Unterwasser Biomechanik Welten

Unterwasser Biomechanik Welten

Unterwasser Biomechanik Welten

Irgendwann kommt da mal ein echt langer Lackl zu mir in den Laden. Ich bin jetzt nicht der kleinste, aber jemand mit 207 cm ist dann doch einen Kopf grösser. Und dieser Mann hat eine Vorgeschichte zu verbessern. Eine Krake auf der Brust ist mal ganz so nebenbei richtig schön verhunzt worden. Und ich soll das verbessern, das Tattoo. “ Unterwasser, da ist es so schön ruhig…“ meint Rüdi. Und erzählt mir von seiner Faszination der Tiefsee. Das in Verbindung mit 207cm lässt mich schmunzeln. Und dann kommt eines zum nächsten. Der Krake wird von der Form her übernommen, bis auf 2 Arme, die überdeckt werden. Der Rest wird überarbeitet, Struktur reingebracht in das Leben. Und weil es so schön ist wird dann in regelmässiger Kleinarbeit erweitert, der Arm auch noch mitgenommen, später noch die Brust. Wir hatten Spaß…

München sagt Prost zu Tattoos

München sagt Prost zu Tattoos

München-Liebe Tattoo

Ein Tattoo aus der Liebe zu München, das sieht man alle Nase lang. Die München-Skyline als Tattoo. Oder die Bavaria als Tattoo. Vielleicht auch mal die Frauenkirche als Tattoo. Aber die Liebe zu München, die Lorenz unter seiner Haut trägt sagt mehr, als ein Bauwerk als Tattoo. Sie sagt etwas über Liebe und Leiden. Darüber hinaus über Leben und Tod in München. Und auch über das ein oder andere Bier.

Liebe zur Kunst

Es gibt ein Plakat. Oder auch eine Postkarte. Oder auch einfach nur ein Bild. Eigentlich ist das ursprüngliche Bildnis so oft abgedruckt worden, dass es Allgemeingut ist. Es handelt sich um das Bild L´amore de Pierrot von Salvador Dali von 1920. Es handelt sich um eine von Dali´s optischen Täuschungen. Je nachdem wie man es sich ansieht kann man etwas Unterschiedliches entdecken. Auf dem Bild ist ein  Clown zu sehen, mit seiner Angebetenten.  Sie sitzen an einem Tisch, auf dem Tisch stehen Sektgläser mit der Flasche im Eiskübel neben dem Tisch. Hinter ihnen ist eine Gesellschaft zu sehen, durch einen Säulendurchgang hindurch. Wenn man das Bild anders anschaut, dann sieht man nur einen Totenkopf. Der Name ist „L´ amour de Pierrot“. Es handelt sich um ein treffliches Wortspiel. Heißt es doch „Die Liebe des Narren“. Dieses Bild war eine Grundidee von Lorenz. Allerdings wollte er vom Grundgedanken her seine Heimatstadt München in das Tattoo einfließen lassen und so seine Liebe zu München ausdrücken.

Liebe zum Bier

Jetzt ist es ja nicht unbedingt so, dass München für seine tollen Weinberge so bekannt ist. Nein, vielmehr ist München ja eher so eine Hauptstadt der Biere. Allerdings, bevor man sich über den unterschiedlichen Geschmack streitet. Eines muss man zugeben. Und das sind teilweise ikonische Darstellungen der Münchner Brauer. Schließlich handelte es sich ja nicht unbedingt um einfache Brauer sondern vielmals um Mönche. Und einer ist da besonders hervorzuheben. Nämlich der Franziskaner-Mönch. Ein Gesicht wie es nur eine Mutter lieben kann. Ehrlich, kantig, faltig. Und weg die Maß. Nun muss ich zugeben, dass das soweit ich mich erinnere nicht so unbedingt die Wahl Nummer 1 von Lorenz war. Also das Weißbier, so zum Trinken. Aber da sind wir wieder beim Geschmack und da wollten wir ja nicht hin. Wir wollten zu der Ikone, zum Mönch. Letztendlich war der Mönch einfach meine Wahl Nummer 1. Schließlich brauchte ich etwas das zu München passt wie die Surfer zum Eisbach. Sozusagen kalt und spritzig. Wobei ich ja schon wieder etwas zugeben muss. Er war meine Wahl Nummer 2. Ehre wem Ehre gebührt. Erst ein mal gehört sich Ladies first.

Münchner Kindl Tattoo

Also muss man sich mal fragen was der Berliner oder Frankfurter außer der gepflegten Goasnmaß so mit München verbinden kann. Dementsprechend auch dazu befähigt ist es auf einem Tattoo zu erkennen. Beispielsweise wäre da das Münchner Kindl. Tolles Sache das Münchner Kindl, besonders als Tattoo. Also stand jetzt schon mal fest wer die Hauptakteure in unserem Stück um die München-Liebe so sein sollten. Natürlich war da noch das Thema mit dem Giesinger Südhang Perlwein zu lösen. Denn das mit den Sektgläsern, nun, das war ja nicht so richtig thematisch München zuzuordnen. Aber natürlich doch. Bierflaschen. Aus denen konnte man superschön eine Zahnreihe oben machen. Und durch den spiegelnden Tisch auch noch eine Zahnreihe unten. Somit war eigentlich für mich alles soweit klar. Münchner Kindl am Tisch sitzend, gesellig mit dem Franziskaner Mönch beim anstoßen. Prost zum Tattoo.

Noch eins draufgesetzt

Schließlich und letztendlich musste ich noch eins draufsetzten. Denn einfach da so zweimal Münchner Lokalkolarit miteinander eine Maß lupfen zu lassen, das hat mir einfach nicht gereicht. Nach oben wäre das nämlich etwas zu unrund gewesen. Schließlich brauchte ich ja für unsere optische Illusion auch ein Schädeldach. Schließlich könnte man da eine Frauenkirche draufmachen? Eher wohl nicht. Vielleicht eine Münchner Skyline? aber sowas von nicht. Zackig ist nicht das was wir brauchten. Wir brauchten es rund. Somit ist es jedem, der daran denkt dass es in München rund geht einfach klar. Da mussten noch ein paar Schäffler her. Vor allem sind die ja als Fassmacher auch nicht so weit vom Bier entfernt. Und der ein oder andere Narr tanzt da auch mit. Schließlich tanzt ja auch einer von den Schäfflern auf der Nase rum. Soviel zum Tattoo der München-Liebe. München sagt Prost zu Tattoos.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tod by Dope Tattoo

Tod by Dope Tattoo

Tod by Dope Tattoo

Dope, Drogen, in welcher Form auch immer, haben schon vielen Leuten massiv zugesetzt. Und den Absprung zu schaffen, das ist immer schwierig. Darum freut man sich umso mehr, wenn man es geschafft hat. Und um das sozusagen zu feiern kam Markus mit dem Gedanken, sich eine Bong und einen Totenkopf tätowieren zu lassen, als Erinnerung an die böse Zeit. Aber es sollte auch der ganze Arm zu gehackt werden. Was macht man mit dem ganzen Platz? Nachdem er auch mit einigen weiteren Schnipseln daherkam war von mir der Gedanke den Tod beim Billardspiel zu zeigen. Mit diversen Billardkugeln ( die mit dem schreienden Gesicht war auf einer Vorlage basiert). Diese versinnbildlichen das permanente Bandenspiel der Einflüsse, die einen zum Konsum treiben. Die Bong im Vordergrund zeigt durch die Verzerrung des Glases den Schädel ein zweites Mal.Am Unterarm haben wir noch einmal eine Totengräber, der die alten Gewohnheiten begraben soll. Und zum Innenarm haben wir den Kreuzweg der Pussy…

Die Ganze Sache sollte eher morbide und düster gehalten sein, aus dem Grund habe ich nur die Blätter und die Bong mit Linien umsetzt, der Rest ist eher weich und dunkel gehalten.

Maftins Buckelzirpe

Maftins Buckelzirpe

Maftins Buckelzirpe

Groß denken. Eine Sache, die bei Tattoos erst nach und nach Einzug halten durfte. Ich durfte damals noch einige Überzeugungsarbeit leisten, als Martin mit dem Gedanken, sich eine fette Fratze auf den Rücken stechen zu lassen zu mir kam. Ich mag es, wenn man den Rahmen so weit wie möglich nach außen schiebt. Bei einem Tattoo ein gar nicht mal so leichtes Unterfangen. Nachdem ich aber auch mit der Körperstruktur arbeite und Muskulatur und Knochen berücksichtige ist es eigentlich nur ein Schritt nach dem anderen. Die Augen wurden auf die Schulterblätter gesetzt, um einen Teil des Rückens als Einheit zu verwenden. Der Effekt, der dabei letzendlich entstand hätte nicht besser sein können. Lachen, ernst, lachen, ernst…Und hoch die Arme.

Religionen der Welt Tattoo

Religionen der Welt Tattoo

Religionen der Welt

Dieser Arm kam nach dem anderen Arm, war in dem Sinne die Fortsetzung einer gedanklichen Reise. Das Tattoo sollte die diversen Religionen der Welt beinhalten. Nachdem der andere Arm eher in Rot, mit Flammen,  gehalten war wurde hier eine blaue Farbgebung bevorzugt. Also Wasser, Himmel. Die Ornamentik wurde aus dem Arabischen entlehnt, als Versinnbildlichung des Islam. Ebenfalls als Unterstützung in der Richtung, und als Auflockerung wurde das gesamte Teil mit dem fliesenartigen Muster unterlegt.

Drache , schlängelnd, Tattoo Unterdeckung

Drache , schlängelnd, Tattoo Unterdeckung

Tattoo Unterdeckung mit Drachen

Wie nett, eigentlich. Das erste Tattoo, ein kleines Mini-Tribal, sollte erweitert werden. Bei Überdeckungen sind es 2 Sachen, die ich den Kunden frage. Bist du damit noch zufrieden? Soll es eine Erweiterung werden oder eine Überdeckung. Manchmal ist es nicht wirklich vertretbar, das alte Tattoo zu erweitern. Wenn der Stil einfach nicht gut ist, die Ausarbeitung auch nicht – zu blaß, zu rattig, zu irgendwas. Vom Prinzip bin ich der Meinung, dass man nicht prinzipiell alles einfach überstechen sollte. Schließlich hat man sich irgendetwas dabei gedacht, damals. Und das sollte man nicht einfach so wegwischen, nach dem Motto, gelöscht, vergessen, vergeben. Denn das ganze Leben baut aufeinander auf. Und leider werde ich Sachen nicht einfach los,indem ich sie in meinem Gehirn ausstreiche. Das wäre manchmal zwar echt schön, funktioniert aber leider nicht so.

Rose und Drache

Aus welchem Grund auch immer, das Tribal sollte um eine Rosenblüte erweitert werden. Gesagt, getan, und noch ein kleines Fitzelchen Ornament dazu, damit das in das Konzept besser rein passt. Lustigerweise hatte der Herr dann auch schon Blut geleckt, keinen Monat danach kam er und wollte Mehr. Und ich dachte mir: Na super, jetzt habe ich eigentlich die Option für eine Überdeckung mit der Rose aus der Hand gegeben. Deswegen wurde um das Ornament ein weiteres im Sinne eines Rahmens gesetzt. Um “ dadrunter“ einen Drachen , in dem Fall im eher abendländischem Stil – mit gespaltener Zunge und Kamm- zu tätowieren. Mit genug Möglichkeiten, wenn sowas dann noch mal erweitert werden sollte, anzubauen.

Totenkopf Tattoo

Totenkopf Tattoo

Totenkopf Tattoo

Der Max, der wollte einen Totenkopf. Haben wir alle, meine ich im Scherz, als er das ausspricht. Ne, als Tattoo natürlich, nicht einfach mal so, weil was ma ham, des hamma eh. Aber es sollten noch kleine Blümchen und Gezeugs mit rein. Damit das nicht zu viel Totenkopf wird. Aber es sollen in die Blumen kleine Totenköpfe rein, damit das nicht zu wenig Totenkopf wird. Naja, das ist´s was draus geworden ist.

Tattoo Überdeckung massiver Art

Tattoo Überdeckung massiver Art

Drache Cover-up

Wie es sich so trifft, damals in der Franziskanerstraße. Da hatte ich einen Laden. Und lustig, in dem selben Haus sind Büros und sonstiges. Und dann steht irgendwann der Herr von der Bayern LBS da und möchte sich beraten lassen. Über ein Drachen Cover-up. Weißes Hemd, Anzug, Krawatte… . Und vom ersten Blick würde man nicht darauf kommen, dass das Äußere viele, viele alte Tattoos verbirgt. Jugendsünden? Das kann man nicht so sagen. Einfach nur eine andere Zeit. Und ein definitiv anders Körperverständnis. Eine Zeit, in der es normal war, sich einzelne Motive wie Aufkleber hinpflastern zu lassen. Nun, Zeiten ändern sich.  Zeiten kommen aber auch wieder. Und dann  im Laufe der Jahre muss der Mann feststellen, dass er immer weniger seine Arme zeigen mag. Egal zu welchem Anlass. Ob im privatem Rahmen oder in der Arbeit, Ja, in der Arbeit mal ja gleich gar nicht. Wegen der massiven Menge von altem verhunzten Zeug musste ich echt überlegen.

Drachenbrut

Drachenbrut ist ja prinzipiell in allen Variationen verfügbar. Da kann man in der Ausarbeitung echt flexibel sein. So ist für jeden etwas mit dabei. Da der Gedanke für das Cover-up Tattoo ein Drache war, in asiatischem Stil, hatte ich eine gewisse Bandbreite zur Verfügung. Die Schuppen für das Drachen Cover-up wurden mit einer gewissen Musterung versehen, was den Vorteil hatte die hellen und dunklen Stellen besser ausnützen zu können. Und die Wellen machten auch eine ganze Menge aus.

Groß gegen Klein – eine Cover-up Überlegung

Natürlich fragt man sich immer bei einem Cover-up Tattoo , auch bei diesem Drachen Cover-up, wie man an die Sache am Besten herangehen sollte. Gerade bei einem Full-Sleeve ist es wichtig, das Ganze nicht zu klein und zu fieselig zu gestalten. Es braucht eine bestimmte Größe, um zu wirken. Andererseits ist es gerade bei einem Cover-up Tattoo mit einer derartigen Menge an darunter liegenden Informationen wiederum kontraproduktiv, die Sache zu groß auszuarbeiten, da in dem Fall die Überdeckung gerade noch unterstrichen wird. Das ist als ob man mit einem Pfeil drauf zeigen würde. Aus dem Grund gestaltete ich den Drachen in einer eher lang gezogenen Form, wie er sich unter den Wellen durchschlängelt. Zur Auflockerung kamen noch mal alle Nase lang Felsen in das Wasser. Langer Rede kurzer Sinn: Am Ende war der Mann einfach nur glücklich, dass er sich auch in Freizeit-Klamotten kurzärmelig zeigen konnte. Weil das alte Zeug weg war. Weil der neue Drache eine definite Verbesserung war. Und weil es alles in allem eine Steigerung von Lebensqualität war, sich dieses Cover-up Tattoo stechen zu lassen.

Schwarze Witwe Spinnen Tattoo

Schwarze Witwe Spinnen Tattoo

Schwarze Witwe Spinnen Tattoo

Auch wenn es möglicherweise demnächst von dem Arm ein weiteres Update geben wird, wo wir das ( damals erste Tattoo von Phil bei mir) überarbeiten werden: Die Spinnen sind eine gewisse Zeit alt und deswegen gehören sie in das Archiv. Spinnennetze am Ellbogen waren eine ganz lange Zeit „der“ Klassiker bei Tattoos. Auf jeden Fall gerade in bestimmten Subkulturen.  Umso netter ist es, wenn man die Tierchen auch mal um den Arm drumherum drapieren darf.

Drache Cover Up Tattoo

Drache Cover Up Tattoo

Drache Cover Up Tattoo

Es sollte kein “ normaler“ Drache sein, kein asiatischer Drache. Eher etwas in der Richtung europäisch, abendländlich. Also eher so ein fieses Lindwurm Tierchen oder etwas in der Art. Und überdecken sollte es auch, ein Arschgeweih Tattoo sollte dabei das zeitliche segnen. Leider kam es zum Ende unseres Tattoos zu einem Umzug, danach habe ich noch einmal etwas gehört, aber nichts mehr gesehen von der Dame. Deswegen auch ein frisch gearbeitetes Tattoo, noch frisch blutig, und ohne den unteren Teil. Was soll man sagen: Schade. Denn die Ausarbeitung  mit den ganzen Strukturen war extrem cool. Ich konnte bei dem Teil etwas ausarbeiten ( bis zu eben einem gewissen Teil), was in der Form in mir darauf gewartet hatte, ausgearbeitet zu werden. Fein strukturierte Schuppen und Unregelmässigkeiten, einen Stil den ich immer als dreckig bezeichne. Weil er , eben im Gegensatz zu meinen eher stark abgegrenzten,klaren Flächen eben ein bisschen weicher, verwaschener ist. …

Teufel , gehäutet und gehauntet, Tattoo

Teufel , gehäutet und gehauntet, Tattoo

Teufel- gehäutet und gehauntet, Tattoo

Es gibt immer mal wieder den Ein oder Anderen, der sich an Vorschlägen seitens des Tätowierers erfreuen kann. Im Fall von Tobi war das so. Es sollte ein Teufelskopf werden. Paul Booth war einer der großen Marker für Tobi. Von wegen und Böse und Düster und Metal. Naja, da kann ich mich nicht mit messen, mich höchstens an der Meßlatte verweifeln lassen. Und ich mache in der Regel keine Tattoos von Anderen nach. Aber deswegen kam T. ja auch zu mir, wir hatten schon vorher die Arme zugetackert, jetzt sollte der Rücken wenigstens ansatzweise dran kommen. Um das Tattoo interessant zu gestalten machte ich den Vorschlag die Gesichtsmuskulatur unter der Haut durchscheinen zu lassen. Zerrissene Haut ist ja so etwas wie ein Klassiker, Muskeln unter der Haut auch. Aber Muskeln unter der Haut von einem tätowierten Teufel? Das hatte ich zu dem Zeitpunkt so ( in der Ausführung) noch nicht gesehen. Die Augen mussten natürlich, à la Paul Booth, leer sein, ansonsten hatte ich meine freie Ausführung.

Ich mache ja eigentlich Tattoos immer so, dass man sie gut und gerne erweitern kann ´zu einem späteren Zeitpunkt. Es gibt meiner Meinung nach nichts ätzenderes – auch wenn dieser Trend wieder auf zu leben scheint- als abgeschlossene Einzel- Tattoos, die dann alleine dastehen, oder die notdürftig durch irgendeinen Hintergrund verbunden werden müssen- im Nachhinein, weil man sich keine Gedanken machen wollte oder sich nicht festlegen( bzw offen halten) wollte für etwas Größeres.

Erweiterung zum Fullback Tattoo

Und in der Tat. Ich musste nicht allzulange warten ( vielleicht 2 Jahre?), bis es dann hieß: mach mal! Maden! Fetzen! Mehr Teufel! Mehr…Und so setzte ich dem Teufel einen Körper darunter, mal wieder mit zerissener Haut, Muskeln und was so dazu gehört ( MADEN, JJJJJAAAAA!). Und einen anderen Teufel, der den ersten von Hinten an der Schulter festhält, während der Tod ganz im Hintergrund triumphierend schreit und heult. Wüßte man es nicht besser käme man nicht auf den Gedanken, dass danicht von Anfang an so geplant war…

Titten Revolver Tattoo

Titten Revolver Tattoo

Titten Revolver Tattoo

Wo sind all die Damen hin, die sich das Dekoleté mit lustigen Old-School Tattoos haben verzieren lassen? Gute Frage, nächste Frage… .Ich traf Marie damals – wir hatten uns schon vorher öfter getroffen- im Backstage. Dort wurde mir eröffnet, ( O-Ton) ihre Titten gehörten mir. Ok, warum nicht… schließlich laufen ja schon viel zu viele Mädels mit Zeug rum, das wirklich Standard ist. Ds Motiv? Revolver! 2! Aber…das soll mit einer Wanze zusammen sein. Warum? Nicht gefragt. Und einen Totenkopp wollmaauch. Nachdem ich ja ein begeisterter Freund von Recherchen bin stieß ich auf eine Wanze, deren Rückenpanzer eine Zeichnung hatte, die ich gut und gerne in einen Totenkopf hinbiegen konnte. Und ich bin ein absoluter Feind von verschwendetem Platz. Und so war mein Vorschlag, den Schädel auf die Wanze auf die Revolver auf die untergehende Sonne zu setzen. Und das in einer ansprechenden Form…, pardon, auf einer ansprechenden Form …

Fraktal Blumen Tattoo

Fraktal Blumen Tattoo

Fraktal Blumen Tattoo

Tribals, oder auch Ornamente waren eine Zeitlang richtig in Mode im Tattoo-Bereich. Damals kamen alle Nase lang wieder jemand, der meinte, er/sie möchte ein Motiv mit einem Ornament verbunden haben. Nachdem wir ja schließlich alle in diesen unseren gesellschaftlichen Zusammenhang eingebunden sind ( und wenn es sich um eine Subkultur handelt) sind wir natürlich auch im Groben und Ganzen in die Trends eingebunden. Aber man muss ja auch nicht jeden Zug entgleisen lassen, nur um mal kurz auf das Trittbrett aufspringen zu können. Ich machte es mir deswegen damals zu der Zeit zu eigen, Ornamente des Jugendstil- Malers A.Mucha in meine Inspiration einfließen zu lassen. Diese verbastelte ich in der Regel in der vorderen Ebene, mit freier Haut. Negative Space wird so etwas klag genannt. Das hat immer die Möglichkeit beinhaltet die Tattoos zusammenhängend, aber trotzdem aufgelockert zu gestalten.

Che muas geh : Drachen Cover-Up Tattoo

Che muas geh : Drachen Cover-Up Tattoo

Che muas geh- Drachen Cover-up Tattoo

Ok, die Chronologie ist mal wieder nicht ganz korrekt. Aber, wie an anderer Stelle gesagt. Ich bräuchte ewig bis die ganzen Sachen in die richtige Reihenfolge gebracht wären. Zeitpunkt der Entstehung muss sich ca um 2003/ 4 bewegt haben. Alte selbstgestochene Tattoos… . Das Beste was einem passieren kann. Naja, auf jeden Fall, wenn man sich gerne Gedanken macht und versucht neue Optionen über altes Zeug zu machen. Ein Drache. Das war auf jeden Fall der Input für das Cover-up. So, und jetzt mal wieder ein bisschen das Hirn verrenkt und überlegt, wo man was hinsetzen kann. Den Grundgedanken hatte ich recht schnell gefunden. Die Palme könne man super als Bart von dem Drachen verbauen. Den Stamm der Palme in die Zunge setzen. und so weiter , und so fort. Che war dabei der größte, dunkelste Punkt der Vergangenheit sozusagen. Der wurde durch seine Position einfach in die seitlichen Haarspitzen gesetzt. Da das Teil eh schon vom Untergrund her sehr dunkel war habe ich auch damals schon nur mit Farben gearbeiten. Beziehungsweise in den dunklen Parts hart abgesetzte Schwarze Flächen als Schatten gesetzt.

Um eine gewisse Auflockerung zu erreichen machte ich den Vorschlag, man könne den Drachen zweigeteilt gestalten. Ich glaube damals ein Tattoo von einem Kollegen aus Stuttgart gesehen zu haben, das mich zu dieser Form inspiriert hat. Und abgesehen davon unterstützen sich die beiden Seiten auch recht schön von der individuellen Farbwirkung durch die Komplementärfarben daneben.

Dabei fällt mir eine kleine Anekdote ein… . Ich hatte mich vor einer Weile von einem Kollegen tätowieren lassen. Er war eigentlich noch recht am Anfang seiner Laufbahn als wir gestartet hatten, aber sein Stil hat mir sehr zugesagt. Als ich dann zu ihm kam redeten wir natürlich auch über Farben, Zusammensetzungen und so manches Anderes. Leider kam es dabei zu einer Pause, und wir machten das Teil dann 3 Jahre später fertig. Er hatte in der Zwischenzeit Erfahrungen machen dürfen und sich weiter entwickeln dürfen… . In der Zwischenzeit war mein Ansatz aber untergegangen, weil ich mit meiner Art Farben zu verarbeiten teilweise recht alleine da stehe. Er war stolz, sich mit seinen Entwicklungen  zeigen zu können, meinte jedoch dass es ja noch soviel zu lernen gebe… . Am Ende standen wir da und ich musste feststellen, dass das auf You-Tube Tutorials beschränkt war, beziehungsweise auf Inhalte, die er von anderen Tatowierern vermittelt bekommen hatte. So Sachen, wie Schwarz als Schattierung nur pur, dafür aber fein gepixelt unter die Haut zu bringen. O-Ton: na dann wird halt die Farbe ein wenig stumpf dadurch… . Und dann stritten wir uns über Farben, die in Deutschland nicht erlaubt sind und die ich vor über 10 Jahren als nicht dauerhaft in der Farbechtecht verabschieden mußte. Da zeigt sich halt mal wieder: jeder muss seine Erfahrungen selbst machen, vor allem wenn er auf Andere hört 😀 .

 

Fraktal Sonne Tattoo

Fraktal Sonne Tattoo

Fraktal Sonne Tattoo Mandala

Fraktale…eine Zeitlang war das ein kleines Steckenpferd von mir. Und ich muss dabei sagen, dass Timm dabei mit seiner Sonne ein richtiges Fest war. Eine grobe Richtung war von ihm mit einer Zeichnung geliefert worden. Den Rest durfte ich mit dazu steuern. Und auch wenn ich mich bei dem Tattoo gefreut habe wie ein Tattoo-Hörnchen als es fertig war. Die Ausarbeitung war die Hölle. Alles kleinste fitzelige Detailarbeit, alles mit der 5 er Liner-Nadel, in jeder der Rauten jeweils 4 Farben…da muss mich wohl irgend ein Selbsthass geritten haben. Andererseits…ich bekam zu der Zeit von einer Bekannten gesagt, dass es von mir ja nur Böse und Gruselige/ Ekelige Tattoos gäbe. Diese Art von Tattoos fiel zwar in keinster Weise darunter, aber es ist doch immer wieder schön mit Vorurteilen konfrontiert zu werden.

Fraktale wurden zu der damaligen Zeit gerne von anderen Tätowierern im Biomechanik-Bereich gerne als Hintergrund Filling verwendet. Und in gewissen Dingen muss ich einfach sagen: Ich bin ein Purist. Deswegen war in dem Fall das Fraktal Mandala die einzige Sache, die in diesem Tattoo zur Geltung gebracht wurde. Alles Andere, wie Biomechanik oder anderes, wäre meiner Meinung nach bei dem Tattoo auch eine absolute Fehlplatzierung gewesen. Das ist so ungefähr wie ein richtig richtig gutes Brot mit Butter oder Käse oder Wurst zu belegen. Das verdirbt den einzigartigen Geschmack.

München Schrift Tattoo

München Schrift Tattoo

München Schrift Tattoo

Ein Tattoo mit Schrift München auf einem breiten Buckel. Und sonst ist Nichts dahinter? Reicht die Schrift München nicht als klare Aussage für ein Tattoo? Mia san mia, das ist ja in München der Standard Ausspruch. Somit ist es ein klares Bekenntnis zu seiner Herkunft. Der Herkunft aus München.

Differenzierte Ausarbeitung

Allerdings braucht ein breiter Buckel auch eine differenzierte Ausarbeitung. Besonders wenn es um ein München Schrift Tattoo handelt. Schließlich ist es nicht einfach damit getan, so eine Schrift einfach nur in Schwarz zu gestalten. Letztendlich hat reines Schwarz auch seine Tücken. Diese bestehen darin, dass Schwarz wie jede andere Farbe auch zeitlichen Einflüssen unterworfen ist. Das betrifft die normale Alterung als auch natürlich Sonneneinstrahlung. Und da ist nicht zu vernachlässigen. Ferner ist es immer schwierig Farbe, egal ob Schwarz oder andere Farbe, deckend zu arbeiten. Die Haut hat da ein Wörtchen mit zu reden. Und die Haut ist nicht an allen Stellen gleich. Teilweise schwillt sie durch unterschiedliche Durchblutung unterschiedlich schnell und stark an. Somit kann man zwar wollen aber nicht können. 

Schwarz-Grau

Eine mögliche Lösung ist es ein so großes Tattoo in Schwarz-Grau zu arbeiten. Dadurch komt man in den Genuß klarer Vorteile. Sind Stellen in Schwarz nicht 100 % ig dicht gearbeitet so macht sich das bemerkbar. Zum Verständnis vergleiche ich das gerne mit DPI. DPI ist die Abkürzung für Dots per Inch, also Punkte pro Inch. Für den Druck ist eine Deckung von 300 DPI notwendig, damit es deckend erscheint. Für die Webanzeige werden 72 DPI verwendet. Einfach weil die Farbe durch den Bildschirm hinterleuchtet wird. Gegenteilig kommt beim Druck das Licht von außen, wahlweise von außen. Und das Licht spielt auf der Haut gerne Billard. Bandenspiel nenne ich das verallgemeinernd.

Hautaufbau

Der Aufbau der Haut besteht aus Schichten. Die äußerste Schicht besteht aus Hautschuppen. Ein paar von denen sind nicht mehr ganz so dabei. Dementsprechend handelt es sich um matte Elemente. Und diese Hautschuppen haben Kanten. Weiterhin sind da noch Falten. Nehmen wir also der Einfachheit halber an, dass es sich um Berge und Täler handelt. Und diese Berge und Täler reflektieren das Licht. Je nachdem, wie das Licht fällt hat es also die Möglichkeit an einigen Bergen und Tälern abgelenkt zu werden, durch Bandenspiel. Letztendlich fällt es dann wieder in das Auge und wird dort wahrgenommen. Hat es dabei den „falschen“ Winkel und sind die DPI nicht gleichmäßig kommt gerne mal eine Spektralverschiebung ein. Das kann man dadurch umgehen, dass man das Ganze etwas breiter aufstellt. Will hießen, wie hier, nicht nur Schwarze Teile sondern auch graue Teile verwendet. Somit bleibt das Tattoo auf Dauer in sich stimmiger.