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Finger Tattoo- Mal anders

Auch wenn der Begriff Finger Tattoo für den ein oder anderen irreführend sein mag, so war das doch der Wunsch von Kai, mit dem er zu mir kam. Kai wollte Finger in Biomechanik eingebunden haben. Auf der Webseite habe ich im Archiv ein entsprechendes Rückentattoo, das wohl recht gefallen hat. Dazu kam noch der Gedanke eine meiner Zeichnungen – einen Drachen-, die unter Wanna-Do’s zu sehen ist mit einfließen zu lassen. Die ursprünglichen Finger waren eigentlich mehr Klauen, die sich in die Seite reinbohren und in dieser Art für die Front eher nicht geeignet- zu grob, zu kurz und dazu auch noch ein paar Jahre alt. Also nahm ich das mit den Fingern wörtlich. Um die Zwischenräume der Finger auch noch ansprechend zu füllen schlug ich sich an die Form der Finger anpassende Klauen vor, in der Art wie Scheren von Schalentieren. Die Finger wurden zum Anpassen an die Form des Brustkorbs mit perspektivischen Verkürzungen dargestellt, auch, um die Seiten als längste Flächen eher „ruhig“, die vorderen Glieder eher dynamisch zu gestalten. Und nachdem der Drache in Farbe sein sollte, in der Kategorie „burn“, also schön feurig-flammend, war es nur naheliegend den Hintergrund auch farbig in tiefer und vordere Bereiche aufzuteilen. Je weiter zur „hinteren“ Seite gelegen desto mehr ins Blau-Graue, je weiter nach „vorne hin ins Rot-orange. Und zugleich die Finger in Schwarz-Grau zu gestalten. Dadurch werden die Finger nach vorne gedrückt, sind aber gleichzeitig eher morbide, drückend. Die Farben waren dabei mal wieder Sondermischungen aus Komplementärfarben, die den „dreckigen“ Touch noch unterstützen. Leider ist es schwierig, auf Bildern gleichzeitig die Wirkung von Schwarz-Grau und Farbe in Idealform aufzufangen, gerade zur Seite hin ist das Blau noch dunkler im Original.

Die Ausarbeitung lief dann leider unter dem Einfluss von Corona. Durch einen Umzug in die Schweiz vor dem November-Lockdown 2020, der ja bekanntermaßen dann hier in Bayern 6 und halb Monate dauerte kam es nach der Öffnung zu einem echten Belastungstest. Wir hatten schon Linien und ein paar Schattierungen gesetzt und standen dann vor der nächsten Herausforderung: Das Farbenverbot 2022. Und so mussten wir reinackern, was die Zeit her gab und die Haut hielt. Mega-sessions an aufeinanderfolgenden Tagen, damit die Anfahrt aus der Schweiz im Verhältnis stand. Wir haben das gerade noch so geschafft mit den Farben, die restlichen Schwarz-Grau Teile, sprich die Finger, haben wir für die Zeit nach dem 4.1.2022 „aufgehoben“, um das zu schaffen, dadurch kam es auch farbbedingt zu leichten Abweichungen, da die neuen Rezepturen auch für einen veränderten Farbeintrag gesorgt haben. Bringt aber auch etwas zusätzliche Spannung mit ins Spiel. Hut ab an Kai, für die dann doch immense Belastung.