20 Dinge die du über das  Todes Tattoo wissen musst

20 Dinge die du über das Todes Tattoo wissen musst


Anatomie des Totentanzes

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    Pusteblume: Flauschige Transition.
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    Das Herz: Schienbein-Fokus.
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    Windspiel: Visuelle Akustik.
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    Noten: Stummer Rhythmus.
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    Schleife: Ladylike-Finish.
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    Schlange: Heimat-Hommage.
"Ein Totentanz ist kein grausamer Euphemismus, sondern eine Feier der Vergänglichkeit. Wenn die Pusteblume des Todes auf die Anatomie des Schienbeins trifft, wird das Tattoo zur Transition – eine Symphonie aus Gebeinen, Fledermäusen und der Leichtigkeit des Seins." — Roald Beyer über den tanzenden Tod und das Gebein-Konzept

20 Dinge die du über das Todes Tattoo wissen musst- in einem Tattoo

20 Dinge die du über das Todes Tattoo wissen musst sind furchtbar wichtig. Es sei denn du bist tot. Dann kannst du in der Regel nicht mehr rechnen. Rechnen ist primär eine zerebrale Fähigkeit. Bist du tot gibt es dein Gehirn nicht mehr als funktionierende  Einheit. Und das bedeutet: es ist dir gerade so ziemlich egal, ob 20 gleich zwanzig ist, denn du machst gerade eine lebensverändernde Erfahrung durch.

Der Tod als ewiger Tänzer oder Totentanz: Eine Allegorie der Leichtigkeit

Der tanzende Tod, der Totentanz, ist eine bekannte Allegorie für die Einfachheit, mit der Tod einen holen kann. Ein ewiger Reigen. Ein ewiger Tanz. In seiner Verbindung mit dem Letztendlichen etwas Fröhliches mithin, etwas Verspieltes. So auch dieses Todes Tattoo. So endgültig der Tod schließlich ist, das Bild des Tanzes gibt  auf  gewisse Art  Trost. Erstmals wurde der Totentanz nach der Pest 1350 in der europäischen Kunst thematisiert (Buendner Kunstmuseum lädt zum Tanz mit dem Tod ), iinzwischen handelt es sich um ein gängiges Motiv, wenn es um die Darstellung der Vergänglichkeit geht. Dabei liegt kein grausamer Euphemismus vor, wie er für andere Wege des Ablebens gebraucht wurde – Stichwort „Tanz am Strick“ für die Exekution mittels des Galgen – sondern um eine Sehnsucht, aber auch Ekstase.

Von Pusteblumen und Sensenmännern: Das Gebein-Konzept

Jetzt kann man berechtigterweise sagen, dass, wären die Wünsche nicht der Knochenmann und Fledermäuse, sondern beispielsweise Hund und Knochenmann gewesen, das Endergebnis wäre komplett anders ausgefallen. Aber die Ansage war Fledermäuse. Und halt der Sensenmann. Und als nächste Vorgabe das Bein, von oben bis unten. Der Tod nahm seinen Lauf. Die Vergänglichkeit musste gefeiert werden. Und so war eine der ersten Fragen, die ich mir gestellt habe: Wie kann man den Tod als Transition von einem Darseinszustand in den nächsten, von lebend zu tot in einer Leichtigkeit darstellen , die Seinesgleichen sucht? Dabei kam ich dann auf die Pusteblume, die Leichtigkeit, aber auch Vergänglichkeit und Fluffigkeit besser als andere Dinge in dieser Welt symbolisiert.

Anatomie im Wind Fluss: Wenn das Herz am Schienbein schlägt

Eine Fledermaus kann man als vieles bezeichnen. Sie wurden auch schon als vieles bezeichnet. Vor allem ist sie auf jeden Fall ein fliegendes Tier. Also musste ein luftiger Aufbau her. Und dann spielte mir die Stelle an und um das Bein herum weitere Streiche. Knie: Einfach, diffus, um der Bewegung im Laufe der Jahre nicht zu unterliegen. Schädel über das Knie. Brustkorb auf die Wade. Wie jetzt, am Schienbein ist ein schön ausgeprägter Muskelbauch? Was rundes. Darf es ein Herz sein? klare Antwort: Ja. Und wenn dort ein Herz ist, muss es ja eigentlich in dem Brustkorb fehlen.

Verspieltheit

Wenn eines ganz wichtig bei einem Motiv in dieser Größe ist, dann ist es Verspieltheit.  Denn wenn eines gar nicht geht, dann ist ein Totempfahl aus übereinander gestapelten Skeletten oder Schädeln. Das ist zwar sehr ernst.. Aber nicht weil es ein Todes Tattoo ist. Naja, geht vielleicht schon, ist aber nicht unbedingt Ladylike. Wobei ich nicht genau sagen kann, ob „Ladylike“ für Kiki als Beleidigung gelten könnte. Muss ich mal fragen. Trotzdem ist das eine große Fläche und der Aufbau zählt. Kontrast, Tiefe, Störer, Fluß, alles muss berücksichtigt werden. Denn sonst stehlen sich die einzelnen Elemente die Schau. Und die sollen sich ja unterstützen, und nicht unterdrücken.

Tattoo mit Vordergrund & Tiefe: Die Hierarchie der Einzelmotive

Um die Tiefe auch zu erreichen wurden die sich in den Vordergrund drängenden Elemente selektiert. Der Totenkopf? Nein das würde sich zwar anbieten, aber der ist nicht vorne. Das ist das Herz, das der Tod in der Hand hält. Die Fledermaus? in jedem Fall Vordergrund. Das Windspiel aus Knochen? Auf jeden Fall! Die Totenkopf- Noten? Auf ganz klar jeden Fall? Die Pusteblume des Todes? Nein, fluffig, weich. Die darf nicht hart sein. Selbst wenn sie noch so weit im Vordergrund schweben sollte. Dafür aber wiederum das Becken des Todes, dessen Hüftpfanne wunderschön auf den Knöchel gesetzt wurde.  Damit sich von dort die Wirbelsäule mitsamt Brustkorb in den Hintergrund verlieren kann. Diffus, weich, mit schwachem Kontrast.

Vielfalt der Einzelmotive

In seiner Vielfalt und seinem Aufbau habe ich dieses Tattoo extrem gefeiert. Der Tod itself. Ein Windspiel aus Knochen. Kleine Noten mit Totenköpfen. Kleine Pusteblumensamen mit Totenköpfen. Ein anatomisches Herzmodel, aufgeschnitten, das sich um den Stengel der Pusteblume windet. Ein herzloses Gerippe, das das Licht der Liebe in sich trägt. Und nicht zu vergessen: Eine Schleife, weil jede Dame braucht eine Schleife als Abschluss. Und die Schlange als Hommage an die Heimat Australien. Und nicht zu vergessen, putzige putzige Fledermäuse. Ich könnte bei diesem Tattoo noch so viel schreiben. Das Tattoo war ganz extrem ein Fest, ein Tanz des Todes.

Das Todes Tattoo als Erinnerung

Und während ich darüber nachdenke, fühle ich die Energie, die von jedem einzelnen Element ausgeht. Schädel Tattoos erinneren dich an deine Sterblichkeit. Schaue es dir an, dein Todes Tattoo. Es ist nicht nur ein Bild, es ist eine Geschichte, die erzählt werden will. Die Farben, die Formen, sie tanzen miteinander und schaffen eine Symphonie des Lebens und des Todes. Jedes Detail ist ein Zeugnis der Kreativität und der Leidenschaft, die in die Gestaltung geflossen sind. Es ist mehr als Kunst, es ist eine Verbindung zu den tiefsten Emotionen, die wir als Menschen erleben.

Zusammenfassung: Technik und Symbolik – Das Todes Tattoo

  • Stilistik & Motiv: Allegorischer Totentanz (Danse Macabre); Fusion aus makabren Elementen (Sensenmann, Knochenwindspiel) und fragiler Symbolik (Pusteblume).

  • Anatomische Flussoptimierung: Vollflächiges Bein-Konzept; Platzierung des Schädels auf dem Knie zur Wahrung der Formstabilität bei Bewegung; Brustkorb-Adaption auf der Wade.

  • Hierarchisches Layering: Gezielte Trennung von Vorder- und Hintergrund; Herz, Fledermäuse und Knochen-Noten als scharfe Fokus-Elemente; Wirbelsäule und Pusteblumen-Samen als diffuse, weiche Hintergrundstrukturen.

  • Biomechanische Integration: Platzierung der Hüftpfanne auf dem Knöchel als statischer Ankerpunkt für den Aufbau der Wirbelsäule; anatomisches Herzmodell als zentrales Verbindungselement am Schienbein.

  • Symbolische Details: „Mementi Mori“ in Kleinstform (Totenkopf-Noten, Totenkopf-Samen); Integration von persönlichen Hommagen (Schlange für Australien) und femininen Abschlüssen (Schleife).

  • Technische Herausforderung: Vermeidung der „Totempfahl-Optik“ durch dynamische Verspieltheit und variierende Kontraststärken über die gesamte Beinlänge.

Anatomie des Totentanzes

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    Die Pusteblume: Vergänglichkeit als flauschige Transition zwischen den Welten.
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    Das fehlende Herz: Anatomisch am Schienbein, emotional im Zentrum der Arbeit.
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    Knochen-Windspiel: Ein visuelles Geräusch, das die Stille des Todes bricht.
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    Totenkopf-Noten: Der stumme Rhythmus, zu dem der ewige Tänzer sich dreht.
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    Die Schleife: Der „Ladylike“-Abschluss – denn der Tod ist ein wahrer Gentleman.
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    Australische Schlange: Hommage an die Heimat, die sich um die Wirbelsäule windet.

 

 

 

 

 

 

Katzen Tattoo mit Herz

Katzen Tattoo mit Herz

 

 

Katzen Tattoo mit Herz

Die Form macht das Tattoo. In diesem Fall ist das Herz die Form. Und die Form des Herzens soll in den Unterarm integriert werden. Striche und Flächen, Linien und Ebenen ergeben ein Ganzes, wie es so schön heißt: als Summe der Einzelteile, bloß mehr.

Das Herz als Integratives Element

Jetzt könnte man der Meinung sein, dass ein Herz als Tattoo ja Klischee wäre. Wer dieser Meinung ist versteht die persönliche Bedeutung eines Tattoos nicht. Denn neben vielen anderen Bedeutungen ist ein Tattoo eben ganz klar etwas, das von Herzen kommt. Und nicht jedermanns und gerne auch -fraus Herz ist schwarz und dunkel, voller Dämonen. Auch die zarten Elemente des Lebens und der Lieben können in einem Tattoo zum Ausdruck kommen. Wie hier in dem Fall die Liebe zu Katzen.

Katzenhafte Anmut

Was beschreibt eine Katze -in der Regel- mehr als Anmut. Geschmeidigkeit in der Bewegung, statuenhafte Anmut im Stand. Und genau das haben wir mit diesem Tattoo versucht einzufangen. Die mir mitgebrachten Vorgaben waren zu einer groben Orientierung ausreichend. Den Rest hat die Anatomie vermittelt. Die Linie der Sehnen des Unterarms als „Trennlinie“ mit Raute. Die Form der Katze offen. Eben anmutig. Selbst wenn die restlichen Tattoos auf dieser Seite etwas anderes behaupten mögen: es hat richtig viel Spaß gemacht. Und die Bestätigung durch die Trägerin, dass dieses Katzen Tattoo den Tag erhellt war ein zusätzliches Belohnungsmoment.

Katzen Statue als Tattoo, mit Herz und floral, Raul it for Life tattoo München Taufkirchen

 

 

 

 

 

 

Schwalben Cover-up Tattoo

Schwalben Cover-up Tattoo

 

 

"Bei einem Schwalben Cover-up Tattoo geht es nicht nur um Farbe, sondern um den Moment, in dem das Tier endlich kleiner wird als die neue Form, die es bändigt." — Roald Beyer über den Sieg der Form über die Altlast

Schwalben Cover-up Tattoo: Wenn das Tier größer ist als die Summe seiner Teile

Schwalben Cover-up Tattoo: Die Reue der Oldschool-Vögel

Es gibt ein paar Dinge im Leben, die frau, ganz pauschal gesagt, bereut. Dazu können mit etwas Freizügigkeit auch Schwalben im Oldschool-Stil gezählt werden. Freizügigkeit hat natürlich bei einem Tattoo auf dem Brustkorb einer Dame seinen besonderen Charme. Zurück zu den Schwalben: Nachdem Schwalben als lebenslang monogame Vögel ganz gerne nicht alleine sind, bietet es sich an, wenn es dann eben zwei Oldschool-Schwalben sind. Mit allem, was so Neo-Traditional-Schwalben halt eben gerne haben: ausgeprägte dicke Linien. Denn wenn Oldschool als Stil eine Sache standardmäßig beinhaltet, dann ist es das Prinzip: built to last. In diesem Fall war jedoch die Zeit für ein Schwalben Cover-up Tattoo gekommen, um den Körper wieder als formgebendes Element zu begreifen.

Das Prinzip Oldschool vs. Anatomie

Eine weitere Sache, die Oldschool als Stil standardmäßig beinhaltet, ist das absolute Gespür für Einfachheit der Farben: Primärfarben Gelb, Blau und Rot in einem tanzenden Reigen nebeneinander. Da dreht sich der Farbkreis. Und ein ausgeprägtes Gespür für die Form des Körpers? Nämlich gar keins. Jeder Oldschool-Tätowierer hätte sich dafür geschämt, den Körper als formgebendes Element zu berücksichtigen. Oldschool passiert nicht am Körper, sondern auf dem Blatt Papier oder heute am Computer. Im Vergleich zu alten Fotos vom Anfang des 20. Jahrhunderts konnten sich diese beiden Schwalben durchaus sehen lassen, aber nicht genug, um dort weiter ihr Dasein zu fristen. So wurde ich mit dem Wunsch nach einem Schwalben Cover-up Tattoo in Form eines Flügelhelms konfrontiert.

Die Transformation zum Nibelungenhelm

Die Bitte war, an der Stelle einen Helm, ähnlich einem Nibelungenhelm, zu platzieren. So mit Flügeln halt am Helm. Und so nah die Verwandtschaft zwischen Schwalben und Flügeln sein mag, in dem Fall war das Tier größer als die Summe seiner Teile. Wie soll ich ein Element mit dicken Linien und unvorteilhafter Verwendung von Schwarz und Blau zu einem Flügelhelm umstylen? Somit wurde der Wangenschutz seitlich entlang der Brustfalte nach unten gezogen, die Augen noch ausgeführt. Pfeilähnlich wurde der Nasenschild bis zum Maximum an die Brustfalte herangeführt. Eine Tiara aus stilisierten pinken Akanthuselementen auf den Helm schließt das Motiv nach oben ab und führt die Bewegung elegant weiter zu den Schlüsselbeinen. Das Schwalben Cover-up Tattoo nahm Gestalt an.

Tarnung und Gottesanbeterin

Der Helm hat mitsamt der Wangenschutz-Teile die stilisierte Form einer Gottesanbeterin (Mantidae) mit wartenden Greifarmen angenommen. Um die unmögliche Farbkombination zu überdecken, musste ich in einem stark abgetönten Blau arbeiten, das speziell für dieses Schwalben Cover-up Tattoo angemischt wurde. Nur so konnte ich über die dunklen Elemente covern; der Effekt erreicht fast die Eigenschaften von Schwarz. Dazu als Signalelemente, zum Kontrast, Pink. Und als Hintergrund graue Akanthus-Ornamente, um das Gesamtbild verspielt aufzulockern. So verschwindet die alte Schwalben-Reue unter einer neuen, kraftvollen Struktur, die die Anatomie der Brustfalte nutzt, anstatt sie zu ignorieren. Das Schwalben Cover-up Tattoo beweist hier, dass Farbgewalt und Formgefühl alte Sünden heilen können.

Zusammenfassung: Technik und Symbolik – Schwalben Cover-up Tattoo

  • Stilistik: Kraftvolles Cover-up; Transformation von statischem Oldschool in ein dynamisches, anatomisches Design.

  • Motivik: Flügelhelm im Nibelungen-Stil, der in die Form einer Gottesanbeterin übergeht; gekrönt von einer Tiara.

  • Farbmetrik: Spezialmischung in abgetöntem Blau für maximale Deckkraft; kontrastiert durch leuchtendes Pink und graue Akanthus-Ornamente.

  • Anatomie: Aktive Einbeziehung der Brustfalte durch Wangenschutz und Nasenschild zur Kaschierung der Alttätowierung.

  • Hintergrund: Mythologische Anleihen (Rheingold) und biologische Mimikry (Mantidae).

  • Zielsetzung: Fachgerechte Rekonstruktion und ästhetische Aufwertung einer bestehenden Tätowierung durch moderne Cover-up-Techniken.

 

 

 

 

 

 

Tattoo Geisha

Tattoo Geisha

 

 

"Das Leben ist so flüchtig wie die Kirschblüte, doch in der Kunst der Geisha und dem Flug des Kranichs finden wir die Ewigkeit. Zwischen Anmut und Strategie, zwischen Yin und Yang – ein Tattoo als Manifestation unvergänglicher Schönheit." — Roald Beyer

Tattoo Geisha & Mandschuren-Kranich: Japanische Symbolik auf Haut

Japan ist als Land der aufgehenden Sonne erfüllt von tiefgründigen Symbolen. Bereits durch die Naturreligion, den Shintoismus, besteht eine spirituelle Vorlage für japanische Tattoos. Der Shintoismus beruht auf animistischen Grundsätzen – einer belebten Welt voller Naturgeister (Kami) und Wesenheiten. Jedem Motiv ist ein eigener Symbolgehalt zugeordnet. So sind Kirschblüten-Tattoos (Sakura) eine Hommage an die flüchtige Schönheit des Augenblicks, die während des Hanami-Festes in ganz Japan zelebriert wird. Die Kirschblüte wird mit einem kurzen, aber blühenden Leben in Verbindung gebracht und erinnert an die Kostbarkeit der Zeit.

Lebenslanges Glück: Die Bedeutung der Tattoo-Geisha

Die Kirschblüte wird mit einem jungen Tod, einem kurzen, aber blühendem Leben in Verbindung gebracht. Während die Kirschblüte für die Vergänglichkeit steht, symbolisiert der Mandschuren-Kranich als japanischer Nationalvogel das exakte Gegenteil: Langlebigkeit, Treue und unerschütterliches Glück, Anmut zieht der Manschuren Kranich aus seiner schier einzigartigen, galanten Art des Balztanzes. Als Paar bleiben Kraniche ein Leben lang zusammen – ein Symbol für ewige Liebe, das perfekt mit der Anmut einer Geisha harmoniert. Die Verbindung zur Geisha ist auch optisch tief verwurzelt: Das weiße Federkleid erinnert an das traditionell geschminkte Gesicht der Unterhaltungskünstlerinnen, während der rote Fleck auf dem Kopf des Kranichs das markante Rot ihrer Lippen widerspiegelt.

Beinahe ewiges Leben .

Auch wird der rote runde Punkt auf dem Kopf mit dem weißen Federkleid in Assoziation mit der japanischen Fahne gebracht (Hinomaru), der roten Sonne auf weißem Grund. Besonders ist dabei neben dem roten Fleck der starke Kontrast zu den schwarzen Federspitzen, die ihn zu einer lebendigen Manifestation eines Yin-Yang-Symbols machen. Das tatsächliche Alter kommt nicht auf die ihm nachgesagten 1000 Jahre, dennoch ist er mit einer beachtlichen Langlebigkeit von um die 70 Jahren gesegnet. Zeit vergeht schnell, sie ist unwiederbringlich und gnadenlos schön, das Leben ist vergänglich? Daran stört sich der Kranich nicht. Und auch wenn der Grund für diese Kombination von Geisha und Kranich eine andere ist: symbolisch passen diese beiden Elemente dieses orientalischen Tattoos harmonisch zusammen.

Unterhaltung im Theatralischen

Die Geisha ist durch ihre besondere Stellung als Unterhalterin in Japan von besonderer Eigenheit. Schönheit, durch das Ideal der gleichmäßigen Schminke, ebenso wie der Makellosigkeit der Gesichtsoberfläche symbolisiert Alterslosigkeit. Es mutet puppenhaft an und versteckt dadurch auch die Erfahrung, die einer Person allgemein in das Gesicht geschrieben stehen. Hier tritt wieder die Verbindung zu dem Kranich zutage. Aber auch Unnahbarkeit ist ein wesentliches Merkmal, denn die Geisha unterhält durch Gesang, Tanz, wer den Balztanz der Manschuren Kraniche einmal hat sehen können, der kann eine Anmut , die in das Theatralische hinüber gleitet nicht verleugnen. Bei einer Geisha werden verschiedenste Rollen in einer Person vereint, Witze erzählen ebenso wie Schauspiel.

Schauspiel des Lebens

Schauspiel, Dramaturgie ebenso wie Komödie ist das innere Wesen der Geisha, um die Stimmung des Gastes je nach Moment und Notwendigkeit zu steuern und zu leiten bedarf es vielfacher Fertigkeiten wie Musizieren. Aber auch Strategie. Dadurch kann auch der Eindruck der Raffinesse, ja sogar der Verschlagenheit interpretiert werden, insbesondere als das Spiel „Go“ auch zu dem Repertoire der Geishas gehören soll. Somit symbolisiert sie auch durch die aufwendig gestalteten Kimonos nicht nur Schönheit, sondern eine Weiblichkeit auf einer hohen, fast schon losgelösten Ebene. Der Fächer als fast schon ikonisches Element, das gerne untrennbar mit der Geisha verbunden ist, hilft es doch auch die Unnahbarkeit und das Verspielte, Schauspielhafte zu unterstützen.

Schauspiel der Vergänglichkeit

In diesem Fall war die Anlehnung der verschiedenen Elemente des Tattoo auf dem Rücken Tattoo aufgebaut. Und als separates Sleeve Tattoo umgesetzt, denn die Geisha hatte einen besonderen Stellenwert im Leben der Trägerin. Als Orientierung für die Geisha wurde mir das Bild eines Farb-Holzschnittes aus dem Eigentum des Hauses der Dame übermittelt. Den Kimono gestaltete ich aus den, sich aus den Umständen anbietenden Einzelmotiven: Gingko-Blätter hätten sehr ansprechende, somit gewünschte Form in dem Kimono. Und somit war eigentlich ohne es gesagt zu haben alles gesagt. Die Mandschuren Kraniche wollte ich auch noch einmal einbringen. Und somit bot es sich an, die Mandschuren Kraniche in die Form von Gingko-Blättern zu bringen, sie im Muster mit den Kranichen zu verschmelzen und abzuwechseln.

Im ewigen Tanz der Zeit

Der Gingko ist wiederum ein Symbol für Ewigkeit, für Weisheit und Überleben. Die Kombination der Symbole ist so machtvoll, dass der Aufbau des Tattoos ein sehr ruhiger sein konnte. Getragen, anmutig. Über den gesamten Arm als Sleeve eigentlich als Hauptelement „nur“ den Kimono abbildend, der mit einer Landschaft aus sich über Steine ergießendem tosendem Wasser aufwartet, das verspielt in Muster aus Gingko und Kranichen übergeht, um dann im Untergewand und auf der Schulter in ein hypnotisches Muster integriert zu werden. Und am Unterarm noch ein tanzender Kranich.

 

 

Zusammenfassung: Technik & Symbolik

Geisha & Mandschuren-Kranich

  • Thematik: Fusion aus Shintoismus-Symbolik, Hanami-Ästhetik und Yin-Yang-Balance.

  • Design-Struktur: Einbindung einer Geisha mit Mandschuren-Kranich; Fokus auf fließende organische Übergänge im Geister- und Natur-Thema.

  • Layout-Technik: Kontrastierung von filigranen Gesichtszügen mit kräftigen Federstrukturen des Kranichs zur Erzeugung visueller Hierarchie.

 

 

 

Dali Tattoo

Dali Tattoo

Dali Tattoo

Dali, der große Künstler, wird gerne als Grundlage für Tattoos verwendet. Bloß dass das wie Bananen in einem Birnenkompott ist. Es passt einfach nicht. Insofern, dass es einfach ungeil ist, Leinwand mit dem Körper zu kreuzen. Das gilt besonders, wenn es sich um Elefanten handelt, die von der Leinwand auf den Körper galoppieren sollen. Denn eigentlich galoppieren sie ja auf der Leinwand nicht, sondern schreiten gemächlich majestätisch vor glühend roter Himmelsfarbe. Und ich muss bereits hier enttäuschen. Wobei ich ja eigentlich der bin, der enttäuscht ist. Keine Farbe. Schnüff.

Einbau in den Brustkorb

Auch wenn es nicht das Thema ist, der Elefant soll in den Brustkorb werden. Mittels Schublade, wie auch auf anderen Werken Dali´s zu sehen? Nein! Natürlich in die Form integriert. Und da wird aus dem Elefantenmarsch der Galopp. Passend zu dem Tragenden, eher etwas dynamisch.Um die Fläche nicht zu verschenken muss die Hüfte mit einbezogen werden, und natürlich die Form des Brustkorbes. Dadurch werden auch mal die Beine etwas gewinkelter, um sie etwas diffuser zu zeichnen werden sie in Wolken gesetzt. Dadurch sind sie weniger konkret, tatsächlich länger als  zu sehen.

Next Step

Nächster Halt: Rücken. Ich werde im Fall von Luca regelmäßig mit seinen Vorlagen konfrontiert, die ich dann in den Körper integrieren darf. Auch in dem Fall von dem Rückenmotiv. Vom Design her nicht auf meinem Mist gewachsen, allerdings durfte ich dabei einige Veränderungen vornehmen, um es in dem Körper zu integrieren. Dies ist unter anderem an der Schulter und dem Latissimus zu erkennen, die formgerecht unter Berücksichtigung zukünftiger körperlicher Veränderungen, und natürlich auch des bereits vorhandenen Elefanten eingepasst wurden. 

Das linke Brustkorbmotiv, auch angelehnt an ein Werk Dali´s konnte aufgrund zwischenzeitlichem Umzug und einem Gewaltmarsch im Rahmen der Umsetzung noch nicht in fertigem, ausgegrautem Zustand fotografiert werden. Da wir hier teilweise im Abstand von 2 Tagen tätowiert haben lagen diverse Färbungen von Rot-Braun vor, deswegen hier mal etwas gefiltert. 

 

 

 

 

 

 

TSV 1860 München Löwe Tattoo

TSV 1860 München Löwe Tattoo

TSV 1860 Löwe Tattoo

Kann man zum TSV 1860 München noch irgend etwas hinzu fügen? Eigentlich nicht. Der steht für sich selbst. Eventuell der alte Spruch „Sport ist Mord“? Keine schlechten Witze hier, nachdem ja die Münchner Polizei immer wieder zeigt, was risikobehaftet ist, und was nicht.  Oder eventuell ein Bezug auf „Ich mache keine Sportvereine, aber darüber kann man auch mal reden“? Ich glaube das war der richtige Spruch. Wurde hiermit hinzugefügt. Also haben wir darüber geredet.

Das Wunder der menschlichen Kommunikation

Man soll es nicht glauben, ab und an wirkt menschliche Kommunikation Wunder. Kommt natürlich immer darauf an, mit wem man redet, worüber, wann. Aber das wird jetzt etwas philosophisch. Und dazu sprengt es den Rahmen. Und den wollen wir nicht sprengen. Ganz im Gegenteil. Denn der Rahmen bestimmt die Form. Und die Form ist wie bei jedem meiner Tattoos Subtext. Konkret ist  die Anatomie der Subtext. Mal wieder, wer hätte es denn gedacht? Wir, denn wir wissen vom Körperfluss.

Anatomie als Grundlage

Ich weiß, die Anatomie ist so ein Thema für sich. Sie bewegt sich. Und das in einem Foto festzuhalten funktioniert nur bedingt? Aber desweg gibt es ja auch nicht nur eins, sondern drei. Und wenn ich tatsächlich mal in meinem Leben die Zeit finden sollte, dann werde ich auch versuchen ein Video zu machen und rein zu stellen. Versprochen. Bis dahin sei versichert, dass alle Elemente des Delta und Trizeps, Bizeps und Supraspinatus, des Rabenschnabelfortsatzes und des Schulterdaches wunderschön mit einflossen sind und maßgeblich die Position des Löwens haben mitbestimmen dürfen.

 

 

 

 

 

 

Geisha Tattoo

Geisha Tattoo

"Wenn Yin-Yang eines ist, dann auch und vor allem in der Komposition zu berücksichtigen. Hell, Dunkel. Harmonisch. Keine Dominanz. Kein komplettes Überdecken der alten Elemente – eher Integration und die Liebe zum Detail." — Roald Beyer über die Entwicklung des Geisha Back Tattoos

Geisha Back Tattoo

Das Geisha Back Tattoo, nicht zu verwechseln mit einem Geisha Tattoo. Genau genommen ist die Trägerin keine Geisha. Wobei, kann man der sogenannten kulturellen Aneignung frönen ohne nativ dem japanischen Kulturkreis zugeordnet zu sein? Ein ganz klares „Ja“. denn Liebe zu der Kultur kann einen im inneren des Herzens wenigstens so  definieren, wie man es möchte. Denn wenn es eines gibt, dann ist es Liebe. Und Liebe kann alle Grenzen überwinden. Jaja, ich kleiner Hippie-Klugscheißer, ich. Nichtsdestotrotz, in dem Fall besteht die Liebe zum japanischen Kulturkreis und Tattoos.

Tattoo- Entwicklung

Wie so vieles im Leben ist die Entwicklung eines Tattoos auch oft mit der eigenen Entwicklung verbunden. Und da kann es durchaus vorkommen, dass die Entwicklung alte Entwicklungen mit beinhalten, also integrieren muss. So geschehen bei diesem Geisha Back Tattoo. In diesem Fall war das mit der Integration des alten Tattoos  mal gar nicht so einfach. Denn die Integration von dem alten Tribal auf der linken Schulter hatte durchaus seine Tücken. Aber zuerst zu dem Mandschuren Kranich.

Japanische Kraniche

Der japanische Kranich, oder auch Mandschuren- Kranich ist von seiner Art ein sehr freundlicher und höflicher Zeitgenosse. Er macht zur Balz Paartänze, die einfach nur schön und anmutig zu nennen sind. Die Tiere leben monogam, die Paarbindung hält ein ganzes Leben lang, ein Umstand der auch im Tierreich nicht der Normalität entspricht. Als Rückenmotiv durchweg interessant. Wie können die Grundgedanken des Yin-Yang-Prinzips, das im asiatischen Raum diesen Vögeln zugesprochen wird, auf einem Rücken umgesetzt werden? Schließlich ist der Rücken nicht einfach eine glatte Fläche, alles vergebend. Besonders die Falte des Brustkorbes ist nicht zu unterschätzen, was sich auch mit dem Kommentar der Trägerin „Naja, Corona-Lockdown hat seine Folgen gezeigt“ als weise Voraussicht bei der Erarbeitung des Konzeptes entpuppen durfte.

Erster Gedanke

Der erste Gedanke war recht schnell skizziert. Und genauso schnell vom Tisch. Denn die Aussage, das alte Tattoo könne auch überdeckt werden, wurde von mir recht frei interpretiert. Wobei frei der falsche Ausdruck ist, eher dem Körper und der Form entsprechend, allerdings auf zu diesem Zeitpunkt groß aufgezogenen Fokus. Allerdings, als der Gedanke mit dem Herren des Haus abgesprochen wurde kam das Veto. Und eine leichte Irritation meinerseits. Denn wenn Yin-Yang Eines ist, dann auch und vor allem in dem Haushalt der Dame zu berücksichtigen. Und in der Komposition. Hell, Dunkel. Harmonisch. Keine Dominanz. Kein komplettes Überdecken der alten Elemente. Also eher Integration..

Verbindung mit Körper

Und das mit der Körperform zu verbinden. Holla, das kann das Gehirn mal recht nett herausfordern. Somit war dann zu den Hauptelementen, den Kranichen, Kirschblüten gefunden, als farbiger Konterpart für das schwarze Tribal. Das Tribal in der Art von Ästen und Zweigen interpretiert und soweit überhaupt möglich mittels einem Vorgrund/Hintergrund-Schema angeordnet. Die Form der Kraniche wurde mit dem Körper an die Form des Brustkorbes angepasst. Die langen Beine so konzipiert, dass es nicht von Belang wäre, wenn es zu körperlichen Veränderungen kommen sollte. Zugegeben, das ist bei dem linken nicht auf das hintere Bein bezogen, die Beine der Tiere einfach zu spiegeln war nicht drinnen, ohne das platt wirken zu lassen.

Spielereien

Und natürlich kommt ein Tattoo wie dieses nicht ohne Spielereien aus. Weiche Schatten in den Körpern. Die schwarzen Flügelspitzen als Rahmen. Und schließlich die Libelle. Zur weiteren Auflockerung im unteren Bereich, zusammen mit Schilf im fließenden Wasser. Der Libelle wurde auf der anderen Seite der Koi entgegen gesetzt. Und nach erfolgreicher Skizze konnte ich feststellen, dass ich einen weiteren kreativen Vorschlag machen durfte. „Was hältst du denn davon, dass wir dem Koi auf den Körper Libellen als Schuppen zeichnen?“.

japanisches Tattoo München
Kirschblüten Kranich Manschurenkranich Tattoo japan Style
Koi Tattoo Libelle Dragonfly München<br />

 

 

 

 

 

 

Chtulhu Tattoo

Chtulhu Tattoo

Chtulhu Tattoo

Chtulhu, wer soll dass denn schon wieder sein? Dem Adepten ist er ein Begriff, dem Uneingeweihten wird er das Letzte sein, bevor er mit einem saftigen „Crunch“ verschlungen wird. Oh ja, Hail Chtulhu. Wartend auf seinem Thron in der tiefen See, darauf wartend dass er träumend die dunkle Nacht übersteh. Um dann hungrig sich auf die Welt zu stürzen. Sagt auf jeden Fall H.P.Lovecraft. Aber der sagt ja auch ne Menge.

Alte Götter

Alte Götter braucht der Mensch, gscheid gefräßig, Jungens und Mädels, vor denen man noch Respekt haben muss. Also nicht so was Nettes, Vergebendes . Nein. Und deswegen huldigen wir mal wieder nicht nur dem Teufel, sondern zünftig den alten Göttern. Naja, ist ja fast dasselbe.

Alpha und Omega

Alpha und Omega, der Anfang und das Ende. Das ist es was uns im Moment interessiert. Angefangen hat das Ganze nämlich schon vor geraumer Zeit. Und dazwischen lag etwas, was uns in der allgemeinen Erzählung unserer heiligen Zeit als Sakrosankt und erstrebenswert geschildert wird: eine Ehe. Deswegen konnte der Anfang, das Tattoo am Oberarm, nicht nahtlos an das Ende  angeschlossen werden. Aber schließlich hat alles einmal ein Ende, und da galt es sich an die alten Götter zu erinnern und sich den Arm mit einem lauten „Hail Chtulhu“ auf den Lippen einschwärzen zu lassen. Es wird zu der Entschlossenheit und Rückbesinnung auf die wahren Werte des Lebens gratuliert.

 

 

 

 

 

Hits for Life it for Life shit for Life Tattoo München

Comic Sleeve Tattoo

Comic Sleeve Tattoo

"Ein Comic Sleeve ist ein 3D-Puzzle aus Helden und Schurken. Es geht darum, die Signalfarben so zu bändigen, dass am Ende kein Farbmassaker entsteht, sondern eine klare Geschichte, die auch auf Distanz ihre volle Wucht entfaltet." — Roald Beyer über Farbhierarchie und Comic-Komposition

Comic Sleeve Tattoo: Die Helden der Kindheit auf der Haut

Inspiration im Bücherregal

Um Inhalte für ein Comic Sleeve Tattoo zu finden, braucht es für eine Bücherfachverkäuferin wahrscheinlich nur ein müdes Lächeln. Ein Zucken mit der Schulter. Ferner einen Schritt um die Ecke, in die Leseecke vom Hugendubel. Und während Frau so tut, als ob sie jungen Comicleser-Nachwuchs daran hindert, die Comics in Origami-Wiesel zu falten, die ihren Weg schnell nach Draußen einschlagen, kann sie tatsächlich genüsslich selbst Input sammeln. Obwohl, Origamitechnik kann nie genug bewundert werden. Besonders nicht im Comicbereich. Eigentlich muss man sich fragen, warum es eigentlich keinen Superhelden gibt, der Origami heißt? Der sich bei wilden Angriffen selbst entfaltet, scharf, wie Papier an seinen Kanten eben so ist? Das wäre doch mal cool.

 

Sammlung für das Comic-Sleeve Tattoo

Ok, das mit dem Schreiber für Comics wird bei mir wohl nichts mehr, jemand anders möchte bitte die Idee des „Great Magnificent Origami“ weiterführen. Ich kann mir das so richtig schön vorstellen: Ein Typ im Kreis von Fieslingen, der in dieser Konfrontation so richtig schön zusammengefaltet wird. Aber ich bin mit Ideen-Sammlungen für das Comic Sleeve gefordert. Da sind Charaktere, die der Dame an das Herz gewachsen sind. Harley Quinn zum Beispiel. Welches Mädchen träumt nicht von ihr? Aber der Traum ist der maskierte Rächer Batman in einer old-school mäßigen Ausführung. Dazu kommen Punisher-Totenkopf, der Smiley des Comedian, Venom, Hellboy, Scarecrow, Spawn und Abe Sapien.

Farbdynamik und das 3D-Puzzle

Es handelt sich um wunderschön farbige Charaktere, die ausreichend zur Geltung kommen müssen. Aber was haben Comic-Helden farblich gemeinsam? Meistens Rot, leuchtende Farbe des Lebens – oder laut Deadpool, damit man das Blut nicht sieht. Weiter im Trend: Schwarz und gelegentlich Grün. Das macht die Farbauswahl bei einem großen Comic Sleeve schwer. Es soll ja die gesamte Horde im fröhlichen Mit- Über- und Quereinander sein. Wenn Schwarz als elementarer Bestandteil inflatorisch eingesetzt ist, läuft es auf ein Spiel „Vier gewinnt“ mit sich selbst in roten und schwarzen Steinen hinaus. Will man das? Man hat es mit einem 3D-Puzzle aus vordergründigen und hintergründigen Farben zu tun. Ein Tattoo muss klar sein, auf Distanz wirken und nicht durch Rot dominiert werden.

Aufbau und Hintergrund im Comic Sleeve Tattoo

Der „Sandwich-Effekt“, wie ich es nenne, wenn das Hauptelement zwischen Hintergrund und Vordergrund so eingequetscht wird, dass alles undurchsichtige Soße wird, den gilt es  zu vermeiden. Wir brauchen Orientierung. Als Orientierungsebene dient ein Comic-Panel von Batman (Gotham Stalker), in dem er sich auf einem Vorsprung eines Hauses nach unten lehnt. Wunderschön harte Kontraste hat der Batman in diesem Panel: Hauptsächlich Schwarz, Schwarz-Grau-Blau-Violett. Um es nicht zu dunkel zu gestalten, setze ich den Innenteil des Umhangs in ein Rot. Den Joker schlage ich als fahl-mondige Projektion im Hintergrund vor, den Punisher-Totenkopf transluzent davor. Der „Schnabel“ des Gebäudes wird in einem warmen Farbgrau gestaltet. So ist es möglich, diesen und den dunklen Venom optisch weit nach vorne zu schieben.

Zusammenfassung: Technik und Symbolik – Comic Sleeve Tattoo

  • Stilistik: Klassischer Comic-Sleeve; Fokus auf grafischer Klarheit und starker narrativer Tiefe.

  • Charakter-Ensemble: Ikonen wie Batman, Harley Quinn, Venom und Punisher treffen auf Dark-Fantasy-Helden wie Hellboy, Spawn und Abe Sapien.

  • Farb-Konzept: Vermeidung des „Sandwich-Effekts“ durch thermische Farbtrennung; Rot als Akzentfarbe, Schwarz und Farbgrau als Orientierungsebenen.

  • Spezial-Elemente: Batman im „Gotham Stalker“-Stil mit harten Kontrasten; transluzenter Punisher-Schädel und Joker-Projektion im Hintergrund.

  • Anatomie: Anpassung der Figurenhierarchie an den natürlichen Körperfluss; Fokus auf Fernwirkung und Dreidimensionalität.

  • Besonderheit: Integration bildhafter Metaphern (Origami-Wiesel als Symbol für heimliche Wege) in die konzeptionelle Planung.

 

 

 

 

 

 

Giger Biomechanik

Giger Biomechanik

Giger Biomechanik

H.R.Giger, der Gottvater der Biomechanik ist immer wieder im Tattoobereich ein gerne imitierter Künstler. Und immer wenn ich mich mit einem solchen Wunsch konfrontiert sehe muss ich Vorstellungen gerade rücken. Denn das geht nicht. Wenigstens geht eine Giger Biomechanik nicht so, wie das auf den Leinwänden von Giger verewigt wurde. Denn dabei wird gerne etwas außer Acht gelassen. Erstens waren Gigers Werke tatsächlich Leinwände gewisser Größe. Und zweitens war das Malwerkzeug der Wahl in Gigers Kunstwerken der Airbrush. Oder wie er es gerne nannte der Luftpinsel. Weiterhin erstellte Giger seine Kompositionen regelmäßig mit Hilfe von Schablonen. Denn nur so konnten die durchscheinenden Effekte generiert werden. Indem der Farbauftrag durch Einstellung des Luftdrucks mal stärker, mal leichter ausgeprägt wurde. Und so etwas mit einer Tätowierung zu erreichen ist per se unmöglich.

New York City Serie

Die Farbe unter der Haut hat ihre eigene Dynamik. Sie bleibt nicht dort, wo sie Anfangs war. Sie bewegt sich und breitet sich im Laufe der Zeit, wenngleich je nach Technik, mal weniger und mal stärker aus. Vielleicht ein wenig wie New York, der Moloch. Unter anderem im Zusammenhang mit der Oskarverleihung für Gigers Breakthrough, dem Film „Alien“ wurde der Giger Biomechanik Zyklus „New York City“ geschaffen. Eine Sammlung von 28 Werken, eine Hommage an die seit Kindheit faszinierende Stadt. Bizarr, mechanisch, ein organisch funktioneller, maschinisierter Moloch. Und mit einem von diesen Werken sollte ich den Herrn Larch beglücken. Nämlich New York City XI. Ob dieses Werk itself wiederum an den 2014 verstorbenen Künstler sein sollte kann ich nicht sagen. Was ich ihm sagen konnte war, dass ich das Teil so wie es original ist am Unterarm nur auszugsweise umsetzen könne.

Fluß vs. Statik in der Giger Biomechanik

Der Unterarm wird wesentlich durch den Musculus brachioradialis und carpi radialis longus bestimmt. Die ansonsten longitudinal verlaufenden Muskeln werden am Ellbogen in dem Sinne gekreuzt und überlagert. Diesen oftmals ausgeprägten Muskelbauch gerade anzuschneiden resultiert immer in einer Verzerrung. Und das nicht nur wegen dem Schatten, den der Muskelbauch zwangsläufig wirft. Auch durch seine Funktion, die Ellen-Speichen-Drehung. Gegenteilig ist die Serie New York City maßgeblich geprägt von geraden, gewachsen anmutenden aber dennoch statischen Elementen. Auch im Fall von New York City XI. Wesentliches Element ist dabei jedoch unter anderem ein Totenkopf, der aus den Fragmenten der Leitungen und Zahnstangen gebildet wird. Und diesen Totenkopf aufzugreifen wurde ich gebeten. Also schlug ich vor, darüber hinaus eine Wiederholung ebendieses Schädel in einer an eine Wirbelsäule erinnernde Kolummne umzusetzen.

Alien Biomechanik

Bei der Kolumne sind die Augen jedes Schädel gleichzeitig unter den Jochbeinen des darüber angelegten Schädels in einer Reihe zur Fortführung angesetzt. Durch den teilweise angeschnittenen ursprünglichen Schädel und den Übergang in die Kolumne konnte ich den geraden, statischen Teil an die Elle setzen und somit diese zwei Grundprinzipien miteinander kombinieren. So, und wenn jetzt jemand das Ganze Schlaubi-Schlumpf-Gequatsche tatsächlich durch gehalten haben sollte. Jetzt, und endlich, jetzt kommen wir zu dem, was wir an der Biomechanik so mögen. Das kleine süße, putzige aus dem Ei hüpfende Alien. Schließlich kann keine Giger Biomechanik in aller Konsequenz ohne Alien. Letztendlich hatten wir zum Innenarm neben dem ganzen Gefiesel noch Platz für was Grobes. Und selbst wenn es klein, süß, putzig und aus dem Ei hüpfend ist. Was gibt es gröberes als ein Alien?

 

Giger Biomechanik Tattoo Raul it for Life München Tattoostudio
Giger Biomechanik Tattoo Raul it for Life Tätowierstudio München Taufkirchen
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Biomechanik Lilie

Biomechanik Lilie

"In der nächtlichen Übermüdung am Zeichenbrett während dem ersten Corona-Lockdown verschwammen Zeitgeist und Biomechanik in einer Vision vor meinen Augen. Ich nannte die Zeichnung "Schwurbelteil"... — Roald Beyer über kreative Isolation und digitale Präzision

Biomechanik Lilie: Wenn aus Isolation kreative Strukturen wachsen

Dünger für den Geist: Die kreative Seite der Krise

Man kann einiges über die Zeit während Corona sagen – und man hat auch bereits unendlich viel darüber gesagt. Was man jedoch nur selten hört, sind gute Worte über diese Phase der Isolation. Doch man darf eines nicht vergessen: Aus allem, was erst einmal richtig bescheiden ist, kann auch etwas Gutes folgen. Um es mal ganz klar und ungeschminkt auszudrücken: Mist düngt. In meinem Fall, als begeisterter Freund der „1000 Messerschnitte“ des Selbsthasses, fallen mir glücklicherweise immer genug Projekte ein. Wenn man mich nach meiner Begeisterung für Projektmanagement fragt, antworte ich oft zynisch: „Was macht man nicht alles, wenn man viel Zeit und keine Freunde hat?“ Zum Thema Schmerzempfinden kannst du hier erfahren, wie sich Tätowieren anfühlt. (Link folgt)

Perspektivwechsel im Lockdown

Als ich ein paar Wochen später, nach der ersten Lockerung des Lockdowns, einen Kollegen in einer Gastronomie traf, sah ich die andere Seite dieser Zeit. Der Mann hatte die Wochen der Schließung genutzt, um seine eigenen Tattoos am eigenen Körper nachzuarbeiten. Das ist natürlich auch eine sehr konsequente Möglichkeit, seine Zeit sinnvoll zu verbringen, wenn das Studio zwangsweise leer bleibt. Es zeigt, wie unterschiedlich Künstler mit der verordneten Ruhepause umgegangen sind. Während die einen sich selbst tätowierten, stürzte ich mich in die digitale Welt, um neue Formen zu generieren, die weit über das bisherige Portfolio hinausgehen sollten. Die Isolation wurde so zum Treibstoff für völlig neue gestalterische Ansätze, die ich in nächtlichen Sitzungen entwickelte.

Selbstisolation als strahlendes Banner

Unter diesem Motto dürfte die Corona-Zeit eigentlich in ein strahlendes Banner eingewickelt werden. Selbstisolation, Fremdisolation, leere Straßen und eine ausgeprägte Kontaktarmut dominierten den Alltag. Was macht der Mensch, wenn auf einmal in einem solchen Umfang die Angst regiert? Nun, ich für meinen Teil widme mich den schönen Künsten, um ein bisschen Farbe ins Leben zu bringen, wenn es schon für sonst niemanden möglich war. So nutzte ich die unfreiwillige Freizeit, setzte mich an den Computer und zeichnete vor mich hin. Dabei entstanden komplexe Strukturen und biomechanische Elemente, die auf der Webseite in den Wanna-Dos unter dem Titel „Schwurbelteil“ lagen. Das „Schwurbelteil“ entstand aus reiner Übermüdung bis spät in die Nacht am neuen Brett für digitales Zeichnen.

Das „Schwurbelteil“: Ein biomechanisches Wortspiel

Es entbehrte nicht eines gewissen Zynismus, dass die „Schwurbelei“ in der Gesellschaft im Zusammenhang mit Corona zwischen dem ersten und zweiten Lockdown immer ausgeprägtere Ausmaße annahm. Ganz ohne Hintergedanken entwickelte ich diese ineinander verschlungenen, technoiden Formen und gab ihnen diesen Namen. Es war fast schon wegweisend, dass genau zu dieser Zeit ein Kunde vorbeikam, der Elemente von genau diesem „Schwurbelteil“ in seinem nächsten Tattoo verewigt haben wollte. Wobei wir uns jetzt definitiv nicht dazu hinreißen lassen wollen, einen Zusammenhang anzunehmen. Nein, es ist schlichtweg eine Form, eine Struktur, die dem Kunden ästhetisch gefällt und deren Linienführung ihn faszinierte. Biomechanik ist hier wertfrei und rein formfokussiert zu betrachten, fernab jeder politischen Deutung oder geistigen Verwandtschaft.

Biomechanik trifft Floristik: Die Lilie im Fokus

Das fertige Konzept sieht nun vor, diese abstrakten Strukturen in ein biomechanisches Gesamtwerk einzubetten, bei dem eine stilisierte Lilie, eine „Fleur de Lys“, den Hintergrund bildet. Die Lilie dient als organischer Ruhepol zu den harten, künstlichen Elementen des Schwurbelteils. Biomechanik lebt von diesem Kontrast: Dem Weichen auf der einen Seite und dem Konstruierten auf der anderen. Die Lilie bricht die Kälte der biomechanischen Teile auf und verleiht dem Tattoo eine fast schon klassische Eleganz, die auf den ersten Blick im Widerspruch zu den technoiden Windungen steht, sich aber perfekt ergänzt. Es entsteht eine Symbiose aus Natur und Maschine, die den gesamten Oberschenkel in eine dynamische Komposition verwandelt und heraldische Ästhetik modern interpretiert.

Platzierung: Der Oberschenkel als dynamische Leinwand

Der gewählte Ort für dieses Projekt ist der Oberschenkel, genauer gesagt die laterale Seite über dem Musculus quadriceps femoris. Diese Position bietet eine hervorragende natürliche Rundung. Durch den gezielten Richtungswechsel zum Knie hin entsteht eine enorme Dynamik. Die Platzierung wurde zudem so gewählt, dass sie zukunftssicher ist: Sollte irgendwann einmal der Wunsch aufkommen, das Tattoo zu erweitern, lässt sich das Knie wunderbar als Drehpunkt nutzen, um das Motiv nahtlos auf die Wade hin fortzuführen. Wie so eine biomechanische Bein-Erweiterung im Fluss wirken kann, zeigt dieses Projekt. Die Anatomie wird hier aktiv einbezogen, wobei der Kraftfluss der Muskulatur die Leitlinien für die biomechanischen Schwünge des „Schwurbelteils“ vorgibt und betont die physische Bewegung.

Schwung und Tiefe: Die Kunst der Schattierung

Bei der biomechanischen Lilie kam es vor allem darauf an, die Tiefe der „Schwurbelteile“ herauszuarbeiten. Durch gezielte Lichtsetzung und harte Schatten kontrastieren die organisch wirkenden Segmente mit den zarten Blütenblättern der Lilie. Das Zeichnen am Computer erlaubte es mir, diese Lichtverläufe im Vorfeld exakt zu planen. Besonders hervorzuheben ist, dass die Linien der Lilie nicht in einfachem Schwarz-Grau gestochen wurden. Es kam eine Sondermischung auf Violett-Basis zum Einsatz, die dem floralen Element eine subtile Farbtiefe verleiht, ohne die biomechanische Härte zu schwächen. Die digitale Präzision ermöglicht hierbei eine Plastizität, die handgezeichnete Entwürfe oft vermissen lassen. Es ist der Beweis dafür, dass Isolation den Blick für neue technologische Möglichkeiten schärfen kann, die später unter die Haut gehen.

Fazit: Ein Kind der Lockdown-Kreativität

Letztendlich ist die Biomechanik Lilie ein Kind ihrer Zeit. Ohne die erzwungene Ruhe der Lockdowns wäre das „Schwurbelteil“ vielleicht nie über eine flüchtige Skizze hinausgekommen. So aber wurde es zum Herzstück eines Projekts, das organische Schönheit mit abstrakter Geometrie vereint. Es zeigt, dass wir als Tätowierer und Künstler immer einen Weg finden, die Welt um uns herum zu verarbeiten – sei es durch Zynismus, Projektmanagement oder eben durch die Entwicklung völlig neuer biomechanischer Strukturen, die nun stolz auf einem Oberschenkel getragen werden. Ein Stück Zeitgeschichte, verewigt in Tinte, das die Brücke zwischen digitalem Design und traditionellem Handwerk schlägt und die Ästhetik der Biomechanik durch die heraldische Lilie auf eine neue Stufe hebt.

Zusammenfassung: Technik und Symbolik – Biomechanik Lilie

  • Stilistik & Genre: Progressive Biomechanik in Verbindung mit heraldischer Floristik; harter Kontrast zwischen künstlichen Segmenten und der organischen Formensprache.

  • Kreativer Ursprung: Digitale Konzeptarbeit während der Corona-Lockdowns; Nutzung intensiver Workflows im Bereich digitales Zeichnen am neuen Grafiktablett.

  • Das „Schwurbelteil“: Ein wertfreier, formfokussierter Titel für ein Wanna-Do-Konzept, dessen Name zynisch auf den gesellschaftlichen Zeitgeist anspielt.

  • Florales Element: Verwendung einer stilisierten „Fleur de Lys“ Lilie als Hintergrundmotiv; Linienführung in einer speziellen Violett-Schwarz-Mischung für exklusive Tiefe.

  • Anatomische Anpassung: Gezielte Platzierung auf dem lateralen Oberschenkel (Quadrizeps); Vorbereitung für Erweiterungen über das Knie.

  • Technische Umsetzung: Nutzung digitaler Vorplanung für extreme Plastizität; harte Lichtkanten und tiefe Schattierungen zur Simulation von Dreidimensionalität.

  • Narrativer Kontext: Reflexion über Schmerz (Lingchi / 1000 Messerschnitte) und die unterschiedliche Nutzung der Isolation innerhalb der  Tätowierer-Community.

 

 

 

 

 

 

Totendame

Totendame

"Die Lady of Death ist kein Porträt, sie ist eine anatomische Eroberung. Zwischen Biberschädeln und Krebspanzern haben wir den Knochenstaub des Death Valley in Biomechanik verwandelt – eine Verneigung vor der unendlichen Eleganz der Vergänglichkeit." — Roald Beyer über morbiden Adel und Formgebung

Biomechanische Totendame: Wenn Knochenstaub zu Adel wird

Die Aristokratie der Finsternis: Lady o’Detzzh

Manche Motive sind mehr als nur Tinte; sie besitzen eine Ahnenreihe. Die Totendame, die Lady of Death entstammt dem ehrwürdigen Adelsgeschlecht derer „of Death“ – im Fachjargon auch als die herrschaftliche Linie „o’Detzzh“ bekannt. Solch eine Entität lässt sich normalerweise nur schwer bändigen. Oft braucht es komplexe Bannkreise, um diese dunkle Majestät auf einem Arm zu fixieren. In diesem Fall vertrauten wir jedoch ganz auf die Magie der Nadel und ließen den Weihrauch weg. Nun thront sie dort, bereit, jederzeit auf ihrem knöchernen Ross zurück in die staubigen Senken des Death Valleys zu galoppieren, sobald die Arbeit am Knochenacker getan ist.

Morbide Freiheit: Biomechanik ohne Kompromisse

Das Privileg der „freien Hand“ ist bei einer solchen Dame ein zweischneidiges Schwert – oder eher eine geschärfte Sense. Für mich bedeutete es die Freiheit, klassische Vanitas-Elemente in eine moderne, technoid-organische Formsprache zu übersetzen. Die Totendame ist kein simples Skelett-Tattoo; sie ist eine Herrscherin über ihren eigenen mechanischen Kosmos. Das Ziel war eine Schädeldame, die erst bei genauerer Betrachtung ihre volle, komplexe Pracht offenbart. Jedes Detail wurde so gesetzt, dass es die Anatomie des Arms nicht nur nutzt, sondern sie in eine dunkle, biomechanische Kathedrale verwandelt, die den Betrachter in ihren Bann zieht.

Von der Skizze zur Herrscherin: Ein neuer Plan

Alles begann mit der Zeichnung einer Vorfahrin dieser Totendame. Die Aufgabe war es, dieses Fundament zu erweitern und Motive wie ein allsehendes Auge, ein Herz und weitere Knochenstrukturen organisch zu integrieren. Ein solches Patchwork aus morbiden Ideen benötigt jedoch eine ordnende Hand und eine klare Vision, damit das Endergebnis nicht wie eine lose Sammlung wirkt. Besonders bei einer „hohen Dame“ wie dieser ist ein roter Faden essenziell. Es galt, die Fragmente der Skizze zu nehmen und sie in ein großflächiges Gesamtkonzept einzubetten, das die Lady in ihrer vollen, adligen Größe zeigt.

Anatomisches Storytelling: Ein Porträt mit Körper

Ein isoliertes Porträt auf einem Oberarm zu platzieren, wäre in diesem Fall pure Verschwendung gewesen. Die Biomechanik lebt davon, dass sie die Muskulatur des Trägers integriert. Ein körperloses Gesicht wirkt oft wie ein Fremdkörper, deshalb war die Entscheidung klar: Die Lady of Death braucht einen Körper, der mit ihr verschmilzt. Sie wächst nun direkt aus der Schulterpartie heraus und erstreckt sich über den gesamten Arm. Jede Bewegung des Bizeps und des Unterarms verleiht ihr eine unheimliche Lebendigkeit, als würde die Totendame unter der Haut atmen und sich mit dem Träger gemeinsam bewegen.

Die Krönung der Schulter: Diademe und Hörner

Den Startpunkt bildet die Schulter, die durch das Design förmlich abgerundet wird. Aus der Stirn der Lady wächst ein markantes Diadem, das wir geschickt als Fassung für das Auge der Vorsehung umfunktioniert haben. Um die hoheitliche Erscheinung zu komplettieren, durften imposante Hörner nicht fehlen. Diese leiten über zu einem hochstehenden Kragen, der der Totendame ihre unnahbare Aura verleiht. Hier zeigt sich die Detailverliebtheit der Biomechanik: Der Kragen ist kein Textil, sondern eine knöcherne Struktur, die dem Betrachter Respekt einflößt und das Haupt der Lady wie einen Schrein rahmt.

Biologische Vorlagen: Krustentiere und Biberknochen

Bei der Konstruktion des Kragens dienten mir tatsächlich die bionischen Formen von Krebspanzern als Vorbild. Die Natur hat hier bereits perfekte Lösungen für Schutzpanzer entwickelt, die sich wunderbar in biomechanische Designs übersetzen lassen. Für die Schulterpartie griffen wir auf die robuste Anatomie eines Biberschädels zurück. Diese ungewöhnliche Wahl bot den perfekten Platz für weitere Augenpaare. Um das Gesamtbild mit spirituellen und subkulturellen Symbolen zu würzen, wurden die Segensgeste und die legendäre Pommesgabel (Mano cornuta) nahtlos in die Komposition eingearbeitet.

Der Innenarm: Blick in das Rückgrat der Totendame

Interessanterweise offenbart die Innenseite des Arms die „inneren Werte“ des Projekts. Inspiriert von der japanischen Tradition, private Details eher versteckt zu tragen, blicken wir hier auf die Rückansicht der Dame. Eine detailliert ausgearbeitete Wirbelsäule zieht sich den Innenarm entlang und ergänzt die Frontansicht. Im Brustkorb klafft eine Lücke, wo man eigentlich Rippen erwarten würde. Stattdessen findet das Auge dort die Leere eines fehlenden Herzens – ein starkes Symbol für die Kälte der Vergänglichkeit. Diese anatomische „Fehlstelle“ erzeugt eine Spannung, die das gesamte Tattoo-Konzept zusammenhält.

Das exzentrische Herz am Unterarm

Die Suche nach dem verlorenen Herzen führt uns schließlich zum Unterarm. Dort hat das Organ seinen neuen Platz gefunden, eingebettet in die Strukturen der biomechanischen Verlängerung. Es liegt dort in direkter Nachbarschaft zu einem weiteren Totenkopf, denn Schädel kann man in dieser Stilistik wahrlich nie genug haben. So schließt sich das Narrativ: Von der sehenden Schulter über das hohle Zentrum bis hin zum schlagenden Herz am Handgelenk. Die Biomechanik fungiert hier als der Klebstoff, der Knochen, Fleisch und Symbole zu einem ewigen Monument der Totendame verleimt. Natürlich mit Knochenleim.

Das Projekt gibt es bereits hier, ich wollte es nur noch mal als Fullsleeve einstellen.

 

 

Zusammenfassung: Technik und Symbolik – Lady of Death Tattoo

  • Stilistik & Genre: Morbide Biomechanik; Verknüpfung von aristokratischer Vanitas-Ästhetik mit technoid-organischen Elementen.

  • Formgebende Exoten: Integration von Natur-Strukturen wie Krebspanzern und Biberschädeln zur Erzeugung einzigartiger biomechanischer Texturen.

  • 360-Grad-Konzept: Verbindung von Vorderansicht (Lady) und Rückansicht (Wirbelsäule) über den gesamten Arm (Sleeve).

  • Symbolisches Layering: Verwendung des Auges der Vorsehung, der Mano cornuta und der Segenshand zur Schaffung einer spirituellen Tiefe.

  • Anatomisches Storytelling: Das Motiv des „fehlenden Herzens“ im Thorax wird durch ein physisches Herz am Unterarm aufgelöst.

  • Schattenarbeit: Hochdetaillierte Schwarz-Grau-Schattierungen (Black & Grey) zur Differenzierung zwischen Knochen, Metall und Fleisch.

  • Künstlerische Freiheit: Komplette Neukonstruktion der mitgebrachten Skizze hin zu einem fließenden Ganzarm-Konzept.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Grim Squeaker

Grim Squeaker

Grim Squeaker Tattoo: Der Rattentod aus Terry Pratchetts Scheibenwelt

Die Legende des Rattentods: Ein einzigartiger Charakter

Der Grim Squeaker, in der deutschen Übersetzung auch als Rattentod bekannt, ist einer der liebenswertesten und zugleich skurrilsten Charaktere in Terry Pratchetts Scheibenwelt-Romanen. Genauso einzigartig wie seine literarische Vorlage ist er auch als Motiv für ein Tattoo. Er ist die anthropomorphe Darstellung des Todes, allerdings spezialisiert auf die Welt der Nagetiere. Seine Existenz verdankt er einer kurzzeitigen Abspaltung von TOD selbst, der während eines „Urlaubs“ auf der Erde diverse Sub-Entitäten seiner selbst schuf. Während die meisten dieser Fragmente wieder verschwanden, blieb der Rattentod (neben dem Flohtod) als eigenständige Form bestehen und verrichtet seither zuverlässig seinen Dienst im Jenseits der Ratten.

Zwischen Magie und Skelett-Humor

Der Rattentod ist alles andere als ein bösartiger Charakter, auch wenn sein skelettiertes Aussehen auf den ersten Blick unheimlich wirken mag. Er überführt Seelen mit einer Präzision und Sanftmut auf die andere Seite, die seinesgleichen sucht. Das Beste an ihm ist jedoch sein „putziges“ Auftauchen. Es gibt in den Geschichten der Scheibenwelt immer wieder Momente, in denen Bewohner glauben, ein winziges Rattenskelett in einer schwarzen Kutte herumlaufen zu sehen. Wer Terry Pratchett kennt, weiß diese subtile Komik und die Magie seiner Welt sehr zu schätzen. Sie verbindet Generationen von Lesern und lässt uns über das Unvermeidliche schmunzeln.

Magie auf der Haut: Ein Fest für Fans

Dementsprechend ist es auch für mich als Tätowierer ein kleines Fest, wenn ich eine Figur aus dem Pratchett-Kosmos unter die Haut bringen darf. Der Rattentod als Tattoo ist eine besondere Herausforderung. Schließlich hat er alles, was so ein kleiner Tod braucht: Eine winzige Sense, eine dunkle Kutte und vor allem ein fröhliches, begeisterndes Lächeln,  (Ecoutez le Wortwietz). Ein Totenkopf-Lächeln ist naturgemäß statisch, muss aber in der Tätowierung lebendig wirken. Dieses Lächeln bestwirksam umzusetzen, war der zentrale Fokus meiner Arbeit an diesem Unterarm-Projekt.

Form und Fokus: Das A und O der Tätowierung

Nun ist es immer so, dass Form und Fokus in einem Tattoo über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Es gibt meiner Empfindung nach nicht viel Schlimmeres als eine handwerklich perfekt ausgearbeitete Tätowierung, die jedoch unter einer „Inselbegabung“ leidet. Damit meine ich Arbeiten, bei denen jedes Element für sich brillant ist, aber der Bezug zueinander fehlt. Ein unglücklicher Lichtschein kann dann schnell wie ein „farbiger Popel“ wirken, wenn der anatomische Zusammenhang nicht stimmt. Um den Fokus beim Grim Squeaker zu wahren, war es nötig, mutig mit Farben zu spielen und eigentlich hintergründige Töne wie Blau gezielt in den Vordergrund zu rücken.

Anatomische Dominanz: Der Traum eines Unterarms

Der Träger Ronnie hat glücklicherweise eine markante Unterarm-Muskulatur, die förmlich nach einer großflächigen Gestaltung schrie. Besonders der Musculus brachioradialis (Oberarmspeichenmuskel) ist bei ihm ein wahrer Traum für jeden Tätowierer. Dieser Muskel gibt die Form dermaßen dominant vor, dass es unmöglich ist, an ihm vorbeizukommen. Aus diesem Grund legte ich den Rattenschädel schräg auf den Bauch dieses Muskels. Es sollte sich schließlich nicht nur um ein einfaches Schädel-Porträt handeln, sondern um die gesamte Figur des Rattentods, inklusive seiner wallenden Kutte und der Sense.

Die Geometrie des Nagers: Zahnreihen im Fokus

Da der Rattentod zur Familie der Rattus Rattus gehört, besitzt sein Schädel die wunderschöne, funktionale Form einer Beißzange. Diese charakteristische Zahnreihe haben wir ganz bewusst in den Fokus gesetzt, um das „Lächeln“ des Grimsqueaker zu betonen. Im Hintergrund wurde eine Sanduhr in grauen Schattierungen integriert. Dieses Accessoire ist für den Tod essenziell und wurde hier genutzt, um den Körper mit der in Blau gehaltenen Kutte kontrastreich nach vorne abzusetzen. Die Sanduhr verläuft quasi parallel zur Form des M. brachioradialis, was die Dynamik der Muskelbewegung perfekt unterstützt.

Hätte, hätte, Fahrradkette: Die Entscheidung für das Ganze

Hätte man nur den Rattenschädel allein, ohne Kutte, Sense und Sanduhr dargestellt, wäre eine völlig andere Ausarbeitung nötig gewesen. Doch wie heißt es so schön: Hätte, hätte, Fahrradkette. Wir wollten die gesamte Essenz des Charakters einfangen. Durch die Ausnutzung der natürlichen Erhebungen des m. brachioradialis wirkt die Figur nun fast plastisch. Wenn Ronnie seinen Arm bewegt, scheint der kleine Sensenmann mitzugehen. Es ist ein lebendiges Denkmal für die Scheibenwelt, das zeigt, dass auch der Tod – oder zumindest seine nager-spezifische Abspaltung – eine überaus charmante Seite haben kann.

"QUIEK. Der Rattentod ist kein Ende, sondern eine anthropomorphe Notwendigkeit. Auf dem M. brachioradialis findet er den perfekten Platz für sein ewiges Lächeln – eine biomechanische Verneigung vor Terry Pratchetts Genie." — Roald Beyer über den Grim Squeaker und anatomische Perfektion

Zusammenfassung: Technik und Symbolik – Grim Squeaker Tattoo

  • Stilistik & Genre: Illustratives Pop-Culture Tattoo mit biomechanischen Anpassungen; Hommage an Terry Pratchetts Scheibenwelt.

  • Anatomische Integration: Strategische Platzierung auf dem M. brachioradialis, um die plastische Wölbung des Unterarms für den Rattenschädel zu nutzen.

  • Farbdynamik: Einsatz von kräftigem Blau für die Kutte, um sich von den grauen Schattierungen der Sanduhr im Hintergrund abzuheben.

  • Symbolik: Der Rattentod (Grim Squeaker) mit Sense und Sanduhr; Darstellung der „Beißzangen-Anatomie“ des Rattenschädels (Rattus Rattus).

  • Komposition: Fokus auf das markante „Lächeln“ der Zahnreihen; perspektivische Flucht der Sanduhr zur Unterstützung der Unterarm-Geometrie.

  • Technik: Kontrastreiches Spiel zwischen plastischem Vordergrund und atmosphärischem Hintergrund zur Vermeidung von „Inselbegabungen“ im Design.

  • Narrativer Kontext: Visualisierung der einzigen Flohtod-Abspaltung, die eine bleibende anthropomorphe Form in der Literaturgeschichte behalten hat.

 

 

 

 

 

 

Otter Love

Otter Love

Otter Love

Als Freund netter Sprüche kann ich eines sicher sagen. Mit nem Otter gehts viel flotter. Der war flach? Ja, auf jeden Fall nicht so hoch wie der Grand Teton Nationalpark in Wyomig. Was hat der hiermit zu tun? Wir werden sehen. Der ein oder andere Tattoo- und Naturbegeisterte hat es schon gesehen. Ein tätowiertes Tier, und in diesem ist eine Silhouette von Bergen und Bäumen zu sehen. In der Regel sind diese dann vom Stil graphisch, eher in die Richtung Lineart zusammen mit Dotwork. Was ist aber, wenn einige der einzubringenden Elemente Tiere sind? Und diese Tiere einfach mal echt viele sind. Fuchs, Bison, Bär. Und nicht zu vergessen der Otter. Oder besser zwei Otter?

Otter Love, besser zwei als einer

Klar, zwei ist besser als einer. Vor allem wenn es um Otter Love geht. Denn die sind eher gesellige Tierchen. Putzig auf dem Rücken im Wasser liegend kann man die auf Bildern bewundern. Oder einfach nur so durch das Wasser pflügend. Un d Wasser soll definitiv mit hineinfließen in das Tattoo. Weich. Im Gegensatz zu dem Grand Teton. Denn das war ein Urlaubsziel, das wohl sehr beeindruckend war. Und das soll mit verewigt werden in dem Tattoo namens Otter Love. Gegensätzlich zu den vorher erwähnten Line und Dotwork Arbeiten soll es jedoch nicht lediglich aus harten Linien bestehen. Sondern es soll eben die verschiedenen Elemente miteinander vereinen.

Qual der Wahl

Wie oben schon gefragt, was ist, wenn als Vorgabe nicht nur ein Tier eingebracht worden ist? Und dabei zum Ausdruck gebracht wird, dass sie ja eigentlich alle mit im Ringelreihen dabei sein sollen? Dann muss man puzzlen. Und genau das war es, was ich gemacht habe. Puzzle gespielt. Ich erspare die verschiedenen Schritte, die in der Entwicklung damit einhergingen. Es waren einige. Schließlich muss man beim Puzzle die verschiedenen Elemente zusammenfügen. Und jeder, der schon mal ein Puzzle gelegt hat weiß, dass das nicht so ganz so schnell vonstatten geht. Allerletzten Endes haben wir es dann aber so umgesetzt, dass alles dabei ist. Wenn man genauer schaut, dann sieht man im Wasser als Well einen Büffelkopf. Darüber hinaus einen Bären mit offenem Maul, über ihm ein Lachs. Und ein Fuchs. Habe ich etwas vergessen? So wie die Silhouette des Grand Teton, mitsamt Bäumen in den Ottern?

Otter Fuchs Fisch Bär und Bison Tattoo