Gasmaske Tattoo
Denn wenn eine Sache über Australien bekannt ist, dann ist es der Umstand, dass dich dort so gut wie jedes Tier umbringen will. Dafür gibt es genug Beweise, wie das berühmte Meme des Australian Food Shops: „Not all Australian animals will kill you. Don´t get me wrong… he wants to. He just can´t.“
Raul Beyer | Die unvorhersehbare Dynamik
Tank Girl Tattoo Erweiterung in München: Explosive Endzeit-Kunst
Die unvorhersehbare Dynamik des Lebens und der australischen Wüste
Die Verknüpfungen des Lebens halten interessante Aspekte bereit. Wie sich Sachen miteinander verbinden, das kann man manchmal nicht voraussagen. Genauso wenig, wie man voraussagen kann, wie sie sich verhalten, wenn sie durch plötzliche Dynamik auseinander treiben.
Interessant ist das auf jeden Fall. So wie das Leben in Australien regelmäßig hochgradig interessante Aspekte bereitstellt. Denn wenn eine Sache über Australien bekannt ist, dann ist es der Umstand, dass dich dort so gut wie jedes Tier umbringen will. Dafür gibt es genug Beweise, wie das berühmte Meme des Australian Food Shops: „Not all Australian animals will kill you. Don´t get me wrong… he wants to. He just can´t.“
Vom Känguru-Boxen bis zum Underground-Comic der 80er
Ob es nun freundlich über die Straße hüpfende Kängurus sind, die dich im nächsten Moment niederboxen, Schlangen, die in Australien überall rumhüpfen, oder Wombats mit ihrem knochigen Hintern – die Absicht ist klar. Und, last but not least: Natürlich Koalas. Und wer verbindet all diese ganzen Tiere und Elemente am besten? Boom! Natürlich Tank Girl.
Als Underground-Comic der späten 80er-Jahre war Tank Girl das trashige Element schlechthin. Eine junge Frau, unterwegs in der australischen Wüste mit ihrem Tank, ihrem Panzer. Später wurde die Geschichte auch verfilmt. Auch wenn der Streifen an die Comics gar nicht heranreichen konnte, war er doch ziemlich weird.
Camp Koala im Visier: Die Herausforderung der Trash-Erweiterung
Ein plüschiger Schutzengel mit absolut irrem Charme
Und wenn es irgendetwas gab, das noch irrer war als Tank Girl selbst, dann waren das die begleitenden Charaktere wie Camp Koala. Als einziger Charakter, den Tank Girl wirklich liebt, taucht diese Sonderform eines Koalabärs immer wieder auf. Als ausgestopftes, zusammenstümperhaft genähtes Plüschtier fungiert er als ihr Schutzengel und verströmt durch seinen Blick einen absolut irren Charme.
Somit verwundert es nicht, dass Tank Girl auch als Tattoo-Motiv eine gewisse Verbreitung gefunden hat. Mit dem Tank Girl selbst auf der Haut habe ich in diesem Fall jedoch nur die Vorlage für das Projekt bekommen. Und damit gleichzeitig eine verdammt spannende Herausforderung.
Die Ansage des Kunden: Eine Gasmaske für das Custom-Projekt
Das Motiv prangte bereits auf dem rechten Oberarm, natürlich standesgemäß inklusive des klarstellenden Schriftzugs „Tank Girl“. Ich durfte mir nun überlegen, wie dieses Thema im Zuge einer Anpassung am besten zu erweitern wäre. Und zwar unter der strikten Vorgabe einer Gasmaske!
Das war eine Ansage, die ich natürlich gerne und bereitwillig aufgegriffen habe. Welcher Tätowierer tätowiert denn nicht gerne mal hin und wieder eine Gasmaske? Auch wenn es in diesem Fall mal nicht die klassische Variante sein sollte – also kein Zombie unter der Maske in einer endzeitlichen Umgebung mit Rohren und biomechanischen Komponenten – ist eine Gasmaske immer wieder ein riesiger Spaß.
Wenn das Erbe explodiert: Knallgas-Formeln und Signalfarben
Eine explosive Veranlagung wird im Tattoo gefeiert
Dazu kamen bei dem Entwurf ein paar andere, hochindividuelle Elemente. Zum Beispiel der Umstand, dass wir am anderen Arm des Kunden bereits sehr trashig in hellem Rot gearbeitet hatten. Somit bot sich Rot in seiner klassischen Verwendung als Signalfarbe hier perfekt an.
Dazu kam eine herrliche familiäre Anekdote: Nachdem der Vater der Kundin eine Doktorarbeit über Knallgas und Fulminate verfasst hatte, lag eine gewisse explosive Veranlagung unweigerlich in der Familie. Und genau diese sollte in diesem Custom-Tattoo gebührend gefeiert werden. Ganz klassisch mit einer optischen Explosion, einem fetten „Bumm“ und der echten Strukturformel von Knallgas auf dem Unterarm.
Anatomisches Design: Der Gasmasken-Filter direkt auf dem Ellbogen
Somit blieb für die Platzierung der Gasmaske im Grunde noch der Ellbogen übrig. Und auch wenn man in der Tattoo-Szene immer wieder sieht, dass der Ellbogen beim Ärmel-Konzept einfach mal komplett ausgelassen wird: Ich setzte formschön den runden Filter der Gasmaske genau auf diese exponierte Stelle. Wenn sich so ein Rund, oder Quasirund, anatomisch so genial anbietet, kann man das als Tätowierer einfach nicht verschmähen.
Am Unterarm hatten wir zudem bereits einen Schriftzug mit integrierten, transluzent durchscheinenden Zahnrädern. Ich würde diesen speziellen Stil ja als Wasserzeichen-Tattoo bezeichnen. Es hat aber auch eine gewisse Verwandtschaft mit dem Trend, den man heute als „Double Exposure Tattoo“ bezeichnet.
Double Exposure und Spiegelungen: Der irre Blick im Trizeps-Glas
Die harmonische Verbindung von Altlasten und neuem Fluss
Also, völlig egal, wie wir den Stil am Ende nennen: In wunderschöner Überleitung zu dem Double-Exposure-Tattoo mit den Zahnrädern im Schriftzug „Immer im Rhythmus bleiben“ wurden die Filterelemente der Gasmaske ebenfalls in der Form von Zahnrädern angesetzt. Das bietet sich als überleitendes und verbindendes Element einfach perfekt an.
Denn auch um das alte Tank-Girl-Tattoo herum lagen schon ein paar Zahnräder. Ist ja auch völlig klar: Bei so einem schweren Panzer fallen im Gefecht nun mal hin und wieder ein paar Räder ab.
Der Schutzengel im Blickglas: Ein meisterhaftes Teil-Cover-up
Und hier bot es sich durch die Besonderheit des Tattoos an, Camp Koala als Spiegelung, als Reflexion, direkt in das Blickglas der Gasmaske einzusetzen. Dieses liegt nun optisch wunderschön auf dem äußeren Bauch des Trizeps. Irgendwo muss der irre Kerl ja schließlich hin, oder?
Das gesamte Projekt war als Integration des alten Tattoos konzipiert, somit also als eine partielle Einbindung und Cover-up-Tattoo-Situation gedacht. Die stilisierten Explosions-„Strahlen“ waren bei diesem Tattoo ein extrem willkommenes Element. Sie halfen dabei, eine explosiv lose Mischung aus trotzdem noch fest verbundenen Elementen in eine einzige, harmonische Geschichte zu packen.
Zusammenfassung: Technik und Anatomie – Tank Girl Erweiterung
Projekt-Historie: Erststich-Erweiterung und partielles Cover-up-Tattoo auf dem Ober- und Unterarm; strategische Einbindung eines bereits vorhandenen Tank-Girl-Tattoos durch einen großflächigen, erzählerischen Ausbau im endzeitlichen Trash-Look.
Anatomische Anpassung: Passgenaue, formschöne Platzierung des runden Gasmasken-Filters direkt auf der Rundung des Ellbogens; harmonische Positionierung des Masken-Blickglases auf dem äußeren Muskelbauch des Trizeps zur optimalen Ausnutzung der natürlichen Konturen.
Narrative Metamorphose: Transformation eines klassischen Comic-Motivs in ein explosives Familienerbe; visuelle Umsetzung der Strukturformel von Knallgas, kombiniert mit dem ikonischen Charakter „Camp Koala“, der als irre Spiegelung im Sichtfenster der Maske zum Leben erwacht.
Strategische Flussrichtung: Überleitung vorhandener Stil-Elemente durch ein Wasserzeichen- beziehungsweise Double-Exposure-Verfahren; nahtlose Verknüpfung alter und neuer Zahnrad-Strukturen unter gezieltem Einsatz von Rot als dominanter Signalfarbe zum Lückenschluss.
Handwerkliche Herausforderung: Komposition einer explosiv losen Mischung aus eigentlich unverbundenen Elementen zu einer zusammenhängenden Story; technische Meisterleistung beim Überdecken und Integrieren der alten Motivgrenzen ohne stumpfen Farbblock.
F.A.Q. (Häufige Fragen zu diesem Projekt)
Wie wurde das alte Tank-Girl-Tattoo in die neue Gasmasken-Umgebung integriert? Das bestehende Tattoo auf dem Oberarm wurde nicht komplett überstochen, sondern als zentraler Ausgangspunkt genutzt. Durch den geschickten Einsatz von stilisierten Explosionsstrahlen, einer dominanten roten Signalfarbe und herabfallenden Zahnrädern wurde das alte Motiv organisch umschlossen. Das Highlight der Integration bildet der Plüsch-Koala „Camp Koala“, der nun als detailreiche Reflexion im Blickglas der neuen Gasmaske auf dem Trizeps zu sehen ist.
Warum wurde der Filter der Gasmaske exakt auf dem Ellbogen platziert? Der Ellbogen wird bei vielen Tätowierungen aufgrund der schwierigen Hautbeschaffenheit und der extremen Dehnung gerne ausgelassen oder ausgespart. Anatomisch bietet diese markante Stelle jedoch eine perfekte, kreisförmige Basis. Der runde Filter einer Endzeit-Gasmaske schmiegt sich quasi-rund perfekt an diese Bewegung an. Das sorgt dafür, dass das Tattoo sowohl bei gestrecktem als auch bei gebeugtem Arm seine plastische Form behält.
Was versteht man bei diesem Tattoo unter dem Wasserzeichen- oder Double-Exposure-Stil? Bei diesem Verfahren werden zwei unterschiedliche Bildebenen transluzent miteinander verschmolzen. Am Unterarm des Kunden wurde ein Schriftzug so mit mechanischen Zahnrädern unterlegt, dass diese durch die Buchstaben hindurchzuscheinen scheinen (Wasserzeichen-Effekt). Dieser moderne „Double Exposure Tattoo“-Trend wurde im gesamten Ärmel als verbindendes Element genutzt, um den Rhythmus der biomechanischen Komponenten harmonisch fließen zu lassen.































































































