Galgenvogel
Music was my first Love. And it will be my last. In dem Sinne hat das wohl nicht viel mit diesem Tattoo zu tun. Denn der Titel ist von John Miles und ist aus dem Jahr 1976. Da ist Stefan noch gar nicht auf dieser Welt. Dennoch könnte es genau damit seinen Zusammenhang haben. Auch wenn das noch vor der Zeit ist, Zeit ist das Stichwort. Und natürlich auch Musik. Bekanntlich heilt die Zeit alle Wunden. Und dabei ist sie wiederum nicht so ganz alleine. Die Musik allerdings auch. Ob das daran liegt, dass mit ihr die Zeit besser vergeht?
Der eine hat Musik ständig in seinem Kopf, der andere ständig in seinem Kopfhörer. Für Stefan ist die Musik ein immerwährender Begleiter. Sie begleitet ihn in guten und in schlechten Zeiten. Beispielsweise als die Mutter stirbt. Irgendwie gibt ihm das den Halt, den er braucht. Wenn der Kosmos im Kopf explodiert und einem lediglich sanfte oder besser noch unsanfte Töne aus dem Kopfkino holen können. Oder vielleicht den Soundtrack zur Apokalypse spielen. Die Liste der verschiedenen Aspekte, die er mir aufzählt ist lang. Was soll man daraus denn machen? Eine Art Yin-Yang Zusammenstellung soll es werden. Als Zeichen, dass die Musik für ihn da war, wenn es im schlecht ging. Und wenn es ihm gut ging.
Das fast Jedem bekannte Yin Yang Symbol ist ein schwarz-weißes, durch eine Schlangenlinie getrenntes Symbol. Somit ist es recht schnell klar, es wird eine farbige Seite geben. Darüber hinaus eine Schwarz-Graue. Das mit dem Yin Yang ist recht schnell konzipiert Als Trennlinie sind die Notenlinien passend. Sie werden den positiven vom negativen Teil trennen. Und dann die Frage, was macht man denn in welchen Teil? Der Farbige Teil enthält eine Schwarz/ Grau Komponente. Dabei war es nur allzu optimal ein paar headbangende Metaller zu verwenden. Darkness Overlord. Der Graue Teil enthält als Counterpart die Schlange. Denn nichts ist ätzender als deren Gift, wenn es das Herz zersetzt. In dem Herz befinden sich Tod und Trauer, die Welt ist zerstört worden. Das wird von dem Atompilz symbolisiert. Währenddessen jammern die Katzen unter dem Herz die Begleitmusik. Sie weinen das Trauerlied. Über dem Herz läuft aus der Spieluhr Schwärze, während die Noten Tod und Teufel feiern. Auf der anderen Seite hat man die tanzenden Kassetten und Gott, als Kassettenrecorder mit dem Schallplattenschein. Die Kassetten schleudern ihre Beine hoch und freuen sich über das Leben, ihre Bänder in der Luft schwingend. Gott thront über allem und freut sich. Er lacht. Alles in allem ein echt rundes Bild von einem Yin YangTattoo, oder?
Blumen und Schmetterlinge sind als Tattoo ja bekannterweise Mädchen Tattoos. So wird das auf jeden Fall mal ab und an an mein Ohr getragen. Und wenn es besonders weit geht, dann bekomme ich auch anvertraut, dass ich ja gar keine Mädchen Tattoos auf meiner Seite habe. Und tatsächlich kann man das so sagen. Denn tatsächlich ist ein Tattoo mit einem Schmetterling auch etwas für eine Frau. Und das kann auch mit Blumen Tattoo kombiniert werden. Und darüber hinaus sogar auch noch mit einem Tattoo Ornament.
Es muss nicht gleich ein ganzer Rücken sein als erstes Tattoo. In den meisten Fällen fängt so ein Tatto auch mal gerne klein an. Fast schon, um auf dem Eingangskalauer herum zu reiten, mädchenhaft. Eins kommt zum nächsten. Auf jeden Fall über die Zeit hinweg. Das allererste Tattoo in dieser Zusammenstellung war der große Schmetterling. Oder war es der Skorpion auf der linken Schulter? Auf jeden Fall kam dann irgendwann, nach dem Schmetterling das Tribal, das hinter/ unter dem Schmetterling tätowiert worden ist. Und soweit ich mich erinnere dann der Kolibri mit der Blume und dem Ornament Tattoo, auf der rechten Schulter. Und so stand ich vor dem Thema, wenn man mehrere im Laufe der zeit entstandene Tattoos miteinander verbinden soll.
Denn nicht immer ist ein Gesamtkonzept von Anfang an schlüssig und steht zur Verfügung. Und dann standen wir irgendwann vor der Herausforderung, ein Gesamtkonzept für den Rücken zusammen zu stellen. Und da musste ich mal kurz überlegen, um zu sehen, was wir denn da machen. Denn es sollten noch ein paar kleine Features mit in die Tätowierung einfließen. Beispielsweise eine Rose wäre ganz nett. Wegen der inzwischen doch recht unterschiedlichen Motive schlug ich das Ornament vor, als Verbindung. Auch, um eine asymetrische Form aufzubauen. Weiterhin beinhält es die verschiedenen Elemente selbst, die sich auch auf den vorherigen, einzelnen Tattoos widergespiegelt haben. Dadurch konnte es als übergreifender Hintergrund verwendet werden. Die Schmetterlinge habe ich als sich aufbauende Kette gemacht, um den Obersten nicht zu alleine dastehen zu lassen. Für die Rose schlug ich es vor, diese unter den Kringeln durchscheinend zu zeichnen. Dadurch kommt sie ein wenig weicher und weniger dominant, als wenn sie einfach mal so als Ganzes dahin gestellt worden wäre. Die alten Tattoos wurden soweit es ging in das Ornament integriert, was sich zugegebenerweise durch die zeitlich unterschiedliche Entstehung interessant dargestellt hat.
Diese Tätowierung wurde in verschiedenen Schritten und Zeiten ausgeführt. Am Anfang ging es lediglich bis zur klassischen T-Shirt Grenze, zu der Zeit war der Arbeitgeber noch ein wenig unbegeistert über die Möglichkeit, ein Tattoo unter dem Ärmel durchscheinen zu sehen. Ich kann aus dem Rückblick gar nicht mehr sagen, wie die verschiedenen Elemente in das Gesamtkonzept Einzug hielten. Ich weiß nur noch, dass es Sterne und Blätter sein sollten, in klassischem Rot gehalten. Für die Spirale schlug ich die Strahlen vor, um dem Tattoo einen netten abwechselnden Effekt zu verleihen und einen lediglich massiven Farbfleck zu vermeiden. Erst Jahre später wurde das Tattoo bis zum Handgelenk erweitert. In dem Fall sollten die Sterne wieder aufgegriffen werden und Flammen hinzu gefügt werden. Nachdem der Träger doch schon ein imposantes Armmaß aufbringt wurden die Flammen entsprechend massiv gearbeitet
Letztendlich gibt es zu diesem Tattoo nicht viel mehr zu sagen, außer dem was es zu sehen gibt: Eine Königskrone mit “ veni, vidi, vici“ eingearbeitet. “ Ich kam, sah und siegte“, der berühmte Spruch Caesars.
Nicht dass mir nachher vorgehalten wird, ich hätte die Wahrheit verfremdet. Ob W. bei dem Wohnungsbrand seiner damaligen Partnerin mit dabei war kann ich nicht genau sagen. Aber dennoch war es für beide ein entsprechend tiefes Erlebnis, dass sie sich beide auf dem Rücken einen Phönix stechen ließen. In diesem Fall sollte das Ganze eher hart, Tribalmäßig gestaltet werden- auf jeden Fall stellte es sich mir so vor meinem inneren Auge dar, da es in Schwarz-Grau ausgeführt werden sollte, das Tattoo. Ich musste auch berücksichtigen, dass die Haut am Rücken des Trägers, der leider unter starker Akne leidet, stellenweise böse vernarbt war und damit zu rechnen war, dass das sich auch auf das Tattoo auswirken könnte.
Was macht man sich für ein Tattoo, wenn der Freund seit geraumer Zeit dabei ist, sich von oben bis unten zu tätowieren zu lassen? Und man eigentlich am liebsten Katzen mag? Hm, ja, liegt eigentlich auf der Hand: Katzen über Katzen über Katzen. Das Foto stellt den Anfang von einem Sleeve mit Muschis dar: Der gestiefelte Kater von „Shrek“, und daneben eine Katze auf dem Blechdach unter einem Mond in Winke-Katzen Stil.
Das Rücken Tattoo war das erste, das projektmässig auf der Matte stand. In dem Fall sollte ein Ornament über die Hüfte ( ich hörte in dem Zusammenhang zum ersten Mal den Ausdruck “ Büffelhüften“, denn die hatte Steffi von ihrem Vater wohl geerbt) auf den Rücken geführt werden. Dabei sollte es immer mal wieder mit Frangipani-Blumen aufgelockert werden. Die Tätowierung am Unterschenkel sollte sich stilistisch in einem ähnlichen Segment bewegen, bloß dass diesmal die Schmetterlinge dran glauben mussten, um ein wenig Farbe ins Spiel zu bringen.
Bücher sind was sehr schönes. Ich bekomme es immer wieder mit, wenn ein Kunde versucht, sich im Internet recherchierend nach Motivideen für sein Tattoo zu betätigen. Nach einigen Klicks kommt dann immer wieder das selbe Zeug, auf verschiedenen Seiten vielleicht, aber trotzdem das selbe Zeug. In dem Fall war die Kundin mit dem Buch zu mir gekommen, einem Buch über Phytologie. Und aus dem wurde immer wieder mal das eine Blümchen, dann das andere Blümchen als Tattoo-Wunsch an mich herangetragen. Mal der Goldregen, mal Johannisbeeren…
Alphonse Mucha machte in seiner Zeit als Maler, Anfang des 20. Jahrhunderts, großartige Werke, die in seiner Ausdruckskraft nach wie vor ihresgleichen suchen. Er beeinflusste und gestaltete durch seine vielseitigen Arbeiten sowohl in der Plakatkunst, als auch im Bereich des Schmuck- Designs maßgeblich den Jugendstil. Dieser Tattoo-sleeve sollte in einer Gegenüberstellung von Gut und Böse nur Werke von Mucha enthalten, da er für den Kunden die Verkörperung von Harmonie und positiven Sehnsüchten darstellte. Die Ornamente sind auf meinem Mist gewachsen, natürlich durch Mucha beeinflusst, die Verbindungen sollten schließlich fließend und harmonisch zusammen wirken in dem Tattoo. Die einzelnen Elemente wurden aus den verschiedenen Wünschen des Kunden ausgesucht.
Kaum jemand anders als Andi kam mit so dermaßen vielen Elementen, die er in sein Tattoo mit eingebaut haben wollte. Anubis sollte da sein, der ägyptische Schakalgott des Todes, Bastet, die katzenköpfige Göttin der Liebe. Horus, die Spüche „tempus fugit, Amor manet“ ( Die Zeit vergeht, die Liebe bleibt). Und und und… Um den Ausgleich zwischen Anubis und Bastet herzustellen schlug ich vor, jedem von den Beiden die Statue des anderen in die Hand zu stellen, wie sie hoch gehalten wird. In den Obelisken setze ich diverse Sprüche und Abkürzungen, die Anfangsbuchstaben der Familie und noch einiges mehr, unter anderem durch das Ganze durchscheinend, wie ein Wasserzeichen, Horus den Falkenköpfigen. Wer Spaß daran hat sich ein Tattoo nach all den versteckten Elementen durchzuschauen: hier wird er auf jeden Fall mit einigen Schmankerln rechnen können. Mal abgesehen von den 4 Elementen, die in das Tattoo mit hineinfließen… .
In dem Zusammenhang gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, als dass das sich an einer Vorlage aus dem Netz orientiert plötzlich, sozusagen über Nacht, als Tattoo auf dem Unterarm des Trägers manifestiert hat. Ich glaube er war echt panisch danach ( dass ich so flache Witze darüber reiße).
Tut mir leid, dass das Bild nicht ganz so optimal geworden ist, weil rein prinzipiell: zu dem Zeitpunkt des Entstehens war das Teil definitiv eines meiner Lieblings-Motive, die ich tätowieren durfte. Wie es dazu kam? 2 kranke Köpfe spielen Gedanken-Billard. Und es heißt von meinem Gegenüber eigentlich nur, er möge eine Puppe an der Schnur, wie sie – naja, halt so an der Schnur ist. Dazu braucht es ja per se nicht viel. Du dann schaue ich mir natürlich erst mal wieder das so an, was meine Quellen hergeben bezüglich Puppenzieher-Technik, und es gibt einfach mal echt abgefahrene Konstruktionen heutzutage, nicht einfach nur ein Kreuz, an dem die Fäden mitsamt Puppe hängen. Wie man sieht war der Platz ja auch ein wenig vorgegeben, von dem bereits existierenden Rückentattoo war da schon ein wenig Platz über die Hüft beansprucht worden. Habe ich erwähnt dass die Puppe weiblich sein sollte? In diesem Fall habe ich mich beim tätowieren mal ein wenig mit stellenweise eng gesetzten Kontrasten gespielt, da die Nachbarn recht klar gestrickt waren und ich dementsprechend zu diesen einen Kontrast setzen musste. Das macht das Ganze zu einer anderen Herausforderung, da man mal wieder neue Möglichkeiten umsetzen kann. Zum Beispiel die Fäden, die nur in Weiß gearbeitet worden sind, ohne eine graue oder schwarze Linie als Unterstützung, um das Ganze nicht zu sehr in die Comic-artig oder plakative Richtung zu schieben. Hat mordsmässig Spaß gemacht, das Tattoo, auch wenn es manchmal ein wenig schade ist, dass sein Counterpart auf der anderen Seite nie verwirklicht worden ist… manchmal mag die Puppe aus dem realen Leben es nämlich nicht, dass sich der Menne noch weiter tätowieren lässt.
Alles was die Instrumenten-Welt so hergibt sollte auf dem Arm verewigt werden: Gitarre, Bass, Schlagzeug , Mikro und natürlich dürfen ein paar Schädel nicht fehlen. Und Notenlinien. Und dies, und das. Und nachdem das alles ein wenig viel war, um es in einem kleinen Tattoo nebeneinander unterzubringen musste ich mir mal wieder etwas einfallen lassen, wie ich die Teil stapeln könnte. Als Freund von perspektivischen Verkürzungen machte ich den Bass mit seinem langen Hals eben perspektivisch hervor kommend, die Gitarre orientiert sich in der Größe an dem Bass. Der Hintergrund stellt durch seine Musterung nochmal einen Korpus dar, mitsamt den Klangschlitzen. Die Notenlinien mal wieder ohne Schwarz, nur in Weiß gestochen. Und um dem Ganzen noch ein wenig mehr persönliche Note zu geben, der Name der Ex-Band zusammen mit ein paar selbigen: „Nietn“… .
In der Tiefsee, da ist es so ruhig. Sagt der 207 cm Lackel, der mir in den Laden spaziert und mir dabei halb die Decke wegreißt. Dass die Tiefsee allerdings nichts mit Kuscheln und Liebhaben zu tun hat, weiß man ja spätestens seit Jaques Cousteau. Und seitdem es Bilder von den abgefahrenen Viechern gibt, die sich da so lustig in der Dunkelheit tummeln, mit vielen Zähnen und vielen Lichtern, um Beute anzulocken. Deswegen muss für Rüdi ein Anglerfisch mit auf den Arm. Und nachdem der eigentlich eher plump aussieht mache ich ihm eine Kreuzung zwischen Vipernfisch ( much more fies ausschauend) und Anglerfisch ( much more Angellaterne an der Stirnbeule). Den Teil mit dem Blick nach oben, zur Sonne entgegen, die durch die Wellen in die Tiefe scheint, bin ich zugegebenermaßen auch ein wenig stolz. Es gibt dem Ganzen eine gewisse Perspektive ( was neben einem 2,07 Meter Mann ziemlich einfach ist) und es unterstützt noch dazu die Tristesse, die der Schwarz / Grau Teil des Tattoos rüberbringen soll. Hart, funktionell, der Kampf ums täglisch Fisch aufs Brot. Und dazu noch eine klitzekleine Qualle. Leider nicht fertig auf dem Foto, dafür aber auf dem Video, das irgendwann mal dann sich dazu gesellen wird. Und bis dahin noch ein kleines Spielerei
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