aber auch eine gewisse Verwandtschaft mit dem Trend, den man heute als „Double Exposure Tattoo“ bezeichnet.

Double Exposure und Spiegelungen: Der irre Blick im Trizeps-Glas

Die harmonische Verbindung von Altlasten und neuem Fluss

Also, völlig egal, wie wir den Stil am Ende nennen: In wunderschöner Überleitung zu dem Double-Exposure-Tattoo mit den Zahnrädern im Schriftzug „Immer im Rhythmus bleiben“ wurden die Filterelemente der Gasmaske ebenfalls in der Form von Zahnrädern angesetzt. Das bietet sich als überleitendes und verbindendes Element einfach perfekt an.

Denn auch um das alte Tank-Girl-Tattoo herum lagen schon ein paar Zahnräder. Ist ja auch völlig klar: Bei so einem schweren Panzer fallen im Gefecht nun mal hin und wieder ein paar Räder ab.

Der Schutzengel im Blickglas: Ein meisterhaftes Teil-Cover-up

Und hier bot es sich durch die Besonderheit des Tattoos an, Camp Koala als Spiegelung, als Reflexion, direkt in das Blickglas der Gasmaske einzusetzen. Dieses liegt nun optisch wunderschön auf dem äußeren Bauch des Trizeps. Irgendwo muss der irre Kerl ja schließlich hin, oder?

Das gesamte Projekt war als Integration des alten Tattoos konzipiert, somit also als eine partielle Einbindung und Cover-up-Tattoo-Situation gedacht. Die stilisierten Explosions-„Strahlen“ waren bei diesem Tattoo ein extrem willkommenes Element. Sie halfen dabei, eine explosiv lose Mischung aus trotzdem noch fest verbundenen Elementen in eine einzige, harmonische Geschichte zu packen.

Zusammenfassung: Technik und Anatomie – Tank Girl Erweiterung

Projekt-Historie: Erststich-Erweiterung und partielles Cover-up-Tattoo auf dem Ober- und Unterarm; strategische Einbindung eines bereits vorhandenen Tank-Girl-Tattoos durch einen großflächigen, erzählerischen Ausbau im endzeitlichen Trash-Look.

Anatomische Anpassung: Passgenaue, formschöne Platzierung des runden Gasmasken-Filters direkt auf der Rundung des Ellbogens; harmonische Positionierung des Masken-Blickglases auf dem äußeren Muskelbauch des Trizeps zur optimalen Ausnutzung der natürlichen Konturen.

Narrative Metamorphose: Transformation eines klassischen Comic-Motivs in ein explosives Familienerbe; visuelle Umsetzung der Strukturformel von Knallgas, kombiniert mit dem ikonischen Charakter „Camp Koala“, der als irre Spiegelung im Sichtfenster der Maske zum Leben erwacht.

Strategische Flussrichtung: Überleitung vorhandener Stil-Elemente durch ein Wasserzeichen- beziehungsweise Double-Exposure-Verfahren; nahtlose Verknüpfung alter und neuer Zahnrad-Strukturen unter gezieltem Einsatz von Rot als dominanter Signalfarbe zum Lückenschluss.

Handwerkliche Herausforderung: Komposition einer explosiv losen Mischung aus eigentlich unverbundenen Elementen zu einer zusammenhängenden Story; technische Meisterleistung beim Überdecken und Integrieren der alten Motivgrenzen ohne stumpfen Farbblock.

F.A.Q. (Häufige Fragen zu diesem Projekt)

Wie wurde das alte Tank-Girl-Tattoo in die neue Gasmasken-Umgebung integriert? Das bestehende Tattoo auf dem Oberarm wurde nicht komplett überstochen, sondern als zentraler Ausgangspunkt genutzt. Durch den geschickten Einsatz von stilisierten Explosionsstrahlen, einer dominanten roten Signalfarbe und herabfallenden Zahnrädern wurde das alte Motiv organisch umschlossen. Das Highlight der Integration bildet der Plüsch-Koala „Camp Koala“, der nun als detailreiche Reflexion im Blickglas der neuen Gasmaske auf dem Trizeps zu sehen ist.

Warum wurde der Filter der Gasmaske exakt auf dem Ellbogen platziert? Der Ellbogen wird bei vielen Tätowierungen aufgrund der schwierigen Hautbeschaffenheit und der extremen Dehnung gerne ausgelassen oder ausgespart. Anatomisch bietet diese markante Stelle jedoch eine perfekte, kreisförmige Basis. Der runde Filter einer Endzeit-Gasmaske schmiegt sich quasi-rund perfekt an diese Bewegung an. Das sorgt dafür, dass das Tattoo sowohl bei gestrecktem als auch bei gebeugtem Arm seine plastische Form behält.

Was versteht man bei diesem Tattoo unter dem Wasserzeichen- oder Double-Exposure-Stil? Bei diesem Verfahren werden zwei unterschiedliche Bildebenen transluzent miteinander verschmolzen. Am Unterarm des Kunden wurde ein Schriftzug so mit mechanischen Zahnrädern unterlegt, dass diese durch die Buchstaben hindurchzuscheinen scheinen (Wasserzeichen-Effekt). Dieser moderne „Double Exposure Tattoo“-Trend wurde im gesamten Ärmel als verbindendes Element genutzt, um den Rhythmus der biomechanischen Komponenten harmonisch fließen zu lassen.

Das Unterarm-Tattoo zeigt die echte chemische Strukturformel von Knallgas im roten Trash-Stil mit grafischen Explosionsstrahlen
überleitende Ansicht der Tank Girl Tattoo Erweiterung auf dem Arm mit Gasmaske und explosiven Trash-Elementen von raul München
Anatomisch perfekt angepasster runder Gasmasken-Filter als Tattoo direkt auf der Rundung des Ellbogens platziert
Detailansicht des Trizeps-Tattoos: Der irre Blick von Camp Koala als detailreiche Spiegelung im Glas der Gasmaske integriert

Biomechanik Hintern

Biomechanik Hintern

Hinter den Kulissen: Die Motivsuche und das echte Leben

„Was magst du denn, so ganz persönlich als Tattoo? Tiere, Blumen, Belletristik? Welches ist dein Lieblingsessen, wird dabei eher selten gefragt. Denn das würde nur neue Fragen aufwerfen. Krebse kannman schon mal gerne esssen, aber Wombats? Faszinierende, eigenwillige Lebewesen, die uns in ihrer Anatomie manchmal weit voraus sind – selbst wenn wir nur ihr Hinterteil betrachten.“

— Roald Beyer (raul), über den kreativen Prozess und die Logik des Körpers

Biomechanik Tattoo in München: Wenn Anatomie die Zeit besiegt

Das Koan des Tätowierens: Wenn das Sitzen eine neue Dimension bekommt

Es gibt Sprüche, die in einem speziellen Zusammenhang viele Fragen aufwerfen. Vor allen Dingen, wenn man sie in dem speziellen Kontext von Tattoos stellt. Genauer mit der Anatomie und Dreidimensionalität, will heißen dem Körperfluss. Und diese mit der vierten Dimension verbindet, der Zeit.

Es werden geradezu philosophische Fragen daraus, die sich auch gerne in einen Koan fassen lassen. Ein berühmter Koan, möglicherweise der berühmteste, ist: „Welches Geräusch macht eine Hand, die klatscht?“ Die Antwort kann keine rationale sein, da Klatschen das Zusammenwirken von zwei Händen braucht. Natürlich gibt es dabei auch andere Ansätze. Aber denen folgen wir gedanklich bitte nicht einen Schritt weit.

Zurück an den Start: Der Fokus auf das echte Leben

Und wenn wir ihnen gefolgt sein sollten, dann bitte wieder zurück an den Start. Denn wir wollen hier nicht meditieren, sondern wir wollen uns mit dem Leben auseinandersetzen.

Unser Koan hier lautet: Welche Bedeutung hat es, wenn man sagt „Diese Zeit sitze ich ab“, und ein Tattoo am Hintern hat? Oder wenn man sagt: „Das sitze ich locker auf der linken Backe ab?“

Biomechanische Cheliceren: Der Fluss des Custom-Designs am Gesäß

Das Zusammenspiel der Kräfte: Von der linken zur rechten Backe

Das letzte Foto von dem Projekt der biomechanischen Cheliceren, der an Mundwerkzeuge von Krebsen angelehnten Strukturen, war nur die der linken Seite. Und dann hat es ein wenig gedauert, bis die rechte Seite fertig war. Das Leben, also Zeit, ist bekanntlich das, was passiert, während man andere Pläne macht.

Und irgendwann mal stellt man fest, wie viel Zeit vergangen ist zwischen einem Projekt und dem anderen. Und den Fotos davon und dann schließlich der abschließenden Bearbeitung der Fotos und Einstellung auf die Webseite.

Der technologische Wandel und die künstliche Banalität

Was in jedem Fall festzustellen ist, und wenn es nur, indem man sich Inhalte der sozialen Medien zugute führt, wie sehr die technologische Entwicklung auch im Tattoo-Bereich Einzug hält. Das äußert sich in Motiven, das äußert sich in Trends und das äußert sich durch den zunehmenden Einsatz von KI auch in der Entwicklung von Motiven.

Erst letztlich hatte ich im Gespräch mit einer Kundin auf ein auf den ersten Blick beeindruckendes Biomechanik-Konzept aus den USA verwiesen. Und das Konzept war offensichtlich mit KI generiert. Und ohne fishing for compliments kamen wir gemeinsam auf den Punkt, dass es zwar auf den ersten Blick durchaus beeindruckend sei, darüber aber banal und bedauerlicherweise letzten Endes deplatziert.

Der Wombat-Konter: Warum Algorithmen keinen Körper verstehen

Die strategische Verteidigung des australischen Höhlengräbers

Der Wombat ist ein gar freundliches, kleines, süßes, putziges Tierchen. Beheimatet auf dem australischen Kontinent. Sein Dasein fristet er in Wohnhöhlen, die durch die Begeisterung zum Graben zu ausgeweiteten Höhlensystemen ausgebaut werden können. Wenn man sich vorstellt, dass so eine Höhle bis zu 20 Meter lang sein kann, möchte man sein Haus nicht darüber stehen haben.

Eine andere Eigenschaft des Wombats ist sein Hinterteil. Er setzt es gezielt zur Verteidigung ein und blockiert damit auch gerne strategisch den Eingang zu seiner Höhle. Die Besonderheit seines Hinterteils ist eine sehr dichte Struktur aus Knorpelmasse, die vier miteinander verbundene Knochenplatten zu einer Waffe, aber auch zur Verteidigung einsetzt.

Was hat das Hinterteil eines Wombats mit einem Tattoo zu tun?

Jetzt ist die Frage, was hat das Hinterteil eines Wombats mit einer Tattoo-Hinterseite zu tun? Diese Frage habe ich mir bei dem KI-generierten Tattoo meines Kollegen auch gestellt. Warum hat der Kunde am Hintern eine Platte aus Knochenstrukturen, die absolut flach ausschaut, während der Rest wenigstens auf den ersten Blick durchaus ansprechend rüberkommt?

Ich musste mich nicht lange mit der Frage auseinandersetzen, denn die Antwort ist relativ einfach: KI ist ein Werkzeug. KI kann durchaus als Werkzeug verwendet und gebraucht werden, für den Fall, dass man es als attraktiv in seinem Werkzeugkasten betrachtet. Es ersetzt aber nicht ein Körperverständnis. Es ersetzt Inhalt mit Effekten.

Biomechanik im Wandel der Zeit: Trends vs. echte Anatomie

Von organischen Tribals und der Evolution der Strukturen

Und es setzt damit auch einen Trend, der im Tattoo-Bereich im Laufe der Jahre regelmäßig neu aufgekommen ist. Ich kann gar nicht sagen, wie viele Trends ich habe beobachten dürfen. Alleine in meiner Spezialität, der Biomechanik, gab es regelmäßige Veränderungen. Allerdings waren diese Veränderungen bei genauerer Betrachtung im Wesentlichen rein technischer Natur (in Zusammenhang mit Biomechanik durchaus ein gewisser Witz).

Die Strukturen selbst blieben oftmals reduziert auf Spiralen. Ein in Deutschland berühmter und inzwischen ins Ausland abgewanderter Vertreter der Gattung Biomechanik meinte in einem Interview, letztendlich mache er im Wesentlichen organische Tribals.

Wenn HR Giger zum Fließband-Element verkommt

Und wenn der Gottvater der Biomechanik, HR Giger, durch den Einsatz von KI zu einem eindrucksvollen, aber letztendlich dann doch reduzierten Fließband-Element verkommt, dann muss man letztendlich wieder einmal sagen, dass es keine Konkurrenz gibt, sondern nur Leute, die etwas anderes anbieten.

Und dass es die persönliche Wahl des Kunden ist, ob etwas Individuelles, dem Körper Angepasstes entstehen soll oder nicht. Denn der Körper hat seine eigene strenge Logik.

Die unbestechliche Logik des Gluteus Maximus und Tractus Iliotibialis

Wenn man sich nur mal vor Augen führt, dass es so etwas gibt wie Orangenhaut. Oder Dehnungsstreifen. Oder eben individuelle Muskelbäuche, die durch die Zeit unterschiedlichen Veränderungen unterliegen. Dabei spielen an der Hinterbacke diverse anatomische Strukturen, wie der Gluteus maximus, aber auch ganz wesentlich der Tractus iliotibialis mit hinein. Natürlich auch die Hüfte selbst, der Oberschenkelhals, der Oberschenkelknochen.

Und damit entstehen Formen, die wir in dem bestehenden Tattoo eingefangen haben: Individuell, mit zwei unterschiedlichen Seiten, um eine Bewegung mit einzubringen. Trotz der auf beiden Seiten grundlegend gleichen Gegebenheiten. Und somit ein Ganzes ergeben.

Das individuelle Empfinden am Ischiasnerv: Ein tiefenentspanntes Finale

Und weil es an anderer Stelle bereits erwähnt wurde, dass das Gesäß durchaus eine durch die Innervierung des Ischias etwas intensive Stelle sein kann: Auch das ist ein individuelles Empfinden. Der Mann hier ist mir regelmäßig weggedöst.

Und nachdem er die Verheilung des Tattoos zuerst auf der linken Backe – ganz entspannt – abgesessen hatte, und dann in Folge auf der rechten Backe, kann ich nun beide Backen hinhalten. Auf die Stelle am Steißbein kann man gespannt sein.

Dave HPunkt 4 Rezensionen • 6 Fotos
★★★★★ Google-Rezension

„Seit mittlerweile über sechs Jahren tanke ich Tinte beim Raul und hab' noch keinen einzelnen Nadelstich bereut. Geniale Ideen, witzige Details und das technisch meisterhaft umgesetzt.“

Zusammenfassung: Philosophie und Anatomie – Biomechanische Cheliceren

  • Projekt-Historie: Sitzungsübergreifende Fertigstellung und finale Zusammenführung der linken und rechten Gesäßhälfte; nahtlose Ergänzung anatomisch angepasster, biomechanischer Strukturen (Cheliceren) auf beiden Hinterbacken mit proaktiver Ausrichtung auf die zukünftige Erweiterung am Steißbein.

  • Anatomische Anpassung: Streng logische, dreidimensionale Ausrichtung des Motivs an den realen Muskelbäuchen des Gluteus maximus und dem Verlauf des Tractus iliotibialis; gezielte Rhythmisierung durch zwei unterschiedliche Motivseiten zur Erzeugung einer dynamischen Bewegung in der Silhouette, ohne die natürlichen Formen flachzudrücken.

  • Handwerkliche Metamorphose: Kompromissloser Kontrast zu KI-generierten, flachen Standard-Effekten; Transformation komplexer, an Krebsscheren-Mundwerkzeuge angelehnter Strukturen in ein lebendiges Custom-Design, das die Evolution der klassischen Biomechanik jenseits starrer Fließband-Spiralen und „organischer Tribals“ zelebriert.

  • Zeitliche Dimension: Überwindung der zeitlichen Spanne zwischen den Sessions und der finalen Bildbearbeitung als erzählerischer Bestandteil der Studiohistorie; Manifestation handwerklicher Beständigkeit und stabiler Werte im Wandel technologischer Trends.

  • Neurologische Herausforderung: Souveräne Bewältigung der intensiven Innervierung im direkten Einzugsgebiet des Ischiasnervs; schmerztherapeutische Kompensation der sensiblen Reize durch eine hochfokussierte Arbeitsweise, die dem Kunden ein tiefenentspanntes Wegdösen während der Sitzung ermöglichte.

F.A.Q. (Häufige Fragen zu diesem Projekt)

Wie unterscheidet sich dieses biomechanische Gesäß-Tattoo von KI-generierten Designs? Künstliche Intelligenz ist zwar ein optisch beeindruckendes Werkzeug, besitzt aber kein echtes Körperverständnis und ersetzt Inhalt durch bloße Effekte. Während KI-Motive auf anatomischen Rundungen wie dem Gesäß oft vollkommen flache Knochen- oder Metallplatten generieren (das „Wombat-Paradoxon“), folgt dieses Custom-Design der strengen Logik deiner Muskeln. Es passt sich dreidimensional an die Bewegung der Haut an und bleibt somit organisch lebendig.

Warum wurden für die beiden Gesäßbacken zwei unterschiedliche Motivseiten gestaltet? Obwohl die anatomischen Gegebenheiten auf der linken und rechten Seite grundlegend gleich sind, würde eine starre, gespiegelte Symmetrie das Gesäß optisch flach und unbeweglich wirken lassen. Durch die individuelle, asymmetrische Komposition der biomechanischen Cheliceren auf beiden Backen fangen wir die natürliche Dynamik des Körpers ein. Die beiden unterschiedlichen Seiten arbeiten in der Bewegung zusammen und ergeben erst in der Bewegung ein harmonisches Ganzes.

Warum gilt das Tätowieren auf dem Musculus Gluteus Maximus als besondere Herausforderung? Aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Ischiasnerv neigt der große Gesäßmuskel (Musculus Gluteus Maximus) bei mechanischen Reizen zu ausgeprägtem, unwillkürlichem Nervenzucken. Dies erfordert vom Tätowierer extreme Erfahrung und Flexibilität in der Handführung, um trotz der plötzlichen Muskelkontraktionen präzise, saubere Linien und Schattierungen zu setzen. Durch die präzise Maschinenführung konnten die Reize bei diesem Projekt so minimiert werden, dass der Kunde die Sessions vollkommen entspannt absitzen konnte und phasenweise sogar weggedöst ist.

Ein großflächiges, anatomisch angepasstes Biomechanik Tattoo auf beiden Gesäßbacken mit komplexen Cheliceren-Strukturen, tätowiert von Hits for Life Tattoo München
Detailansicht des biomechanischen Tattoos auf der rechten Gesäßhälfte, präzise angepasst an den Musculus Gluteus Maximus und den Oberschenkelhals
ätowierte Biomechanik-Strukturen auf der linken Gesäßbacke im fließenden Übergang zum Tractus iliotibialis, gestochen im Studio Hits for Life Tattoo bei München
Filigrane Details und Schattierungen der biomechanischen Cheliceren auf der linken Hinterbacke, inspiriert von organischen Krebs-Mundwerkzeugen
Seitliche Perspektive der rechten Gesäßbacke mit einem maßgeschneiderten Biomechanik-Tattoo, das den natürlichen Körperfluss und die Kontur wahrt

Brust Tentakel Mandala Tattoo

Brust Tentakel Mandala Tattoo

„Ein Tentakel-Mandala ist kein starres Ornament, sondern eine lebendige Symbiose aus mathematischer Ordnung und maritimem Urzeit-Fluss. Wenn die kühle Symmetrie von tiefblauem Mandala-Ursprung in der Drosselgrube auf die ungezähmte Dreidimensionalität signalroter Tentakeln trifft, wird die Haut zur kinetischen Leinwand – eine hypnotische Komposition, die den Raum zwischen Muskeln und älteren Meilensteinen der eigenen Galerie maximal effektiv ausnutzt.“

— Roald Beyer über das Tentakel-Mandala und den Komplementärkontrast

Brust Tentakel Mandala Tattoo

Das Farbgesetz als unerwarteter Katalysator

Zeitdruck und Marktveränderungen

Das Leben ist das, was passiert, während man andere Pläne macht. So kann es auch mal passieren, dass Frau ein Projekt in Planung hat und dann kommt jemand um die Ecke und erzählt einem etwas über Farben. So Sachen wie: Diese Farben gibt es dann nicht mehr. Und dann besteht Handlungsbedarf, sozusagen ein zündender Funke. Und dann brennt die Hütte. So muss es sich angefühlt haben, als ich damals zum bevorstehenden Start des neuen Farbengesetzes 2022 die nicht so ganz frohe Kunde in die Runde getragen hatte. Diese Farben wird es so nicht mehr geben.

Skepsis gegenüber den Prognosen, Zugzwang bei dem Brust Tentakel Mandala Tattoo

Die von mir verwendeten Farben waren aus den USA, der deutsche Importeur und Großhandel hatte eine nahtlose Übergangslage in Aussicht gestellt. Und unabhängig von dem damaligen großen Aufriss, den manche Leute gemacht hatten und der seine Kreise zog, war ich in der Hinsicht nicht so ganz optimistisch. Nennen wir es einfach ein Gefühl, das zusammen mit dem luftübertragenen Geraune anderer Leute dafür sorgte, dass ich den Prognosen nicht ganz traute. Tatsächlich waren meine Zweifel durchaus berechtigt, es war dann auch so, dass der Hersteller gar nicht mehr auf den europäischen Markt gekommen ist. Auf jeden Fall nicht mit Tätowierfarben.

Die anatomische Neugestaltung des Entwurfs

Anpassung des floralen Konstrukts am Hals

Und so hieß es Akkord arbeiten, denn wie man sieht, war der Umfang nicht ganz unbeträchtlich. So etwas entsteht nicht über Nacht. Das grundsätzliche Design des Mandalas war mir von Steffi mitgebracht worden. Ein von einem Kollegen gefertigtes florales Konstrukt, ebenfalls auf dem Brustkorb, mitsamt Hals. Mit dem Unterschied, dass die Form des Körpers nur bedingt berücksichtigt worden war. Statt an hinter- oder übereinander gelagerte Blütenblätter waren die Formen offen gehalten, ohne richtigen Abschluss. Auch waren die zum Hals orientierten Linien ohne Berücksichtigung der Schlüsselbeine und der Silhouette des oberen Musculus trapezius ins Freie auslaufend.

Die Entscheidung gegen ein Blumenmotiv, aber dafür Brust Tentakel Mandala Tattoo

Nun kannten Steffi und ich uns schon eine ganze Weile und wenn ich eins über sie sagen kann, ist es, dass sie nicht unbedingt der Blumentyp ist. Das konnte mir Steffi auf jeden Fall bestätigen. Somit war die Frage, was man denn anstelle der drei Blumenkelche verwenden solle, die an der Kehle und zu den Achselfalten zeigend ausgerichtet waren? Nachdem wir am rechten Unterarm bereits ein wunderbares Gewirr von Tentakeln verewigt hatten, durften dann eben Tentakel herhalten, bietet sich an, in einem Brust Tentakel Mandala. Vielleicht auch deswegen, weil ich von Steffi mal eine wunderschöne Tasse mit Tentakelhenkel geschenkt bekommen habe?

Farbtheorie und dreidimensionale Tiefe

Brillanz durch Komplementärkontraste ohne Schwarz

Der Hintergrund des Orientierungsbildes war auch in den Farben Blau und Türkis gehalten. Somit war dieser Bereich klar formuliert, was das Tentakelthema noch einladender anbot. Wenn schon an tiefe Seen erinnernde Farben im Spiel sind, dann müssen zwingend Tentakeln mit im Spiel sein. Um die Tiefe der „Blütenblätter“ optimal auszunutzen, habe ich so richtig tief in die Farbenmischkiste gegriffen. Farben über schattierte Bereiche legen mag für den einen oder anderen eine Option darstellen. Allerdings nicht, wenn man die Wirkung von Farben auf lange Zeit erhalten will. Schattierungen unter Farben machen die Farbwirkung zunichte, Farben wirken dadurch stumpf und verlieren ihre Kraft.

Technische Umsetzung der Farbmischung

Somit standen nur Schatten-Farbmischungen durch die Verwendung von Komplementärfarben als Option zur Verfügung. Bis auf die schwarzen Außenlinien der vorderen Tentakel befindet sich kein Schwarz oder Grau in diesem Tattoo. Auch nicht unter dem Rot der Tentakel, auch wenn es für das Auge diesen Eindruck haben mag. Aufgrund der anatomischen Skizze, die ich von der Stelle abnahm, bot es sich an, die aus der Tiefe kommenden Tentakeln dreidimensional überschlagen und sich aufspalten zu lassen. Dabei wurde die, so leid es mir tut, es muss so gesagt werden, leichte Ausbuchtung unter der Achselfalte strategisch ausgenutzt und formgebend integriert.

Perspektive und maximaler Platzeffekt

Erzeugung von Masse und optischer Unschärfe

Diese Richtungswechsel wurden von mir auch genutzt, um eine Grenze zwischen dunklen und hellen Elementen der Tentakel einzurichten: im Vordergrund dunkel und mit geringstmöglichem Kontrast, aber dennoch durch die Signalfarbe Rot lebendig. Dadurch bekommen die filigranen Spitzen trotz allem eine Masse, ein Momentum. In die Mitte gehend werden die Tentakeln, auch durch die geflutete Perspektive, Tiefe durch Unschärfe suggerierend, weich und verwaschen zunehmend aufgehellt. Dadurch konnte in Kombination mit dem Mandala-Muster ein Strahleneffekt erreicht werden, der die, an stilisierte Staubblätter erinnernden, zweigeteilten Tentakelspitzen nach vorne katapultiert.

Harmonische Fortführung der eigenen Galerie

Und der ein hypnotisches Gesamtergebnis erzielt, auch durch die zur Seite bestehende Begrenzung von zwei älteren, von mir gefertigten und an H.R. Giger orientierten Knochenmasken. Weil dadurch der zur Verfügung stehende Platz maximal effektiv ausgenutzt werden musste, um das neue Werk nahtlos in die bestehende, eigene Motiv-Historie auf Steffis Körper einzufügen, gekrönt durch dieses Brust Tentakel Mandala.

„Ein Tentakel-Mandala ist kein starres Ornament, sondern eine lebendige Symbiose aus mathematischer Ordnung und maritimem Urzeit-Fluss. Wenn die kühle Symmetrie von tiefblauem Dotwork in der Drosselgrube auf die ungezähmte Dreidimensionalität signalroter Tentakeln trifft, wird die Haut zur kinetischen Leinwand – eine hypnotische Komposition, die den Raum zwischen Muskeln und älteren Meilensteinen der eigenen Galerie maximal effektiv ausnutzt.“

— Roald Beyer über das Tentakel-Mandala und den Komplementärkontrast

„Bin immer wieder fasziniert, wie selbstverständlich der gute Mann Kunstwerke unter die Haut bringt und sogar bei keiner genauen Vorstellung die Erwartungen übertrifft. Raul beherrscht sein Handwerk von A-Z! Inklusive kurzweiliger Schmerzablenkung! 😉“

– Lucia Fufu, Google-Rezension

Zusammenfassung: Technik und Symbolik – Das Tentakel-Mandala

  • Stilistik & Motiv: Fusion aus einem geometrisch-floralen Mandala und maritim inspirierten Tentakeln; hypnotischer Komplementärkontrast aus kühlen Tiefsee-Farben (Blau/Türkis) und signalroten Fokus-Elementen.

  • Anatomische Flussoptimierung: Frontales Brust- und Hals-Konzept; organische Anpassung der Blütenform an das Schlüsselbein und die Silhouette des Musculus trapezius; strategische Ausnutzung der Achselfalte für dreidimensionale Richtungswechsel.

  • Hierarchisches Layering: Gezielte Räumlichkeit durch Farbperspektive; scharf abgegrenzte, kontrastarme rote Tentakel im direkten Vordergrund; weich und verwaschen aufgehellte Strukturen im Zentrum zur Erzeugung von Unschärfentiefe.

  • Farbtechnische Innovation: Verzicht auf Schwarz- und Grauschattierungen im Farbverlauf zur langfristigen Erhaltung der Leuchtkraft; Generierung von plastischen Schattenbereichen ausschließlich über die Mischung von Komplementärfarben.

  • Kompositorische Integration: Effektive Ausnutzung des limitierten Raums durch nahtlose, seitliche Einpassung zwischen zwei bereits bestehenden, an H.R. Giger orientierten Knochenmasken aus eigener Fertigung.

F.A.Q. – Anatomie des Tentakel-Mandalas

Warum wird bei diesem farbintensiven Tattoo auf klassische Schwarz- und Grauschattierungen verzichtet? Wenn man bunte Tätowierfarben über bereits vorhandene Schwarz- oder Grauschattierungen legt, verliert die Farbe langfristig ihre Brillanz. Das Ergebnis wirkt nach der Abheilung oft stumpf und kraftlos. Um die maximale, dauerhafte Leuchtkraft der Blau-, Türkis- und Rottöne zu garantieren, wurden plastische Schattenstrukturen hier ausschließlich über das Mischen von Komplementärfarben erzeugt.

Wie wird verhindert, dass ein so massives, frontales Brust- und Hals-Tattoo den Körper optisch staucht? Das Geheimnis liegt im Zusammenspiel aus Symmetrie und vertikalem Fluss. Während das Mandala-Muster auf dem Brustkorb einer ausbalancierten, geometrischen Dreiecksform folgt, brechen die drei aus der Mitte entspringenden Tentakeln diese Starrheit auf. Sie ziehen sich entlang der Halsmuskulatur nach oben und wirken wie stilisierte Staubblätter. Diese Linienführung streckt die Halspartie visuell und verankert das Tattoo organisch in der Silhouette.

Wie lässt sich ein neues Großprojekt nahtlos in eine bereits bestehende Tattoo-Historie integrieren? Wenn bereits Tätowierungen vorhanden sind – wie in Steffis Fall zwei ältere Knochenmasken im Giger-Stil auf den Schultern –, darf das neue Design nicht isoliert wirken. Die äußeren Ränder des Mandalas wurden anatomisch exakt so skizziert und angepasst, dass sie den verbleibenden Raum auf dem Brustkorb maximal effektiv ausnutzen. Das neue Motiv grenzt perfekt an das bestehende Werk an und führt die körpereigene Galerie harmonisch fort.

Brust tentakel Mandala Tattoo, Frontales Chest- und Hals-Tattoo im Raum München: Ein blau-türkises Mandala in Dreiecksform, das die Kurven des Dekolletés nutzt, kombiniert mit roten Tentakeln als stilisierte Staubblätter, Integration bestehender Tattoos am Hals, frontal linke Seite
Brust tentakel Mandala Tattoo, Frontales Chest- und Hals-Tattoo im Raum München: Ein blau-türkises Mandala in Dreiecksform, das die Kurven des Dekolletés nutzt, kombiniert mit roten Tentakeln als stilisierte Staubblätter, Integration bestehender Tattoos am Hals, frontal linke Seite
Frontales Chest- und Hals-Tattoo im Raum München: Ein blau-türkises Mandala in Dreiecksform, das die Kurven des Dekolletés nutzt, kombiniert mit roten Tentakeln als stilisierte Staubblätter, Integration bestehender Tattoos am Hals
Hypnotisches Female Chest Tattoo mit integriertem Hals-Tattoo von Roald Beyer. Florales Dotwork-Mandala in Blau-Türkis mit roten Octopus-Sucker-Tentakeln, gestochen in Taufkirchen bei München
Großflächiges Mandala-Tattoo auf der weiblichen Brust von Roald Beyer. Das hypnotische Design in Türkis und Blau entspringt frontal der Drosselgrube und geht in drei rote Octopus-Tentakel mit Saugnäpfen über

20 Dinge die du über das  Todes Tattoo wissen musst

20 Dinge die du über das Todes Tattoo wissen musst

 


Anatomie des Totentanzes

  • 💀

    Pusteblume: Flauschige Transition.
  • 💀

    Das Herz: Schienbein-Fokus.
  • 💀

    Windspiel: Visuelle Akustik.
  • 💀

    Noten: Stummer Rhythmus.
  • 💀

    Schleife: Ladylike-Finish.
  • 💀

    Schlange: Heimat-Hommage.
"Ein Totentanz ist kein grausamer Euphemismus, sondern eine Feier der Vergänglichkeit. Wenn die Pusteblume des Todes auf die Anatomie des Schienbeins trifft, wird das Tattoo zur Transition – eine Symphonie aus Gebeinen, Fledermäusen und der Leichtigkeit des Seins." — Roald Beyer über den tanzenden Tod und das Gebein-Konzept

20 Dinge die du über das Todes Tattoo wissen musst- in einem Tattoo

20 Dinge die du über das Todes Tattoo wissen musst sind furchtbar wichtig. Es sei denn du bist tot. Dann kannst du in der Regel nicht mehr rechnen. Rechnen ist primär eine zerebrale Fähigkeit. Bist du tot gibt es dein Gehirn nicht mehr als funktionierende  Einheit. Und das bedeutet: es ist dir gerade so ziemlich egal, ob 20 gleich zwanzig ist, denn du machst gerade eine lebensverändernde Erfahrung durch.

Der Tod als ewiger Tänzer oder Totentanz: Eine Allegorie der Leichtigkeit

Der tanzende Tod, der Totentanz, ist eine bekannte Allegorie für die Einfachheit, mit der Tod einen holen kann. Ein ewiger Reigen. Ein ewiger Tanz. In seiner Verbindung mit dem Letztendlichen etwas Fröhliches mithin, etwas Verspieltes. So auch dieses Todes Tattoo. So endgültig der Tod schließlich ist, das Bild des Tanzes gibt  auf  gewisse Art  Trost. Erstmals wurde der Totentanz nach der Pest 1350 in der europäischen Kunst thematisiert (Buendner Kunstmuseum lädt zum Tanz mit dem Tod ), iinzwischen handelt es sich um ein gängiges Motiv, wenn es um die Darstellung der Vergänglichkeit geht. Dabei liegt kein grausamer Euphemismus vor, wie er für andere Wege des Ablebens gebraucht wurde – Stichwort „Tanz am Strick“ für die Exekution mittels des Galgen – sondern um eine Sehnsucht, aber auch Ekstase.

Von Pusteblumen und Sensenmännern: Das Gebein-Konzept

Jetzt kann man berechtigterweise sagen, dass, wären die Wünsche nicht der Knochenmann und Fledermäuse, sondern beispielsweise Hund und Knochenmann gewesen, das Endergebnis wäre komplett anders ausgefallen. Aber die Ansage war Fledermäuse. Und halt der Sensenmann. Und als nächste Vorgabe das Bein, von oben bis unten. Der Tod nahm seinen Lauf. Die Vergänglichkeit musste gefeiert werden. Und so war eine der ersten Fragen, die ich mir gestellt habe: Wie kann man den Tod als Transition von einem Darseinszustand in den nächsten, von lebend zu tot in einer Leichtigkeit darstellen , die Seinesgleichen sucht? Dabei kam ich dann auf die Pusteblume, die Leichtigkeit, aber auch Vergänglichkeit und Fluffigkeit besser als andere Dinge in dieser Welt symbolisiert.

Anatomie im Wind Fluss: Wenn das Herz am Schienbein schlägt

Eine Fledermaus kann man als vieles bezeichnen. Sie wurden auch schon als vieles bezeichnet. Vor allem ist sie auf jeden Fall ein fliegendes Tier. Also musste ein luftiger Aufbau her. Und dann spielte mir die Stelle an und um das Bein herum weitere Streiche. Knie: Einfach, diffus, um der Bewegung im Laufe der Jahre nicht zu unterliegen. Schädel über das Knie. Brustkorb auf die Wade. Wie jetzt, am Schienbein ist ein schön ausgeprägter Muskelbauch? Was rundes. Darf es ein Herz sein? klare Antwort: Ja. Und wenn dort ein Herz ist, muss es ja eigentlich in dem Brustkorb fehlen.

Verspieltheit

Wenn eines ganz wichtig bei einem Motiv in dieser Größe ist, dann ist es Verspieltheit.  Denn wenn eines gar nicht geht, dann ist ein Totempfahl aus übereinander gestapelten Skeletten oder Schädeln. Das ist zwar sehr ernst.. Aber nicht weil es ein Todes Tattoo ist. Naja, geht vielleicht schon, ist aber nicht unbedingt Ladylike. Wobei ich nicht genau sagen kann, ob „Ladylike“ für Kiki als Beleidigung gelten könnte. Muss ich mal fragen. Trotzdem ist das eine große Fläche und der Aufbau zählt. Kontrast, Tiefe, Störer, Fluß, alles muss berücksichtigt werden. Denn sonst stehlen sich die einzelnen Elemente die Schau. Und die sollen sich ja unterstützen, und nicht unterdrücken.

Tattoo mit Vordergrund & Tiefe: Die Hierarchie der Einzelmotive

Um die Tiefe auch zu erreichen wurden die sich in den Vordergrund drängenden Elemente selektiert. Der Totenkopf? Nein das würde sich zwar anbieten, aber der ist nicht vorne. Das ist das Herz, das der Tod in der Hand hält. Die Fledermaus? in jedem Fall Vordergrund. Das Windspiel aus Knochen? Auf jeden Fall! Die Totenkopf- Noten? Auf ganz klar jeden Fall? Die Pusteblume des Todes? Nein, fluffig, weich. Die darf nicht hart sein. Selbst wenn sie noch so weit im Vordergrund schweben sollte. Dafür aber wiederum das Becken des Todes, dessen Hüftpfanne wunderschön auf den Knöchel gesetzt wurde.  Damit sich von dort die Wirbelsäule mitsamt Brustkorb in den Hintergrund verlieren kann. Diffus, weich, mit schwachem Kontrast.

Vielfalt der Einzelmotive

In seiner Vielfalt und seinem Aufbau habe ich dieses Tattoo extrem gefeiert. Der Tod itself. Ein Windspiel aus Knochen. Kleine Noten mit Totenköpfen. Kleine Pusteblumensamen mit Totenköpfen. Ein anatomisches Herzmodel, aufgeschnitten, das sich um den Stengel der Pusteblume windet. Ein herzloses Gerippe, das das Licht der Liebe in sich trägt. Und nicht zu vergessen: Eine Schleife, weil jede Dame braucht eine Schleife als Abschluss. Und die Schlange als Hommage an die Heimat Australien. Und nicht zu vergessen, putzige putzige Fledermäuse. Ich könnte bei diesem Tattoo noch so viel schreiben. Das Tattoo war ganz extrem ein Fest, ein Tanz des Todes.

Das Todes Tattoo als Erinnerung

Und während ich darüber nachdenke, fühle ich die Energie, die von jedem einzelnen Element ausgeht. Schädel Tattoos erinneren dich an deine Sterblichkeit. Schaue es dir an, dein Todes Tattoo. Es ist nicht nur ein Bild, es ist eine Geschichte, die erzählt werden will. Die Farben, die Formen, sie tanzen miteinander und schaffen eine Symphonie des Lebens und des Todes. Jedes Detail ist ein Zeugnis der Kreativität und der Leidenschaft, die in die Gestaltung geflossen sind. Es ist mehr als Kunst, es ist eine Verbindung zu den tiefsten Emotionen, die wir als Menschen erleben.

Zusammenfassung: Technik und Symbolik – Das Todes Tattoo

  • Stilistik & Motiv: Allegorischer Totentanz (Danse Macabre); Fusion aus makabren Elementen (Sensenmann, Knochenwindspiel) und fragiler Symbolik (Pusteblume).

  • Anatomische Flussoptimierung: Vollflächiges Bein-Konzept; Platzierung des Schädels auf dem Knie zur Wahrung der Formstabilität bei Bewegung; Brustkorb-Adaption auf der Wade.

  • Hierarchisches Layering: Gezielte Trennung von Vorder- und Hintergrund; Herz, Fledermäuse und Knochen-Noten als scharfe Fokus-Elemente; Wirbelsäule und Pusteblumen-Samen als diffuse, weiche Hintergrundstrukturen.

  • Biomechanische Integration: Platzierung der Hüftpfanne auf dem Knöchel als statischer Ankerpunkt für den Aufbau der Wirbelsäule; anatomisches Herzmodell als zentrales Verbindungselement am Schienbein.

  • Symbolische Details: „Mementi Mori“ in Kleinstform (Totenkopf-Noten, Totenkopf-Samen); Integration von persönlichen Hommagen (Schlange für Australien) und femininen Abschlüssen (Schleife).

  • Technische Herausforderung: Vermeidung der „Totempfahl-Optik“ durch dynamische Verspieltheit und variierende Kontraststärken über die gesamte Beinlänge.

“I flew from Australia to Munich, we got started, and now I have the artwork of my dreams forever etched on my body. I'm also already planning the next one. Thanks so much Raul, you're a genius!”

— Kiki M., Google Review (Brisbane to Munich)

F.A.Q. – Anatomie des Todes-Tattoos

F: Warum ist die Platzierung bei einem so großflächigen Motiv wie dem Totentanz-Bein entscheidend?

  • Antwort: Jedes Körperteil besitzt eine eigene Dynamik. Das Knie ist ein Gelenk mit hoher Bewegung, die Wade ein stark gewölbter Muskel. Wir platzieren den Schädel gezielt auf dem Knie, um die Formstabilität zu wahren, und setzen das Herz auf den Muskelbauch des Schienbeins. So „atmet“ das Motiv mit der Anatomie, anstatt durch Bewegung verzerrt zu werden.

F: Wirkt ein Tattoo mit so vielen Schädeln und Knochen nicht überladen oder „gestapelt“?

  • Antwort: Das vermeiden wir durch das Prinzip der visuellen Hierarchie. Statt eines „Totempfahl-Effekts“ nutzen wir unterschiedliche Kontraste und Tiefenebenen. Fokus-Elemente wie das Herz oder die Fledermäuse stehen scharf im Vordergrund, während die Wirbelsäule oder Pusteblumensamen als diffuse Strukturen weich in den Hintergrund treten.

F: Kann ein Todes-Motiv auch feminin oder „Ladylike“ wirken?

  • Antwort: Absolut. Der Totentanz ist eine Allegorie der Leichtigkeit, kein düsteres Mahnmal. Durch Details wie flauschige Pusteblumen-Samen, filigrane Noten-Elemente und den bewussten Abschluss mit einer Schleife brechen wir die Härte der Gebeine auf. Es entsteht eine Balance zwischen der Schwere des Todes und der Eleganz des Lebens.

Anatomie des Totentanzes

  • 💀
    Die Pusteblume: Vergänglichkeit als flauschige Transition zwischen den Welten.
  • 💀
    Das fehlende Herz: Anatomisch am Schienbein, emotional im Zentrum der Arbeit.
  • 💀
    Knochen-Windspiel: Ein visuelles Geräusch, das die Stille des Todes bricht.
  • 💀
    Totenkopf-Noten: Der stumme Rhythmus, zu dem der ewige Tänzer sich dreht.
  • 💀
    Die Schleife: Der „Ladylike“-Abschluss – denn der Tod ist ein wahrer Gentleman.
  • 💀
    Australische Schlange: Hommage an die Heimat, die sich um die Wirbelsäule windet.

 

 

 

 

 

 

Chtulhu Tattoo

Chtulhu Tattoo

 

Chtulhu Tattoo

Chtulhu, wer soll dass denn schon wieder sein? Dem Adepten ist er ein Begriff, dem Uneingeweihten wird er das Letzte sein, bevor er mit einem saftigen „Crunch“ verschlungen wird. Oh ja, Hail Chtulhu. Wartend auf seinem Thron in der tiefen See, darauf wartend dass er träumend die dunkle Nacht übersteh. Um dann hungrig sich auf die Welt zu stürzen. Sagt auf jeden Fall H.P.Lovecraft. Aber der sagt ja auch ne Menge.

Alte Götter

Alte Götter braucht der Mensch, gscheid gefräßig, Jungens und Mädels, vor denen man noch Respekt haben muss. Also nicht so was Nettes, Vergebendes . Nein. Und deswegen huldigen wir mal wieder nicht nur dem Teufel, sondern zünftig den alten Göttern. Naja, ist ja fast dasselbe.

Alpha und Omega

Alpha und Omega, der Anfang und das Ende. Das ist es was uns im Moment interessiert. Angefangen hat das Ganze nämlich schon vor geraumer Zeit. Und dazwischen lag etwas, was uns in der allgemeinen Erzählung unserer heiligen Zeit als Sakrosankt und erstrebenswert geschildert wird: eine Ehe. Deswegen konnte der Anfang, das Tattoo am Oberarm, nicht nahtlos an das Ende  angeschlossen werden. Aber schließlich hat alles einmal ein Ende, und da galt es sich an die alten Götter zu erinnern und sich den Arm mit einem lauten „Hail Chtulhu“ auf den Lippen einschwärzen zu lassen. Es wird zu der Entschlossenheit und Rückbesinnung auf die wahren Werte des Lebens gratuliert.

 

 

 

 

 

Hits for Life it for Life shit for Life Tattoo München

Grim Squeaker

Grim Squeaker

 

Grim Squeaker Tattoo: Der Rattentod aus Terry Pratchetts Scheibenwelt

Die Legende des Rattentods: Ein einzigartiger Charakter

Der Grim Squeaker, in der deutschen Übersetzung auch als Rattentod bekannt, ist einer der liebenswertesten und zugleich skurrilsten Charaktere in Terry Pratchetts Scheibenwelt-Romanen. Genauso einzigartig wie seine literarische Vorlage ist er auch als Motiv für ein Tattoo. Er ist die anthropomorphe Darstellung des Todes, allerdings spezialisiert auf die Welt der Nagetiere. Seine Existenz verdankt er einer kurzzeitigen Abspaltung von TOD selbst, der während eines „Urlaubs“ auf der Erde diverse Sub-Entitäten seiner selbst schuf. Während die meisten dieser Fragmente wieder verschwanden, blieb der Rattentod (neben dem Flohtod) als eigenständige Form bestehen und verrichtet seither zuverlässig seinen Dienst im Jenseits der Ratten.

Zwischen Magie und Skelett-Humor

Der Rattentod ist alles andere als ein bösartiger Charakter, auch wenn sein skelettiertes Aussehen auf den ersten Blick unheimlich wirken mag. Er überführt Seelen mit einer Präzision und Sanftmut auf die andere Seite, die seinesgleichen sucht. Das Beste an ihm ist jedoch sein „putziges“ Auftauchen. Es gibt in den Geschichten der Scheibenwelt immer wieder Momente, in denen Bewohner glauben, ein winziges Rattenskelett in einer schwarzen Kutte herumlaufen zu sehen. Wer Terry Pratchett kennt, weiß diese subtile Komik und die Magie seiner Welt sehr zu schätzen. Sie verbindet Generationen von Lesern und lässt uns über das Unvermeidliche schmunzeln.

Magie auf der Haut: Ein Fest für Fans

Dementsprechend ist es auch für mich als Tätowierer ein kleines Fest, wenn ich eine Figur aus dem Pratchett-Kosmos unter die Haut bringen darf. Der Rattentod als Tattoo ist eine besondere Herausforderung. Schließlich hat er alles, was so ein kleiner Tod braucht: Eine winzige Sense, eine dunkle Kutte und vor allem ein fröhliches, begeisterndes Lächeln,  (Ecoutez le Wortwietz). Ein Totenkopf-Lächeln ist naturgemäß statisch, muss aber in der Tätowierung lebendig wirken. Dieses Lächeln bestwirksam umzusetzen, war der zentrale Fokus meiner Arbeit an diesem Unterarm-Projekt.

Form und Fokus: Das A und O der Tätowierung

Nun ist es immer so, dass Form und Fokus in einem Tattoo über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Es gibt meiner Empfindung nach nicht viel Schlimmeres als eine handwerklich perfekt ausgearbeitete Tätowierung, die jedoch unter einer „Inselbegabung“ leidet. Damit meine ich Arbeiten, bei denen jedes Element für sich brillant ist, aber der Bezug zueinander fehlt. Ein unglücklicher Lichtschein kann dann schnell wie ein „farbiger Popel“ wirken, wenn der anatomische Zusammenhang nicht stimmt. Um den Fokus beim Grim Squeaker zu wahren, war es nötig, mutig mit Farben zu spielen und eigentlich hintergründige Töne wie Blau gezielt in den Vordergrund zu rücken.

Anatomische Dominanz: Der Traum eines Unterarms

Der Träger Ronnie hat glücklicherweise eine markante Unterarm-Muskulatur, die förmlich nach einer großflächigen Gestaltung schrie. Besonders der Musculus brachioradialis (Oberarmspeichenmuskel) ist bei ihm ein wahrer Traum für jeden Tätowierer. Dieser Muskel gibt die Form dermaßen dominant vor, dass es unmöglich ist, an ihm vorbeizukommen. Aus diesem Grund legte ich den Rattenschädel schräg auf den Bauch dieses Muskels. Es sollte sich schließlich nicht nur um ein einfaches Schädel-Porträt handeln, sondern um die gesamte Figur des Rattentods, inklusive seiner wallenden Kutte und der Sense.

Die Geometrie des Nagers: Zahnreihen im Fokus

Da der Rattentod zur Familie der Rattus Rattus gehört, besitzt sein Schädel die wunderschöne, funktionale Form einer Beißzange. Diese charakteristische Zahnreihe haben wir ganz bewusst in den Fokus gesetzt, um das „Lächeln“ des Grimsqueaker zu betonen. Im Hintergrund wurde eine Sanduhr in grauen Schattierungen integriert. Dieses Accessoire ist für den Tod essenziell und wurde hier genutzt, um den Körper mit der in Blau gehaltenen Kutte kontrastreich nach vorne abzusetzen. Die Sanduhr verläuft quasi parallel zur Form des M. brachioradialis, was die Dynamik der Muskelbewegung perfekt unterstützt.

Hätte, hätte, Fahrradkette: Die Entscheidung für das Ganze

Hätte man nur den Rattenschädel allein, ohne Kutte, Sense und Sanduhr dargestellt, wäre eine völlig andere Ausarbeitung nötig gewesen. Doch wie heißt es so schön: Hätte, hätte, Fahrradkette. Wir wollten die gesamte Essenz des Charakters einfangen. Durch die Ausnutzung der natürlichen Erhebungen des m. brachioradialis wirkt die Figur nun fast plastisch. Wenn Ronnie seinen Arm bewegt, scheint der kleine Sensenmann mitzugehen. Es ist ein lebendiges Denkmal für die Scheibenwelt, das zeigt, dass auch der Tod – oder zumindest seine nager-spezifische Abspaltung – eine überaus charmante Seite haben kann.

"QUIEK. Der Rattentod ist kein Ende, sondern eine anthropomorphe Notwendigkeit. Auf dem M. brachioradialis findet er den perfekten Platz für sein ewiges Lächeln – eine biomechanische Verneigung vor Terry Pratchetts Genie." — Roald Beyer über den Grim Squeaker und anatomische Perfektion

Zusammenfassung: Technik und Symbolik – Grim Squeaker Tattoo

  • Stilistik & Genre: Illustratives Pop-Culture Tattoo mit biomechanischen Anpassungen; Hommage an Terry Pratchetts Scheibenwelt.

  • Anatomische Integration: Strategische Platzierung auf dem M. brachioradialis, um die plastische Wölbung des Unterarms für den Rattenschädel zu nutzen.

  • Farbdynamik: Einsatz von kräftigem Blau für die Kutte, um sich von den grauen Schattierungen der Sanduhr im Hintergrund abzuheben.

  • Symbolik: Der Rattentod (Grim Squeaker) mit Sense und Sanduhr; Darstellung der „Beißzangen-Anatomie“ des Rattenschädels (Rattus Rattus).

  • Komposition: Fokus auf das markante „Lächeln“ der Zahnreihen; perspektivische Flucht der Sanduhr zur Unterstützung der Unterarm-Geometrie.

  • Technik: Kontrastreiches Spiel zwischen plastischem Vordergrund und atmosphärischem Hintergrund zur Vermeidung von „Inselbegabungen“ im Design.

  • Narrativer Kontext: Visualisierung der einzigen Flohtod-Abspaltung, die eine bleibende anthropomorphe Form in der Literaturgeschichte behalten hat.

 

 

 

 

 

 

Ravenking Tattoo

Ravenking Tattoo

 

 

Anatomie & Illusion

„Ich bekam das visualisierte Armfrisur-Monster leider nicht dazu, aus meinem Kopf auszuziehen, geschweige denn mir Miete zu zahlen. Also fragte ich: Wat meenste, da kriegste Locken?“

— Raul Beyer über die Dynamik der Krakenarme

Raven King Tattoo: Von englischer Magie zu den Tentakeln des Kraken

Die Ausgangslage: Wenn der Fenrir Wolf Platz beansprucht

Dieses Tattoo zeigt wunderbar, wie es möglich ist, einzelne Elemente eines Tattoos so zu gestalten, dass sie später erweitert werden können. Dafür muss man manchmal etwas ungewöhnliche Wege gehen, aber genau das macht das Ganze ja aus. Auf dem Rücken hatten wir bereits ein Tattoo ausgeführt, dessen Form für das neue Projekt richtungsbestimmend sein sollte. Der Fenrir Wolf – ein ornamentalisch ausgearbeitetes Knotenwerk Tattoo –, den ich mit der maximalen Breite des Rückens angesetzt hatte, so dass er partiell auf dem hinteren Deltamuskel lag, sollte nun Gesellschaft bekommen. Und nachdem dieses Tattoo bereits in den hinteren Oberarm hineinragte, war die Wunschsituation nicht das, was man als Wunschkonzert betiteln konnte. Das unterschied sich wie Kopf und Fuß.

Literarische Inspiration: Der Raven King und die englische Magie

Inspiriert von dem Roman „Jonathan Strange & Mr. Norrell“ von Susanna Clarke kam das Thema des Raven King auf. In diesem Roman ist der Raven King eine Figur alter Zeit, der als Kind von dem Feenvolk entführt worden war und später der König Nordenglands wurde. Als elementarer Schaffer der englischen Magie steht er zentral in Referenz zu den Hauptakteuren, die ein Zeitalter der Wiedergeburt der englischen Magie einleiten sollen. Um diesem Leitbild zu entsprechen, sollte nun eben dieser Raven King seinen Platz auf dem Arm finden. Ich bin ja immer etwas irritiert, wenn jemand mit einer Figur aus einem Roman an mich herantritt. Denn eine solche Figur ist oft eine eigentlich gesichtslose Entität.

Die anatomische Lösung: Der Schädel im Gegenlicht

Einer solchen Figur ein Gesicht zu verleihen, mit dem Wissen, dass jeder den Zusammenhang begreift, halte ich für ausgesprochen schwierig. Aber ich konnte beruhigt aufatmen, als mir mitgeteilt wurde, dass das wortgemäß ein Rabenschädel in seiner skelettierten Form sein solle, mit einer Krone, um den „King“-Teil zu verdeutlichen. Soweit, so gut – das änderte jedoch nichts daran, dass ich im Platz beschränkt war. Ich drehte und wendete das Motiv und kam schließlich auf die Ausführung, den knöchernen Skelett-Schädel eines Rabens nicht von oben nach unten, sondern exakt entgegengesetzt, von unten nach oben schauend, zu platzieren. Denn somit wurde die Form des vorderen Deltamuskels wunderschön aufgenommen und der reduzierte Platz fiel nicht mehr ins Gewicht.

Details und Kontraste: Krone, Efeu und Hornspitze

Nachdem der skelettierte Rabe über seine knochige Eigenschaft mit dem von Dunkelgrau ins Schwarze gehend abgesetzten Schnabel auch noch eine Krone tragen sollte, konnte diese partiell in den Unterarm, auf dem Musculus brachioradialis, gesetzt werden. Eigentlich ist die Form eher angenähert die eines Diadems oder Tiara; eine Krone, wie sie vom Adel getragen wird, ist ja eher voluminös und nicht das, was man als filigran bezeichnen könnte. Die knöchernen Strukturen des Rabenschädels wurden unterlegt mit Efeublättern, die flächendeckend, übereinander und nebeneinander gestapelt und gewellt den Hintergrund bilden sollten. Um die Knochenstrukturen hell gestalten zu können, wurde die Hornspitze des Schnabels als Kontrast dunkel gesetzt, was die Stimmung ins Getragene lenkt.

Die Erweiterung: China Miévilles Kraken-Vision

Durch die gewellte Form der Blätter entsteht eine lockere Schichtung, die Leichtigkeit vermittelt. Als dieses Projekt fertig war, ging es dann auch gleich an die Erweiterung. Ein weiterer Roman, in diesem Fall des britischen Autors China Miéville mit dem Titel „Kraken“, war die Inspiration, nunmehr über den Unterarm Krakenarme laufen zu lassen. Das Problem bei Krakenarmen auf dem Unterarm wäre jedoch sehr schnell in einen „haarigen“ Unterarm ausgeartet. Hätte man die Arme genommen und sie lediglich der Länge nach den Arm runtergleiten lassen, hätte das im Ergebnis keinen ansprechenden Charakter gehabt. Unterarme sind kein Krakenterrain, rein biologisch und auch sonstwie logisch nicht – da musste eine andere Lösung her.

Dynamik der Tentakel: Muskelverläufe und Dreidimensionalität

Ich habe jede mir sich bietende Biegung und Wölbung, generiert durch Muskelbäuche und Muskelverläufe am Unterarm, in Anspruch genommen, um eine schier unzählbare Menge an Krakenarmen (natürlich sind es acht) zu schaffen. Diese überlappen sich, verdrehen sich und täuschen durch die Kombination von Hell-Dunkel-Elementen eine Dreidimensionalität vor. Diese werden ergänzt durch tiefe Bereiche, wobei sie sich wellenartig gegenseitig ablösen, umarmen und unterstützen. Sie erwecken den Eindruck, aus der Tiefe nach vorne zu schnellen – dynamisch, mit den für Tintenfischarme charakteristischen Spiralen und Kringeln. Es ging darum, die Statik des Arms aufzubrechen und die Tentakel organisch mit der Bewegung des Trägers verschmelzen zu lassen.

Das Fazit: Von Armfrisur-Monstern und Locken

Und um bei dem vorherigen Thema der Haare zu bleiben – ich musste zugeben, ich bekam das visualisierte Armfrisur-Monster leider nicht dazu, aus meinem Kopf auszuziehen, geschweige denn mir Miete zu zahlen. So war meine Frage an Ellie, als ich mir die ersten Gedanken zurechtgelegt hatte: „Wat meenste, da kriegste Locken?“ Das Ergebnis ist jedoch alles andere als ein Monster; es ist eine fließende Geschichte, die zeigt, dass die Divergenz zwischen zwei literarischen Welten und der menschlichen Anatomie auf der Haut zu einer harmonischen Einheit finden kann. Der Raven King blickt nun stolz über ein Meer aus Tentakeln, die den Arm in ständiger Bewegung halten.

2. Zusammenfassung: Literarische Magie und Kraken-Dynamik

  • Der Kern: Eine komplexe Erweiterung eines bestehenden Rücken-Tattoos (Fenrir Wolf), die den vorderen Deltamuskel und den gesamten Unterarm einbezieht.

  • Die Inspiration: Literarische Welten von Susanna Clarke (Raven King) und China Miéville (Kraken).

  • Die Lösung: Eine invertierte Platzierung des Rabenschädels, um den begrenzten Platz am Oberarm anatomisch optimal zu nutzen.

  • Die Technik: Verzicht auf statische Verläufe zugunsten einer dreidimensionalen Schichtung der Krakenarme, die den natürlichen Muskelbäuchen des Unterarms folgen.

  • Das Ergebnis: Eine fließende Verbindung aus skelettierten Strukturen, organischem Efeu und dynamischen Tentakeln, die jede Bewegung des Arms mitmacht.

F.A.Q. 

Wie wurde der Rabenschädel an den bereits tätowierten Arm angepasst? Da der Fenrir Wolf auf dem Rücken bereits Platz am hinteren Oberarm beanspruchte, haben wir den Rabenschädel „verkehrt herum“ platziert. Er schaut von unten nach oben. Diese unkonventionelle Ausrichtung nutzt die Wölbung des Deltamuskels ideal aus und schafft eine harmonische Verbindung zum restlichen Arm, ohne gequetscht zu wirken.

Warum wirken die Krakenarme am Unterarm so plastisch? Anstatt die Tentakel einfach der Länge nach über den Arm zu legen – was optisch eher an eine Behaarung erinnert hätte –, folgen sie den individuellen Muskelverläufen. Durch das gezielte Spiel mit Hell-Dunkel-Kontrasten und sich überlappenden Windungen entsteht eine echte Dreidimensionalität, die den Eindruck erweckt, die Arme kämen direkt aus der Tiefe.

Welche Rolle spielt die Hornspitze des Schnabels für das Design? Die Hornspitze wurde bewusst dunkel gesetzt, um einen harten Kontrast zu den hell gestalteten Knochenstrukturen des Skelett-Rabens zu schaffen. Zusammen mit dem im Hintergrund geschichteten Efeu sorgt dieser Kontrast dafür, dass das Motiv trotz der düsteren Thematik eine visuelle Leichtigkeit behält.

Wie geht man mit „gesichtslosen“ literarischen Vorlagen um? Figuren aus Romanen wie dem Raven King sind oft abstrakte Entitäten. Die Herausforderung besteht darin, ein Symbol zu finden – hier den skelettierten Schädel mit Diadem –, das den Kern der Erzählung trifft, ohne den individuellen Spielraum des Betrachters einzuschränken. Es ist eine visuelle Übersetzung von Text in Haut.

Raven King Tattoo von Roald Beyer: Biomechanik-Konzept mit Rabenschädel, Efeu-Tentakeln und Saugnäpfen (Suckers) am Oberarm, gestochen im Tattoostudio Hits for Life in Taufkirchen bei München

 

 

 

 

 

 

Affen Tattoo

Affen Tattoo

Die Lehre der Angemessenheit

„Was nicht im Gesetz der Schönheit gleich aus angemessenes Verhalten entspricht darauf schaue nicht, was nicht im Gesetz der Schönheit entspricht darauf höre nicht, was nicht dem Gesetz der Schönheit entspricht davon rede nicht. Was nicht dem Gesetz der Schönheit entspricht, das tue nicht.“

— Konfuzius: Lun Yu (Gespräche), Buch 12

Affen Tattoo: Die drei weisen Wächter im Graphic-Novel-Stil

Die philosophische Grundlage der drei Affen

Mit welcher Grundlage lässt sich jemand benenne 3 vernünftige Gründe ein Affen Tattoo tätowieren? Benenne 3 vernünftige Gründe. denn in diesem Fall gibt es nicht nur einen Grund, sich ein Affen Tattoo stechen zu lassen, die Grundlage ist tatsächlich drei: die drei heiligen Affen. Kennt sie jemand nicht? Nichts hören, nichts sehen, nichts reden. Allerdings will ich den Affen nicht mehr zugestehen, als es sein muss. Heilig ? Eher sehr weise. Der Überlieferung nach sollen sie von dem chinesischen Philosophen Konfuzius an einen Schüler übermittelt worden sein:

Das Gesetz der Schönheit:

 

Die Lehre der Angemessenheit

„Was nicht im Gesetz der Schönheit gleich aus angemessenes Verhalten entspricht darauf schaue nicht, was nicht im Gesetz der Schönheit entspricht darauf höre nicht, was nicht dem Gesetz der Schönheit entspricht davon rede nicht. Was nicht dem Gesetz der Schönheit entspricht, das tue nicht.“


— Konfuzius: Lun Yu (Gespräche), Buch 12

Die kulturelle Evolution von Konfuzius bis zum Emoji

. Wohl durch die Ähnlichkeit der Aussprache von Zaru, das heißt verneinen einer Tätigkeit mit dem Wort Affe (Saro) sollen die drei weisen Affen zustande gekommen sein. Und haben danach ihren Siegeszug auch in der Kunst angetreten. In jedem Fall sind sie weit bekannt, selbst als Emojis gibt es sie. In der Popkultur sind sie somit fest verankerter. Nun ist die Frage, was es in diesem spezifischen Fall mit den 3 Affen auf sich hat. Denn sie sollen nicht als die „normalen“ drei Affen tätowiert werden. Die einzelnen Affen sollten einer Charakterstudie für die wesentlichen Eigenschaften entsprechen. Der Gorilla sollte für nichts Sehen stehen. Aus gutem Grund.

Charakterstudie: Wut, Melancholie und Frechheit

Schließlich sieht man nichts, wenn man wütend ist. Dabei war der Gorilla durch seine Körperkraft wohl symbolisch am besten geeignet, die Wut aus zu drücken. Darüber hinaus sollte der Orang-Utan für das nichts Hören stehen. Für Jan war die Gleichsetzung mit dem Orang-Utan die Entsprechung einer eher melancholischen, tendenziell depressiven Gestalt. Und für das nichts Sagen stand dann der freche Schimpanse als Pate für das Affen Tattoo. Ort des Tattoos: der Oberarm, Delta bis Ellbeuge. Damit war genug Platz am Start, um die Affen gut nebeneinander zu platzieren. Allerdings war das nicht so optimal vom Aufbau. Nachdem wir recht schnell übereingekommen waren, dass der Stil eher in die Richtung Graphic Novel gehen sollte, war auch schon der nächste Gedanke gefasst.

Gestalterische Spannung und farbliche Kontraste

Die visuelle Dynamik im Graphic-Novel-Stil

Letztendlich wollten wir die drei Attribute Sehen, Hören und Sagen in dem Tattoo in Rot verstärken und herauslösen. Wenngleich nicht direkt Trash Stil, aber in die Richtung angelehnt. In dem Sinne inspiriert. Da sich Rot als Signalfarbe immer in den Vordergrund drängt, ein besonderes Augenmerk für die 3 wesentlichen Charakteristiken. Somit war es eigentlich nur naheliegend die Affen übereinander zu setzen, leicht versetzt, um eine gewisse Spannung zu generieren. Diese Spannung wurde noch dadurch verstärkt, dass die Farbgebung im Wesentlichen im Blau/Blau-Grau Bereich lag, die Mischungen, unterbrochen durch die roten Balken, bzw. Ovale im Fall von dem Orang-Utan, der sich ja die Ohren zuhielt. Die Schattierungen wurden durch die Bank durch Komplementärfarben erreicht und gezielt durch partielle Linien unterstützt.

My Revolver: Die Erweiterung am Innenarm

Alleine die Armhaltung des Gorillas drückt aus, wie er gerade kurz vor dem Ausrasten ist. Nachdem einige Zeit ins Land gegangen war kam Jan, mit dem Anliegen einige Elemente noch einmal zu verstärken. Ferner war da noch eine freie Stelle. Diese war nach einem Tattoo von einem Kollegen im Innenarm übrig geblieben. Von der Form bot sich ein Revolver im trashiger Art an, nur naheliegend, da das Tattoo auf der Innenseite Terence Hill als Sleepy Joe war. Was ist da naheliegender als einen Revolver als Tattoo. Ein Teil des Revolvers war ein Cover-up der Sporen an Sleepy Joes Stiefeln, leider habe ich keine Fotos davon. Die hier ausgestellten Fotos wurden mir in dem Fall von Jan zugeschickt.

Fotodokumentation und Abschlussbetrachtung

Die Qualität ist leider nicht die Beste, der Schimpanse überbelichtet und unscharf, und durch unterschiedliche Arten der Ablichtung nicht repräsentativ. Das ist ein Umstand, den ich des Öfteren bedauern kann: dass mir zum Abschluss eines Projekts das Foto vorenthalten wird. Trotz der fotografischen Einschränkungen bleibt die künstlerische Aussage dieses Projekts klar: Die Dekonstruktion eines klassischen Symbols und dessen Rekonstruktion durch individuelle Charakterzüge. Die Kombination aus kühlen Blau-Tönen und aggressiven roten Signalelementen schafft eine moderne Interpretation der konfuzianischen Lehre. Es zeigt, dass auch weltweit bekannte Motive durch eine tiefgehende Charakterstudie und einen mutigen Stilmix eine völlig neue, persönliche Relevanz erhalten können, die weit über den bloßen Trend eines Emojis hinausgeht.

F.A.Q. – Drei Affen Tattoo & Graphic-Novel Stil

Was bedeuten die drei Affen in diesem speziellen Tattoo-Konzept? Traditionell stehen die drei Affen für den weisen Umgang mit Negativem (nichts sehen, hören, sagen). In diesem Projekt haben wir sie jedoch psychologisch dekonstruiert: Der Gorilla steht für die Blindheit vor Wut, der Orang-Utan symbolisiert melancholisches Verschließen der Ohren und der freche Schimpanse patiniert das Schweigen.

Warum wurde der Graphic-Novel-Stil mit roten Signalfarben gewählt? Der Graphic-Novel-Stil erlaubt eine dynamische, fast erzählerische Darstellung der Charaktere. Die Farbe Rot dient dabei als bewusster Kontrast zu den Blau-Grau-Tönen. Sie fokussiert das Auge des Betrachters sofort auf die entscheidenden Merkmale – die Augen, Ohren und den Mund – und verstärkt die emotionale Spannung des Motivs.

Wie wurde die anatomische Herausforderung am Oberarm gelöst? Um die drei Affen optimal auf dem Platz zwischen Delta-Muskel und Ellbeuge unterzubringen, haben wir uns gegen eine einfache Nebeneinander-Reihung entschieden. Die Affen wurden leicht versetzt übereinander gestapelt. Das nutzt die Länge des Oberarms perfekt aus und erzeugt eine vertikale Dynamik, die der Muskulatur schmeichelt.

Kann man ein solches Motiv mit anderen Tattoos kombinieren? Ja, wie dieses Projekt zeigt. Der Innenarm wurde später mit einem Trash-Stil-Revolver ergänzt, um eine Lücke neben einem bestehenden „Sleepy Joe“-Tattoo zu füllen. Biomechanische oder grafische Elemente lassen sich hervorragend nutzen, um verschiedene Motive organisch miteinander zu verbinden.

hits for life Tattoo München Munich Raul

 

 

 

 

 

 

fliegendes Spaghetti Monster Tattoo

fliegendes Spaghetti Monster Tattoo

Der Hook: Sakrale Nudeln & Vernunft
„Wer Kunst, Philosophie und Wissenschaft besitzt, braucht keine Religion! Wer jedoch ein Tattoo vom fliegenden Spaghetti-Monster auf dem Hut eines todescoolen Totenkopf-Piraten trägt, der hat die wahre Erleuchtung bereits auf der Haut gefunden.“
— Roald Beyer, über die Balls der Pastafari
Pastafarianismus Evolutionärer Humanismus Cover-up Strategie

Fliegendes Spaghetti Monster Tattoo

Die Balls des Pastafarianismus

Also, um einen Kalauer vom Stapel zu lassen: der Mann hat echt Balls. Oder Klößchen, wahlweise. Es gibt einige Sachen in der modernen Zeit, die als Parodie auf random Stuff sehr schnell ein Eigenleben anfangen. So wie die Kirche von dem fliegenden Spaghetti Monster. Wer sie nicht kennt, die Kirche, der sollte sich mal die Seite der Kirche  fliegendes Spaghetti Monster anschauen. Dort gibt es so Sachen zu lesen wie:

Das Monster, die Welt und wir
Wir möchten Ihnen alles über unseren Himmel erzählen.
Wir möchten sehen, wie Ihnen die Sachen stehen, die Es für uns ausgesucht hat: die Kluft der Piraten.
Wir möchten, dass Sie den Freitag als den von Ihm erwählten Feiertag genießen.
Vorher sollten Sie jedoch etwas mehr über uns erfahren.
Wofür stehen wir? Alles, was gut ist.
Was lehnen wir ab? Alles, was nicht gut ist.

Wenn das so da steht, ist es nur naheliegend, dass es irgendwann jemanden gibt, der sich ein fliegendes Spaghetti Monster Tattoo machen lassen möchte. Und wenn es die Möglichkeit gibt, ein Tattoo von einem fliegenden Spaghetti-Monster zu tätowieren, was ist so viel cooler als ein Tattoo vom fliegenden Spaghetti Monster? Ein Tattoo mit dem fliegenden Spaghetti Monster auf dem Hut eines Piraten. Natürlich eines Totenkopf-Piraten. Weil der ist mal wirklich cool. Todescool.

Vernünftige Menschen

Es sollte wesentlich mehr vernünftige Menschen geben wie diesen. Denn die Vernunft, die wurde von ihm quasi auf dem Weg zur Erleuchtung gefunden. Manch einer könnte nun sagen, er kam vom wahren Wege ab. Aber nein, ich sage euch, er fand wahren Glauben. Den Glauben des fliegenden Spaghetti Monsters, als Tattoo. Denn ist es nicht einfach, auf dem Wege zu wandeln, um sich zu verirren? Dergestalt sich zu begeben mit dem Weibe um zu finden auf dem Jacobswege neue Orientierung? Schließlich sich nachdem die Landzunge erreicht war von Santiago de Compostella zurückzukehren in das normale Leben? Das Leben das da bestand aus der Religion und dem Studium der Theologie? War das einfach? Nein, liebe Gemeinde, einfach war das nicht.

Letztendlich, so siegte denn die Vernunft. Aber vielleicht kam auch einfach das erste Gebot der 10 Angebote des evolutionären Humanismus daher, das da besagt:

„Diene keinen Göttern, sondern dem großen Ideal der Ethik, das Leid in der Welt zu mindern! Es gibt keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, die auf die Existenz von Göttern schließen lassen. Im Gegenteil: Viel deutet darauf hin, dass Götter Vorstellungen unserer Fantasie sind. Unsere Gehirne sind zu wundervollen kreativen Leistungen in der Lage, aber auch, diese als solche zu erkennen. Wer Kunst, Philosophie und Wissenschaft besitzt, braucht keine Religion!“

Cover-up Tattoo

Es siegte die Vernunft, sich nun Jahre später ein Cover-up Tattoo machen zu lassen. Als echter Pirat müsste man natürlich „hacken“ sagen. Und „hacken“ trifft es in vielerlei Hinsicht. Schließlich sollte auch eine Menge Gehacktes mit einfließen. Oder auch teilweise überbuttert werden? Wer weiß es schon so genau… ? Auf jeden Fall sollte das alte Tattoo weg. Und der neu gefundene Retter der Piraten und der Seejungfrauen sollte kommen an das Licht. Das fliegende Spaghetti Monster. Harrharr! Seinen siegreichen Kreuzzug feiern. Und damit natürlich noch ein wenig Beitrag leisten gegen die Klimaerwärmung. Denn jeder weiß, es muss mehr Piraten geben. Dann gäbe es keine Klimaerwärmung. Denn Piraten sind echt cool!

Ist das Kunst oder kann das weg?

Ist das Kunst oder kann das weg scheint auf ein Kunstwerk von Joseph Beuys zurück zu gehen. Das wurde nämlich wohl untergebuttert. Einfach weggemacht. Sogar auch noch sauber gemacht. Allerdings: wir wollen aber unterbuttern. Und wir wollen das Alte der Göttlichkeit der Spaghetti unterwerfen. Letztendlich wollen wir Gehacktes. Wir wollen Hackfleischbällchen. Und so, nur so, liebe Gemeinde, kommt es, dass das fliegende Spaghetti Monster siegt. Das alte Kreuz kann bleiben. Das stört in dem Sinne nicht. Es hat seine Geschichte. Und wahrscheinlich soll es nur zukünftige Generationen an den Triumph erinnern.

Zusammenfassung: Piraten gegen den Klimawandel

  • Projekt: Großflächiges Cover-up eines alten Kreuz-Tattoos.

  • Motiv: Das Fliegende Spaghetti Monster (FSM) thronend auf einem Piraten-Totenkopf.

  • Konzept: Satirische Aufarbeitung von Theologie und Vernunft, kombiniert mit der Pastafari-Symbolik.

  • Technik: „Unterbuttern“ der Altlasten durch organische Nudelstrukturen und Fleischbällchen.

F.A.Q. – Pastafari & Tattoo

Warum ein Spaghetti Monster Tattoo? Es ist ein Bekenntnis zu Humor, Vernunft und dem kritischen Hinterfragen von Dogmen – verpackt in ein handwerklich komplexes Motiv.

Ist das Motiv gut für ein Cover-up geeignet? Absolut. Die vielen „Arme“ der Spaghetti und die dunklen Fleischbällchen bieten unzählige Möglichkeiten, alte Linien strategisch zu verdecken.

Was hat es mit den Piraten auf sich? Laut Pastafari-Lehre sind Piraten für das Klima verantwortlich. Dieses Tattoo ist also quasi aktiver Umweltschutz.

Interaktiver Vorher-Nachher-Vergleich: Nach Cover-up Tattoo fliegendes Spaghetti Monster TattooInteraktiver Vorher-Nachher-Vergleich: Nach Cover-up Tattoo fliegendes Spaghetti Monster Tattoo
Überdeckung Cover-up tattoo fliegendes Spaghetti Monster it for Life hits for Life Shit for Life Tattoo Raul München Taufkirchen vorher
Überdeckung Cover-up tattoo fliegendes Spaghetti Monster it for Life hits for Life Shit for Life Tattoo Raul München Taufkirchen mit Pirat
Überdeckung Cover-up tattoo fliegendes Spaghetti Monster it for Life hits for Life Shit for Life Tattoo Raul München Taufkirchen mit Pirat
Überdeckung Cover-up tattoo fliegendes Spaghetti Monster it for Life hits for Life Shit for Life Tattoo Raul München Taufkirchen mit Pirat
Überdeckung Cover-up tattoo fliegendes Spaghetti Monster it for Life hits for Life Shit for Life Tattoo Raul München Taufkirchen mit Pirat und Fleischbällchen
Überdeckung Cover-up tattoo fliegendes Spaghetti Monster it for Life hits for Life Shit for Life Tattoo Raul München Taufkirchen mit Pirat und Augenklappe

vor dem Cover-up

Tattoo

 

 

 

 

 

 

Nach dem Cover-up

Tattoo

 

 

 

 

 

 

Affen Tattoo

Affen Tattoo

"Ein Affe ist kein Affe, wenn er nicht wenigstens 'Affe' auf den Fingern stehen hat und eine Banane auf dem Kopf trägt." — berühmte Worte unbekannter Minnesänger, Roald Beyer

Affen Tattoo: Wenn der Kapuzenmuskel zur Schnauze wird

Affen Tattoo: Eine affengeile Zusammenarbeit

Was passiert eigentlich, wenn zwei Leute gleichzeitig vom wilden Affen gebissen sind und der eine plötzlich ein affengeiles Tattoo auf der Schulter will? Einfach nur, weil es dahin passt oder – was in meiner Welt viel häufiger vorkommt – passend gemacht werden kann? Es ist ja nicht so, als ob der gute Mann nicht ganz genau wüsste, dass ich das passend machen kann. Schließlich haben wir bereits eine extrem arbeitsintensive Vergangenheit aufzuweisen. Er weiß, dass ich immer wieder mein absolut Möglichstes gebe, um Körperteile völlig neu zu erschließen und harmonisch zu integrieren. In meinem Studio gilt ein ehernes Gesetz der Anatomie: Wenn nicht der Körperteil das Motiv bestimmt, wer bitteschön sollte es dann tun? Das Projekt Affen Tattoo war somit geboren.

Die langwierige Suche nach dem Primatengesicht

Affengeil ist in diesem speziellen Fall aber zuerst etwas ganz anderes, denn am Anfang wusste ich erst einmal nicht so recht, wie ich es anstellen sollte. Affen haben schließlich die unterschiedlichsten Gesichter; man denke nur an den typischen Schimpansen, den massiven Gorilla oder den nachdenklichen Orang-Utan. Und so verbringe ich erst einmal eine ganze Weile mit intensiven Recherchen, einfach um das richtige Gesicht für dieses Affen Tattoo zu finden. Irgendwann kommt er dann, dieser Erhellungsmoment, der kreative Durchbruch. Ich weiß endlich wie, allerdings muss dafür noch ein wenig mehr Recherche im Netz betrieben werden. Wir wissen es ja bereits aus leidvoller Erfahrung: Affe ist eben nicht gleich Affe, besonders wenn es um die individuelle Persönlichkeit geht.

PETA, Persönlichkeitsrechte und der Selfie-Skandal

Denn schließlich hat jeder Affe eine echte Persönlichkeit und daher, man höre und staune, auch Persönlichkeitsrechte. Das hat die Organisation PETA tatsächlich durch alle Instanzen durchgeklagt. Solche bizarren Sachen kann man bei Recherchen im Internet über Affen lernen. Und zwar schmerzhaft, zumindest als unbeteiligter Beobachter mit einem gepflegten Double-Face-Palm. Ebenfalls extrem schmerzhaft endete die Geschichte für den Fotografen David Slater. Er wurde von PETA verklagt, weil er ein „Selfie“, das ein Affe von sich selbst in einem unbeobachteten Moment mit Slaters Kamera gemacht hatte, als sein eigenes Werk vermarktet hatte. Der Fotograf ist durch diese Klageflut wohl inzwischen pleite. Es stellen sich dem interessierten Beobachter dabei viele Fragen, doch diese führen hier schlichtweg zu weit. 

Anatomie als Schauplatz der tierischen Verwandlung

Man könnte meinen, so mancher Mensch benäme sich wie ein Tier – oft sogar im Namen der Tiere. Aber, Funfact: PETA hat die Berufung verloren. Und das geschieht dann auch noch im Namen der Tiere? Wie dem auch sei, wir konzentrierten uns wieder auf das Wesentliche: Die Platzierung des Affen Tattoo. Der obere Kopf des Musculus trapezius, oder wie der Nicht-Lateiner ihn gerne nennt – der Kapuzenmuskel – darf für eine langgezogene Schnauze herhalten. Es ist faszinierend zu sehen, wie die Erhebung des Muskels die Plastizität des Tiergesichts unterstützt. Die Anatomie liefert hier die Vorlage für die Dreidimensionalität, die ein flaches Blatt Papier niemals bieten könnte. Die Form des Körpers wird somit zum aktiven Mitgestalter der gesamten tierischen Physiognomie auf der Haut.

Göttliche Eingebung und das Spiel der Klappfiguren

Ich glaube ja fast, dass ich durch meine Recherchen für das Affen Tattoo ein wenig unter Schock stand. Schließlich wollte ich nicht Gefahr laufen, im Namen eines abgebildeten Affen verklagt zu werden. So folgte ich der guten alten göttlichen Eingebung und machte aus zwei oder drei Affen kurzerhand einen einzigen. Jeder kennt doch dieses Gesellschaftsspiel, in dem ein Blatt gefaltet wird und jeder Beteiligte einen Teil eines Gesichts oder Körpers zeichnet. Es hat viele Namen:  Exquisite Corps (Klappfiguren) oder einfach Kopf-Oberkörper-Beine. Ich fühlte mich ein wenig so, als würde ich dieses Spiel mit mir selber spielen. Ne, nur Flachs, das war nur für das Storytelling.  Aber der Gedanke half mir, den Affen perfekt für den Körperteil anzupassen.

Die familiäre Ähnlichkeit im Album der Primaten

So kommt am Ende etwas zustande, was man fast schon im eigenen Familienalbum finden könnte, nur um dann festzustellen, dass diese familiäre Ähnlichkeit einfach nicht von der Hand zu weisen ist: 

  • Die Augen von (wahlweise einfügen);

  • Die freche Schnute von (wahlweise einfügen) – erkennt man sofort;

  • Die Ohren von (wahlweise einfügen);

  • Ganz zu schweigen von (wahlweise einfügen)!

Da wird doch der Affe verrückt! wenn man sieht, wie sich diese Versatzstücke zu einem stimmigen Ganzen zusammenfügen. Das Affen Tattoo ist somit eine Collage der Evolution, angepasst an die individuelle Topographie einer menschlichen Schulter und eines kräftigen Halsansatzes.

Alles Banane: Klischees und Erkennungszeichen

Abschließend muss noch festgestellt werden: Erstens ist ein Affe kein Affe, wenn er nicht leidenschaftlich gerne Bananen isst. Das mag ein billiges Klischee sein, aber wir lassen hier kein Klischee aus, nur um ein Fettnäpfchen zu vermeiden. Und deswegen bekommt dieser Affe ein klares Erkennungszeichen direkt auf den Kopf gesetzt: Eine Banane! Klar erkennbar an der grün-gelben Färbung, mit ein bisschen Braun dazwischen. Wer weiß schon genau, wie lange die da schon auf dem Kopf vom Affen sitzt. Die zu tätowierende Fläche für dieses Affen Tattoo ist nämlich nicht nur die Schulter, sondern sie zieht sich auch bitte den Hals hoch bis direkt zum Ohr. Die Banane bildet hierbei den farblichen und inhaltlichen krönenden Abschluss.

Komplementäre Konturen und technische Finessen

Für die Linien habe ich Komplementärfarben vermixt, damit das am Ende keine harten, schwarzen Linien werden. In diesem Fall habe ich mal ausnahmsweise, völlig entgegen meiner normalen Verwendung von Farben und Schwarz, ein klein wenig Schwarz unter der Augenwulst verwendet. Aber gut aufgepasst: Die Farbe liegt direkt neben dem Schwarz und nicht darüber. Denn wer im Kunstunterricht aufgepasst hat, weiß genau, dass schwarz-graue Schattierungen unter einer Farbschicht die darüberliegenden Farben immer stumpf und leblos wirken lassen. Brillanz erreicht man nur durch saubere Trennung. So behält das Affen Tattoo seine Leuchtkraft und die Banane strahlt in ihrem reifen Gelb, ohne von dunklen Untertönen in ihrer Wirkung gedämpft oder gar schmutzig gemacht zu werden.

Das finale Gimmick und der faule Zahn

Zweitens ist ein Affe natürlich kein Affe, wenn er nicht wenigstens „Affe“ auf den Fingern stehen hat, um sich damit jederzeit klar ausweisen zu können. Es ist diese Art von humorvoller Selbstidentifikation, die das gesamte Motiv abrundet. Die restliche Geschichte wird hier nicht weiter ausgeführt, es gibt lediglich ein einziges Gimmick, das zum Schluss noch unbedingt erwähnt werden sollte. Im Mund vom Affen, versteckt hinter der frechen Schnute, liegt auf einer winzigen Hängematte noch ein fauler Zahn und genießt sein Dasein. Solche Details machen ein Affen Tattoo erst zu dem, was es ist: Ein individuelles Kunstwerk voller versteckter Botschaften, das die Grenze zwischen Mensch, Tier und humorvoller Erzählkunst auf der Haut verwischt.

 

Zusammenfassung: Technik und Symbolik – Affen Tattoo

  • Stilistik: Anatomisch adaptiertes Character-Design mit Elementen des Exquisite Corps.

  • Anatomie: Der Musculus trapezius formt plastisch die Schnauze des Affen.

  • Farbtechnik: Mix aus Komplementärfarben zur Linienbildung; selektive Schwarzsetzung zur Wahrung der Farbbrillanz.

  • Gimmicks: „Affe“-Lettering auf den Fingern, Hängematten-Zahn im Mund, Banane als Kopfschmuck.

  • Besonderheit: Integration von Hals und Schulter zu einer fließenden Motivfläche.

"Wenn nicht der Körperteil das Motiv bestimmt, wer dann? Beim Affen Tattoo darf der Kapuzenmuskel für eine langgezogene Schnauze herhalten – Anatomie als Storytelling." — Roald Beyer über anatomisches Design
affengeiles Affen Tattoo von zwei, die vom wilden Affen gebissen wurden, it for Life hits for Life Shit for LIfe Tattoo München Taufkirchen Raul
affengeiles Affen Tattoo von zwei Affen, die vom wilden Affen gebissen wurden, it for Life hits for Life Shit for LIfe Tattoo München Taufkirchen Raul
Affig hoch drei, affengeiles Affen Tattoo von zwei, komplett affigen Affen die vom wilden Affen gebissen wurden, it for Life hits for Life Shit for LIfe Tattoo München Taufkirchen Raul
affiger geht es nicht mehr bei dem affengeilen Affen Tattoo von zwei Affen, die vom wilden Affen gebissen wurden, it for Life hits for Life Shit for Life Tattoo München Taufkirchen Raul

 

 

 

 

 

 

Grinsekatze Tattoo

Grinsekatze Tattoo

Grinsekatze Tattoo: Die Rückkehr nach 18 Jahren

Von Totgeglaubten und dem Verschollenheitsgesetz

Ab wann kann man jemanden als totgeglaubt bezeichnen? Nun, auch wenn es einfach nur ein Sprichwort ist, wird dieser Umstand im Verschollenheitsgesetz geregelt, das früher ein Teil des BGB, des Bürgerlichen Gesetzbuches, war. Hier ist neben anderen maßgeblichen Elementen die Rede von 10 Jahren, außer die Person ist über 80 Jahre alt, dann gelten 5 Jahre.

Abgesehen von diesen doch harten Fakten gibt es das schöne Sprichwort „Totgeglaubte leben bekanntlich länger“. Aber ich glaube, man müsste zuerst mit dem Sprichwort „aus den Augen, aus dem Sinn“ auftrumpfen. Denn nur weil man jemanden eine Weile lang nicht sieht, heißt das noch lange nichts.

Die unerwartete Rückkehr nach München

Schließlich zieht das Leben seine eigenen Bahnen, mit all den verschiedenen Widrigkeiten, die es eben so beinhaltet. Also kann ich bei Eva nicht in dem Sinne sagen, dass sie totgeglaubt sei. Sondern einfach nur, nun ja, nicht mehr da. Auf jeden Fall nicht mehr in München, wie es sich herausstellen sollte.

Und dann steht da plötzlich jemand vor dir, schaut dich an wie die Grinsekatze aus Alice im Wunderland und will mal wieder ein Tattoo. Nach wie langer Zeit? 18 Jahre? Es scheint tatsächlich achtzehn Jahre her zu sein, dass wir damals mit diesem Cover-up Tattoo angefangen haben. Und es nicht fertig gemacht haben. Warum eigentlich?

Was zur Hölle: Spurensuche im unvollendeten Projekt

Das Rätsel der ungeliebten Blumenlinien

„Was zur Hölle habe ich mir denn dabei damals gedacht?“ Es sprudelt aus mir heraus, laut, herzerfrischend. Lag mir auf der Zunge. Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten. Ja, das denke sie sich auch über ihre Beweggründe, vor allem weil sie ja eigentlich gar keine Blumen möge. Irgendwie ist die Grinsekatze nicht in den Sack zu bekommen. Wir grienen uns an.

Mal ehrlich, nach achtzehn Jahren fällt es einem echt schwer, sich an die grundlegenden Motive für ein Projekt zu erinnern. Wir hatten schon angefangen, mit den Linien. Und die Linien umfassten dann die besagten Blumen. Und auch ein wenig Hintergrund war schon eingefärbt worden.

Die Ausgangslage: Cover-up Tattoo 2.0

Es sollte nämlich damals schon eine Überdeckung werden, das jetzt zu wiederholende Cover-up Tattoo 2.0. Ausgangslage war der Drache von Sick of it all auf der Schulter, der eigentlich das Ende nicht mehr sehen sollte. Eben Cover-up Tattoo. Und dann kam wohl das Leben dazwischen.

Das Leben ist das, was passiert: Pläne im Wandel

Akademische Odysseen abseits der Heimat

Das Leben ist das, was passiert, während du andere Pläne machst. Es kam wohl ganz massiv das Leben dazwischen. Raus aus München. Der Liebe nach? Auf jeden Fall Studium. Nicht in München eben. Und dann noch ein Studium.

Biologie war dann doch wohl nicht so die Wahl, die der Arbeitsmarkt belohnt. Forschung hauptsächlich. Brotlose Kunst in dem Sinne, solange man sie sich mit aufs Brot streichen will. Katzen sind da auch mit am Start. Aber keine Grinsekatzen. Vor allem selten lebende. Was zur Hölle haben wir uns bloß dabei gedacht?

Grinsekatze als Cover-up: Die Farbwahl

Wenn alte Linien hartnäckig bleiben

Ich bekomme mehrere Bilder der Grinsekatze präsentiert. Miau. Ich muss sagen, die Farben dieser Bilder sind echt hübsch. Lila und Türkis, das eine. Und das passt eigentlich ganz gut, denn das alte Tattoo hatte bereits ein wenig Türkis mit reingepackt bekommen.

Jetzt muss ich allerdings sagen, dass eine Überdeckung als Ganzes nicht wirklich in Frage kommt. Was auch immer wir uns dabei gedacht haben damals: Wir haben es auf jeden Fall ernst gemeint. Und bei dem Ernstmeinen sind unverkennbar kräftige Linien entstanden. Da tut auch die Zeit keinen Abbruch. Die sind immer noch kräftig. Allerdings sind ein paar der Linien dann eben wohl noch nicht fertig gewesen. Und die müssen jetzt dran glauben.

Drüber und drunter: Technische Kniffe der Überdeckung

Farbenmagie und harmonische Graustufen

Es geht bei diesem Cover-up Tattoo im wahrsten Sinne drüber und drunter. Es sind ein paar alte Elemente übrig geblieben. Die komplett zu überdecken, wäre mal etwas sportlich – und auch unnötig. Denn die kann man ohne Probleme einbauen und mit etwas neuerem Stil aufpeppen, will heißen partiell stehen lassen, partiell nacharbeiten. Dadurch wird die Überdeckung etwas aufgelockert, es soll ja nicht zu dunkel werden.

Aus dem Grund nehme ich als Grundfarben Türkis und Lila. Das wird mit etwas Farbenmagie und Weiß versehen, und schon habe ich ein Grau, das diese beiden Farben mit zum Inhalt hat. Deswegen kuschelt es sehr gerne mit den beiden Grundfarben, da es sich wunderbar mit ihnen verträgt.

Lichtkanten und visuelle Störer

Lila kommt in die dunklen Parts: In die Streifen, in die Schattenbereiche, in die Lippe. Rot fungiert als Signalfarbe, die sich in den Vordergrund drängt: Um die Augen herum, als Lichtkante an die Schnauze, Schnute, Zähne. Das gibt dem Ganzen den Anschein, als ob es von unten rot angeleuchtet wäre, aber nur partiell.

Und um das Motiv offen und locker zu belassen, wird mal im Umkehrverfahren das Blumenbukett mit Punkten und gepunkteten Linien in Grau gestylt. Es gibt inzwischen einen wunderschönen Begriff dafür. Begriffe sind wichtig! Und sie hören sich toll an, so toll wie „Stippling“ oder „Pepper-Shading“. Ich nenne es schlicht ein Stilmittel auf dem Weg zum Ziel. Dass die anatomische Erweiterung bestehender Tätowierungen keine starren Grenzen kennt, zeigt das [Custom Wellen Tattoo] am Gesäß, bei dem sich der neue Bildfluss perfekt an die Dynamik des bereits vorhandenen Irezumi-Rückens anschmiegt

Pinke Akzente und der finale Sinnspruch

Dazu kommen ein paar Linien als Störer, um alte Elemente zu integrieren oder davon abzulenken. Außer natürlich die große Kannenblume, die braucht etwas farbige Aufmerksamkeit: Also Pink. Und wir wollen das nicht in Pink ertränken, denn Eva ist nicht the pink kinda girl. Als ob das alles nicht ausreichen würde: Ach – hast du den putzigen kleinen Zylinder gesehen? Ich finde den total süß. Ok, nicht ablenken lassen!

Nachdem wir uns ja eigentlich schon im absolut trashigen Bereich befinden, muss noch ein Sinnspruch her. Wir überlegten erst „In this Style“, wie es der verrückte Hutmacher am Hutband trägt. Nee, passt nicht. Aber warum nicht als krönender Abschluss nach unten in diesem Grinsekatze Tattoo? „We’re all Miau here“! Mad kann ja schließlich jeder. 

Und weil es so schön passt: 

Dass die anatomische Erweiterung bestehender Tätowierungen keine starren Grenzen kennt, zeigt das Custom Wellen Tattoo am Gesäß, bei dem sich der neue Bildfluss perfekt an die Dynamik des bereits vorhandenen Irezumi-Rückens anschmiegt

Zusammenfassung: Technik und Symbolik – Grinsekatze Cover-up Tattoo

  • Projekt-Historie: Reaktivierung eines unvollendeten, 18 Jahre alten Cover-up-Projekts; Integration statt vollständiger Zerstörung der damals bereits gestochenen, massiven Linienstrukturen.

  • Farbtheoretische Symbiose: Verwendung von lebendigem Türkis und Lila; Erschaffung eines harmonischen Grautons durch Beimischung von Weiß zur nahtlosen optischen Überbrückung der Altelemenente.

  • Dramaturgische Lichtführung: Gezielter Einsatz von Rot als Signalfarbe an Augen und Schnauzenpartie zur Simulation eines surrealen, von unten kommenden Gegenlicht-Effekts.

  • Stilmittel-Strukturierung: Auflockerung des ungeliebten, alten Blumenbuketts mittels Stippling und Pepper-Shading (Punktierungstechniken), ergänzt durch abstrakte Linienstörer.

  • Typografischer Abschluss: Einarbeitung eines individualisierten Trash-Sinnspruchs („We’re all Miau here“) am unteren Motivrand als humorvolle, charakterstarke Veredelung des Alice-im-Wunderland-Themas.

F.A.Q. – Anatomie des Grinsekatze Tattoos & Zweifach-Cover-ups

Warum ist ein „Miteinbauen“ alter Tätowierungen oft sinnvoller als eine radikale, deckende Überdeckung? Bei Alttattoos, die mit dunklen, kräftigen Linien gestochen wurden, stößt man bei einer klassischen, deckenden Überdeckung schnell an technische Grenzen. Knallt man einfach nur massives Schwarz darüber, droht das gesamte Motiv blockhaft, dunkel und leblos zu wirken. Durch das clevere Einbinden der alten Strukturen – etwa durch das Aufpeppen mit modernen Schattierungstechniken wie Stippling – bleibt das neue Tattoo offen, atmet auf der Haut und spart unnötigen, schmerzhaften Farbeintrag.

Was versteht man unter den Begriffen „Stippling“ und „Pepper-Shading“ in der Tattoo-Praxis? Beide Begriffe bezeichnen hochpräzise Punktierungstechniken im Black-and-Grey– oder Farbbereich. Statt Flächen homogen auszufüllen, werden Verläufe und Schatten durch unzählige, winzige Nadelpunkte erzeugt. Beim Pepper-Shading wirkt die Schattierung dadurch körnig und weich – ähnlich wie feiner, gestreuter Pfeffer. Diese Techniken eignen sich perfekt, um komplexe Freiflächen oder alte Blumenstrukturen extrem filigran aufzulockern, ohne visuelle Schwere zu erzeugen.

Wie reagieren frische Pigmente (Lila/Türkis) mit bereits vorhandenen Farben in der Lederhaut? Bei einem Cover-up 2.0 muss man die physikalische Farbmischung unter der Haut einkalkulieren. Da Tätowierfarbe in der Lederhaut eingekapselt wird, fungiert das alte Pigment (hier ein verblasstes Türkis) wie eine farbige Basisschicht. Setzt man nun frische, komplementäre Nuancen wie Lila oder ein speziell abgemischtes „Zaubergrau“ darüber, verschmelzen die Töne im Auge des Betrachters. Das Ergebnis ist ein tiefer, hochgradig individueller Farbverlauf, der die Altlasten harmonisch neutralisiert, statt sie stumpf zu blockieren.

Buntes Grinsekatze Tattoo auf der Schulter als komplexes Cover-up. Das Alice im Wunderland Motiv nutzt Türkis, Lila und Pepper-Shading zur Überdeckung alter TätowierungenBuntes Grinsekatze Tattoo auf der Schulter als komplexes Cover-up. Das Alice im Wunderland Motiv nutzt Türkis, Lila und Pepper-Shading zur Überdeckung alter Tätowierungen
Detailaufnahme des Grinsekatze Tattoos: Filigranes Stippling und Pepper-Shading lockern das Blumenbukett auf, kombiniert mit einer pinken KannenblumeDetailaufnahme des Grinsekatze Tattoos: Filigranes Stippling und Pepper-Shading lockern das Blumenbukett auf, kombiniert mit einer pinken Kannenblume
Buntes Grinsekatze Tattoo mit Grauen Akzenten auf dem Rücken als komplexes Cover-up. Das Alice im Wunderland Motiv nutzt graue Stippling und Pepper-Shading Techniken zur Auflockerung, Integration und Überdeckung alter Tätowierungen

vor dem Cover-up

Tattoo

 

 

 

 

 

 

vor dem Cover-up

Tattoo

 

 

 

 

 

 

vor dem Cover-up

Tattoo

 

 

 

 

 

 

10 Angriffe plus: Simpsons Tattoo

10 Angriffe plus: Simpsons Tattoo

"Ein Simpsons Tattoo ist mehr als nur gelbe Tinte – es ist ein Wimmelbild des Zeitgeists. Zwischen Spiderschwein und Muskel-Marge feiern wir die Anarchie von Springfield, verpackt in Komplementärkontraste und gestochen gegen die tickende Uhr der REACH-Verordnung." — Roald Beyer über Springfield-Dynamik und Farblehre

Mit dem Simpsons Tattoo auf Kriegsfuß: Ein gelbes Epos am Unterschenkel

Springfield am Bein: Die gelbe Sippe im Fokus

Wer kennt sie nicht, wer liebt sie nicht? Homer, Bart, Maggie, Marge, Opa und Lisa – die gelbe Sippe aus Springfield ist längst Teil unseres kollektiven Bewusstseins. Mit ihren völlig verrückten Geschichten haben sie Generationen geprägt. In diesem speziellen Simpsons Tattoo finden sich mindestens zehn dieser skurrilen Erzählstränge wieder. Man müsste wahrscheinlich stundenlang nachzählen, vorausgesetzt, man kommt zum zählen. Wenn man sich über den Humor der Serie vielleicht uneinig sein mag, beim Träger dieses Kunstwerks herrscht absolute Klarheit. Dieser Mann lebt die Simpsons mit jeder Faser und nun auch mit jedem Quadratzentimeter seiner Wade.

Ein visuelles Sperrfeuer: Detaildichte und Charakterstärke

Der Träger ist kein Mann für halbe Sachen. Wer ihm blöd kommt, dem steigt er mit dem farbgewaltigen Simpsons-Fuß direkt auf das Hühnerauge. Er zeigt dir opa-mäßig die Zähne oder erklärt dir alien-mäßig den Krieg, während er im Geiste das Springfield-AKW platt schießt. Hier wurde nicht einfach nur ein Motiv gewählt, hier wurde der Teufel in Form von Maggie an die Wade gemalt. Man weiß bei diesem Anblick gar nicht, wo einem die Augen stehen sollen, denn die Detaildichte ist so hoch, dass das Gehirn erst einmal umschalten muss. Es ist ein visuelles Sperrfeuer aus 20 Jahren Zeichentrick-Geschichte, direkt auf die Haut gebannt.

Willkommen in Simpsons Crazy Town: Die Qual der Wahl

Es ist unschwer zu erkennen: Hier haben wir es mit einem Die-Hard-Fan zu tun. Das machte die Planung für mich als Tätowierer natürlich nicht einfacher. Wenn man gebeten wird, sich Gedanken über die Simpsons zu machen, steht man vor einem riesigen Berg aus Material. Was soll man aus über 30 Jahren der weltweit erfolgreichsten Zeichentrickserie überhaupt verwenden? Ist da nicht schon alles gezeigt worden? Der Anspruch, etwas wirklich „Geiles“ und Einzigartiges aus dem Hut zu zaubern, ist bei solch einer ikonischen Vorlage enorm hoch. Schließlich wurde über die Jahre fast jeder Irrsinn des Zeitgeschehens bereits in Springfield verarbeitet.

Der Zeitgeist von Springfield: Prophezeiungen auf Haut

Die Serie ist berühmt-berüchtigt dafür, den Zeitgeist nicht nur zu spiegeln, sondern ihn oft auf unheimliche Weise vorauszusagen. In den sozialen Medien vergeht kaum eine Woche, in der nicht auf eine alte Simpsons-Episode verwiesen wird, die aktuelle Ereignisse prophezeit hat. Dazu kommen unzählige popkulturelle Referenzen und Filmzitate. Wie soll man da als Tätowierer noch einen draufsetzen? Normalerweise will man sich ja nicht mit dem Original messen, aber der künstlerische Ehrgeiz verbietet es, einfach nur ein Standard-Motiv abzukupfern. Die Arbeit soll schließlich Spaß machen und eine eigene Handschrift tragen, die den Betrachter fesselt und zum Entdecken der Details einlädt.

Endlose Recherchen: Die Freiheit der farblichen Komposition

Die Lösung lag in einer Mischung aus exzessiver Recherche und künstlerischer Freiheit. Gottseidank ließ mir der Kunde hier freie Hand, was die Komposition und das Farbspiel anging. Das erlaubte mir, die gesamte Palette auszuschöpfen, die mein Farbkoffer zu bieten hatte. Das Design wurde zu einer Art Puzzle und Wimmelbild in einem. Blaustichige Hintergründe wechseln sich mit extrem hellen und kräftigen Vordergründen ab. Diese Dynamik sorgt dafür, dass die einzelnen Charaktere trotz des dichten Gedränges auf der Haut plastisch wirken und sich nicht gegenseitig die Show stehlen. So entsteht eine Tiefe, die das Auge durch die komplexe Szenerie von Springfield leitet.

Das Ende einer Ära: Das REACH-Verbot und die Pigmente

Dieses Projekt war zudem eines der letzten großen Werke, das noch mit den Farben Blue 15:3 und Green 7 gestochen werden konnte. Kurz vor deren endgültigem Verbot durch die REACH-Verordnung konnten wir die volle Leuchtkraft dieser Pigmente nutzen. Viele sprachen damals vom „Untergang des Tattoolandes“, und tatsächlich fühlte es sich ein wenig so an, als würde eine Ära zu Ende gehen. Die Intensität dieser speziellen Blau- und Grüntöne verleiht dem Simpsons Tattoo eine Brillanz, die heute mit den neuen, konformen Farben oft nur schwer in dieser Form zu erreichen ist. Es ist ein Zeitzeugnis technischer Möglichkeiten in der Tätowierkunst.

Zeitdruck am Unterschenkel: Kreativität unter Fristen

War es Zeitdruck? Oh ja, definitiv. Wenn der Gesetzgeber die Verwendung bestimmter Pigmente untersagt und die Frist wie Sand durch die Finger rinnt, bleibt keine Zeit für Zögern. Wir haben es gerade noch vor dem harten Cut zum Start der REACH-Verordnung am 04.01.2022 geschafft. Für die Farben Blau und Grün gab es zwar noch eine kurze Übergangsfrist bis Anfang 2023, doch wir wollten kein Risiko eingehen. Man sagt ja, dass manche Künstler unter Druck am besten arbeiten. In diesem Fall hat der gesetzliche Druck die Kreativität definitiv befeuert, um dieses farbgewaltige Epos rechtzeitig fertigzustellen.

Schräge Ideen: Von Muskel-Marge bis La-Catrina-Opa

Ich konnte hier mit einigen ziemlich schrägen Ideen aufwarten. Da ist zum Beispiel Opa Simpson mit Perücke und La-Catrina-Gesichtsbemalung. Warum? Weil ihm mal wieder das Gebiss rausgefallen ist und er so wenigstens optisch ein paar Zähne vorweisen kann. Oder die Muskel-Marge, die Maggie stolz auf der Schulter trägt – eine Hommage an die Stärke der Mütter, nur eben im Springfield-Style. Homer darf natürlich nicht fehlen: Einmal, wie er Spiderschwein hochhält und toastet, bereit zum Reinbeißen, und einmal im X-Ray-Stil, der sein berühmtes Erbsen-Gehirn offenbart, während er im Geiste schon wieder die klassischen Würge-Szenen mit Bart durchspielt.

Farblehre und Schatten: Komplementärkontraste nutzen

Ein technisches Detail, das mir besonders wichtig war: Alle Schatten in diesem farbigen Tattoo basieren auf Komplementärfarben. Ich habe kein Schwarz unter die bunten Flächen gemischt. Das sorgt dafür, dass die Farben auch nach dem Abheilen ihre maximale Leuchtkraft behalten und nicht „schmutzig“ wirken. Blau schattiert Orange, Violett schattiert Gelb – das ist klassische Farblehre, die in der Biomechanik und bei Comic-Tattoos den entscheidenden Unterschied macht. Es ist ein handwerklicher Kniff, der das Wimmelbild erst richtig zum Leben erweckt und die Tiefe erzeugt, die man auf den ersten Blick gar nicht vollständig erfassen kann.

Ausblick auf Springfield: Die Planung für das zweite Bein

Wäre noch Platz für Barney Gumble gewesen? Oder Tingel-Tangel-Bob und Krusty den Clown? Vielleicht. Aber die Fläche einer Wade ist nun mal physikalisch begrenzt, und wir wollten das Design nicht überladen, bis man gar nichts mehr erkennt. Doch die gute Nachricht ist: Das Projekt ist noch nicht am Ende. Es gibt ja noch ein zweites Bein, das bereits in der Planung ist. Springfield wird also weiter wachsen. Wer weiß, welche verrückten Geschichten wir dort unterbringen werden – vielleicht findet sich dann auch noch ein Plätzchen für den Comic-Buch-Verkäufer oder Direktor Skinner in gewohnt morbider Pose.

Zusammenfassung: Technik und Symbolik – Simpsons Tattoo

  • Stilistik & Genre: Hochfarbiges Comic-Wimmelbild; narrativer Aufbau mit multiplen Charakter-Elementen aus dem Simpsons-Universum.

  • Anatomische Platzierung: Vollflächige Gestaltung des Unterschenkels; Nutzung der Wadenrundung zur Erzeugung einer panorama-ähnlichen Erzählweise.

  • Farbauftrag & Pigmentierung: Verwendung der High-End-Pigmente Blue 15:3 und Green 7; Umsetzung unter Zeitdruck vor Inkrafttreten der REACH-Beschränkungen.

  • Schattierungstechnik: Rein komplementäre Schattierung ohne Schwarz-Anteil innerhalb der farbigen Flächen zur Maximierung der Farbreinheit.

  • Kompositions-Highlights: Opa Simpson im La-Catrina-Look; Homer X-Ray mit Erbsen-Gehirn; Muskel-Marge als Fokus-Element.

  • Visuelle Hierarchie: Einsatz von kühl-blaustichigen Hintergründen zur optischen Abgrenzung gegenüber den warmen Gelb- und Rot-Tönen.

  • Symbolischer Kontext: Hommage an 20 Jahre Zeichentrickgeschichte; Reflexion des Zeitgeists durch ironische Abwandlungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tiki Tattoo München

Tiki Tattoo München

Tiki Tattoo München unter Palmen

Der Tiki gilt ja für manche als das Symbol für den Urlaub. Exotisch. Polynesisch. Und ein wenig geheimnisvoll wohl auch. Dazu Cocktails mit Schirm. Oder mit Palme? Nein, unter der Palme. Unter der Welle. Im Nass. Nicht im Büro! Das ist das wichtigste: nicht im Büro! Und dass als Erinnerung an alte Zeiten die Individualität definitiv keine Grenzen kennt, das versteht sich von selbst. Ganz so exotisch wie ein Tattoo ist ein Tiki natürlich nicht. Klar. Passt aber zusammen. Schließlich sind die Tikis bei den Maori die ersten Menschen gewesen. Und was der Maori mit Tattoos zu tun hat ist ja eigentlich allgemein bekannt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Tiki_(Schnitzkunst)https://de.wikipedia.org/wiki/Tiki_(Schnitzkunst)

Stilmix mit Kurven

Mal wieder ein Stilmix, aber was für einer. Vor allem einer, der massiv von der Muskulatur beeinflußt wird. Denn das sind ein paar Muskeln, yep. Die machen Beule. Und da ist es schon mal eine Frage, wie man die diversen Elemente miteinander verbaut. Ein Tiki. Ein Pick-up.Truck. Alt, antik. Südsee Ornamente. Palme. Wellen. Wasser. Surfen. Uff… .

Um die Ecke

An gerade Elemente war da nicht zu denken. Also war der Gedanke schnell parat, die unter dem vorderen Trizepsbauch liegende Sehnenplatte mit einer kurvigen Straße zu verzieren. Eine Straße, die sich aus Südsee-typischen Zähnen ergibt. Und das was ich Häuser nenne. Auch wenn es bestimmt was anderes ist, klar. Die selben stilistischen Elemente als Abschluss oben an der Schulter. Und dazwischen das was Mann halt gerne Mag. Ecken, Kanten, und alle in Rund. Bis halt auf die Zähne. Und die Häuser, klar. Und in der Palme darf das Bikini-Oberteil natürlich nicht fehlen.

Individualität beim Tattoo

Auch hier ist mal wieder wichtig darauf hinzuweisen. Individualität ist das A und O beim Tattoo. Das Tattoo, bzw seine Elemente spielen sich in deinem Kopf ab. Das kann dir keiner nehmen. Und keiner vorgeben. Außer dir. Nun gut, wenigsten zum Teil. Das kann man bei diesem Tattoo, das verschiedenste Stilelemente beinhaltet sehr gut sehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

japan Oni Maske in Bayerischer Landschaft Tattoo München

japan Oni Maske in Bayerischer Landschaft Tattoo München

Oni Japan Tattoo: Eine bayerische Schnitzeljagd auf Asiatisch

Die Excel-Liste und das bayerische Chaos

Was ist eines meiner gößten Feste und gleichzeitig eines meiner größten Grauen? Wie kommt man in der Bayerischen Landschaft, rund um München an so ein Oni Japan Tattoo? Vor allem wenn man noch gar nicht weiß, dass man so ein Oni Tattoo überhaupt haben will? Und wie platziert man 82 Stichwörter aus einer Xcel-Liste in einem Tattoo? Es stellen sich Fragen. Der guade Mann, ist ein Freund der Berge und von München, und natürlich des Landes Bayern. Und auch wenn es auf den ersten Blick nicht so ganz nachvollziehbar sein mag, auch von Japan, wenigstens was den Tattoo Stil anbetrifft. Ach ja, auch von Bayern München, aber das kommt noch später mit in das Bild, dort als Tattoo im Innenarm.

Von der Isar zum Onigawara

Also jetzt erst mal ohne Fußball. Ohne Bayern München. Dafür mit der Isar, und dort mitm Floß runter. Denn schließlich hat man ja beim gepflegten Japan Tattoo ganz gerne mal ein wenig Wasser. Und nachdem es so zu scheint, dass Oni als Onigawara auf japanischen Häusern gerne mal als Wasserspeier verwendet werden schließt sich fast schon wieder der Kreis. Ich habe eine wahnsinnig toll ausgearbeitete Din A 4 Excel Liste vorgelegt bekommen. Ganze 2 Seiten. Mit 82 Positionen alles zusammen. Aufgeteilt in die Kategorien: Natur, Kulinarik, Bauwerke, Tradition, Typisch. Man merkt, dass der Mann studiert hat. Jedes der Elemente mit positiver, neutraler und negativer Belegung. Als ob es nicht ausreichen würde, als Diplom Geograph geht dieser Mann in die Tiefe.

Prioritäten und die bayerische Wahlfreiheit

Die Elemente sind mit Prioritäten von 1 bis 5 aufgelistet. So, als Beispiel, der traditionelle Zipfeklatscher, neutral, mit einer 5. Oder eben die Isar, natürlich positiv eine 1. Und ich durfte, naja, wie es halt so ist in Bayern, ich durfte wählen. Denn selbst wenn traditionell positiv mit einer 1 der König Ludwig, da Loui, das heimliche Staatsoberhaupt ist, selbst nach seinem Ableben dürfen wir wählen. Denn irgendetwas muss man ja tun, bei der typisch negativen CSU mit einer 5. Passiert nicht oft, dass jemand so ausführlich seine Gedanken strukturiert an mich heranträgt. Toll das, jaja. Und jetzt durfte ich ein wenig künstlerisches Chaos in die Ordnung bringen und aus der strengen Hierarchie in das Bildliche übersetzen.

Recherche und die asiatische Brille

Und dazu, aber das ist eben mein Anspruch, auch noch eine in sich stimmige Geschichte erzählen. Ein wenig Gedanken machen muss sich der Mensch. Denn es ist immer noch nicht zu Ende: Ich muss das Ganze durch die Brille des passionierten Japan-Tattoostil-Freundes betrachten. Das ist Ganz wichtig, bitte auf Asiatisch gemacht. Auf Japan Tattoo. Somit bin ich gefordert: Recherchen, Bücher wälzen, auswerten, Links folgen, dass es eine Freude ist. Eine reine Schnitzeljagd. Zusammenfassend kann man sagen ich habe mich wund geschürft und Recherchen gemacht, was das das Herz begehrt. Bis auf eine negativ besetzte Sache habe ich nur die Nummer 1 und 2 Top Notch Elemente verwendet. Man darf raten, was mag die typisch negative 5 wohl sein?

Geographische Freiheit und Storytelling

Jetzt stellt sich die Frage, denn: der Mann kennt sich aus, als Geograph. Dem kann ich nichts unterschieben. Der weiß das. Oder er recherchiert das. Aber ich fürchte fast, so wie ich ihn kenne, der weiß das tatsächlich, ohne nachzuschauen. Aber zurück zu Frage: kann ein Oni die Isar ausspeien? Ist das dann künstlerische Freiheit? Stimmt das denn so, rein geographisch? Die Isar kommt doch eigentlich aus dem Hinterautal bei Scharnitz in Tirol. Aber mein inneres Bild zeigt einen speienden Oni, den ich im Storytelling die Höllenbachklamm symbolisierend integrieren möchte. Obwohl die Isar doch gar nicht von der kommt? Nun, mir klingeln die Ohren mit einem theatralischen „Aufgepasst“, das ich schon des Öfteren aus dem Mund dieses Mannes hören konnte.

Höllentalklamm und bayerische Geographie

Aus der Höllentalklamm entspringt in diesem Fall der Quell des Tattoo Spaßes. Die Isar, natürlich. Das kommt aus dem keltischen Isaria, die Wilde. Oder auch nicht! Darüber dürfen sich andere streiten. Aber, noch einmal: Aufgepasst! Der Hammersbach fließt durch die Höllentalklamm, danach in die Loisach und später in die Isar, also bayerische Geographie einfach erklärt. Und so kamen zusammen: die Höllentalklamm- als Perchten Maske von einem japanischen Oni. Die war zwar nicht mit auf der 82 teiligen Liste, aber so etwas kann man ja im Rahmen des Brainstormings durchaus noch geringfügig erweitern. Meinerseits vorgeschlagen der Teufelstisch, eine Felsformation im bayerischen Wald – als Tisch, mit einem kleinen Kletterer dran. Darauf die Brezn, eigentlich fast typisch, aber nein, kulinarisch.

Strategische Platzierung und der Löwe

Ebenso das Weißbier. Die Türme der Frauenkirche, transluzent im Wasser eingebaut. Der Aloisius – oben in den Wolken über das schöne Schauspiel wachend, eingebaut in eine Wind- und Wolkenspirale japanischer Stilart in der Mitte des Delta. Wo denn sonst? Denn besonders in einem so komplexen Sachgemenge darf man die Anatomie nicht außer Augen lassen. Das muss alles strategisch plaziert werden, um den einzelnen Positionen nicht den Wert zu nehmen und sie untergehen zu lassen. Wer darf nicht fehlen, wenn es um Bayern geht? Richtig! Der bayerische Löwe. Der wird als Foo Dog Tempel-Wächter Figur zum Steuermann des Floßes gemacht, dass da im Schwall die Isar runter fährt. Das Steuerruder fungiert als Nase der Oni-Maske.

Isar-Dynamik und kulinarischer Flachs

Und natürlich die Isar, die schafft die Dynamik in diesem Bild, die Überleitung von Bizeps zu Trizeps im Gewand japanischer Wasser-Bars. Auf meine Frage, ob es auch noch ein wenig Flachs geben darf kommt ein zustimendes „Ja“. Natürlich darf a Hendl, kulinarisch neutral mit einer 3 in ein traditionell positives Vierer-Dirndl gewandet nicht fehlen. Und zum Schluss, für alle Freunde des gepflegten Ratens. Da haben wir sie, die traditionell negative 5. Dazu muss ich sagen, ich mache ja keine politischen Tattoos. Aber das ist halt eben Tradition, und Tradition muss gewahrt werden. Unsere hochgeliebte bayerische CSU darf als Unke, neben dem bayerischen Löwen, aufgeregt auf das nächste Hindernis deuten. Bayern Liebe, die unter die Haut geht.

Zusammenfassung: Technik und Symbolik – Oni Japan Tattoo

  • Stilistik & Design: Japanische Tattoo-Art (Irezumi) kombiniert mit bayerischer Ikonografie. Eine Oni-Maske wird als bayerische Perchten-Maske interpretiert.

  • Anatomische Integration: Strategische Platzierung komplexer Elemente auf dem Delta, Bizeps und Trizeps; Integration der Frauenkirche in Wasser-Bars zur Nutzung der Arm-Rundung.

  • Symbolik & Storytelling: Umsetzung einer 82-teiligen Excel-Liste; der bayerische Löwe als Foo Dog steuert ein Isar-Floß, die Isar entspringt symbolisch aus der Höllentalklamm.

  • Kreative Highlights: Ein Dirndl-tragendes Hendl (kulinarische Neutralität) und eine CSU-Unke (traditionelle Negativ-Priorität 5) als humoristische Randnotizen.

  • Geographischer Kontext: Künstlerische Aufarbeitung bayerischer Landschaften (Höllentalklamm, Isar, Teufelstisch) durch die Brille japanischer Naturdarstellung.

F.A.Q. – Bayerisches Oni Tattoo in München

Wie verbindet man japanischen Stil mit bayerischen Motiven? Durch die visuelle Analogie. Ein bayerischer Löwe lässt sich perfekt als japanischer Foo Dog (Karashishi) stilisieren, während Gebirgsbäche wie die Isar in der klassischen Form japanischer Wasser-Elemente (Water-Bars) dargestellt werden können.

Was war die größte Herausforderung bei der 82-teiligen Liste? Die anatomische Hierarchie. Man darf die Anatomie nicht außer Augen lassen; wichtige Elemente (Priorität 1) müssen auf den prominenten Muskelbäuchen liegen, während humoristische Details in den Wind- und Wolkenspiralen des Hintergrunds Platz finden.

Warum wird eine Perchten-Maske als Oni dargestellt? Beide Kulturen nutzen Dämonenmasken zum Schutz oder zur Darstellung von Naturkräften. Die Höllentalklamm als Oni-Maske zu interpretieren, verbindet den bayerischen Perchten-Brauch mit der japanischen Onigawara-Tradition (Wasserspeier).

Japan Dotwork Rabenschädel Tattoo München

Japan Dotwork Rabenschädel Tattoo München

Stilmix als Werkzeug

„Japan und Dotwork in inniger Umarmung? Schließt sich das bei einem Tattoo nicht gegenseitig aus? Es ist für mich wie ein Werkzeug, das weiß man einzusetzen, wenn man mal damit gearbeitet hat.“

— Raul Beyer über den Japan Dotwork Rabenschädel

Japan Dotwork Rabenschädel Tattoo: Wenn Stile sich umarmen

Name ist Programm: „Mein Name ist Rabe“

In dem Fall heißt es nicht „mein Name ist Hase“. Nein, der Name ist Rabe. Und deswegen wird gewünscht, einen Rabenschädel Tattoo auf der Brust zu haben. Aber was soll man sich jetzt darunter mal wieder vorstellen, Japan und Dotwork in inniger Umarmung? Schließt sich das bei einem Tattoo nicht gegenseitig aus? Wenn man das aus einem traditionellen Bereich betrachten würde, dann sind Dot-Work Tattoos eigentlich nicht unbedingt aus Japan. Woher wirklich, da wird drüber viel geredet. Das interessiert mich allerdings recht wenig, da bin ich pragmatisch. Viele Leute erzählen viel.

 

Dotwork als Werkzeug der Erfahrung

Meine Dotwork-Phase war damals um die 2003 herum, als ich Mandalaformen in dieser Art verspult habe. Und auch wenn ich die Entwicklungen in dem Bereich sehr interessant finde: es ist für mich wie ein Werkzeug, das weiß man einzusetzen, wenn man mal damit gearbeitet hat. Aber trotzdem stellt sich mir die Frage nach dem Stilmix: Und dann auch noch zusammen mit einem Rabenschädel? Ungewöhnlich, I like it. Ich werde mit dem Bild eines Rabenschädels beehrt. Eigentlich besser gesagt, eines Raben Totenschädels mit Flügeln. Für grobe Orientierungen bin ich ja immer dankbar, gerade bei dieser Art eines Tattoos.

 

Anatomie und Platzierung: Der Rahmen der Brust

Die nächste Ansage war der Ort des Tattoos, natürlich. Auf die Brust. Ich mag Tattoos, die die Brust ausfüllen. Allerdings muss man dabei auch ein wenig darauf achten, dass das Tattoo in den Rahmen passt. Wenn das zu klein ist wird der Rahmen zu groß. Das Tattoo wirkt dadurch oft verloren. Ist es zu groß, wird der Rahmen gesprengt. Nachdem auf dem einen Deltamuskel bereits ein Tattoo war musste der Rahmen teilweise gesprengt werden. Schließlich sollte das Hauptelement in dem Tattoo der Rabenschädel sein. Aber die Flügel sollten natürlich auch nicht fehlen. Um diese ins Verhältnis zu setzen, war der Plan meinerseits die Flügel anzuschneiden. Um sie dem Rahmen entsprechend in die korrekte Größe zu setzen, im Verhältnis zum Schädel.

 

Das Element Luft: Wolken, Spiralen und Glückszahlen

Jetzt hat der gepflegte Rabe natürlich sein Element. Die Luft, klar. Beim toten Raben riecht sie vielleicht etwas lustig, aber das stört das Tattoo ja nicht. Vielleicht funktioniert das als Entschuldigung, nach ungewaschenen Tagen? Mein Rabe ist schuld!? Wer weiß? Zurück zur Luft, wolkig sollte sie einerseits sein. Aber andererseits auch mit Spiralen. Nachdem wir schon Spiralen am Unterarm verbastelt hatten, um mehreren kleinen Einzeltattoos einen Hintergrund zu gestalten, war das recht schnell klar für meinen Kunden: Sowas sollte auch auf der Brust hin. Und das zusätzlich mit einem Dreieck. Ich erinnere mich an etwas mit der Glückszahl 3. Das Dreieck war schnell logisch aufgebaut. Spitze an der Drosselgrube, der Stelle zwischen den Schlüsselbeinen und die Nippel die seitlichen Ecken.

 

Die Herausforderung: „Keine freie Haut“ im japanischen Stil

Was bei dem Ganzen auch noch mit angesagt wurde, war „keine freie Haut“. Das ist im japanischen Tattoo Stil durchaus immer mal wieder gebräuchlich. Auch wenn man es eher selten sieht, da es verhältnismäßig schwierig ist, das helle Grau so zu stechen, dass es nicht insgesamt zu dunkel wird. Schließlich ist Kontrast wichtig, gerade bei japanisch orientierten Tattoos! Man muss sich daran erinnern, woher die Art der japanischen Tattoos herrührt. Sie ist eng verbunden mit der Kunst des Farbholzschnitts. Wenn jemand keine freie Haut will müssen auch die hellsten Flächen mit einem leichten Grau gefüllt werden. Schließlich sollen sie nicht einfach Hautfarben bleiben.

 

Der Stilmix: Das Dreieck als Dotwork-Störer

Stilmixe mag ich ja persönlich bei Tattoos immer gerne. Sie machen das Tattoo zu etwas einzigartigem. Die Konzeption hat schon fast etwas Old-School-mäßiges, zusammen mit den anderen Stilelementen durchaus interessant. Etwas, das sich definitiv auf den Träger bezieht und vom Trend abhebt. In dem Fall schlug ich vor, das Dreieck mittels Dot-work von den gleichmäßigen grauen Flächen abzuheben. Um Das Rabenschädel Tattoo noch ein wenig aufzulockern und das Dreieck als „Störer“ zu verwenden. Einerseits wollte ich es außerhalb des Dreiecks eher dunkel halten. Andererseits innerhalb das Dreieck eher hell ausarbeiten. Letztendlich um auch dort einen Kontrast zu dem dunklen Schnabel aufzubauen.

 

Highlights und Tiefe durch weiße Akzente

In dem Fall bot es sich wegen der Größe des Dreiecks an, Highlights mittels weißer Dots zu setzen. Mit dem Ziel die darunter liegenden Strukturen, wie die Federn, oder den Rabenschädel noch ein bisschen abzusetzen. Um den Raben noch ein wenig aufzuhellen wurden auch in den Flügeln und im Schädel selbst Stellen mit Weiß als Highlight gesetzt. Kontrast hoch, um das Tattoo nicht komplett ins Dunkle abdriften zu lassen.

 

Dynamische Erweiterung: Wenn Wolken Berghänge herabgleiten

Das Rabenschädel Tattoo wurde dann später auf den rechten Arm erweitert. In dem Sinne dem Raben Flügel verliehen Hierbei ist es am Besten die Bilder für sich sprechen zu lassen, die Analyse der Verläufe wäre durch die nunmehr ohne Dotwork, dafür im japanischen Stil sehr ausgefallenen Wolkenstrukturen, die Federn mit sich tragen äußerst aufwendig. Im wesentlichen kann gesagt werden, dass der Teil, der die vorher gestutzten Flügel auf den Deltamuskel überleitet in den dynamischen Teil des Tattoos überleitet. Unter anderm inspiriert von der Art, wie Wolken Berghänge heruntergleiten ist die Form der Wolken eher fließend, was unter anderem den mitgewehten Federn geschuldet ist. Und der Rest ist eben dynamisch..

 

Zusammenfassung & F.A.Q.

Zusammenfassung: Das „Japan Dotwork Rabenschädel Tattoo“ auf der Brust ist ein meisterhafter Stilmix, der die flächige Ästhetik des japanischen Farbholzschnitts mit präziser Dotwork-Technik verbindet. Das zentrale Element, ein Rabenschädel in einem geometrischen Dreieck, wird durch den Verzicht auf freie Hautflächen und den gezielten Einsatz von Kontrasten und weißen Highlights betont. Die spätere Erweiterung auf den Arm nutzt fließende, japanische Wolkenstrukturen, um eine dynamische Verbindung zum Bruststück zu schaffen.

F.A.Q.

  • Kann man japanischen Stil und Dotwork kombinieren? Ja, absolut. In diesem Projekt dient Dotwork als moderner „Störer“, um geometrische Formen (wie das Dreieck) von den traditionellen, flächigen Schattierungen des japanischen Stils abzuheben und zusätzliche Tiefe zu erzeugen.

  • Was bedeutet „keine freie Haut“ bei diesem Tattoo? Das bedeutet, dass jede Stelle des Tattoos mit Pigment gefüllt ist. Selbst die hellsten Lichtpunkte werden mit einem sehr hellen Grau schattiert, statt die natürliche Hautfarbe stehen zu lassen. Dies erfordert höchste Präzision, um den Kontrast zu wahren.

  • Wie wurde die Erweiterung auf den Arm gelöst? Die ursprünglich angeschnittenen Flügel auf der Brust wurden durch fließende Wolkenstrukturen im japanischen Stil auf den Oberarm übergeleitet. Das Design ist von der Dynamik inspiriert, mit der Wolken Berghänge herabgleiten.

 

 

 

 

 

 

Katzen Liebe Tattoo

Katzen Liebe Tattoo

Katzen Liebe Tattoo

Wer seine Katzen liebt, der hat in der Regel zerkratzte Arme. In der Regel ein Grund, sich kein Tattoo machen zu lassen. Andererseit geht Liebe seine Wege. In diesem Fall, unter die Haut. So wie eine Kralle. Daraus könnte man fast schließen, dass ein Tattoo gegenüber Katzen kaum anstinken kann.

Katzen und ihre Geschichten

Man muss ja schon mal sagen, dass Katzen, auch wenn sie in der Regel als elegant  gelten doch rechte Schussel sind. Und dann wiederum kleine, verstohlene Räuber. Da gibt es mehr als die eine Geschichte. Nicht umsonst besteht das Internet scheinbar lediglich aus Katzenvideos, die die Geschichten zeigen. Schließlich sind Katzen dann wieder auch einfach nur schräg. So auch die Geschichte von der Katze, die an der Kerze vorbei ging und es nicht gepeilt hat, dass ihr Schwanz in Flammen stand. Dabei anscheinend extrem blöd geschaut, und verwundert miaut hat. Oder die Geschichte von der Katze, die mit der Wiskas-Dose im Maul stiften ging. Die CD mit den Bildern, die mir mitgebracht wurde barg schier unendliche Auswahl. Das Thema für das Tattoo: was denn sonst? Katzen.

Wie umsetzen, ohne dass es langweilig wird?

Man kann einfach eine Katze neben die andere stellen, und schauen, was sie dann so machen. In der Regel nicht viel, außer blöd aus der Wäsche zu schauen. Am Arm ist das schnell recht langweilig. So empfanden das meine Kundin und ich auf jeden Fall. Oder man kann schauen, wie man das Ganze in eine Geschichte setzt. Ich weiß es nicht mehr, welcher Teil zuerst gedanklich geboren wurde. Aber ein ganz wichtiges Element war die Katze mit der Dose. Der Brainstorm ergab dann recht schnell den anderen Inhalt. Katzenjammer auf einem Dach in der Nacht. Eine Winkekatze, ja. Wie in das Konzept integriert, vielleicht als Mond? JAAA. Der gestiefelte Kater aus “ Shrek“ durfte auch nicht fehlen, der mit den großen Augen. Und Catwoman. Vielleicht noch dieses Foto, wie süß? Und diese Pose, wie putzig. Eigentlich hatte ich fast zu viele einzelne Motive, die ich zu integrieren hatte.

Verbindendes Element

Um all diese verschiedenen Elemente in einem Tattoo Sleeve zu verbinden brauchte ich einen Rahmen. Diesen erreichte ich mittels des Ornaments, das in sich auch immer wieder Katzen beinhaltete. Mal eine stilisierte Pfote. Mal eine Katze, die mit einem Knäuel spielt. Dann wieder eine Katze, die eine kleine Maus ableckt. Das war der äußere Rahmen. Den inneren Rahme, oder verbindendes Element erstellte ich mit einem Fell, das über den gesamten Arm läuft. Und darin wurden eben die verschiedenen Katzen verteilt. Was man bei diesem Tattoo definitiv sagen kann, es wird einem nicht langweilig, es anzuschauen. Und das Tattoo ist wie München: es gibt immer wieder etwas zu entdecken.

https://de.wikipedia.org/wiki/Maneki-neko

https://de.wikipedia.org/wiki/Der_gestiefelte_Kater_(2011)

https://www.dccomics.com/comics/catwoman-2018/catwoman-11

Katzen Tattoo

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Glaube Liebe Hoffnung Tattoo Old School

Glaube Liebe Hoffnung Tattoo Old School

Der Glaube versetzt Berge

„Der Glaube an mich versetzt Berge. Die Liebe zu mir verleiht Farbe. Und die Hoffnung, dass der Tätowierer des Vertrauens noch nicht tot ist, wenn es Zeit für ein neues Projekt ist...“

— Roald Beyer über das Lebensmotto des Old School Sleeves

Glaube Liebe Hoffnung Tattoo Old School

Kommt das Tattoo nicht von allein zum Kunden, muss der Kunde zum Tattoo kommen. Und mit dem Tattoo komme in der Regel auch manchmal ich. Das verhält sich diametral zu dem vollendeten Tattoo, manchmal auf jeden Fall. Da verhält es sich eher, nach dem Motto, „wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, dann muss der Prophet zum Berg kommen“. Wobei ich Larissa definitiv nicht als Berg bezeichnen möchte und mich auch nicht als Propheten. Der Weg von Nürnberg nach München ist zwar kein Weg, den Frau für ihr Tattoo nicht in Kauf nehmen würde. Das hat sie regelmäßig für dieses halfsleeve tattoo gemacht. Aber das bezieht sich auf die Umstände: normalerweise.

Überwindung der Amaxophobie

Unter „normalerweise“ fällt es dann nicht mehr, wenn aus dem heiteren Himmel plötzlich, im Straßenverkehr -nicht auf oder von einem Tattootermin, wohlgemerkt- eine Panikattacke aufkommt. Und es danach erst einmal für eine gewisse Zeit nicht mehr möglich ist, in ein Auto zu steigen, geschweige denn nach München zu fahren. Amaxophobie nennt sich das Thema, und es ist überwindbar. Denn: als erstes wurde mal ganz klar in kein Auto mehr eingestiegen. Diese Phobie wurde dann zu späterem Zeitpunkt erfolgreich überwunden, aber das ist ein anderes Projekt. Jetzt stehen wir erst einmal vor dem Thema, dass ich gerne Fotos hätte. Und um diese Fotos zu bekommen mache ich, als ich auf einem Studiengang in Nürnberg bin, mal einen Abstecher.

Ein bleibender Eindruck in Old School

Nur so kommen wir zu dem schönen Eindruck, den ich auf Larissa hinterlassen durfte. Der ist in diesem Fall ganz Old School mäßig. Und das Motto des Oldschool ist: Der Glaube an mich versetzt Berge. Die Liebe zu mir verleiht Farbe. Und die Hoffnung, dass der Tätowierer des Vertrauen wenn es Zeit sei für ein neues Projekt noch nicht tot ist, von der reden wir hier mal nicht. Oder zu halbtot, das er nicht mehr imstande ist, ein Tattoo zu fertigen. Denn was macht so ein Tätowierer nicht alles, wenn er viel Zeit und keine Freunde hat? Spaß beiseite. Nachdem es sich bei Madame um eine wirklich langjährige Kundin handelt war ich der Tätowierer der Wahl.

Sailor Jerry, Flagschiff des Old School in dem Glaube Liebe Hoffnung Tattoo

Und das Motiv der Wahl war ein Half-Sleeve Old School Tattoo mit Glaube Liebe Hoffnung. Als einer der Vertreter, eigentlich DER Vertreter des amerikanischen Oldschool Tattoo galt Sailor Jerry. Von diesem sollte ich eine Katze auf einer 13 in das Tattoo integrieren. Wobei, stop stop stop. Zurück mit quietschenden Reifen. So hatte das doch gar nicht angefangen. Angefangen hatte das, wenigstens der Unterarm, mit einer Schleife. Da war noch gar keine Rede von Glaube Liebe und Hoffnung. Und zu dieser Schleife sollten noch Plüschwürfel und Leoparden Flecken dazu. Ich weiß nicht mehr, wie ich auf die Idee kam, die Schleife mit einer Taille zu versehen.

 

Die anatomische Transformation

Damit verwandelte ich sie gleichzeitig in eine weibliche Figur. Aber es bot sich unendlich an, da ich so in dieser Figur die Leoparden Flecken und die Würfel unterbringen konnte. Und so stand die Schleife eine Zeitlang alleine da. Und jetzt, ja aber erst jetzt, kommt Sailor Jerry´s Old School ins Spiel. Glaube, als Kreuz, Liebe als Herz, Hoffnung als Anker. Das sollte auf jeden Fall mit in das Tattoo, und ganz Oldschool, eine Schleife mit „Mum“. Glaube Liebe Hoffnung als zusammenhängendes Element, nicht als einzelne Komponenten, so auf jeden Fall mein Plan. Dazu eine Meerjungfrau, am Liebsten mit einer Matrosenmütze, eben an die Motive von Sailor Jerry angelehnt.

 

Komposition und Farbwirkung

Und natürlich Schwalben, als Zeichen von Treue, und Sterne als Zeichen von Sternen, und Kirschen und Totenkopf. Also schlug ich vor, ganz Oldschool, eine untergehende Sonne mit Strahlen und Meer zu verbasteln, zusammen mit Blätterornament und Wellen. In diesen sollte sich die Meerjungfrau aalen. Die Wellen mit dunkelroten Außenlinien, um sie noch ein wenig weicher zu machen, und dazu farblich abzusetzen. Die Hauptelemente mit schwarzen Linien umrandet, um sie klar zu gestalten. Der Sonnenuntergang in Pink und Lila, Pink natürlich als Lady´s Lieblingsfarbe. Wie man sieht, kommt es nicht ganz so oft vor, dass ich in den Genuß komme, Oldschool Tattoos zu stechen.

 

Ein persönliches Fazit: Spaß hoch 10 beim Glaube Liebe Hoffnung Tattoo

Und streng genommen ist das ja auch kein klassisches Oldschool Tattoo. Eher Oldschool in meiner Art interpretiert. Ob es mir gefallen hat, dieses Tattoo zu stechen? Ein ganz klares JA. Jederzeit wieder, wenn ich es machen kann, und der Kunde bereit ist. Und ich muss ehrlich sagen, dass ich gar nicht sagen kann, was mir am meisten gefällt. Ich glaube die Schleife. Oder der Sonnenuntergang. Oder die Meerjungfrau mit dem Ornament? Vielleicht auch der Lady Totenkopf im Innenarm? Alles davon, zusammen. Es gibt Momente, da werde ich regelrecht traurig, wenn ich daran denke, dass uns unsere Tattoos nur bis ans Ende des Lebens begleiten. Ebenso, wie eben Glaube, Liebe und Hoffnung.

★★★★★

„..qualitativ hochwertige und kreative arbeiten.. einfach fallenlassen und ihm vertrauen.. das ergebnis wird dich jeden tag für laange zeit erfreuen...“

— Larissa Kistler, langjährige Kundin

Zusammenfassung: Technik und Symbolik

  • Stil: Old School / American Traditional (Roald Beyer Interpretation).

  • Platzierung: Unterarm-Half-Sleeve (Hinterseite, Ellbogen bis Handgelenk).

  • Kern-Element: Eine großflächige Schleife, die durch ihre langgestreckte Form als weibliche Silhouette (Taille) gestaltet wurde.

  • Motive: Integration klassischer Sailor Jerry Entwürfe (Katze auf 13, Meerjungfrau) sowie die Trias Anker, Herz und Kreuz.

  • Technik: Kontraststarke Black-Outlines; Wellen mit dunkelroten Außenlinien für optische Separation.

F.A.Q. – Glaube Liebe Hoffnung & Maritime Symbolik

Was hat das „Kreuz der Camargue“ mit diesem Tattoo zu tun? Das Motiv „Glaube, Liebe, Hoffnung“ findet seine wohl bekannteste heraldische Entsprechung im Kreuz der Camargue. Hierbei wird das Kreuz (Glaube) mit einem Anker (Hoffnung) und einem Herz (Liebe) an den Enden der Kreuzarme kombiniert. In Larissas Projekt haben wir diese klassische Trias als zusammenhängendes Old-School-Element interpretiert, um die tiefen biografischen Wurzeln dieser Werte zu betonen.

Was versteht man unter dem Begriff „Seemannsgrab“ im Kontext von Old-School-Tattoos? Das Seemannsgrab ist ein ikonisches Motiv der Tattoo-Geschichte. Es zeigt meist ein sinkendes Schiff, oft flankiert von einem Anker oder einem Grabstein. Es symbolisiert die Gefahr der See, aber auch die ewige Treue und die Hoffnung auf ein Jenseits. Larissas Tattoo greift mit der untergehenden Sonne und der aalenden Meerjungfrau diese maritime Melancholie auf, ohne dabei das „Morbide“ in den Vordergrund zu rücken.

Wie wurde die Schleife anatomisch genutzt? Die Schleife erstreckt sich über den gesamten hinteren Unterarm. Diese massive vertikale Fläche bot die perfekte Grundlage, um die Form in eine Taille und damit in eine stilisierte Frauenfigur zu verwandeln, in der Leoparden-Muster und Würfel Platz fanden.

Warum reiste der Tätowierer nach Nürnberg? Aufgrund einer zum Zeitpunkt der Dokumentation bestehenden Amaxophobie der Kundin konnte diese nicht nach München fahren. Da Roald Beyer ohnehin in Nürnberg war, wurde die Fotosession vor Ort durchgeführt. Die Phobie wurde erst zu einem späteren Zeitpunkt überwunden.

 

 

 

 

 

 

Picasso Hundertwasser Tattoo

Picasso Hundertwasser Tattoo

Epic Battle der Moderne

„Hundertwasser wäre ihr ganz großer Freund, und Picasso ebenfalls. Es solle also irgendwie so ein Epic Battle zwischen den beiden werden – Hauptsache der Gecko wäre weg.“

— Roald Beyer über die künstlerische Rettungsmission

Picasso Hundertwasser Tattoo: Ein künstlerisches Cover-up

Die Geschichte für dieses Picasso Hundertwasser Tattoo reicht etwas länger zurück. Eine junge Maid kam vorbei und greinte gar sehr. Denn ihr Gecko Tattoo war verhunzt. Sonja war schon vor ewigen Jahren bei mir gewesen, als ich mit meinem Laden noch an der Franziskerstraße, in der Nähe vom Rosenheimer Platz war. Es war der Klassiker. Jemand, der noch nicht lange tätowiert hatte, war etwas zu enthusiastisch über die eigenen Fähigkeiten gewesen. Der Enthusiasmus war leider nicht auf Sonjas Seite, auf jeden Fall nicht von Dauer. Denn es kam recht bald die Ernüchterung, dass das Tattoo nicht das schwarze vom Gecko war, geschweige denn das Gelbe vom Ei. Aber wie konnte man den Gecko retten? Gar nicht.

Die Fusion der Meister: Wenn Hundertwasser auf Picasso trifft, in einem Tattoo

Ich sollte den Gecko begraben. Sonst wäre die Geschichte gar kein Thema, das hier als Geschichte ausgebreitet werden kann. Also gesagt, getan, so wurde der Unterarm zum Cover-up Tattoo. Was sie denn haben wolle? Hundertwasser wäre ihr ganz großer Freund, und Picasso ebenfalls, es solle also irgendwie so ein Epic Battle zwischen den beiden werden, Hauptsache der Gecko wäre weg. Ich bekomme eine Unmenge an Bildern. Von beiden alten Meistern, in einer Fülle, dass es mich schier erschlägt. Und es erfreut mein Liebhaberherz mit sehr viel coolem Zeug. Es ist ein wahres Schlaraffenland an Vorlagen. Aber so natürlich nicht umsetzbar. Denn die Meister nutzten damals Mittel, die auf Haut einfach nicht funktionieren.

Technische Grenzen der Malerei im Tattoo-Handwerk

Hundertwasser zum Beispiel malte mit Eitempera, mit Ölfarben, mit glänzenden Lacken, zerriebenen Erden und Ziegeln. Pablo Picasso wird zugesagt, er hätte mit Ölfarbe gemalt, nach neueren Studien aber wohl mit gewöhnlicher Hausgebrauchsfarbe. Aber in jedem Fall mit Pinseln. Und wenngleich Tattoos in gewissen Bereichen durch Nass-in-Nass Technik einen ähnlichen Ausdruck wie Ölfarbe bekommen können, es sind dann halt doch eben Tattoos, also: no Chance als 1-zu-1 Kopie. Aber, soweit ist sich Sonja im Klaren, die Bilder sind auch nur zur Orientierung. Hier der Start der Historie. Nachdem der Gecko ja, trotz aller Traurigkeit, wenn schon nicht komplett schwarz, aber doch immerhin schwarz genug war, wurde er in eine Integration gebändigt.

Jedes Tattoo ist Teil einer gewachsenen Historie bei dem Picasso Hundertwasser Tattoo

Ich sehe das mit einer gewissen Philosophie: Jedes Tattoo ist Teil einer Historie, und somit ein gewachsenes Teil, das hackt man nicht einfach ab. Denn es soll ja kein Black-out Tattoo werden, sondern etwas Buntes, Farbenfrohes, also das genaue Gegenteil. Der Schwanz wurde mit seiner halbrunden Biegung mitsamt Picasso’scher Nase als rechtes Auge definiert, während auf der linken Gesichtshälfte das Auge den Fuß des Geckos überdeckt, unter Verwendung der Zehen als Wimpern. Hierbei sind natürlich die Gesichtsformen von Picasso sehr hilfreich. Und die Blumen von Hundertwasser bilden ebenso wie Spiralen dabei natürlich sehr willkommene Hilfsmittel und Unterstützer. Der Kopf des Geckos wurde hierbei zielgerecht als Kinn des Gesichts verwendet. Aber das war einmal.

Schritt für Schritt ins Glück: Die Fortsetzung am Oberarm

Als wir damit fertig waren, ging die Zeit ins Land. Und die holde Maid machte bei einem Preisausschreiben eines anderen Tattoo-Studios mit. Ich weiß nicht mehr genau. Waren es 50€? Oder waren es 100€ Nachlass? Was sie auf jeden Fall dazu bekam, war ein neues verhunztes Tattoo. Und dazu auch ein komplett falsch platziertes Tattoo, nach meiner bescheidenen Meinung. Es handelte sich um eine Sonne am unteren, hinteren Oberarm. Ich hatte ein Deja-vu. Und was sollte ich da wieder mal retten? Ich hatte ja immer noch die Orientierungsmarken von dem ersten Tattoo. Darüber hinaus wurden mir noch ein paar neue Arbeiten vorgelegt, allerdings dieses Mal hauptsächlich von Friedensreich Hundertwasser. Der Stil blieb also unverändert.

Storytelling und konzeptuelle Weiterführung des Picasso Hundertwasser Tattoo

Nachdem ich bereits Elemente in grünen Ellipsen gearbeitet hatte – Hundertwassers Büsche und Bäume – und unter dem Ellbogen die Silhouette von Türmen stand, war die Lösung schnell gefunden. Die Horizontlinie war eindeutig. Alles, was über dem Ellbogen war, lag über dem Horizont, also in der Luft. Somit stand einer konzeptuellen Weiterführung des Unterarms nach Oben hin nichts im Weg. Also die Sonne einbauen in einen Fesselballon, im Hundertwasser Stil, unzentrierte tangierende Kreise. Ein Fesselballon, der fleißig mit anderen Ballons durch den Himmel in den Sonnenuntergang treibt. Und daneben eine Figur, die als Teil eines größeren Gesichts dient, mit einem Hut auf dem Kopf. Dieser Hut ist gleichzeitig als Korb eines Ballons zu verstehen.

Verspulter Hundertwasser-Spaß: Kunst ohne Grenzen

Dieser Korb ist die Fortführung von Sonjas Kopf. Darin sitzen ein Hund und Coco, der Affe – Erinnerungen an die Arbeit mit Tieren. Wer erwartet bei der Kombination aus Hundertwasser und Picasso, dass das Ganze nicht ein wenig verspult wird? Schau noch einmal hin. Man kann erkennen, dass die Gondel gleichzeitig ein Hut ist. Das Gesicht darunter hat als rechtes Auge gleichzeitig einen weiteren Ballon. Der gleichzeitig ein Gesicht ist. Ok, mit nur einem Auge. Aber das ist halt Kunst. Man sehe den kleinen süßen Mund. Die Nase des großen Gesichtes ist gleichzeitig eine Tasse. Dabei bedanke ich mich aufrichtig bei den anderen beteiligten Tätowierern. Denn ohne ihre Vorarbeit wäre dieses schöne Cover-up nicht entstanden.

S
Sonja E. ★★★★★★★★★★

„Ich hatte ein echt besch...Tattoo, das Raul mir mit einem endgeilen Cover-Up gerettet hat!!!!😍 Die Überdeckung ist abgeschlossen, aber ich lasse mich auch weiterhin nur noch hier tätowieren!!! Mega empfehlenswert... 10 Sterne wenn es ginge.“

— Google Rezension (Local Guide)

Zusammenfassung: Technik und Symbolik

  • Stil: Avantgarde Collage / Mix aus Kubismus (Picasso) und organischen Spiralen (Hundertwasser).

  • Projektart: Mehrstufiges Cover-up (Rettung eines verhunzten Geckos und einer Sonne).

  • Technik: Integration alter Linien in neue Gesichtsformen; Nutzung von Zehen als Wimpern.

  • Farbschema: Farbfreudig, bunt, kontrastreich (Gegenteil von Black-out).

  • Besonderheit: Storytelling über zwei Extremitäten; optische Täuschungen (Hut/Gondel-Hybrid).

F.A.Q. – Kunst-Tattoos & Cover-ups

Kann man einen schwarzen Gecko-Tattoo einfach übermalen? Ein komplettes Übermalen ist schwierig, daher nutzen wir die Integration. In diesem Fall wurde der Schwanz zur Picasso-Nase und die Füße zu Wimpern. So wird die alte Form Teil des neuen Kunstwerks.

Warum eignen sich Picasso und Hundertwasser so gut für Cover-ups? Beide Stile arbeiten mit starken Formen, asymmetrischen Linien und intensiven Farben. Das erlaubt es dem Tätowierer, „verspult“ zu arbeiten und alte Fehler in komplexen Mustern oder verzerrten Gesichtern verschwinden zu lassen.