20 Dinge die du über das  Todes Tattoo wissen musst

20 Dinge die du über das Todes Tattoo wissen musst

 


Anatomie des Totentanzes

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    Pusteblume: Flauschige Transition.
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    Das Herz: Schienbein-Fokus.
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    Windspiel: Visuelle Akustik.
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    Noten: Stummer Rhythmus.
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    Schleife: Ladylike-Finish.
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    Schlange: Heimat-Hommage.
"Ein Totentanz ist kein grausamer Euphemismus, sondern eine Feier der Vergänglichkeit. Wenn die Pusteblume des Todes auf die Anatomie des Schienbeins trifft, wird das Tattoo zur Transition – eine Symphonie aus Gebeinen, Fledermäusen und der Leichtigkeit des Seins." — Roald Beyer über den tanzenden Tod und das Gebein-Konzept

20 Dinge die du über das Todes Tattoo wissen musst- in einem Tattoo

20 Dinge die du über das Todes Tattoo wissen musst sind furchtbar wichtig. Es sei denn du bist tot. Dann kannst du in der Regel nicht mehr rechnen. Rechnen ist primär eine zerebrale Fähigkeit. Bist du tot gibt es dein Gehirn nicht mehr als funktionierende  Einheit. Und das bedeutet: es ist dir gerade so ziemlich egal, ob 20 gleich zwanzig ist, denn du machst gerade eine lebensverändernde Erfahrung durch.

Der Tod als ewiger Tänzer oder Totentanz: Eine Allegorie der Leichtigkeit

Der tanzende Tod, der Totentanz, ist eine bekannte Allegorie für die Einfachheit, mit der Tod einen holen kann. Ein ewiger Reigen. Ein ewiger Tanz. In seiner Verbindung mit dem Letztendlichen etwas Fröhliches mithin, etwas Verspieltes. So auch dieses Todes Tattoo. So endgültig der Tod schließlich ist, das Bild des Tanzes gibt  auf  gewisse Art  Trost. Erstmals wurde der Totentanz nach der Pest 1350 in der europäischen Kunst thematisiert (Buendner Kunstmuseum lädt zum Tanz mit dem Tod ), iinzwischen handelt es sich um ein gängiges Motiv, wenn es um die Darstellung der Vergänglichkeit geht. Dabei liegt kein grausamer Euphemismus vor, wie er für andere Wege des Ablebens gebraucht wurde – Stichwort „Tanz am Strick“ für die Exekution mittels des Galgen – sondern um eine Sehnsucht, aber auch Ekstase.

Von Pusteblumen und Sensenmännern: Das Gebein-Konzept

Jetzt kann man berechtigterweise sagen, dass, wären die Wünsche nicht der Knochenmann und Fledermäuse, sondern beispielsweise Hund und Knochenmann gewesen, das Endergebnis wäre komplett anders ausgefallen. Aber die Ansage war Fledermäuse. Und halt der Sensenmann. Und als nächste Vorgabe das Bein, von oben bis unten. Der Tod nahm seinen Lauf. Die Vergänglichkeit musste gefeiert werden. Und so war eine der ersten Fragen, die ich mir gestellt habe: Wie kann man den Tod als Transition von einem Darseinszustand in den nächsten, von lebend zu tot in einer Leichtigkeit darstellen , die Seinesgleichen sucht? Dabei kam ich dann auf die Pusteblume, die Leichtigkeit, aber auch Vergänglichkeit und Fluffigkeit besser als andere Dinge in dieser Welt symbolisiert.

Anatomie im Wind Fluss: Wenn das Herz am Schienbein schlägt

Eine Fledermaus kann man als vieles bezeichnen. Sie wurden auch schon als vieles bezeichnet. Vor allem ist sie auf jeden Fall ein fliegendes Tier. Also musste ein luftiger Aufbau her. Und dann spielte mir die Stelle an und um das Bein herum weitere Streiche. Knie: Einfach, diffus, um der Bewegung im Laufe der Jahre nicht zu unterliegen. Schädel über das Knie. Brustkorb auf die Wade. Wie jetzt, am Schienbein ist ein schön ausgeprägter Muskelbauch? Was rundes. Darf es ein Herz sein? klare Antwort: Ja. Und wenn dort ein Herz ist, muss es ja eigentlich in dem Brustkorb fehlen.

Verspieltheit

Wenn eines ganz wichtig bei einem Motiv in dieser Größe ist, dann ist es Verspieltheit.  Denn wenn eines gar nicht geht, dann ist ein Totempfahl aus übereinander gestapelten Skeletten oder Schädeln. Das ist zwar sehr ernst.. Aber nicht weil es ein Todes Tattoo ist. Naja, geht vielleicht schon, ist aber nicht unbedingt Ladylike. Wobei ich nicht genau sagen kann, ob „Ladylike“ für Kiki als Beleidigung gelten könnte. Muss ich mal fragen. Trotzdem ist das eine große Fläche und der Aufbau zählt. Kontrast, Tiefe, Störer, Fluß, alles muss berücksichtigt werden. Denn sonst stehlen sich die einzelnen Elemente die Schau. Und die sollen sich ja unterstützen, und nicht unterdrücken.

Tattoo mit Vordergrund & Tiefe: Die Hierarchie der Einzelmotive

Um die Tiefe auch zu erreichen wurden die sich in den Vordergrund drängenden Elemente selektiert. Der Totenkopf? Nein das würde sich zwar anbieten, aber der ist nicht vorne. Das ist das Herz, das der Tod in der Hand hält. Die Fledermaus? in jedem Fall Vordergrund. Das Windspiel aus Knochen? Auf jeden Fall! Die Totenkopf- Noten? Auf ganz klar jeden Fall? Die Pusteblume des Todes? Nein, fluffig, weich. Die darf nicht hart sein. Selbst wenn sie noch so weit im Vordergrund schweben sollte. Dafür aber wiederum das Becken des Todes, dessen Hüftpfanne wunderschön auf den Knöchel gesetzt wurde.  Damit sich von dort die Wirbelsäule mitsamt Brustkorb in den Hintergrund verlieren kann. Diffus, weich, mit schwachem Kontrast.

Vielfalt der Einzelmotive

In seiner Vielfalt und seinem Aufbau habe ich dieses Tattoo extrem gefeiert. Der Tod itself. Ein Windspiel aus Knochen. Kleine Noten mit Totenköpfen. Kleine Pusteblumensamen mit Totenköpfen. Ein anatomisches Herzmodel, aufgeschnitten, das sich um den Stengel der Pusteblume windet. Ein herzloses Gerippe, das das Licht der Liebe in sich trägt. Und nicht zu vergessen: Eine Schleife, weil jede Dame braucht eine Schleife als Abschluss. Und die Schlange als Hommage an die Heimat Australien. Und nicht zu vergessen, putzige putzige Fledermäuse. Ich könnte bei diesem Tattoo noch so viel schreiben. Das Tattoo war ganz extrem ein Fest, ein Tanz des Todes.

Das Todes Tattoo als Erinnerung

Und während ich darüber nachdenke, fühle ich die Energie, die von jedem einzelnen Element ausgeht. Schädel Tattoos erinneren dich an deine Sterblichkeit. Schaue es dir an, dein Todes Tattoo. Es ist nicht nur ein Bild, es ist eine Geschichte, die erzählt werden will. Die Farben, die Formen, sie tanzen miteinander und schaffen eine Symphonie des Lebens und des Todes. Jedes Detail ist ein Zeugnis der Kreativität und der Leidenschaft, die in die Gestaltung geflossen sind. Es ist mehr als Kunst, es ist eine Verbindung zu den tiefsten Emotionen, die wir als Menschen erleben.

Zusammenfassung: Technik und Symbolik – Das Todes Tattoo

  • Stilistik & Motiv: Allegorischer Totentanz (Danse Macabre); Fusion aus makabren Elementen (Sensenmann, Knochenwindspiel) und fragiler Symbolik (Pusteblume).

  • Anatomische Flussoptimierung: Vollflächiges Bein-Konzept; Platzierung des Schädels auf dem Knie zur Wahrung der Formstabilität bei Bewegung; Brustkorb-Adaption auf der Wade.

  • Hierarchisches Layering: Gezielte Trennung von Vorder- und Hintergrund; Herz, Fledermäuse und Knochen-Noten als scharfe Fokus-Elemente; Wirbelsäule und Pusteblumen-Samen als diffuse, weiche Hintergrundstrukturen.

  • Biomechanische Integration: Platzierung der Hüftpfanne auf dem Knöchel als statischer Ankerpunkt für den Aufbau der Wirbelsäule; anatomisches Herzmodell als zentrales Verbindungselement am Schienbein.

  • Symbolische Details: „Mementi Mori“ in Kleinstform (Totenkopf-Noten, Totenkopf-Samen); Integration von persönlichen Hommagen (Schlange für Australien) und femininen Abschlüssen (Schleife).

  • Technische Herausforderung: Vermeidung der „Totempfahl-Optik“ durch dynamische Verspieltheit und variierende Kontraststärken über die gesamte Beinlänge.

“I flew from Australia to Munich, we got started, and now I have the artwork of my dreams forever etched on my body. I'm also already planning the next one. Thanks so much Raul, you're a genius!”

— Kiki M., Google Review (Brisbane to Munich)

F.A.Q. – Anatomie des Todes-Tattoos

F: Warum ist die Platzierung bei einem so großflächigen Motiv wie dem Totentanz-Bein entscheidend?

  • Antwort: Jedes Körperteil besitzt eine eigene Dynamik. Das Knie ist ein Gelenk mit hoher Bewegung, die Wade ein stark gewölbter Muskel. Wir platzieren den Schädel gezielt auf dem Knie, um die Formstabilität zu wahren, und setzen das Herz auf den Muskelbauch des Schienbeins. So „atmet“ das Motiv mit der Anatomie, anstatt durch Bewegung verzerrt zu werden.

F: Wirkt ein Tattoo mit so vielen Schädeln und Knochen nicht überladen oder „gestapelt“?

  • Antwort: Das vermeiden wir durch das Prinzip der visuellen Hierarchie. Statt eines „Totempfahl-Effekts“ nutzen wir unterschiedliche Kontraste und Tiefenebenen. Fokus-Elemente wie das Herz oder die Fledermäuse stehen scharf im Vordergrund, während die Wirbelsäule oder Pusteblumensamen als diffuse Strukturen weich in den Hintergrund treten.

F: Kann ein Todes-Motiv auch feminin oder „Ladylike“ wirken?

  • Antwort: Absolut. Der Totentanz ist eine Allegorie der Leichtigkeit, kein düsteres Mahnmal. Durch Details wie flauschige Pusteblumen-Samen, filigrane Noten-Elemente und den bewussten Abschluss mit einer Schleife brechen wir die Härte der Gebeine auf. Es entsteht eine Balance zwischen der Schwere des Todes und der Eleganz des Lebens.

Anatomie des Totentanzes

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    Die Pusteblume: Vergänglichkeit als flauschige Transition zwischen den Welten.
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    Das fehlende Herz: Anatomisch am Schienbein, emotional im Zentrum der Arbeit.
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    Knochen-Windspiel: Ein visuelles Geräusch, das die Stille des Todes bricht.
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    Totenkopf-Noten: Der stumme Rhythmus, zu dem der ewige Tänzer sich dreht.
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    Die Schleife: Der „Ladylike“-Abschluss – denn der Tod ist ein wahrer Gentleman.
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    Australische Schlange: Hommage an die Heimat, die sich um die Wirbelsäule windet.

 

 

 

 

 

 

Tattoo Geisha

Tattoo Geisha

 

 

 

"Das Leben ist so flüchtig wie die Kirschblüte, doch in der Kunst der Geisha und dem Flug des Kranichs finden wir die Ewigkeit. Zwischen Anmut und Strategie, zwischen Yin und Yang – ein Tattoo als Manifestation unvergänglicher Schönheit." — Roald Beyer

Tattoo Geisha & Mandschuren-Kranich: Japanische Symbolik auf Haut

Japan ist als Land der aufgehenden Sonne erfüllt von tiefgründigen Symbolen. Bereits durch die Naturreligion, den Shintoismus, besteht eine spirituelle Vorlage für japanische Tattoos. Der Shintoismus beruht auf animistischen Grundsätzen – einer belebten Welt voller Naturgeister (Kami) und Wesenheiten. Jedem Motiv ist ein eigener Symbolgehalt zugeordnet. So sind Kirschblüten-Tattoos (Sakura) eine Hommage an die flüchtige Schönheit des Augenblicks, die während des Hanami-Festes in ganz Japan zelebriert wird. Die Kirschblüte wird mit einem kurzen, aber blühenden Leben in Verbindung gebracht und erinnert an die Kostbarkeit der Zeit.

Lebenslanges Glück: Die Bedeutung der Tattoo-Geisha

Die Kirschblüte wird mit einem jungen Tod, einem kurzen, aber blühendem Leben in Verbindung gebracht. Während die Kirschblüte für die Vergänglichkeit steht, symbolisiert der Mandschuren-Kranich als japanischer Nationalvogel das exakte Gegenteil: Langlebigkeit, Treue und unerschütterliches Glück, Anmut zieht der Manschuren Kranich aus seiner schier einzigartigen, galanten Art des Balztanzes. Als Paar bleiben Kraniche ein Leben lang zusammen – ein Symbol für ewige Liebe, das perfekt mit der Anmut einer Geisha harmoniert. Die Verbindung zur Geisha ist auch optisch tief verwurzelt: Das weiße Federkleid erinnert an das traditionell geschminkte Gesicht der Unterhaltungskünstlerinnen, während der rote Fleck auf dem Kopf des Kranichs das markante Rot ihrer Lippen widerspiegelt.

Beinahe ewiges Leben .

Auch wird der rote runde Punkt auf dem Kopf mit dem weißen Federkleid in Assoziation mit der japanischen Fahne gebracht (Hinomaru), der roten Sonne auf weißem Grund. Besonders ist dabei neben dem roten Fleck der starke Kontrast zu den schwarzen Federspitzen, die ihn zu einer lebendigen Manifestation eines Yin-Yang-Symbols machen. Das tatsächliche Alter kommt nicht auf die ihm nachgesagten 1000 Jahre, dennoch ist er mit einer beachtlichen Langlebigkeit von um die 70 Jahren gesegnet. Zeit vergeht schnell, sie ist unwiederbringlich und gnadenlos schön, das Leben ist vergänglich? Daran stört sich der Kranich nicht. Und auch wenn der Grund für diese Kombination von Geisha und Kranich eine andere ist: symbolisch passen diese beiden Elemente dieses orientalischen Tattoos harmonisch zusammen.

Unterhaltung im Theatralischen

Die Geisha ist durch ihre besondere Stellung als Unterhalterin in Japan von besonderer Eigenheit. Schönheit, durch das Ideal der gleichmäßigen Schminke, ebenso wie der Makellosigkeit der Gesichtsoberfläche symbolisiert Alterslosigkeit. Es mutet puppenhaft an und versteckt dadurch auch die Erfahrung, die einer Person allgemein in das Gesicht geschrieben stehen. Hier tritt wieder die Verbindung zu dem Kranich zutage. Aber auch Unnahbarkeit ist ein wesentliches Merkmal, denn die Geisha unterhält durch Gesang, Tanz, wer den Balztanz der Manschuren Kraniche einmal hat sehen können, der kann eine Anmut , die in das Theatralische hinüber gleitet nicht verleugnen. Bei einer Geisha werden verschiedenste Rollen in einer Person vereint, Witze erzählen ebenso wie Schauspiel.

Schauspiel des Lebens

Schauspiel, Dramaturgie ebenso wie Komödie ist das innere Wesen der Geisha, um die Stimmung des Gastes je nach Moment und Notwendigkeit zu steuern und zu leiten bedarf es vielfacher Fertigkeiten wie Musizieren. Aber auch Strategie. Dadurch kann auch der Eindruck der Raffinesse, ja sogar der Verschlagenheit interpretiert werden, insbesondere als das Spiel „Go“ auch zu dem Repertoire der Geishas gehören soll. Somit symbolisiert sie auch durch die aufwendig gestalteten Kimonos nicht nur Schönheit, sondern eine Weiblichkeit auf einer hohen, fast schon losgelösten Ebene. Der Fächer als fast schon ikonisches Element, das gerne untrennbar mit der Geisha verbunden ist, hilft es doch auch die Unnahbarkeit und das Verspielte, Schauspielhafte zu unterstützen.

Schauspiel der Vergänglichkeit

In diesem Fall war die Anlehnung der verschiedenen Elemente des Tattoo auf dem Rücken Tattoo aufgebaut. Und als separates Sleeve Tattoo umgesetzt, denn die Geisha hatte einen besonderen Stellenwert im Leben der Trägerin. Als Orientierung für die Geisha wurde mir das Bild eines Farb-Holzschnittes aus dem Eigentum des Hauses der Dame übermittelt. Den Kimono gestaltete ich aus den, sich aus den Umständen anbietenden Einzelmotiven: Gingko-Blätter hätten sehr ansprechende, somit gewünschte Form in dem Kimono. Und somit war eigentlich ohne es gesagt zu haben alles gesagt. Die Mandschuren Kraniche wollte ich auch noch einmal einbringen. Und somit bot es sich an, die Mandschuren Kraniche in die Form von Gingko-Blättern zu bringen, sie im Muster mit den Kranichen zu verschmelzen und abzuwechseln.

Im ewigen Tanz der Zeit

Der Gingko ist wiederum ein Symbol für Ewigkeit, für Weisheit und Überleben. Die Kombination der Symbole ist so machtvoll, dass der Aufbau des Tattoos ein sehr ruhiger sein konnte. Getragen, anmutig. Über den gesamten Arm als Sleeve eigentlich als Hauptelement „nur“ den Kimono abbildend, der mit einer Landschaft aus sich über Steine ergießendem tosendem Wasser aufwartet, das verspielt in Muster aus Gingko und Kranichen übergeht, um dann im Untergewand und auf der Schulter in ein hypnotisches Muster integriert zu werden. Und am Unterarm noch ein tanzender Kranich.

 

 

Zusammenfassung: Technik & Symbolik

Geisha & Mandschuren-Kranich

  • Thematik: Fusion aus Shintoismus-Symbolik, Hanami-Ästhetik und Yin-Yang-Balance.

  • Design-Struktur: Einbindung einer Geisha mit Mandschuren-Kranich; Fokus auf fließende organische Übergänge im Geister- und Natur-Thema.

  • Layout-Technik: Kontrastierung von filigranen Gesichtszügen mit kräftigen Federstrukturen des Kranichs zur Erzeugung visueller Hierarchie.

 

 

 

Geisha Tattoo

Geisha Tattoo

 

"Wenn Yin-Yang eines ist, dann auch und vor allem in der Komposition zu berücksichtigen. Hell, Dunkel. Harmonisch. Keine Dominanz. Kein komplettes Überdecken der alten Elemente – eher Integration und die Liebe zum Detail." — Roald Beyer über die Entwicklung des Geisha Back Tattoos

Geisha Back Tattoo

Das Geisha Back Tattoo, nicht zu verwechseln mit einem Geisha Tattoo. Genau genommen ist die Trägerin keine Geisha. Wobei, kann man der sogenannten kulturellen Aneignung frönen ohne nativ dem japanischen Kulturkreis zugeordnet zu sein? Ein ganz klares „Ja“. denn Liebe zu der Kultur kann einen im inneren des Herzens wenigstens so  definieren, wie man es möchte. Denn wenn es eines gibt, dann ist es Liebe. Und Liebe kann alle Grenzen überwinden. Jaja, ich kleiner Hippie-Klugscheißer, ich. Nichtsdestotrotz, in dem Fall besteht die Liebe zum japanischen Kulturkreis und Tattoos.

Tattoo- Entwicklung

Wie so vieles im Leben ist die Entwicklung eines Tattoos auch oft mit der eigenen Entwicklung verbunden. Und da kann es durchaus vorkommen, dass die Entwicklung alte Entwicklungen mit beinhalten, also integrieren muss. So geschehen bei diesem Geisha Back Tattoo. In diesem Fall war das mit der Integration des alten Tattoos  mal gar nicht so einfach. Denn die Integration von dem alten Tribal auf der linken Schulter hatte durchaus seine Tücken. Aber zuerst zu dem Mandschuren Kranich.

Japanische Kraniche

Der japanische Kranich, oder auch Mandschuren- Kranich ist von seiner Art ein sehr freundlicher und höflicher Zeitgenosse. Er macht zur Balz Paartänze, die einfach nur schön und anmutig zu nennen sind. Die Tiere leben monogam, die Paarbindung hält ein ganzes Leben lang, ein Umstand der auch im Tierreich nicht der Normalität entspricht. Als Rückenmotiv durchweg interessant. Wie können die Grundgedanken des Yin-Yang-Prinzips, das im asiatischen Raum diesen Vögeln zugesprochen wird, auf einem Rücken umgesetzt werden? Schließlich ist der Rücken nicht einfach eine glatte Fläche, alles vergebend. Besonders die Falte des Brustkorbes ist nicht zu unterschätzen, was sich auch mit dem Kommentar der Trägerin „Naja, Corona-Lockdown hat seine Folgen gezeigt“ als weise Voraussicht bei der Erarbeitung des Konzeptes entpuppen durfte.

Erster Gedanke

Der erste Gedanke war recht schnell skizziert. Und genauso schnell vom Tisch. Denn die Aussage, das alte Tattoo könne auch überdeckt werden, wurde von mir recht frei interpretiert. Wobei frei der falsche Ausdruck ist, eher dem Körper und der Form entsprechend, allerdings auf zu diesem Zeitpunkt groß aufgezogenen Fokus. Allerdings, als der Gedanke mit dem Herren des Haus abgesprochen wurde kam das Veto. Und eine leichte Irritation meinerseits. Denn wenn Yin-Yang Eines ist, dann auch und vor allem in dem Haushalt der Dame zu berücksichtigen. Und in der Komposition. Hell, Dunkel. Harmonisch. Keine Dominanz. Kein komplettes Überdecken der alten Elemente. Also eher Integration..

Verbindung mit Körper

Und das mit der Körperform zu verbinden. Holla, das kann das Gehirn mal recht nett herausfordern. Somit war dann zu den Hauptelementen, den Kranichen, Kirschblüten gefunden, als farbiger Konterpart für das schwarze Tribal. Das Tribal in der Art von Ästen und Zweigen interpretiert und soweit überhaupt möglich mittels einem Vorgrund/Hintergrund-Schema angeordnet. Die Form der Kraniche wurde mit dem Körper an die Form des Brustkorbes angepasst. Die langen Beine so konzipiert, dass es nicht von Belang wäre, wenn es zu körperlichen Veränderungen kommen sollte. Zugegeben, das ist bei dem linken nicht auf das hintere Bein bezogen, die Beine der Tiere einfach zu spiegeln war nicht drinnen, ohne das platt wirken zu lassen.

Spielereien

Und natürlich kommt ein Tattoo wie dieses nicht ohne Spielereien aus. Weiche Schatten in den Körpern. Die schwarzen Flügelspitzen als Rahmen. Und schließlich die Libelle. Zur weiteren Auflockerung im unteren Bereich, zusammen mit Schilf im fließenden Wasser. Der Libelle wurde auf der anderen Seite der Koi entgegen gesetzt. Und nach erfolgreicher Skizze konnte ich feststellen, dass ich einen weiteren kreativen Vorschlag machen durfte. „Was hältst du denn davon, dass wir dem Koi auf den Körper Libellen als Schuppen zeichnen?“.

japanisches Tattoo München
Kirschblüten Kranich Manschurenkranich Tattoo japan Style
Koi Tattoo Libelle Dragonfly München<br />

 

 

 

 

 

 

Ganesha Tattoo

Ganesha Tattoo

Ganesha Tattoo

Ein Ganesha Tattoo kommt selten allein. Nein, es kann auch noch ein zweites Ganesha Tattoo dabei sein. Aber nehmen wir uns doch nochmal die Mühe und erklären, was es so mit Ganesha auf sich hat. Ganesha ist ein indischer Gott. Anscheinend ist er nicht nur in Indien einer der beliebtesten Götter. Darüber hinaus ist er wohl außerhalb Indiens der beliebteste Gott. Die Darstellungsformen von Ganesha sind wie bei allen indischen Göttern sehr umfänglich. Das kommt immer darauf an, welchen Aspekt er vor dem Betrachter ausbreiten soll. Laut einem Buch, das ich 2007 aus Indien mitgenommen habe gibt es basierend auf den die Meditation einleitenden Doppelversen Dyanas Shlokas 32 verschiedene Formen, in denen sich Ganesha darstellen kann. Und ja! Es soll den ein oder anderen Tätowierer geben, der über eine einigermaßen umfangreiche Bibliothek verfügt.

Tanzender Ganesha Tattoo

Unter den verschiedenen Darstellungen Ganeshas ist oft die tanzende Version zu finden. Schließlich ist Ganesha nicht nur der Beseitiger von Hindernissen, sondern wird auch als Gott der Kreativität angesehen. Poesie, Musik, Literatur und Tanz sind ihm zugeordnet. Und so wurde in dem vorliegenden Tattoo Ganesha einfach tanzend dargestellt. Darüber hinaus sollte er größtenteils in Grau sein, soweit ich  mich erinnere. Aber nicht zu dunkel. Nicht zu massiv. Und mit einem Heiligenschein um ihn herum, sowie einem Mantra in Sanskrit. Somit stand ich vor der üblichen Herausforderung, die einzelnen Elemente so in Zusammenhang zu setzen, dass sie sich unterstützen. Aus diesem Grund arbeitete ich Ganesha insgesamt in der Grauschattierung so flächig, wie möglich. Lediglich ein paar wenige Highlights wie die Stirn und die Handfläche mit dem Om-Zeichen sind mit Weiß gearbeitet. Abschließend schlug ich vor, um Ganesha noch eine Linie mit einem hellen Gelb zu setzen. Diese sollte dazu beitragen, Ganesha als gesamten Körper herauszustellen und nach vorne zu schieben. Allerdings ohne, dass eine komplette Fläche in Farbe gearbeitet werden musste.

tanzender Ganesha Tattoo it for life hits for life shit for life tattoo Münhen Taufkirchen
tanzender Ganesha mit Lotus Tattoo it for life hits for life shit for life tattoo Münhen Taufkirchen
tanzender Ganesha mit Süßem Tattoo it for life hits for life shit for life tattoo Münhen Taufkirchen

 

 

 

 

 

 

Biomechanik Teufel Tattoo

Biomechanik Teufel Tattoo

"In München malt man den Teufel nicht an die Wand, sondern lässt ihn sich mit bayerischer Gelassenheit direkt auf die Brust tätowieren. Es ist eine jahrelange Reise zur Mitte, wo Biomechanik und japanischer Oni zu einer untrennbaren Einheit verschmelzen." — Roald Beyer über das biomechanische Teufel Tattoo

Biomechanisches Teufel Tattoo: Eine jahrelange Reise zur Mitte

Der langsame Beginn eines monumentalen Projekts

Dieses biomechanische Teufel Tattoo auf der Brust ist weit mehr als nur ein Bild unter der Haut; es ist eine über Jahre gewachsene Komposition. Nach dem Motto „mühsam nährt sich das Eichhörnchen“ nahm dieses Projekt seinen Anfang, lange bevor das finale Motiv überhaupt Gestalt annahm. Es begann schlicht mit der linken Brustseite. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht im Fernsten daran gedacht worden, dass die Reise eines Tages in ein monumentales, biomechanisches Teufel Tattoo münden würde. Doch im Tätowier-Handwerk gilt: Eins nach dem anderen. Jede Linie und jede Schattierung bereitet den Boden für das, was noch folgen mag, und lässt das Gesamtbild organisch reifen.

Die romantische Verbindung zum Schmerz

Wie jeder Kenner weiß, ist der Tätowierte ein ganz eigenes Tierchen. Er schätzt das Rohe, das Unverfälschte. Farbe ist hierbei oft die Grundlage für das, was man als „dreckig“ und charakterstark bezeichnet. Es geht um das Erleben des Moments, das oft untrennbar mit Schmerz verbunden ist – oder zumindest so viel davon, wie gerade noch zu ertragen bleibt. Ob man dies als echtes „Mögen“ bezeichnen kann, bleibt offen; es gleicht eher einer romantischen Verbindung zum Schmerz. Eine Nadelphobie ist dem passionierten Sammler fremd. Er lacht über die Widrigkeiten des Lebens, denn in jedem Termin stirbt er symbolisch tausend Tode, nur um verändert wieder aufzustehen.

Initiationsriten und bayerische Gemütlichkeit

In München gehen wir die Sache gemütlich an. Hier malt man den Teufel nicht einfach nur an die Wand, sondern lässt ihn sich mit bayerischer Gelassenheit direkt auf die Brust tätowieren. Diese Prozedur lässt sich fast mit den Initiationsriten alter Kulturen vergleichen. Während die moderne Gesellschaft oft dazu neigt, ihre Nachkommen als bloße Rentengaranten zu instrumentalisieren, sucht der Tätowierte nach einer tieferen Bestätigung seiner Existenz. Er braucht es „links, rechts und geradeaus“ – und zwar schön langsam. In der Ruhe liegt die Kraft, besonders wenn es darum geht, großflächige Biomechanik-Konzepte über einen langen Zeitraum hinweg schmerzhaft, aber nachhaltig zu realisieren.

Körpertreffer: Kontraste zwischen den Brustseiten

Obschon das allgemeine Verständnis oft vermittelt, dass es im Leben klassisch „mitten in die Fresse“ gehen muss, halten wir uns bei diesem Projekt an eine andere Taktik. Wir landen gezielte Körpertreffer in Form klarer Punkte auf der Brust. Der nächste Schlag war die Gestaltung der rechten Brustseite. Um einen spannungsvollen Kontrast zur bereits fertigen linken Seite zu schaffen, verzichteten wir hier bewusst auf Farbe. Wir lieben die Abwechslung zwischen Schwarz-Grau und Bunten Elementen. Dies rührte auch daher, dass das neue Tattoo harmonisch unter ein bereits bestehendes graues Motiv integriert werden musste, ohne dessen Wirkung zu schmälern.

Biomechanik als Gaumenschmaus für Kenner

Zu diesem Zeitpunkt war ein biomechanisches Teufel Tattoo in seiner jetzigen Form noch immer nicht in Planung. Doch die Weichen waren durch die Entscheidung für die Biomechanik bereits gestellt. Biomechanik ist für den Liebhaber dieser Kunstform ein wahrer Gaumenschmaus – „fingerlicking good“, wie man im Englischen sagen würde. Die Art und Weise, wie mechanische Strukturen mit menschlicher Anatomie verschmelzen, fasziniert durch ihre Logik und Ästhetik zugleich. Es ist die perfekte Grundlage, um komplexe Geschichten auf der Haut zu erzählen, die über die Jahre hinweg immer wieder erweitert und verfeinert werden können, bis das große Ganze sichtbar wird.

Horizontöffnung durch kreatives Abschweifen

Man sagt oft, man solle nicht in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt. Doch manchmal zwingt uns das Leben dazu, genau das zu tun. Wir nennen es Erweiterung oder das Öffnen des Horizonts. Um aus der eigenen Wohlfühlsphäre auszubrechen, verließen wir für eine Weile das zentrale Brustprojekt und schweiften über die Arme ab. Hier flossen exotische Einflüsse ein, während wir der Biomechanik als stilistischem Kern stets treu blieben. Sie ist der Leim, der die gesamte Materie auf dem Körper zusammenhält und für einen roten Faden sorgt. Jedes Seitenelement dient der späteren Rückkehr zum Zentrum der Brust.

Die Rückkehr zum Ursprung der Tätowierung

Diese Reise über die Extremitäten war notwendig, um den Körper als Gesamtkunstwerk zu begreifen. Während wir uns langsam nach unten arbeiteten, reifte die Erkenntnis, dass alle Wege schließlich wieder zurück zum Ursprung führen müssen. Das Abschweifen ermöglichte es uns, Techniken zu testen und Kontraste zu schärfen, die später im Zentrum des Körpers ihre volle Wirkung entfalten sollten. Eine jahrelange Reise durch verschiedene Stile findet schließlich ihr Ziel in der Konzentration auf das Wesentliche. Die Biomechanik dient dabei als Brücke zwischen den verschiedenen Phasen der Tätowierung und schafft eine Verbindung, die über die Zeit hinaus Bestand hat. Die Distanz schärfte letztlich den Blick.

Japanischer Oni trifft auf moderne Mechanik

Ist die Mitte nicht immer das Naheliegendste? Das zentrale Element, das alles zusammenhält, muss schließlich seinen Weg zurück zum Ursprung finden. Nach unserer jahrelangen Odyssee sind wir dort angekommen, wo wir eigentlich immer hin wollten: beim biomechanischen Teufel Tattoo. Inspiriert vom japanischen Stil, sollte das Motiv großflächig, klar und deutlich werden. Ein „Oni“ – der klassische japanische Dämon – bildet das Herzstück. Dabei stellte sich die technische Frage: Wie leiten wir von der farbigen linken Brust und der schwarz-grauen rechten Brust harmonisch in die neue, zentrale Mitte über? Die Antwort lag in der Komposition und dem Spiel mit tiefenräumlichen Strukturen.

Anatomische Anpassung auf den Rippenbögen

Um nicht in zu viel Verspieltheit abzudriften, wurde der Oni groß und dominant angelegt. Seine Züge nehmen die Anatomie des Trägers perfekt auf. Die Wangen des Teufel Tattoos sitzen auf den Rippenbögen und nutzen die natürliche Wölbung des Brustkorbs aus, um Plastizität zu erzeugen. Der Übergang zwischen dem japanischen Flachstil und der tiefenräumlichen Biomechanik erfordert Fingerspitzengefühl. Wir kombinierten die klaren Linien des Orients mit den schattierten Details der Mechanik, um eine Brücke zwischen den bereits vorhandenen Tattoos zu schlagen. So entstand ein Hybrid-Stil, der sowohl Tradition als auch futuristische Ästhetik atmet und beide Brustseiten visuell kraftvoll miteinander verankert.

Das dritte Auge als intensiver Fixpunkt

Das Motiv entstand förmlich vor dem „dritten Auge“ – nicht meinem, sondern dem zentral in der Brustmitte platzierten Auge des Teufels. Dies bot die perfekte Option, um einen weiteren Fixpunkt für den Betrachter zu schaffen. Umgeben von feurigen Augenbrauen, strahlt dieses Auge eine besondere Intensität aus. Und was wäre ein Teufel Tattoo ohne des Teufel seine Hörner? Diese wurden so positioniert, dass sie den Fluss der Schlüsselbeine aufnehmen und den Blick nach oben leiten. Es ist ein Spiel mit Formen, das die Biomechanik an den Seiten wieder aufgreift und so den Kreis zur restlichen Tätowierung schließt. Jedes Detail dient der finalen Symmetrie.

Ein zeitloses Kunstwerk durch Geduld

Am Ende ist dieses Projekt ein Beweis dafür, dass gute Dinge Zeit brauchen. Ein biomechanisches Teufel Tattoo dieser Größenordnung lässt sich nicht übers Knie brechen. Es ist das Ergebnis von Vertrauen, Schmerzresistenz und einer klaren künstlerischen Vision, die über Jahre hinweg gereift ist. Die Kombination aus japanischen Einflüssen und biomechanischer Struktur schafft ein zeitloses Kunstwerk, das die individuelle Geschichte des Trägers auf seiner Haut verewigt. Nichts ist zufällig, jede Schattierung hat ihren Platz in diesem komplexen Gefüge aus Fleisch, Metall und Mythologie, das nun stolz die Brustmitte dominiert und als Ankerpunkt für zukünftige Erweiterungen dient.

Zusammenfassung: Technik & Symbolik

  • Stilistik & Genre: Progressiver Biomechanik-Hybrid unter Integration klassischer japanischer Ikonografie (Oni-Maske).

  • Anatomische Platzierung: Vollflächiger zentraler Thorax mit Ausläufern auf die Rippenbögen; Nutzung der konvexen Topografie für plastische Wangentiefe.

  • Farbmetrik: Synchronisation disparater Bestandsdaten; Zusammenführung von Black & Grey (rechts) und Vollfarbe (links) durch zentrale Symmetrie.

  • Visuelle Leitelemente: Zentrales „Drittes Auge“ als Ankerpunkt; Hörner als Vektoren zur optischen Schulterverbreiterung.

  • Projekt-Typus: Langzeit-Kuration (Körpertreffer-Konzept); organisches Wachstum über mehrere Jahre zur Sicherstellung anatomischer Stimmigkeit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ganesha Tattoo

Ganesha Tattoo

 

"Die Form der Wade ist keine Hilfe, wenn man einen elefantenköpfigen Gott darauf verewigen will. Durch die dreiköpfige Ausführung des Trimukha Ganapati konnten wir ihn 'um die Wade wickeln' und die Parallaxenverschiebung durch geometrische Linsenformen austricksen." — Roald Beyer über die Geometrie des Ganesha Tattoos

Trimukha Ganapati: Der dreiköpfige Ganesha als Tattoo

Das Ganesha Tattoo mit dem elfantenköpfigen Gott in einer dreiköpfigen Version. Genannt Trimukha Ganapati laut dem schlauen Buch, das ich zu Rate ziehen konnte. Ganesha ist ein elefantenköpfiger indischer Gott. Er gilt als der Beseitiger von Hindernissen. Gleichzeitig ist er durch seine große Körperkraft auch Inbegriff für die Fähigkeit, selbst ein Hindernis zu sein. In Indien erfreuen sich nur wenige Götter derart großer Beliebtheit wie er. Und so ist es natürlich auch meinerseits eine Freude, ihn mal  wieder tätowieren zu dürfen. Vor allem in einer derartigen, dreiköpfigen Ausführung, nicht wie sonst in einköpfiger Form in einem Tattoo. Der ursprüngliche Gedanke war natürlich nicht so ausgegoren. Das kam erst mit ein wenig Gedanken-Ping-Pong.

Anatomische Herausforderung: Die Wade als Leinwand

Ort des Geschehens für das Ganesha Tattoo sollte die Wade sein, genauer der hintere Teil der Wade. Allerding sollte das auch seitlich zu sehen sein. Dadurch wurde es von der Form der Wade zu einem „kleinen“ Problem. Wie sollte das Verhältnis zwischen Kopf und Körper gewahrt sein? Wie konnte vermieden werden, dass seitlich nur „untergeordnete“ Körperteile zu sehen sind? Die Form der Wade ist ja nicht unbedingt eine Hilfe, wenn man einen Kopf und einen sich nach unten verjüngenden Körper darauf verewigen soll. Der Kopf würde überverhältnismäßig groß werden. Und comicartig nach dem Kindchenschema sollte es dann doch nicht werden.

Um die Ecke gedacht: Warum drei Köpfe besser wickeln als einer

Es ist ja nicht so, als ob der Körper eckig wäre. Besonders im Fall der Wade eher rund. Allerdings war es in dem Fall notwendig, ein wenig um die Ecke zu denken. Und da kamen dann auch die 18 Arme um die Ecke in das Ganesha Tattoo geschliddert. Besonders der Blickwinkel auf die Wade ist nicht immer direkt von  hinten. Gegenteilig wäre es unvorteilhaft, sähe man ihn von der Seite. Denn dann wäre von der Seitenansicht hauptsächlich Ohr zu sehen. Braucht man Ohr? Eher weniger. Deswegen galt es das Verhältnis zu verändern. So kam es zu dem Gedanken, warum denn nicht dreiköpfig machen? Dann könnte man ihn besser sozusagen um die Wade wickeln.

Geometrie und Hypnose: Das Spiel mit Kreisen und Linsen

Um die obere Wadenform besser zur Geltung zu bringen wurde eine Ansammlung von Linsenformen und Kreisen abgewechselt. Fast schon hypnotisch, die Metaebene des Ganesha Tattoos. Durch die Linsenform wird die sich nach unten verjüngende Form der Wade in kleiner nachgezeichnet. In dem Sinne kann man sich einen Rahmen vorstellen, der immer kleiner nach gezeichnet wird. Dagegen ist der Muskelbauch der Wade durch das Rund des Flammenscheins „aufgefangen“, wenngleich nach oben versetzt. Der Mittelpunkt des gedachten Kreises des Muskelbauches ist allerdings durch das Zeichen auf der Stirn von Ganesha festgelegt. Die Köpfe der seitlichen Ganesha sind, um der Parallaxenverschiebung durch die Form der Wade zu begegnen, im Verhältnis zu dem mittleren Kopf höher gesetzt und ergeben wiederum eine Linsenform.

Ganesha skipped Leg-Day? Die Lösung für die Sehnen-Verformung

Und die Arme? Nun, wieder ein Kreis, gedacht treffen sich diese Formen an dem höchstmöglichen Punkt einer Tangente des Strahlenkreises. Woe, wenn ich das nachlese liest sich das nach Klugscheißer Modus. Anyway. Neustart. Ganesha wird in der Regel gerne im Lotussitz dargestellt. Um die Sehnen der Wade nach unten hin nicht zu verformen wurde Ganesha nicht in einem Lotussitz, sondern mit übergeschlagenen Beinen dargestellt. Dadurch konnte ich eine Verkürzung und Verschmälerung erreichen, die der Form unten entspricht. Es gibt nicht viel, das so lustig aussieht wie breiter Oberkörper auf Beinen, die noch nie von Leg-Day gehört haben. Elefanten bieten sich da irgendwie an, wenn sie so sitzen.

Attribute und Mudras: Die Symbolik der 18 Hände

Ganesha, wie allgemein alle Götter des indischen Pantheon, ist oftmals mit einer Reihe an Eigenschaften dargestellt. In der Regel sind die Hände oder Handzeichen (Mudras) der mehrarmigen Gottheiten mit vielfältigen Attributen der Gottheit gleich zu setzen. Schließlich bezeichnen Attribute eine Gottheit genauer, zeigen wie hier die segnende Hand, als auch die beschützende Hand. Alleine die Attribute in dem Kreis der Arme/Hände zusammen zu bekommen hat Andi eine gewisse Qual der Wahl beschert. Trotz allem haben wir das Teil nicht zu verspielt gemacht, sondern klar und „einfach“, nur die Armreife und die Attribute farbig. Schließlich konnten sie dadurch nach vorne geholt werden und ein wenig tanzen. Wenn schon der Platz für das Ganesha Tattoo den Gott nicht tanzen lassen konnte.

Fokus durch Farbe: Krone, Flammenschein und der Dreizack

Die oben beschriebenen Kreis und Linsenformen wurden durch Farbe unterstützend in den Fokus geschoben. Natürlich war Farbe bei Krone und Flammenschein ein Muss. Dadurch konnte auch der Fokus zentriert werden. Rot ist eine Signalfarbe, die vordergründig wirkt. Rein evolutionshistorisch ist Rot sofort zu erkennen. Der Dreizack auf der Stirn ist durch die Kombination von Form und Farbe das erste, das unterschwellig auffällt. Ferner wird die Tiara-Krone durch das Rot-Orange der Armreifen nach vorne geschoben , da helle Farbe. Gleichzeitig wird sie durch die Form der Rüssel-Blume nach vorne gezogen. Die Linien in der Krone sind übrigens mal wieder kein Schwarz und kein Grau, sondern eine Farbmischung. Wenn man es nicht gesagt bekommt würde man es nicht denken.

 

Auf einen Blick: Das technische Setup

Ganesha (Trimukha Ganapati)

  • Stilistik & Motiv: Dreiköpfige Version des elefantenköpfigen Gottes (Trimukha Ganapati) mit 18 Armen.

  • Anatomische Anpassung: Strategische „Umwicklung“ der Wade zur Überwindung der Parallaxenverschiebung und Vermeidung des Kindchenschemas.

  • Geometrisches Konzept: Wechselspiel aus Linsenformen und Kreisen zur optischen Unterstützung der Muskelanatomie; Mittelpunktfixierung durch das Stirnzeichen.

  • Komposition: Übergeschlagene Beine statt Lotussitz zur Vermeidung von Verzerrungen im Sehnenbereich der unteren Wade.

  • Farb- & Fokusmanagement: Einsatz von Rot (Signalfarbe) für Krone, Flammenschein und Dreizack zur Zentrierung der Aufmerksamkeit.

japan Oni Maske in Bayerischer Landschaft Tattoo München

japan Oni Maske in Bayerischer Landschaft Tattoo München

Oni Japan Tattoo: Eine bayerische Schnitzeljagd auf Asiatisch

Die Excel-Liste und das bayerische Chaos

Was ist eines meiner gößten Feste und gleichzeitig eines meiner größten Grauen? Wie kommt man in der Bayerischen Landschaft, rund um München an so ein Oni Japan Tattoo? Vor allem wenn man noch gar nicht weiß, dass man so ein Oni Tattoo überhaupt haben will? Und wie platziert man 82 Stichwörter aus einer Xcel-Liste in einem Tattoo? Es stellen sich Fragen. Der guade Mann, ist ein Freund der Berge und von München, und natürlich des Landes Bayern. Und auch wenn es auf den ersten Blick nicht so ganz nachvollziehbar sein mag, auch von Japan, wenigstens was den Tattoo Stil anbetrifft. Ach ja, auch von Bayern München, aber das kommt noch später mit in das Bild, dort als Tattoo im Innenarm.

Von der Isar zum Onigawara

Also jetzt erst mal ohne Fußball. Ohne Bayern München. Dafür mit der Isar, und dort mitm Floß runter. Denn schließlich hat man ja beim gepflegten Japan Tattoo ganz gerne mal ein wenig Wasser. Und nachdem es so zu scheint, dass Oni als Onigawara auf japanischen Häusern gerne mal als Wasserspeier verwendet werden schließt sich fast schon wieder der Kreis. Ich habe eine wahnsinnig toll ausgearbeitete Din A 4 Excel Liste vorgelegt bekommen. Ganze 2 Seiten. Mit 82 Positionen alles zusammen. Aufgeteilt in die Kategorien: Natur, Kulinarik, Bauwerke, Tradition, Typisch. Man merkt, dass der Mann studiert hat. Jedes der Elemente mit positiver, neutraler und negativer Belegung. Als ob es nicht ausreichen würde, als Diplom Geograph geht dieser Mann in die Tiefe.

Prioritäten und die bayerische Wahlfreiheit

Die Elemente sind mit Prioritäten von 1 bis 5 aufgelistet. So, als Beispiel, der traditionelle Zipfeklatscher, neutral, mit einer 5. Oder eben die Isar, natürlich positiv eine 1. Und ich durfte, naja, wie es halt so ist in Bayern, ich durfte wählen. Denn selbst wenn traditionell positiv mit einer 1 der König Ludwig, da Loui, das heimliche Staatsoberhaupt ist, selbst nach seinem Ableben dürfen wir wählen. Denn irgendetwas muss man ja tun, bei der typisch negativen CSU mit einer 5. Passiert nicht oft, dass jemand so ausführlich seine Gedanken strukturiert an mich heranträgt. Toll das, jaja. Und jetzt durfte ich ein wenig künstlerisches Chaos in die Ordnung bringen und aus der strengen Hierarchie in das Bildliche übersetzen.

Recherche und die asiatische Brille

Und dazu, aber das ist eben mein Anspruch, auch noch eine in sich stimmige Geschichte erzählen. Ein wenig Gedanken machen muss sich der Mensch. Denn es ist immer noch nicht zu Ende: Ich muss das Ganze durch die Brille des passionierten Japan-Tattoostil-Freundes betrachten. Das ist Ganz wichtig, bitte auf Asiatisch gemacht. Auf Japan Tattoo. Somit bin ich gefordert: Recherchen, Bücher wälzen, auswerten, Links folgen, dass es eine Freude ist. Eine reine Schnitzeljagd. Zusammenfassend kann man sagen ich habe mich wund geschürft und Recherchen gemacht, was das das Herz begehrt. Bis auf eine negativ besetzte Sache habe ich nur die Nummer 1 und 2 Top Notch Elemente verwendet. Man darf raten, was mag die typisch negative 5 wohl sein?

Geographische Freiheit und Storytelling

Jetzt stellt sich die Frage, denn: der Mann kennt sich aus, als Geograph. Dem kann ich nichts unterschieben. Der weiß das. Oder er recherchiert das. Aber ich fürchte fast, so wie ich ihn kenne, der weiß das tatsächlich, ohne nachzuschauen. Aber zurück zu Frage: kann ein Oni die Isar ausspeien? Ist das dann künstlerische Freiheit? Stimmt das denn so, rein geographisch? Die Isar kommt doch eigentlich aus dem Hinterautal bei Scharnitz in Tirol. Aber mein inneres Bild zeigt einen speienden Oni, den ich im Storytelling die Höllenbachklamm symbolisierend integrieren möchte. Obwohl die Isar doch gar nicht von der kommt? Nun, mir klingeln die Ohren mit einem theatralischen „Aufgepasst“, das ich schon des Öfteren aus dem Mund dieses Mannes hören konnte.

Höllentalklamm und bayerische Geographie

Aus der Höllentalklamm entspringt in diesem Fall der Quell des Tattoo Spaßes. Die Isar, natürlich. Das kommt aus dem keltischen Isaria, die Wilde. Oder auch nicht! Darüber dürfen sich andere streiten. Aber, noch einmal: Aufgepasst! Der Hammersbach fließt durch die Höllentalklamm, danach in die Loisach und später in die Isar, also bayerische Geographie einfach erklärt. Und so kamen zusammen: die Höllentalklamm- als Perchten Maske von einem japanischen Oni. Die war zwar nicht mit auf der 82 teiligen Liste, aber so etwas kann man ja im Rahmen des Brainstormings durchaus noch geringfügig erweitern. Meinerseits vorgeschlagen der Teufelstisch, eine Felsformation im bayerischen Wald – als Tisch, mit einem kleinen Kletterer dran. Darauf die Brezn, eigentlich fast typisch, aber nein, kulinarisch.

Strategische Platzierung und der Löwe

Ebenso das Weißbier. Die Türme der Frauenkirche, transluzent im Wasser eingebaut. Der Aloisius – oben in den Wolken über das schöne Schauspiel wachend, eingebaut in eine Wind- und Wolkenspirale japanischer Stilart in der Mitte des Delta. Wo denn sonst? Denn besonders in einem so komplexen Sachgemenge darf man die Anatomie nicht außer Augen lassen. Das muss alles strategisch plaziert werden, um den einzelnen Positionen nicht den Wert zu nehmen und sie untergehen zu lassen. Wer darf nicht fehlen, wenn es um Bayern geht? Richtig! Der bayerische Löwe. Der wird als Foo Dog Tempel-Wächter Figur zum Steuermann des Floßes gemacht, dass da im Schwall die Isar runter fährt. Das Steuerruder fungiert als Nase der Oni-Maske.

Isar-Dynamik und kulinarischer Flachs

Und natürlich die Isar, die schafft die Dynamik in diesem Bild, die Überleitung von Bizeps zu Trizeps im Gewand japanischer Wasser-Bars. Auf meine Frage, ob es auch noch ein wenig Flachs geben darf kommt ein zustimendes „Ja“. Natürlich darf a Hendl, kulinarisch neutral mit einer 3 in ein traditionell positives Vierer-Dirndl gewandet nicht fehlen. Und zum Schluss, für alle Freunde des gepflegten Ratens. Da haben wir sie, die traditionell negative 5. Dazu muss ich sagen, ich mache ja keine politischen Tattoos. Aber das ist halt eben Tradition, und Tradition muss gewahrt werden. Unsere hochgeliebte bayerische CSU darf als Unke, neben dem bayerischen Löwen, aufgeregt auf das nächste Hindernis deuten. Bayern Liebe, die unter die Haut geht.

Zusammenfassung: Technik und Symbolik – Oni Japan Tattoo

  • Stilistik & Design: Japanische Tattoo-Art (Irezumi) kombiniert mit bayerischer Ikonografie. Eine Oni-Maske wird als bayerische Perchten-Maske interpretiert.

  • Anatomische Integration: Strategische Platzierung komplexer Elemente auf dem Delta, Bizeps und Trizeps; Integration der Frauenkirche in Wasser-Bars zur Nutzung der Arm-Rundung.

  • Symbolik & Storytelling: Umsetzung einer 82-teiligen Excel-Liste; der bayerische Löwe als Foo Dog steuert ein Isar-Floß, die Isar entspringt symbolisch aus der Höllentalklamm.

  • Kreative Highlights: Ein Dirndl-tragendes Hendl (kulinarische Neutralität) und eine CSU-Unke (traditionelle Negativ-Priorität 5) als humoristische Randnotizen.

  • Geographischer Kontext: Künstlerische Aufarbeitung bayerischer Landschaften (Höllentalklamm, Isar, Teufelstisch) durch die Brille japanischer Naturdarstellung.

F.A.Q. – Bayerisches Oni Tattoo in München

Wie verbindet man japanischen Stil mit bayerischen Motiven? Durch die visuelle Analogie. Ein bayerischer Löwe lässt sich perfekt als japanischer Foo Dog (Karashishi) stilisieren, während Gebirgsbäche wie die Isar in der klassischen Form japanischer Wasser-Elemente (Water-Bars) dargestellt werden können.

Was war die größte Herausforderung bei der 82-teiligen Liste? Die anatomische Hierarchie. Man darf die Anatomie nicht außer Augen lassen; wichtige Elemente (Priorität 1) müssen auf den prominenten Muskelbäuchen liegen, während humoristische Details in den Wind- und Wolkenspiralen des Hintergrunds Platz finden.

Warum wird eine Perchten-Maske als Oni dargestellt? Beide Kulturen nutzen Dämonenmasken zum Schutz oder zur Darstellung von Naturkräften. Die Höllentalklamm als Oni-Maske zu interpretieren, verbindet den bayerischen Perchten-Brauch mit der japanischen Onigawara-Tradition (Wasserspeier).

Phönix Tattoo München

Phönix Tattoo München

 

Phönix Tattoo

Tätowierungen sind Symbole. Das waren sie schon seit Beginn der Menschheitsgeschichte. Und oftmals sind es die äußeren Umstände, die einen dazu animieren, sich wieder aufs Neue zu verändern. Sich zu verändern, sich zu erneuern. Das Symbol für die Erneuerung schlechthin ist der Phönix, der alle Jahre wieder einen Zyklus durchläuft, in dem er in die Sonne fliegt, um dort zu verbrennen. Um dann aus seiner eigenen Asche wieder aufzusteigen, in den Himmel, in die Sonne.

In diesem Fall war es so gelagert, dass sich eine an und für sich hoffnungsvolle Beziehung dem Ende zugeneigt hatte. Die Situation war durch diverse Umstände verfahren und war dabei, sich ihren Weg zur Lösung zu suchen. Auch wenn das am Anfang nicht beabsichtigt war kam es zur Trennung. Und ein paar Wochen nachdem wir das Tattoo beendet hatten, begegnete ich einem strahlenden Mann, der sich in einer neuen Beziehung befand. Ich wünsche dabei alles Gute, und nicht dass das wieder verglüht 😉 .

Der Unterarm war eine Überarbeitung/ Überdeckung von ein paar Schriftzeichen. Der Vogel in seiner stilistischen Ausrichtung sollte im japanischen Stil sein. Mit vielen freien Stellen, die sich auflockernd auswirken sollten, Wind der über den Vogel streicht und Ähnliches.  Ich schlug für die Federn etwas „Fluffiges“ vor. Schließlich kann ein Vogel mit Schuppen nur schwer fliegen, so etwas schwimmt in der Regel, oder geht unter. Soll ja kein Panzerfahrzeug sein, so ein Phönix. Da am Unterarm Farbe bei einem alten Tattoo mit im Spiel war dachte ich, es wäre hilfreich die Flammen aufzugreifen und weiterzuführen. Aber nur im Rot- Ton, um das Ganze nicht zu sehr in Farbe zu baden. Auf der Schulter ist die Sonne angedeutet, die sich hinter Wolken diesig abzeichnet. Ich habe sie leichtest schattiert, damit noch ein gewisser Kontrast zu der Windspirale geleistet war, die sich Hautfarben immer am Besten in den Vordergrund schieben kann.

https://de.wikipedia.org › wiki › Phönix_(Mythologie)

https://www.t-online.de/leben/familie/id_75938944/der-mythos-des-phoenix-feuervogel-aus-aegypten.html

https://www.house-of-fantasy.de/fabelwesen-phoenix.html

https://www.tagesspiegel.de/wissen/der-flug-des-phoenix/6536044.html

 

Video

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geisha Rücken Fullback Cover up Tattoo

Geisha Rücken Fullback Cover up Tattoo

Die Geisha als Mysterium

„Schönheit symbolisiert Alterslosigkeit. Unnahbarkeit ist ein wesentliches Merkmal, denn die Geisha unterhält durch Gesang und Tanz – und versteckt sich spielerisch hinter einem Fächer.“

— Roald Beyer über die Symbolik der Geisha

Geisha Tattoo Cover up: Die Kunst der japanischen Überdeckung

Die Geisha, als eines der japanischen Mysterien, ist immer wieder faszinierend, durch ihre besondere Stellung als Unterhalterin in Japan von besonderer Eigenheit. Schönheit, durch das Ideal der gleichmäßigen Schminke, ebenso wie der Makellosigkeit der Gesichtsoberfläche symbolisiert Alterslosigkeit. Es mutet puppenhaft an und versteckt dadurch auch die Erfahrung, die einer Person allgemein in das Gesicht geschrieben stehen. Unnahbarkeit ist ein wesentliches Merkmal, denn die Geisha unterhält durch Gesang, Tanz, und versteckt sich spielerisch hinter einem Fächer. Dabei ist die besondere Eigenschaft des Fächers nicht zu unterschätzen. Er ist nicht nur Symbol für Glück und Entwicklung, Entfaltung und die Ausbreitung des Lebens von einem Festen Punkt, der Geburt, aus. Er ist auch ein Symbol für den Wohlstand.

Unschuldige Vermutung und der Tessen-Kampffächer

Allerdings dürfte es sich um unschuldige Vermutung handeln, dass der Fächer lediglich das Accessoire einer Dame wäre. Denn es gibt auch den anderen Fächer in der japanischen Tattoo Kunst und Symbolik: den Tessen, der in der Tat ein Kampffächer ist. Zum Zweck der Täuschung einem eigentlich harmlos anmutenden Hilfs-Bekleidungsstückes ähnlich, aber mit scharfen Klingen ausgestattet, war sein Zweck, den Träger, oftmals Samurai nach dem Abnehmen seiner Waffen nicht wehrlos zurück zu lassen, wenn er sich im Hause eines anderen Samurai einfand. Schauspiel, Dramaturgie ebenso wie Komödie ist das innere Wesen der Geisha, um die Stimmung des Gastes je nach Moment und Notwendigkeit zu steuern und zu leiten bedarf es vielfacher Fertigkeiten wie Musizieren. Aber auch Strategie, wie beim Go-Spiel.

Strategiepapier Geisha Cover up Tattoo

Nun, in diesem Fall liegt die Strategie bei mir. Die Trägerin ist in anderen Bereichen strategisch unterwegs. Ich darf mich um die Ebene Haut, und ich bin ja schon fast begeistert, um eine Anforderung im Rahmen von Überdeckungen kümmern. Ein paar Jahre vorher hatten wir schon ein Koi Cover-up Projekt erfolgreich hinter uns gebracht. Und jetzt stand das nächste im Haus. Leider habe ich die Bilder der alten, zu überdeckenden Tattoos nicht zur Verfügung. Tattoo auf dem Steißbein. Tattoo auf der Hüfte. Und noch ein Tattoo auf dem unteren Rippenbogen. Wie das da hinkommt weiß ich nicht. Wie das da wegkommt? Die Frage muss ich mir mal eingehender stellen. Ich stelle sie mir. Und ich stelle sie mir intensiv.

Intensive Begeisterung für die grafische Lösung

Aber voller Begeisterung. Was soll eigentlich alles rein? Naja, eine Geisha in jedem Fall. Ich habe eine grobe Vorlage als Vorgabe, aber das ist beim besten Willen nicht umsetzbar. Die Vorlage berücksichtigt rein gar nichts: keine bestehenden Tattoos, keine Form, kein gar nichts. Ich muss die zu überdeckenden Elemente in einen Fluß bringen, sie verbinden, sie einbinden. Und das geht in dem Fall nur durch ausgeprägte Elemente in Dunkel. Deswegen denke ich mir, wieso eigentlich nicht die Falten eines Kimono, das würde sich anbieten bei einer Geisha? Und in den inneren Bereich des Stoffes kommen Ornamente hinein, die die dort befindlichen Altlasten integrieren. Im Außenbereich werden die Ornamente als Blumen, als stilisierte Chrysanthemen weiter geführt.

Anatomische Integration auf dem Rücken

Eingerahmt durch eine breite Borte. In Anlehnung an die andere Seite, die den Koi in eine Halbrund-“Brücke“ aus Wasserelementen integriert hat, und die das gesamte Schulterblatt ausfüllt kommt auf das andere Schulterblatt eine Windspirale mit der Geisha, hinter einem Fächer. Hierbei achte ich auf die Konkurrenz zwischen den beiden Elementen, das den Koi als das dominanter herausstellt. Erstens war er bereits da, und gibt somit die Form und die Richtung vor, die ich aufnehme und in den Hintergrund aus Wellen mitsamt unterlegten Steinen und Blumen überführe. Zweitens muss die Geisha durch ihr „herüberreichen“ von der rechten auf die linke Seite die Hauptlast der verbindenden Elemente „tragen“. Und das funktioniert nur, wenn sie durch den erhöht liegenden Koi mitgenommen wird.

Mitreißende Begeisterung und das finale Design

Dafür braucht es in dem Sinne ein Gefälle. Und diese Begeisterung reißt mich dermaßen mit dass es sich alles fügt: Aus dem Drachen auf dem Steißbein wird mit etwas Geschick und Phantasie ein Schariwari, eine Gürtelschnallen Brosche. Weitere zu überdeckende Elemente sind in den Ornament Schnüren auf der Seite des Gewandes untergebracht. Viel dunkle Flächen, aufgelockert durch helle Elemente, Wellen durchsetzt mit sich überkreuzenden Wellen. Und natürlich, wie kann es für ein Oriental Tattoo anders sein, Kirschblüten Tattoos mit integriert. Schließlich hatten wir damit schon 5 Jahre vorher bei der Überdeckung des Fisches gespielt, deswegen nach der langen Zeit auch die unterschiedlichen Blüten. Denn nichts steht für Schönheit und Vergänglichkeit mehr als Kirschblüten.

Kurzweilige Zeichnung und Wandel

Und Wandel. Und Veränderung. Und weil ich mich so dafür begeistern kann ist es eine sehr kurzweilige Zeichnung. Ich weiß noch, wie die Überraschung am anderen Ende des Telefons ausfällt, als ich nach 3 Tagen bereits mit der Zeichnung vorstellig werde. Die Ausarbeitung hat etwas länger gebraucht.

Zusammenfassung: Technik und Symbolik

  • Stil: Japanese Traditional / Oriental Tattoo.

  • Technik: Großflächiges Fullback Cover-up (Überdeckung von Steißbein-, Hüft- und Rippentattoos).

  • Motive: Geisha, Fächer (Tessen), Kirschblüten (Sakura), Chrysanthemen, Koi-Integration.

  • Konzept: Nutzung von Kimono-Falten und dunklen Ornament-Borten zur Kaschierung von Altlasten.

  • Besonderheit: Dynamische Verbindung zweier Rücken-Hälften (Koi-Brücke trifft Geisha-Windspirale).

F.A.Q. – Geisha Tattoo & Cover-up Strategie

Was symbolisiert der Fächer bei einer Geisha Tätowierung? Der Fächer steht heraldisch für Glück, Wohlstand und die Entfaltung des Lebens. In der Tattoo-Kunst wird oft zwischen dem dekorativen Fächer und dem Tessen (Kampffächer der Samurai) unterschieden, was dem Motiv eine verborgene Stärke verleiht.

Wie funktioniert ein Cover-up bei mehreren alten Tattoos auf dem Rücken? Die Strategie besteht darin, die Altlasten in dunkle, fließende Elemente zu integrieren. Bei diesem Projekt wurden Kimono-Falten und reich verzierte Borten genutzt, um Tattoos an Steißbein, Hüfte und Rippen spurlos in das neue Gesamtkunstwerk einzubinden.

Warum sind Kirschblüten in japanischen Tattoos so beliebt? Kirschblüten (Sakura) stehen für die Vergänglichkeit des Lebens, Schönheit und stetigen Wandel. Sie eignen sich hervorragend, um verschiedene Ebenen eines großflächigen Rücken-Tattoos miteinander zu verknüpfen.

Markus Cover- up Koi

Markus Cover- up Koi

 

vor dem Cover-up

Tattoo

 

 

 

 

 

 

Nach dem Cover-up

Tattoo

Du siehst, dass du nichts siehst…hätte man als Kunde denselben Effekt mit der Tattoo-Wisch-und-Weg-Maschine, dann würde man ziemlich baff da stehen. So ist aber eine Überdeckung ein etwas länger dauernder Prozess, der nach und nach neue Wunder entstehen, und alte verschwinden lässt.

In dem Fall war es ein vor ca 10 Jahren in Thailand gestochenes Wunderwerk, das beim Cover-up sich in Wohlgefallen auflösen durfte. Es gab einen Koi als Vorlage, der so richtig schön blau-silbrig schimmert…der durfte es halt mal so ziemlich nicht werden, der war -Alles in Allem- dann doch ein wenig zu hell. Aber er gab doch wenigstens mal eine grobe Orientierung, in welche Richtung es gehen sollte. Bei diesem Tattoo durfte ich mal wieder ein wenig in die Trickkiste greifen…Zauberstab an…Zauberstab aus.

Um die letzten Kleinigkeiten im Wasser verschwinden zu lassen, gab es noch ein paar Kirschblüten in Schwarz unter das Grau gesetzt, zusammen mit Türquis und grauen Wasserlinien ein guter Kontrast, um die schwarzen Linien, dort wo sie so genutzt wurden, besser hervortreten zu lassen.

Koi Cover-up Tattoo

Koi Cover-up Tattoo

 

vor dem Cover-up

Tattoo

 

 

 

 

 

 

Nach dem Cover-up

Tattoo

Da Andi hat amal in junga Jahrn an Schmarrn si macha lassn. Und des Tattoo, des oide Gschrammel, des woita mittam Koi überdecken lassen. Ein Cover-up Tattoo also, aha, …ob des gengan dat? Na logisch, geht doch. In dem Fall hab ich die dunkle Seite nach Oben gelegt und den Bauch eher in Blau getüncht, um den oiden Schmarrn wegzubekommen….macht auch nen ganz netten Effekt, als ob er im Wasser liegen würde…

 

 

 

 

 

 

Koi Cover-up auf Grund, mit Kirschblüten Ding-Dong

Koi Cover-up auf Grund, mit Kirschblüten Ding-Dong

 

vor dem Cover-up

Tattoo

 

 

 

 

 

 

Nach dem Cover-up

Tattoo

Koi Cover-up

Tja, was macht man nicht alles, wenn man noch jünger ist…z.B. sich die Haut gescheit vernarben lassen, bei dem Versuch, Schwarz bei einem Tribal richtig rein zu hacken. Um ein solches altes Tattoo zu überdecken, braucht es ein wenig Finesse, ein wenig Geschick, und einen Menschen, der nicht immer nur fragt, was man über ein altes Tattoo machen kann. Sondern einen Kunden, der sagt “ ich hätte gerne einen Koi…etc“ und der dich dann die Überdeckung ausarbeiten lässt.

So ist es bei Ingo passiert, der in seiner Jugend auf den Tribal-Zug aufsprang,und dann schließlich Jahre, Jahre später bei der gezielten Suche nach Jemandem, der alten Mist überdeckt, bei mir landete. Was solls sein, ein Koi mal wieder? Mann, langsam kann ich hier eine Zucht aufmachen, ist ja nicht so, als ob ich zu dem Zeitpunkt, als der Gutste bei mir reinstolpert nicht gerade noch welche als Überdecker hätte. Das ist mal wieder das Gesetz der Serie, man kann von einem zum anderen neue Aspekte mitnehmen. Neues beim einen denken und dann beim anderen ausführen.

Und jedes Mal ist es etwas anderes, jedesmal möchte der Kunde seinen Schwerpunkt anders gelegt haben, und jedesmal ist da  noch so ein kleines Quentchen Etwas auf der Haut, das das Ganze interessant und Einzigartig dann macht. In dem Fall ein unter den Wellen dahingründelnder Fisch, mit ein paar Wellen, und ein paar Blüten, und ein paar Sowieso…

Libelle mit Schilf Tattoo

Libelle mit Schilf Tattoo

 

"Eine Libelle im Tattoo ist die Sehnsucht nach Leichtigkeit. Indem wir die traditionelle Haida-Kunst als Schatten hinter die lebendige Natur setzen, erschaffen wir einen Fluss, der sich beugt, aber niemals bricht – genau wie das Schilf im Wasser." — Roald Beyer über Flexibilität und die Symbolik der Libelle

Libelle Tattoo: Das Spiel zwischen Haida-Kunst und fließendem Wasser

Natürliche Einbettung: Libelle, Wasser und Schilf

Um eine Libelle organisch in ein Libelle Tattoo einzubinden, ist es nur naheliegend, sie in ihre natürliche Umgebung einzubetten. Wasser ist da ganz klar ein Favorit unter den Elementen. Wo Wasser fließt, kann auch Schilf nicht weit entfernt sein, da es das Ufer stabilisiert und der Szenerie Struktur verleiht. In der Regel gehe ich bei der Planung so vor, dass ich von den Kunden eine thematische Eingrenzung wünsche. Hilfreich sind dabei visuelle Referenzen, die den gewünschten Stil verdeutlichen. Mindestens genauso wichtig sind jedoch Beispiele von Tattoos, die dem Kunden eben nicht gefallen, um Fehltritte in der Gestaltung frühzeitig auszuschließen.

Der Counterpart: Ein stimmiges Gesamtkonzept

Bei diesem Projekt hatten wir den rechten Arm von Selecta bereits fertiggestellt. Nun sollte der zweite Arm folgen, der sich thematisch am ersten orientieren musste. Das Ziel war ein leichtes und fließendes Design, das gleichzeitig einen starken Counterpart darstellte, um in diesem Libelle Tattoo zu gipfeln. Während der erste Arm das Element Wind thematisierte, sollte der neue Sleeve das Element Wasser in den Mittelpunkt rücken. Die Herausforderung bestand darin, das Tattoo nicht zu dunkel oder drückend wirken zu lassen. Da der andere Arm insgesamt sehr weich und verspielt tätowiert war, durfte auch das Libelle Tattoo keine harten Brüche aufweisen, sondern musste die fließende Ästhetik weitertragen.

Der Herzenswunsch: Die Haida-Symbolik

Das Schilf sollte als ergänzendes Element zum Wasser einfließen – eine Idee, die dem Design Erdung verleiht. Das eigentliche Hauptmotiv war jedoch die Libelle selbst, sofern man bei einem komplexen Full-Sleeve überhaupt von einem einzelnen Hauptmotiv sprechen kann. Wir entschieden uns für eine doppelte Darstellung. Einerseits sollte das Tier in seiner natürlichen Form erscheinen, andererseits in der stilisierten Form der Haida-Indianer. Da zu dieser Kunstform ein tiefer emotionaler Bezug beim Kunden bestand, war die Integration dieser traditionellen Linienführung ein echter Herzenswunsch, den wir im Design priorisierten.

Komposition: Wenn Wellen fließen lernen

Die Gestaltung von Wasser und Wellen klingt im ersten Moment simpel, doch der Teufel steckt im Detail. Schließlich soll das Element fließen und nicht wie statisches Beiwerk wirken. Es galt zu verhindern, dass man sich später fragt, was typisch japanische Wellen mit der Symbolik der Haida zu tun haben könnten. Die Farbwahl fiel auf ein tiefes Blau, das jedoch nicht knallig oder plakativ wirken sollte. Um das Blau „dreckiger“ und damit natürlicher zu gestalten, mischte ich es mit einer Komplementärfarbe. Diese Mischung bildete die Grundlage für die Linienführung des Wassers, während die restlichen Töne mit Weiß abgestufte Nuancen darstellten.

Elastizität der Natur: Das Schilf im Wasser

Im Ausgleich zum farbigen Wasser gestaltete ich für das Libelle Tattoo das Schilf in weichen Grau- und Schwarztönen. Ziel war es, die Halme nachgiebig und elastisch darzustellen – so, als würden sie im Wasser federn. Wer sich jemals Schilf oder Gras in einer strömenden Quelle angesehen hat, erkennt die enorme Flexibilität, die diesen Pflanzen innewohnt: Sie beugen sich dem Strom, ohne jemals zu zerbrechen. Diese Dynamik wollte ich im Tattoo einfangen, um den Fluss der Körperanatomie zu unterstützen. Das Schilf fungiert hier als Bindeglied zwischen den flüssigen Wellen und dem festen Körperbau des Trägers.

Dynamik und Störer: Der Aufbau am Oberarm

Um das Ganze nicht zu linear darzustellen, brauchte ich gezielte Gegensätze im Tattoo. Die sich biegenden Schilfblüten am Oberarm fungieren als sogenannte „Störer“, die den vertikalen Fluss des Wassers kurzzeitig unterbrechen. Dies ermöglichte es, bestimmte Teile der Komposition offen und luftig zu halten, während das Wasser entlang des Bizeps in einem langen, eleganten Schwung geführt werden konnte. Dieser Counterpart wiederholt sich auf dem Unterarm, was eine peitschende Bewegung erzeugt. Das Wasser wirkt dadurch dynamisch und katapultiert die Schilfhalme förmlich aus dem Hintergrund in das Sichtfeld des Betrachters, was die Tiefe des Tattoos massiv erhöht.

Schattenwelt: Die Libelle als Essenz

Der Symbolismus der Libelle ist vielfältig und reicht von Erneuerung über Kraft bis hin zur Wendigkeit. Alles Elemente, die auch in den anderen Parts des Sleeves enthalten sind. Ich dachte mir, dass sich die beiden Versionen der Libelle gegenseitig stützen sollten. Die Haida-Libelle wurde als statische Essenz in den Hintergrund gerückt, fast wie ein schattenhafter Ahne des realen Tieres. Da die Malereien der Haida traditionell in Schwarz und Rot gehalten sind, übernahmen wir diese Farbwelt. Allerdings brachen wir das Schwarz in ein dunkles Grau auf, um das Motiv nicht zu massiv wirken zu lassen.

Kontrast und Harmonie

Im direkten Gegensatz dazu gestaltete ich die natürliche Libelle mit weichen, farbigen Linien in Magenta-, Orange- und Gelb-Abstufungen. Diese warme Farbpalette hebt das Tier deutlich vom kühleren, blau-grauen Hintergrund ab. Dadurch entstand ein Gesamtwerk, das zwar einen starken Kontrast besitzt, aber niemals zu hart oder finster wirkt. Die Libelle scheint förmlich über dem Schilf und dem Wasser zu schweben. Es ist eine harmonische Symbiose aus traditioneller indigener Kunst und moderner, fließender , nach biomechanischen Prinzipien erfolgter Integration, die dem Arm eine zeitlose Eleganz verleiht und die Geschichte von Wandlung und Anpassungsfähigkeit erzählt.

 

Zusammenfassung: Technik und Symbolik – Libelle Tattoo

  • Stilistik & Genre: Fusion-Sleeve; Kombination aus Haida-Art (indigene nordamerikanische Kunst) und fließenden Wasser-Elementen.

  • Motiv-Dualität: Darstellung der Libelle in zwei Formen – als naturalistisches Insekt und als stilisierter „Schatten“ im Haida-Stil.

  • Farbmetrik: Kontrast zwischen kühlen Blau-Tönen (Wasser) und warmen Magenta-Gelb-Nuancen (Libelle). Verwendung von „gebrochenem Blau“ für eine natürliche Anmutung.

  • Komposition: Einsatz von Schilfblüten als „Störer“, um den anatomischen Fluss zu lenken und offene Hautpartien strategisch zu nutzen.

  • Symbolik: Wasser steht für Wandel; die Libelle für Erneuerung und Wendigkeit; Schilf symbolisiert Belastbarkeit und Elastizität.

  • Technische Umsetzung: Weiche Schwarz-Grau-Schattierungen im Hintergrund, um die farbigen Akzente plastisch in den Vordergrund zu rücken.

  • Anatomischer Bezug: Dynamische Linienführung entlang des Bizeps und Unterarms zur Unterstützung der Muskelbewegung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Chrysantheme Tattoo – Wandlungsphasen Kontrollzyklus

Chrysantheme Tattoo – Wandlungsphasen Kontrollzyklus

 

"Ein Tao Tattoo ist die Kunst, das Unsichtbare sichtbar zu machen. Indem wir Feuer als Chrysantheme und Metall als Sonne tarnen, erschaffen wir einen Kontrollzyklus, der nicht unterdrückt, sondern den Körper in ein harmonisches Gleichgewicht bringt." — Roald Beyer über Philosophie und die 5-Elemente-Lehre

Tao Tattoo: Die Wandlungsphasen der fünf Elemente

Die Herausforderung: Philosophie in Bildern

Wie bekommt man eigentlich eine tiefgreifende Philosophie in Bilder umgewandelt? Diese Frage musste ich mir stellen, als es um den Entwurf für das Tao Tattoo ging. Wie kam ich eigentlich auf die konkreten Bilder für dieses Projekt? Schließlich sollten die Wandlungsphasen der fünf Elemente dargestellt werden. Die Schwierigkeit lag darin, dies auf eine Art und Weise umzusetzen, die nicht aufdringlich wirkt und gleichzeitig weit weg von gängigen Klischees bleibt. Es sollte sanft sein, die Motive sollten ineinander spielen. Nur weil der sogenannte Kontrollzyklus der fünf chinesischen Elemente auch Unterdrückungszyklus genannt wird, muss die optische Darstellung keineswegs gewaltsam oder aggressiv daherkommen.

Der Kontrollzyklus: Wenn Elemente sich begrenzen

Es hat mich einige Zeit und Recherche gekostet, meine Gedankengänge zu diesem Fall wieder zu rekonstruieren. Die Aufgabenstellung war komplex: Der Kontrollzyklus der fünf chinesischen Elemente. Im Gegensatz zur europäischen Philosophie, die auf den vier Elementen Wasser, Erde, Feuer und Luft beruht, gilt im asiatischen Raum die Fünf-Elemente-Lehre. Hier finden wir Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Dabei gibt es zwei wesentliche Zyklen. Den nährenden Zyklus, in dem Wasser das Holz nährt, das Holz das Feuer füttert und das Feuer zu Erde wird, aus der schließlich Metall gewonnen wird. Damit schließt sich ein harmonischer, nährender Kreis.

Vom Pentagramm zur organischen Form

Gegenteiliges gilt beim Unterdrückungs- oder Kontrollzyklus. Hierbei unterdrückt Feuer das Metall, indem es geschmolzen wird. Metall wiederum unterdrückt das Holz durch Zerschneiden. Das Holz unterdrückt die Erde, indem es sie durchwurzelt, und die Erde bändigt das Wasser. Das Wasser schließlich löscht das Feuer. Während der nährende Zyklus die Form eines Kreises bildet, hat der Kontrollzyklus geometrisch die Form eines Pentagramms. Die gestalterische Frage war: Wie setzt man diese Geometrie ansprechend um, ohne dass es als stumpfes Symbol auftaucht? Das Tao Tattoo sollte ästhetisch wirken und nicht wie eine technische Grafik mit wirren Zeichen.

Die Symbolik der Chrysantheme: Feuer ohne Flammen

Dementsprechend ging ich für dieses Tattoo tiefer in die Symbolik. Wie stellt man Feuer dar, ohne direkt Flammen zu zeichnen? Ich entschied mich dafür, das Feuer durch eine japanische Chrysantheme zu symbolisieren. Durch die gezielte Farbwahl – im Inneren in kräftigem Rot-Orange gehalten und zu den Außenseiten der Blätter hin in leuchtendes Gelb übergehend – kam die Blume der Optik einer lodernden Flamme sehr nahe. Das Holz hingegen war naheliegender: Kirschblüten direkt am Ast eines Baumes. Die Erde wird in der asiatischen Lehre oft durch das Yin-Yang-Symbol dargestellt oder bildet in manchen Diagrammen den ruhenden Mittelpunkt des Geschehens.

Die Krux mit dem Metall: Gold statt Eisen

Der wahre Dreh- und Angelpunkt war jedoch das Element Metall. Ein Schwert oder eine Lanze? Das erschien mir viel zu banal und martialisch für dieses Projekt. Schließlich sollte das Tattoo an unserem „Karate-Krieger“ weich und fließend wirken und keineswegs nach „Macho-Attitüde“ schreien. Nach intensiver Nachdenkarbeit und Recherche kam ich auf die Lösung. Ich fragte mich, welches Metall neben Eisen die stärkste Symbolkraft besitzt. Welches Metall ist jenes, nach dem jeder Mensch zu streben scheint? Natürlich Gold. Und in der traditionellen Entsprechung ist das Symbol für Gold die Sonne – der Ursprung allen Glanzes.

Die japanische Kriegsflagge: Ein Tribut an den Bezug

Da der Träger, Thomas, ohnehin einen starken Bezug zu Japan hat, war mein Vorschlag die Integration der japanischen Kriegsflagge. Diese stellt die rote Sonne auf weißem Grund dar. Allerdings hat reines Weiß im Tattoo seine Tücken. Mit der Zeit wird Weiß durch die gelbliche Eigenfarbe der Haut verfälscht. Besonders durch das natürliche Nachlassen der Pigmentintensität wirkt es oft vergilbt. Da Weiß auf großen Flächen bei Tätowierungen selten dauerhaft gut aussieht, ließ ich den Hintergrund stattdessen in einem sehr hellen Blau erstrahlen, das sanft in weiße Lichtkanten übergeht, um die nötige Frische und Leuchtkraft zu bewahren.

Der Kreislauf des Lebens: Das fertige Wimmelbild

Letzten Endes konnte auf diese Weise der gesamte Kreislauf des Lebens und der Elemente dargestellt werden. So unterdrückt die Blume (Feuer) symbolisch das Metall (die Sonne im Hintergrund), welches wiederum das Holz (die Kirschblüten) zerschneiden könnte. Die Erde wurde schließlich durch diverse Clan-Zeichen auf der Fahne symbolisiert, die von den Falten des Stoffes förmlich unterflossen werden – so wie Wasser unter der Erde fließt. Ich verzichtete darauf, das Wasser noch expliziter über die hintere Blume laufen zu lassen, da dies das Motiv überladen hätte. Manchmal ist weniger mehr, um den „runden“ Charakter eines Tattoos nicht durch zu viel Bemühtheit zu zerstören.

Sinntiefe unter der Oberfläche

Trotz dieser bewussten Auslassungen konnte eine enorme symbolische Sinntiefe erstellt werden. Das Tao Tattoo ist ein Paradebeispiel dafür, wie man komplexe philosophische Konzepte in ästhetische Körperkunst übersetzt. Auch wenn diese Details auf den ersten Blick für den Laien vielleicht nicht sofort als chinesische Elementenlehre erkennbar sind, verleihen sie den japanischen Chrysanthemen eine Bedeutung, die weit über das rein Dekorative hinausgeht. Es ist eine harmonische Verbindung aus Kampfkunst-Bezug, Naturdarstellung und metaphysischer Ordnung, die auf der Haut ihres Trägers nun einen ewigen, wenn auch kontrollierten Kreislauf bildet.

Zusammenfassung: Technik und Symbolik – Tao Tattoo

  • Stilistik & Genre: Klassisch-modernes Japanisches Tattoo; Fokus auf floraler Symbolik und philosophischer Tiefe.

  • Philosophischer Hintergrund: Darstellung des Kontrollzyklus (Ke-Zyklus) der 5 chinesischen Elemente (Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser).

  • Symbol-Substitution: Feuer wird durch eine rot-gelbe Chrysantheme dargestellt; Metall wird durch die Sonne (Gold-Äquivalent) in Form der japanischen Kriegsflagge symbolisiert.

  • Farbtheorie & Haltbarkeit: Verzicht auf großflächiges Weiß zur Vermeidung von Vergilbung; stattdessen Einsatz von hellblauen Verläufen für Frische und Kontrast.

  • Komposition: Organische Anordnung der Elemente zur Vermeidung einer starren Pentagramm-Optik; Integration von Clan-Zeichen als Erd-Element.

  • Technik: Weiche Farbübergänge und Schattierungen, um trotz des Themas „Unterdrückung“ eine harmonische und „weiche“ Gesamtwirkung zu erzielen.

  • Kultureller Bezug: Fusion von Karate-Hintergrund und japanischer Ikonografie zur Schaffung einer individuellen Sinntiefe.

Drachen Fullback Tattoo

Drachen Fullback Tattoo

"Ein Rücken ist kein flaches Blatt Papier, sondern eine lebendige, sich verändernde Skulptur. Beim Drachen Fullback Tattoo liegt die wahre Kunst darin, die Anatomie nicht nur zu schmücken, sondern sie so in das Design einzubeziehen, dass der Drache mit jeder Muskelbewegung zum Leben erwacht." — Roald Beyer, Hits for Life Tattoo München

Drachen Fullback Tattoo: Anatomische Meisterschaft auf dem Rücken

Die Vision hinter dem Drachen Fullback Tattoo

Ich kann gar nicht oft genug betonen, dass die Gedankenwelt von jedem Träger nicht nur wesentlicher Bestandteil, sondern die absolute Grundlage für die Entstehung eines Tattoos bei mir ist. In meinem Studio in München beginnt jedes Projekt mit einem tiefgreifenden Dialog. Wir bereden, ob tiefere Gedanken vorliegen, und wenn ja, in welche Richtung sie gehen sollen. Manchmal sind diese Gedanken hauptsächlich auf die rein visuelle Ausgestaltung konzentriert, was die Aufgabe für mich als Tätowierer keineswegs schmälert. Bei diesem spezifischen Drachen Fullback Tattoo waren die Vorgaben klar definiert: Ein Gesamtkonzept, das im Hintergrund nicht zu dunkel wirken darf. Der Hintergrund sollte offen, fast schon luftig und keinesfalls gedrängt sein. Die Farbwahl fiel auf ein kräftiges Lila, kombiniert mit lodernden Flammen.

Die Herausforderung der lila Farbwahl

Das Gesicht des Drachen sollte zwar imposant, aber nicht übermäßig „böse“ dreinschauen. Es sollte das gesamte Wesen sein, von Kopf bis Fuß. Nicht nur ein Teilbereich des Körpers, sondern das gesamte, majestätische Wesen. Der Kopf sollte mit Blick nach links oben sein, während sich der Körper über den kompletten Rücken bis hinunter auf die Hinterbacken erstreckt. Mit diesen detaillierten Informationen lässt sich arbeiten, doch sie bringen technische Hürden mit sich. Bereits der Umstand, dass der Hintergrund locker sein soll, schließt viele Schattierungs-Optionen aus. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass der Drache selbst in Lila gegossen sein soll, wird die Planung kompliziert. Lila neigt dazu, sehr dunkel und kompakt zu wirken, wenn man es beim Drachen Fullback Tattoo nicht strategisch einsetzt.

Proportionen und die Architektur des Rückens

Der Anspruch, ein vollständiges Wesen in dieser Größe abzubilden, macht das ganze Unterfangen zu einer echten Herausforderung. Gerade Drachen muss man in einer korrekten anatomischen Relation sehen. Vom Rücken als Fläche und Rahmen ganz zu schweigen. Zwar wird der Rücken immer wieder als die größte zusammenhängende Fläche des Körpers gefeiert – was er technisch gesehen auch ist, besonders wenn das Design wie hier bis auf die Hinterbacken reicht – aber mit einfachem „Draufklatschen“ des Motivs ist es nicht getan. Wer ein Drachen Fullback Tattoo plant, muss die Architektur des Körpers verstehen und respektieren. Was oftmals beim Designprozess völlig vernachlässigt wird, ist die wunderschöne Falte, die der Brustkorb zum Hüftkamm bildet. Es ist eine biologische Tatsache, die man berücksichtigen muss.

Die Berücksichtigung natürlicher Alterungsprozesse

Wer sich einbildet, dass er oder sie ewig jung, straff und ohne diese spezifische Falte bleibt, unterliegt einer interessanten Form der Realitätsverweigerung. Erst vor nicht allzu langer Zeit durfte ich über die Arbeit eines Kollegen stolpern, die genau diesen Punkt ignorierte. Auf den Fotos saß ein etwas voluminöserer Herr und streckte sich fotogen nach links und rechts. Aufgrund seiner Körperfülle bildete sich genau dieses „Hüftgold“, und man konnte sehen, wie ganze Schätze an Farbe und Details in den Hautfalten verborgen lagen. So toll die Arbeit auch gewesen sein mag, in diesem Fall lag ein beträchtlicher Teil des Designs buchstäblich begraben. Deswegen müssen bei einem Projekt wie einem Drachen Fullback Tattoo immer auch zukünftige anatomische Entwicklungen der Haut weitsichtig berücksichtigt werden.

Anatomisches Slalom-Design für Sportler

Ein Drache muss so fließen, dass er auch bei Gewichtsschwankungen oder dem natürlichen Alterungsprozess der Haut seine Form behält. Die Verhältnisse müssen stimmen: Es macht keinen Sinn, wenn ein irre langer Hals an einen viel zu kurzen Körper anknüpft. Die Planung für diesen japanischen Drachen auf dem Rücken fühlte sich an wie ein ausgedehnter Slalomlauf. Thomas, der Träger, ist ein trainierter Karateka und verfügt über eine entsprechend ausgeprägte, kraftvolle autochtone Rückenmuskulatur. Um das Konzept stimmig zu gestalten, musste ich nach dem links liegenden Kopf eine scharfe Biege machen und den Drachenkörper geschickt zwischen dem rechten Schulterblatt und der Wirbelsäule nach unten tauchen lassen. Hierbei platzierte ich die linke Kralle des Arms in direkter Verlängerung der berühmten Hüftfalte beim Drachen Fullback Tattoo.

Dynamik und Perspektive am muskulären Rücken

Der strategische Hintergedanke dabei: Sollte sich diese Falte im Laufe der Jahre tatsächlich stärker entwickeln, bleibt die Form des Drachen weiterhin erkennbar bestehen. Würde man hier ein starres, gerades Element platzieren, gäbe es nichts Schlimmeres, als wenn dieser durch eine Hautfalte plötzlich zur „Peitsche“ deformiert wird. Gerade bei einem stark muskulösen Rücken stellt die autochtone Rückenmuskulatur ein gestalterisches Element für sich selbst dar. Hierüber eine vollkommen gerade Linie zu ziehen, ist schlichtweg unmöglich, ohne dass diese unschön „baucht“ oder verzerrt. Deswegen muss die Formgebung des Drachen Fullback Tattoo die Muskelstränge mit einer gewissen Dynamik anschneiden. Um die Richtungswechsel visuell zu unterstützen, setzte ich an strategisch wichtigen Stellen lodernde Flammen ein, die als optische Ankerpunkte fungieren.

Finalisierung und Schattierung des Gesamtkunstwerks

Die Wolken im Hintergrund auf der rechten Seite wurden im Kontrast zu der an der linken Rippenfalte entspringenden Ellipse sehr einfach und leicht gehalten, um dem Wunsch nach einem „fluffigen“ Hintergrund gerecht zu werden. Gleichzeitig sorgt die Struktur auf der linken Seite trotz der aufgelockerten Ausarbeitung durch eine vergleichsweise höhere Dunkelheit dafür, dass der Drache eine enorme Dynamik erhält. Diese Schattierung zieht das Wesen förmlich mit sich und verleiht dem gesamten Rücken Tiefe, die weit über ein gewöhnliches Tattoo hinausgeht. Ein Drachen Fullback Tattoo dieser Güteklasse ist am Ende immer ein Zusammenspiel aus der Vision des Trägers und der anatomischen Expertise des Tätowierers. Es nutzt die Schattierung, um den Fokus auf den lila Drachenkörper zu lenken und Bewegung zu simulieren.

Zusammenfassung: Drachen Fullback Tattoo

  • Konzept: Ein vollständiger japanischer Drache (Kopf bis Fuß) auf dem gesamten Rücken inklusive Hinterbacken.

  • Farblehre: Einsatz von kräftigem Lila als Hauptfarbe, kombiniert mit leuchtenden Flammen-Akzenten.

  • Anatomie-Fokus: Gezielte Berücksichtigung der Hüftfalte und der ausgeprägten Rückenmuskulatur eines Sportlers (Karateka).

  • Hintergrund-Design: Offene, helle Wolkenstrukturen (fluffig), um dem dunklen Lila des Drachen maximale Leuchtkraft und Dynamik zu verleihen.

  • Langzeitwirkung: Planung der Linienführung so, dass das Motiv auch bei natürlicher Hautalterung oder Bewegung formstabil bleibt.

FAQ: Drachen Fullback Tattoo – Planung & Ablauf (Update)

1. Wie viele Sitzungen benötigt ein Drachen Fullback Tattoo? Ein komplettes Rücken-Tattoo ist ein monumentales Langzeitprojekt. Bei dem hier gezeigten extremen Detailgrad und der lila Farbsättigung muss man mit 15+ Sitzungen rechnen. Da das Motiv den gesamten Rücken bis auf die Hinterbacken umfasst, wird in präzisen Etappen gearbeitet, um die anatomische Symmetrie und die Abheilung in jedem Schritt perfekt zu kontrollieren.

2. Welche Stellen am Rücken sind beim Tätowieren am schmerzhaftesten? Beim Fullback-Design gibt es einige „Hotspots“. Besonders intensiv sind die Wirbelsäule, das Steißbein und die Übergänge zu den Hinterbacken sowie die Nierengegend. Durch die großflächige Planung des Drachen legen wir die Sitzungen so, dass schmerzintensive Zonen mit weniger sensiblen Bereichen abwechseln, um die Belastung für den Träger steuerbar zu halten.

3. Wie wirkt sich Sport auf die Heilung eines Fullback-Tattoos aus? Gerade bei Sportlern wie Karateka ist Vorsicht geboten, da der Rücken bei fast jeder Bewegung beansprucht wird. Normalerweise sollte man ca. 14 Tage auf Training verzichten. Bei konsequenter Verwendung einer „Second Skin“ Klebefolie kann dieser Prozess jedoch verkürzt werden, da die Folie die frische Tätowierung wie eine schützende Barriere stabilisiert und vor Reibung sowie Infektionen schützt.

Samurai  Schädel Tattoo Skull

Samurai Schädel Tattoo Skull

"Ein Tattoo muss auf 5 Meter Entfernung erkennbar sein. Beim Samurai Skull Tattoo nutzen wir die natürliche Anatomie der Wade, um martialische Details und klare Kontraste so zu vereinen, dass das Motiv in jeder Bewegung seine Geschichte erzählt." — Roald Beyer, Hits for Life Tattoo München

Samurai Skull Tattoo: Die Geschichte einer martialischen Transformation

Das Samurai Skull Tattoo als Lösung für ein einsames Erbe

Dieses Tattoo erzählt seine eigene kleine Geschichte. Wie kann man gleichzeitig in seiner Arbeit bestätigt werden und trotzdem davon überrascht werden? Der Anfang dieser Frage war die Frage nach dem Wie. Wie könne man denn dieses Element in ein größeres Konzept mit einbinden? Das einzubindende Element für das Samurai Skull Tattoo war ein kleiner schwarzer Drache an der Wade, das erste Tattoo, und das sollte nicht so alleine dastehen. Darüber hinaus sollte als Motiv ein Samurai, besser gesagt eine Samuraimaske Mempo erstellt werden. Nun konnte man zu dem kleinen putzigen Drachen eigentlich nur eins sagen: putzig. Vollkommen verloren saß er da auf der äußeren Wade, rüber zum Schienbein und fristete alleine sein Dasein auf der Haut.

Von Mushu zum Yin-Yang Duo der Drachen

Ich glaube, das muss ein furchtbarer Augenblick des Mitleids für mich gewesen sein mit dem kleinen Kerlchen, und deswegen dachte ich mir, der dürfe doch nicht so alleine dastehen. Ein bisschen erinnert er mich von der Größe her an Mushu, den Drachen aus dem Disney-Film Mulan: klein, fein und ein bisschen frech. Und durchaus bereit, gegen größere Gegner zu kämpfen. Wenn man schon so einen kleinen frechen Gesellen hat, dann gibt es daraus nur eine logische Konsequenz: Der Kleine braucht seinen Gegenpart in Hautfarben auf die andere Seite gespiegelt. Denn es gibt nichts Fieseres als ein Duo von kleinen Drachen im Yin-Yang-Stil  als Basis für ein umfassendes Samurai Skull Tattoo Konzept an der Wade.

Anatomische Planung der Samuraimaske

Jetzt war das weitere Problem, dass er auf halber Höhe der Wade platziert war. Das ist normalerweise nicht die ideale Ausgangslage, um damit ein weiteres Motiv aufzubauen. In dem Fall war es komplett anders, denn die Samuraimaske hatte durch die Kombination der beiden Drachen gerade einen Bart geliefert bekommen, auch wenn sie davon noch gar nichts wusste. Aber alles andere fügte sich danach sehr schnell. Eine Halbmaske mit der Nasenpartie als Mittelpunkt, dahinter liegend verborgen ein Totenschädel, fies und grimmig durch die gefletschte Mundpartie grinsend. Die Form und Größe war dabei voll und ganz auf den Wadenmuskel abgestimmt für das Samurai Skull Tattoo, damit die Wirkung der Anatomie perfekt genutzt wird.

Martialische Details und die Helmgestaltung

So war es geplant, dass bei frontaler Betrachtung die Augenhöhlen an die Sichtgrenzen anstoßen würden und das Bein in jeder Drehung eindeutig das Motiv offenbaren würde. Auf dem Helm wurde der Kopf einer katzenmäßige Figur platziert. Wegen der Größe der Maske wurde die Ausführung des Helms auf den Schutzschild und die Figur reduziert. Im vorderen Bereich, am Schienbein, wurde ein weiterer Totenkopf platziert. Da aus anatomischer Gegebenheit das Schienbein schmaler ist als die Wade, hatten wir hier eine etwas länglichere Form, so dass in diesem Fall der Helm stärker ausgearbeitet werden konnte. Der Unterkiefer wurde nur bis zu der unteren Reihe abgebildet und lief darunter aus beim Samurai Skull Tattoo.

Kontraste und japanische Spiralwolken

Um die beiden Hauptelemente Maske und Totenkopf an Wade und Schienbein nicht in Konkurrenz treten zu lassen, gestaltete ich die Wangen der Maske durchscheinend. Die Helmkordel von dem hinteren Samurai wurde unter seinem Kinn verknotet dargestellt. Um einen Abschluss zu finden, der sowohl hart als auch sanft war, bildete ich ein Halbrund unter dem Kinn, das mit einem Kinnbart ausgestattet wurde. Zur Unterstützung der in Schwarz-Grau gehaltenen Hauptelemente wurde dahinter in klassischer Weise und in Blau japanische Spiralwolken (Bars) gesetzt. Damit konnte durch die hintergründige Wirkung von Blau das gesamte Samurai Skull Tattoo noch aufgelockert werden, ohne ihm seinen martialischen Eindruck zu nehmen. Der Aufbau folgt dabei dem klassischen Fernwirkungs-Prinzip.

Die 5-Meter-Probe in der Realität

Ein Tattoo muss auf 5 Meter Entfernung erkennbar sein, hieß es früher von meinem Mentor. Und so kam ich zu späterem Zeitpunkt in den Genuss einer ziemlichen Überraschung. Ich war auf dem Weg in den Laden, hatte aber noch jemanden in einem anderen Stadtteil besucht. Neubauten aus Glas neben altbackenen Genossenschaftswohnungen prägten das Bild. Und dann sah ich jemanden vor mir gehen, mit kurzer Hose. Diese Person war ungefähr 10 Meter vor mir, flockigen Schrittes unterwegs. So wie es sich wohl für einen Sportreporter gehört, denn es war eben dieser Kunde mit dem Samurai Skull Tattoo auf der Wade. So schnell wie er an mir vorbei war, konnte ich eindeutig erkennen, dass die Fernwirkung stimmte.

 

Zusammenfassung: Konzept und Fernwirkung

  • Herausforderung: Integration eines kleinen „einsamen“ Drachen-Tattoos in ein großflächiges Waden-Konzept.

  • Lösung: Spiegelung des Drachen als Yin-Yang-Duo, das als Bart für eine großformatige Samuraimaske (Mempo) fungiert.

  • Design: Schwarz-graue Realistik mit blauen japanischen Spiralwolken für Tiefe und Kontrast.

  • Anatomie: Anpassung der Maske an die Wadenbreite und des Schienbein-Schädels an die schmalere Frontpartie.

  • Ergebnis: Ein Samurai Skull Tattoo mit extrem hoher Fernwirkung, das auch aus 10 Metern Entfernung in der Bewegung klar lesbar bleibt.

FAQ: Samurai Skull Tattoo & Waden-Design

1. Was muss man bei der Platzierung eines Samurai Tattoos auf der Wade beachten? Die Wade ist ein sehr dynamischer Muskel. Ein gutes Design, wie das Samurai Skull Tattoo, muss so auf den Muskelbauch abgestimmt sein, dass die zentralen Elemente (wie die Augen der Mempo-Maske) auch bei Bewegung des Beins nicht verzerren. Idealerweise nutzt man die gesamte Breite der Wade, um eine maximale Wirkung zu erzielen, die das Bein organisch umschließt.

2. Warum ist die Fernwirkung bei großen Bein-Tattoos so wichtig? Da Beine oft in Bewegung sind und aus einer größeren Distanz (beim Gehen ca. 5 bis 10 Meter) betrachtet werden, muss das Tattoo klare Kontraste und starke Linien haben. Ein Samurai Skull Tattoo sollte so aufgebaut sein, dass die Hauptformen (Maske, Helm, Schädel) sofort erkennbar sind, während die feinen Details wie die japanischen Spiralwolken erst bei näherem Hinsehen ihre volle Tiefe entfalten.

3. Wie lassen sich bestehende kleine Tattoos in ein japanisches Großprojekt integrieren? Bestehende Motive, wie kleine Drachen, können durch strategische Spiegelung oder als Teil eines neuen Elements (z. B. als „Bart“ oder Helmzier einer Samuraimaske) eingebunden werden. Durch den Einsatz von klassischen japanischen Hintergründen wie blauen Spiralwolken oder Bars werden die alten und neuen Teile zu einer harmonischen, großflächigen Einheit verbunden.

Mirita Tattoo forever ;-)

Mirita Tattoo forever ;-)

 

Verspaßte Unendlichkeits 8 Tattoo

Ok, ok, ich muss zugeben, das als Cover-up zu  bezeichnen ist schon arg dreist. Andererseits, was Miri bei dem Tätowierer zu hören bekam, dessen Gast/ Schüler / Whatthefucksoever ihr die Unendlichkeitsacht und die Buchstaben darumrum so richtig schon verlaufen gestochen hatte, …das war auch dreist genug ihr die Kinnlade herunter fallen zu lassen: Sie solle sich doch den Tätowierer genauer ansehen, bei dem sie sich was machen lasse. Hut ab, vor so viel Selbstreflexion…

Ich habe die 8 wieder einigermaßen scharf umrandet, dort noch ein wenig helles Mintgrün hinzugefügt, um die ausgefransten Ränder etwas einzufassen und das Schwarz nicht noch dicker zu machen, und dann wurden halt die Blumen und der Wind hinzugefügt…hat sehr viel Spaß gemacht…Bei den Buchstaben ging allerdings nichts mehr zu retten, es sein denn ich hätte schwarze Bommeln draus gemacht.

Bali Maske Tattoo

Bali Maske Tattoo

 

Bali-Maske Tattoo

Bali ist eine Insel mit wahnsinnig schönen und eindrucksvollen Kunstarbeiten. Bali-Masken sind dabei an jeder Straßenecke zu kaufen. Tempel gibt es mehr als man zählen kann. Und jeder Tempel ist bis ins Detail mit Ornamenten und Verzierungen bestückt. Das gilt auch für die Hauptakteure des Barong-Tanzes. Einer davon, die dunkle Hexe ist Rangda. Und Rangda ist als Maske so beliebt wie Wenige. Das Teil, das als Vorlage diente, hängt bei mir im Zimmer: ich hatte es mir vor Jahren aus Bali mitgebracht, als ich mal „so Kurz“ hinflog. Eben, weil ich sozusagen in der Gegend war. Merke: man sollte sich nicht über die wahre Distanz eines asiatischen Landes wie Singapur zu einem anderen asiatischen Land wie Indonesien täuschen. Es ist definitiv nicht um die Ecke. Funfact darüber hinaus ist. Bali war eines der wenigen asiatischen Länder, das ganz bestimmte Visagebühren verlangt.

Danach weiß man es besser mit der Bali-Maske

Wenn man eines im Leben lernt ist es dass man es danach immer besser weiß. Fährt man nämlich nach Bali und kann bei der Ausreise keine Gebühren zahlen hat man mal durchaus Pech. Denn die Gebühren werden nicht bei der Einreise fällig. Nun, anscheinend ist das inzwischen Geschichte und wurde abgeschafft. Als ich in Bali war war das die Überraschung des Tages. Aber dann konnte es sein, dass man kein Geld mehr hatte. Ein Schicksal das anscheinend schon so mancher Backpacker hat erleiden dürfen. Schließlich könnte man ja von seinem letzten Geld noch so eine Bali-Maske kaufen. Aber das hat jetzt eigentlich nichts mit diesem Tattoo zu tun.

Es sollten diverse Elemente in das ursprünglich als Biomechanik gedachte Tattoo mit einfließen… Schädel und Totenköpfe sind immer gut, ein Frauengesicht hier, und…wenn man schon in der Gegend ist, warum nicht auch noch eine balinesische Maske. Ich denke , das haben wir ganz gut zusammen hinbekommen, das Tattoo. Danke für die Möglichkeit, die Maske arbeiten zu können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ganesha Blumen Cover-up

Ganesha Blumen Cover-up

 

vor dem Cover-up

Tattoo

 

 

 

 

 

 

Nach dem Cover-up

Tattoo

Trixie wollte das chinesische Schriftzeichen überdeckt haben, und das mit einem Ganesha…dem indischen Elefantengott, dem “ Remover of Obstacles“…und die Ratte war mal elementar wichtig dabei…

Ein Mandala dürfe aber auch nicht fehlen… und ich habe mich gefragt, wie ums Verrecken ich denn diese Sachen mit dem dicken, fetten, dunklen Schriftzeichenspaß vereinbaren könne.

Und ein Griff in die Trickkiste für Trixie…neben dem Mandala machte ich Dotwork-Elemente in Weiß, um damit von den dunklen Stellen abzulenken. Die Blumen durften teilweise stehenbleiben, solange sie nicht so gestört haben…. und die Schriftzeichen wurden im Rüssel untergebracht. Und so ist dann ein fluffiges Gefühl von luftigen Schneebällchen in einem Mandala-Blumen-Ganesha-Cover-up-Tattoo entstanden…