Tattoo Geisha
Tattoo Geisha mit Kranichen
Japan ist als Land der aufgehenden Sonne erfüllt von Symbolen. Bereits durch seine Religion, den Shintoismus besteht eine gewisse Vorlage. Denn der beruht in seiner Wahrnehmung der Umwelt auf animistischen Grundsätzen, das heißt, es handelt sich um eine uns umgebende belebte Welt, voller Naturgeister und Wesenheiten. So verwundert es auch nicht, wenn jedem Wesen sein eigener Symbolgehalt zugeordnet ist, die in Tattoos zum Ausdruck kommen. Beispielsweise sind Kirschblüten Tattoos angelehnt an die Schönheit der Kirschblüte, die durch die kurze Blütezeit von lediglich zwei Wochen als Besonderheit in der japanischen Kultur wahrgenommen werden. Während einer Zeit Ende März bis Anfang Mai wird in Japan das Kirschblütenfest Hanami gefeiert, um die ausufernde Schönheit der Kirschblüte zu zelebrieren.
Lebenslanges Glück der Tattoo Geisha
Die Kirschblüte wird mit einem jungen Tod, einem kurzen, aber blühendem Leben in Verbindung gebracht. Fast schon diametral steht dabei der Mandschuren Kranich, der ähnlich wie die Kirschblüte als Nationalsymbol Japans als der japanische Nationalvogel gilt. Und wie kein anderer steht der Kranich symbolisch für Langlebigkeit, Treue, damit auch Glück und Liebe. Denn im Vergleich zu anderen Symbolen wie der japanischen Kirschlüte zieht der Manschuren Kranich seine Kraft aus seiner schier einzigartigen, galanten Art des Balztanzes und dem Umstand, dass er Lebenslang als Paar zusammen bleibt. Die Verbindung zu einer Geisha ist schnell hergestellt: Die weiße Farbe der Federn erinnere an das geschminkte Gesicht der Geishas, der rote Fleck auf dem Kopf an das Rot des Mundes einer Geisha.
Beinahe ewiges Leben
Auch wird der rote runde Punkt auf dem Kopf mit dem weißen Federkleid in Assoziation mit der japanischen Fahne gebracht, der roten Sonne auf weißem Grund. Besonders ist dabei neben dem roten Fleck der starke Kontrast zu den schwarzen Federspitzen, die ihn zu einer lebendigen Manifestation eines Yin-Yang-Symbols machen. Das tatsächliche Alter kommt nicht auf die ihm nachgesagten 1000 Jahre, dennoch ist er mit einer beachtlichen Langlebigkeit von um die 70 Jahren gesegnet. Zeit vergeht schnell, sie ist unwiederbringlich und gnadenlos schön, das Leben ist vergänglich? Daran stört sich der Kranich nicht. Und auch wenn der Grund für diese Kombination von Geisha und Kranich eine andere ist: symbolisch passen diese beiden Elemente dieses orientalischen Tattoos harmonisch zusammen.
Unterhaltung im Theatralischen
Die Geisha ist durch ihre besondere Stellung als Unterhalterin in Japan von besonderer Eigenheit. Schönheit, durch das Ideal der gleichmäßigen Schminke, ebenso wie der Makellosigkeit der Gesichtsoberfläche symbolisiert Alterslosigkeit. Es mutet puppenhaft an und versteckt dadurch auch die Erfahrung, die einer Person allgemein in das Gesicht geschrieben stehen. Hier tritt wieder die Verbindung zu dem Kranich zutage. Aber auch Unnahbarkeit ist ein wesentliches Merkmal, denn die Geisha unterhält durch Gesang, Tanz, wer den Balztanz der Manschuren Kraniche einmal hat sehen können, der kann eine Anmut , die in das Theatralische hinüber gleitet nicht verleugnen. Bei einer Geisha werden verschiedenste Rollen in einer Person vereint, Witze erzählen ebenso wie Schauspiel.
Schauspiel des Lebens
Schauspiel, Dramaturgie ebenso wie Komödie ist das innere Wesen der Geisha, um die Stimmung des Gastes je nach Moment und Notwendigkeit zu steuern und zu leiten bedarf es vielfacher Fertigkeiten wie Musizieren. Aber auch Strategie. Dadurch kann auch der Eindruck der Raffinesse, ja sogar der Verschlagenheit interpretiert werden, insbesondere als das Spiel „Go“ auch zu dem Repertoire der Geishas gehören soll. Somit symbolisiert sie auch durch die aufwendig gestalteten Kimonos nicht nur Schönheit, sondern eine Weiblichkeit auf einer hohen, fast schon losgelösten Ebene. Der Fächer als fast schon ikonisches Element, das gerne untrennbar mit der Geisha verbunden ist, hilft es doch auch die Unnahbarkeit und das Verspielte, Schauspielhafte zu unterstützen.
Schauspiel der Vergänglichkeit
In diesem Fall war die Anlehnung der verschiedenen Elemente des Tattoo auf dem Rücken Tattoo aufgebaut. Und als separates Sleeve Tattoo umgesetzt, denn die Geisha hatte einen besonderen Stellenwert im Leben der Trägerin. Als Orientierung für die Geisha wurde mir das Bild eines Farb-Holzschnittes aus dem Eigentum des Hauses der Dame übermittelt. Den Kimono gestaltete ich aus den, sich aus den Umständen anbietenden Einzelmotiven: Gingko-Blätter hätten sehr ansprechende, somit gewünschte Form in dem Kimono. Und somit war eigentlich ohne es gesagt zu haben alles gesagt. Die Mandschuren Kraniche wollte ich auch noch einmal einbringen. Und somit bot es sich an, die Mandschuren Kraniche in die Form von Gingko-Blättern zu bringen, sie im Muster mit den Kranichen zu verschmelzen und abzuwechseln.
Im ewigen Tanz der Zeit
Der Gingko ist wiederum ein Symbol für Ewigkeit, für Weisheit und Überleben. Die Kombination der Symbole ist so machtvoll, dass der Aufbau des Tattoos ein sehr ruhiger sein konnte. Getragen, anmutig. Über den gesamten Arm als Sleeve eigentlich als Hauptelement „nur“ den Kimono abbildend, der mit einer Landschaft aus sich über Steine ergießendem tosendem Wasser aufwartet, das verspielt in Muster aus Gingko und Kranichen übergeht, um dann im Untergewand und auf der Schulter in ein hypnotisches Muster integriert zu werden. Und am Unterarm noch ein tanzender Kranich.























