"Diese Ambiguität macht die Elemente des Lebens schließlich aus: Nichts ist so wie es scheint, Zeit verändert die Perspektive. In der Biomechanik morphen Elemente ineinander – ein Zahnrad wird zum Symbol für die Verknüpfung von Leben und Tod." — Roald Beyer über die Philosophie der Biomechanik

Biomechanische Masken Tattoo

Biomechanik, das wird mir oftmals als Lebensinhalt nachgesagt. Stimmt, als körperliche Person kann ich tatsächlich ohne die Biomechanik nicht gehen. Sehnen und Muskeln sind ein wesentlicher Teil der Biomechanik. Fast genauso wie Masken. Auch Masken sind unsere täglichen Begleiter. Schließlich symbolisieren sie die unterschiedlichsten Seiten des Lebens an und für sich. Mitunter Seiten auch von uns selbst, als Bestandteile unserer Persönlichkeit. Facettenreichtum nennt man das dann wohl. Wobei man da nicht zu viel mit hinein interpretieren sollte, wie beim Ärzteblatt.. Ansonsten könnte man zu wirklich sehr schrägen Interpretationen kommen in diesem Fall eines biomechanische Masken Tattoos. Vielmehr kann man hier sagen, dass es um verschiedene Aspekte des Lebens ging. Einerseits solche die gefallen. Andererseits solche die verbinden.

Orientierungen des Lebens

Es ist ja nicht so als ob der Mensch eine Insel wäre. Er ist nicht alleine. Und das gilt genauso für Tätowierer. Dementsprechend kommt es durchaus mal vor, dass der ein oder andere Kunde den Stil von einem anderen Tattoo-Künstler gut findet und aber ansonsten so zufrieden mit meiner Arbeit ist, dass er oder sie mich darum bitten diesen Stil zu integrieren, so wie in diesem Fall. Das zentrale biomechanische Frauengesicht als Maske sollte an Arbeiten eines Kollegen angelehnt sein. Nicht kopiert, eigenständig wirkend. Mit dieser Vorgabe machte ich mich gerne an die Arbeit. Insbesondere weil Biomechanik die einzelnen Elemente verleimen sollte, wenngleich mit gewisser Vorgabe: keine freie Haut, lediglich Schwarz-Graue Schattierungen und hier und da weiße Highlights.

Es geht um Leben und Tod

Nun kann man die Aussage „Es geht um Leben und Tod“ als effekthascherisch bezeichnen. Und es mag auch banal sein. Allerdings ist eines klar. Es stimmt bei diesem biomechanische Masken Tattoo: Es geht um Leben und Tod. Unter das Frauengesicht wurde ein Totenschädel gesetzt. Allerdings lediglich teilweise. Mir gefiel die Ideee, den Totenschädel wie das Innere einer Uhr mit weggeklappten Deckel zu gestalten, insbesondere durch die Assoziation mit der Zeit, mit der Vergänglichkeit des Daseins. Nur nicht zu dominant, eher in der Art eines Schattens von dem Gesicht. Denn das war der wesentliche Inhalt des biomechanische Masken Tattoos, es sollte die einzelnen Stages des Lebens gekonnt miteinander verbinden, in dem Sinne die Lichtelement und die Schattenseiten.

Ausarbeitung aus einem Guss

Hätte es nicht in seiner Ausarbeitung aus einem Guss sein sollen, wäre auch eine tolle Kollage aus verschiedenen Stilelementen möglich gewesen. Weiter unten baute ich ein Zahnrad ein, als Symbol für die Verknüpfung von Leben und Tod in diesem Tattoo. Und die Biomechanik wurde als fließendes Element zum Überleiten von einem Zustand zum anderen Zustand eingesetzt. Besonders legte ich Wert darauf, dass einzelne Elemente aus zwei Perspektiven durchaus unterschiedliche Betrachtungen auslösen können. Beispielsweise ist am Unterarm eine Maske. Ein Zahn dieser Maske ist gleichzeitig das Horn von einem Teufels-Totenkopf. Auch an anderen Stellen morphen Elemente in einander hinein. Diese Ambiguität macht die Elemente des Lebens schließlich aus: nichts ist so wie es scheint, Zeit verändert die Perspektive.

Perspektivenwechsel

Und zum Schluss noch einen kleinen Perspektivenwechsel. Was macht man, wenn man über ein Programm stolpert, das in seiner Gesamtheit sehr facettenreich ist? Mit kindlicher Begeisterung spielen. Auch wenn ein paar Jahre her, Handy-Apps haben in der Zwischenzeit die selben Effekte mit wesentlich größerer Leichtigkeit integriert. Aber man weiß ja von dem Suchtverhalten, das von Handys ausgelöst wird. Zum Entstehen des Videos hatte ich mir auf jeden Fall keinen Stopper eingebaut. Und mich etwas begeistern können. Und dementsprechend etwas verspielt. Es könnte also etwas verspult sein.Sollte das der Fall sein, so verweise ich auf meine schrecklich verspielte Küntlernatur, bitte um Verzeihung, dass ich in ein Programm gefallen bin und hoffe trotzdem, dass rüber kommt, was zu sehen ist.

Zusammenfassung: Technik und Symbolik – Biomechanische Masken Tattoo

  • Stilistik & Genre: Dunkle Biomechanik im Schwarz-Grau-Stil (Black & Grey); Verzicht auf Farbe zugunsten massiver Kontraste und weißer Highlights.

  • Zentrale Motive: Morphendes Frauengesicht als Maske, kombiniert mit einem integrierten Totenschädel, der an das mechanische Innere einer Uhr erinnert.

  • Design-Konzept: „Alles aus einem Guss“; Vermeidung von Collagen-Optik durch fließende biomechanische Übergänge, die Sehnen, Muskeln und mechanische Bauteile wie Zahnräder verleimen.

  • Visuelle Ambiguität: Einsatz von Doppelfunktionen in der Zeichnung (z. B. ein Zahn der Maske fungiert gleichzeitig als Horn eines Teufels-Totenkopfes), um Perspektivenwechsel zu erzwingen.

  • Symbolik: Reflexion über die Vergänglichkeit (Vanitas) und die verschiedenen Facetten der menschlichen Persönlichkeit; Verbindung von Lichtelementen und Schattenseiten des Daseins.

  • Technische Umsetzung: Fokus auf lückenlose Hautabdeckung; Ausarbeitung von Tiefe durch komplexe Schattierungen zur Unterstreichung der „Stages of Life“.

  • Künstlerischer Fokus: Eigenständige Interpretation biomechanischer Einflüsse unter Wahrung eines kohärenten, organisch-mechanischen Gesamtbildes.

biomechanik Frau Maske