Fenriswolf Tattoo

Fenriswolf Tattoo

Fenriswolf Tattoo

Ein Fenriswolf Tattoo verbindet den Träger zwangsläufig mit der nordischen Mythologie. Und in der gibt es so einiges, was man bildlich umsetzen kann. Nicht nur den Fenriswolf selbst. Darüber hinaus auch die Raben Hugin und Munin. Sie versinnbildlichen Gedanken und Erinnerung. Und sie sitzen auf der Schulter. Und was die keltische Ornamentalik anbetrifft kann man nicht viel sagen außer Knotenwerk. Somit hat man ein gerüttelt Maß an Elementen, die man in so ein Fenriswolf Tattoo mit einfließen lassen kann.

Körperliche Herausforderung

Nun ist es ja nicht unbedingt so, dass es nicht schon den ein oder anderen Fenriswolf als Tattoo im Netz zu bewundern gibt. Allerdings sollte es dann doch etwas anderes werden. Denn selbst, wenn die ein oder andere Vorlage ihren Weg auf meinen Desktop fand. Im Endeffekt gab es immer eine Ecke oder Kante, die so nicht gepasst hat. Schließlich sollte es nicht ein plakativer stilisierter Kopf werden. Es sollte ein größtenteils realistischer Kopf werden. Nachdem das sich dann allerdings mit den beiden Raben ein wenig beißen würde hellte ich ihn dann doch etwas auf. Schließlich ist eines klar. Raben sind einfach mal schwarz. Um sie dann doch nicht zu dunkel zu gestalten wurde hier ein harter Kontrast eingesetzt. Nicht dass sich die Raben in dem Wolf verlieren. Genauer gesagt in seinem Körper.

Keltisches Knotwork

Nun stellte sich die Frage, wie man denn den Wolf so aufbauen könnte. Hilfreich war dabei ein Buch, das mir eine Zeichnung aufgrund eines Grabfundes aus Hintschingen offenbarte. Hierbei war der Körper in wundersamer Weise verdreht und bildete kreisrunde Überlappungen. Somit erschien es als optimal an der Schulter einen Cut zu machen. Hugin und Munin sollten mit in das Tattoo. Nachdem das sich nicht so hundertprozentig in das Tattoo integrieren ließ schlug ich vor, die Köpfe der Raben an zwei Spitzen eines dreiseitigen Knotens zu setzen, der sich in dem Kreisrund der Vorderpfoten auf der Schulterkugel befinden sollte. Somit bestand die Möglichkeit, den Kopf auf der Brust von dem Körper auf dem Arm abzusetzen. Der Körper wurde in klassischer Art in einem Knotenwerk konzipiert, wenngleich dieses gleichzeitig die Formen des Armes berücksichtigen musste. Keiner mag Schlaubi Schlumpf, besonders nicht, wenn er vor einem Tattoo steht und sagt da wäre eine Beule.

Knoten unter Knoten

Das wunderbare an keltischen Knotwork Tattoos ist, dass sie vor Herausforderungen stellen. .Denn man kann damit so viel machen. Drunter und drüber und das dann nochmal von vorne. Und damit der Körper sich von den Pfoten noch ein bisschen absetzt wurde in den nochmal ein wenig Knotenwerk eingebaut. Besonders toll an dem war, dass es sich nicht nur mit der Form mitdreht, sondern auch größer wird. Und somit einen kleinen Aufwand bereits in der Zeichnung gefordert hat. Zusätzlich wurde mit Dotwork auch noch die Beine in vordergründige und hintergründige Knotenelemente unterteilt. Zusammen mit den weichen grauen stilisiert gehaltenen Knotenelementen innerhalb der Beine gibt das eine angenehme Auflockerung. Und nachdem der Wolf halt einfach mal ein blutrünstiges Tierchen ist musste noch ein wenig roter Nebel in den Hintergrund. Verbunden mit ein paar glühenden Augen, versteht sich.

 

 

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Fantasy Sleeve Tattoo

Fantasy Sleeve Tattoo

"Ein Tattoo ohne Linien ist nur bedingt haltbar – deshalb braucht ein Fantasy Sleeve harte Kontraste und eine klare Dynamik. Und wenn der Platz am Handgelenk für eine glühende Spalte nicht reicht, dann braucht es eben die 'Drecksau des Todes' als krönenden, martialischen Abschluss." — Roald Beyer über Komposition und die Drecksau des Todes

Fantasy Sleeve Tattoo

Alles was das Herz begehrt. Mord, Totschlag, Dämonen. Dazu schöne Frauen, ungewaschene Helden, eine lange Zunge aus einem Dämonenschädel. Weiter Raben und Geier und last but not least die Drecksau des Todes. Jawohl, ja, die Drecksau des Todes. Alles was ein Fantasy Sleeve Tattoo dringend benötigt. Vor allem die Drecksau des Todes darf nicht vergessen werden. Und eine hübsche junge Dame namens Ginger. Das ist der Stoff aus dem Fantasy gemacht ist. Nicht nur in einem Tattoo. Aber alles mal der Reihe nach. Schließlich ist das Teil nicht in einer dunklen, mondverhangenen Nacht entstanden. Gegenteilig war da ein wenig Zeit mit am Start.

Fantasy Sleeve Tattoo: Frank Franzetta Art

Fantasy Art, das war eigentlich „der“ Begriff in der kommerziellen Ölmalerei des 20. Jahrhunderts. So wie im Bereich der Pin Up Malereien Gil Elvgren ein Begriff war, um den Niemand herum gekommen ist so wurde im Bereich Fantasy Frank Frazetta gefeiert. Oder aber auch Boris Valejo. Muskulöse Helden, leicht bekleidet, á la Conan der Barbar. Nicht wenige dieser Arbeiten fanden Einzug in die Pop-Kultur und daneben auch in die Album-Kunst diverser Bands. Besonders im Metall-Bereich wurde gerne auf diese Form der Darstellung zurück gegriffen. Und an derartiger Album-Kunst sollte ich mich orientieren.

Zeitlose Darstellung des Fantasy Sleeve Tattoo vs. Haltbarkeit ohne Linien

Nicht jede Darstellung von Fantasy Tattoos ist zeitlos. Bereits in den 2000 er Jahren gab es internationale Bestrebungen, Ölbilder mehr oder weniger gelungen als Tattoo zu verewigen. Damals feierten die ersten Tattoos ohne Linien ihren Einzug in den Zirkus. Leider kam die Erkenntnis, dass das auf keinen Fall der Ewigkeit zugänglich war. Somit änderte sich auch der Stil solcher Arbeiten. Keinesfalls sind Fantasy Tattoos dadurch allerdings vom Markt verschwunden. Sie haben sich lediglich den künstlerischen und technischen Begebenheiten angepasst. Heute diktiert oftmals der Computer, was gemacht wird. Wobei auch das leider nicht eins zu eins auf die Haut übertragbar ist. Deshalb kann man zwei Sachen sagen. Einerseits ist ein Tattoo ohne Linien nur bedingt haltbar.

Die Gefahr von großflächigen dunklen Hintergründen

Wenn man weiß, wie Linien zu setzen sind kann das als Stilmittel verwendet werden. Andererseits sind Tattoos mit großflächigem dunklen Hintergrund oftmals einfach nur Platzverschwendung. Besonders da auch sie der Veränderung unterliegen, sobald sich Kontraste  verlieren. Zurück bleibt ein Fleck. In diesem Fall habe ich eine kombinierte Ausarbeitung angestrebt. Dunkle Flächen im Hintergrund ergeben eigene Motive, so wie den Rabenflügel, der das Frauengesicht hinterlegt und nach vorne schiebt. Gleichzeitig wurde der Griff vom Dolch der Frau mittels hartem Kontrast in den Kontext integriert, ohne in den Hintergrund zu treten. Gleiches gilt für den Dämonenschädel. Dieser wird von dem Frauengesicht einerseits durch ihre Haare getrennt, die sich in Form und Fluss in die Zunge des Dämonenschädels ergeben.

Unterhalb des Todes´ Dolchstoß: Die Kraft der Signalfarbe Rot im Dämonen-Sleeve

Rot ist wie bekannt eine wunderbare Signalfarbe. Voll, rund und sich in den Vordergrund drängend. Nun, leider auch eine dunkle Farbe, aber sei es drum. Es hat auf jeden Fall seine Momente. Aus dem Grund habe ich den ersten Schwerthieb in dem Sinne in einer Kombination geführt. Einerseits war es der Schwerthieb des Kriegers, der den in der Ellbeuge gelegenen Kopf abtrennt. Andererseits konnte dadurch der Dolch der Dame verkürzt werden. Und schlußendlich wurde dadurch der Schädel mit der Zunge in eine Dynamik gezwungen. Nun, eigentlich seine Zunge. Weiter nach unten wurde stark im kontrastreichen Bereich gearbeitet. Um den hochspringenden Krieger noch abzusetzen musste das Pferd sehr dunkel gearbeitet werden, ohne zugleich einfach nur ein Schemen zu werden.

Flächen als Stilmittel

Wie oben beschrieben könnte man das Pferd einfach Schwarz machen. In dem Sinne als Silhouette. Allerdings wäre das als Stilmittel sehr stark im Hintergrund anzusiedeln, und das ergibt sich nicht aus dem Aufbau des Tattoos. Gegenteilig soll das Pferd zwar hintergründig sein, allerdings unmittelbarer Hintergrund und nicht in dem Sinne tiefe oder Horizont- Ebene. Denn das Pferd sollte auch noch ein wenig in das dynamische Geschehen integriert sein. Was uns zu einem Knackpunkt im Abschluss des Fantasy Tattoo nach unten bringt. Das Tattoo musste ja irgendwo aufhören. Und so kam der Gedanke, dass es in eine glühende Spalte fällt. Und weil sich glühende Spalten so ungern am Handgelenk befinden machten wir daraus eine Drecksau des Todes.

Der Abschluss: Das Pferd und die „Drecksau des Todes

Wie könnte jemand der Meinung sein, es bräuchte nicht ab und zu ein Bild der Drecksau des Todes? Wir war definitiv dieser Meinung, aus einer Gedankenspielerei. Das Pferd sollte stürzen, um es mit der Form optimal auszugestalten. Schließlich musste das Pferd einerseits vertikal positioniert werden, um den Pferdekopf optisch nicht durch die Positionierung, infolge der Armdrehung vom Körper zu trennen.  So kam es zu der Drecksau des Todes. Inspiriert von dem Schädel eines Schweins, mit Hauern und natürlich mit Zunge. Somit hatten wir Rot für den Hintergrund, um die grauen Elemente nach vorne zu drücken. Gleichzeitig wurde das Ganze tief. Und weil wir noch ein wenig Platz hatten tätowierten wir noch einen Säbelzahntiger-Schädel, mit Ginger davor.

Streitpunkt Tattoo-Schönheit: Warum Ginger ihren Rücken zeigt

Ein Jeder der tätowiert ist weiß, dass über Tattoos gestritten wird. Denn Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Dieses Risiko gehe ich sehr ungern ein. Es war nur naheliegend, die Dame mit dem Hinterkopf zum Betrachter zu verewigen. Schließlich muss man sich dann nicht mit egal wem darüber streiten ob das jetzt ein hübsches Gesicht ist oder ob ein überfahrener Ork sogar noch besser aussieht. Darüber hinaus konnte man dadurch den Schädel des Tigers schön aufgerissen ausarbeiten. Einfach mal wieder, um dem Platz zu entsprechen.

Auf einen Blick: Das technische Setup

Fantasy Sleeve (Drecksau des Todes)

  • Inspiration: Hommage an die kommerzielle Ölmalerei des 20. Jahrhunderts (Frank Frazetta / Boris Vallejo) und Heavy-Metal-Ästhetik.

  • Technische Prämisse: Kombinierte Ausarbeitung mit harten Kontrasten und Outlines zur Sicherstellung der langfristigen Haltbarkeit gegenüber linienlosen Trends.

  • Dynamik & Komposition: Fließende Übergänge zwischen Protagonistin (Ginger), Rabenflügeln und Dämonenattributen zur Erzeugung räumlicher Tiefe.

  • Abschluss-Strategie: „Drecksau des Todes“ am Handgelenk als kreative Lösung für anatomische Platzprobleme; Kombination aus Pferd und Schweineschädel.

  • Farbauswahl: Einsatz von Rotanteilen im Hintergrund zur massiven Vordergrund-Projektion tiefgrauer / schwarzer Elemente.

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Biomechanische Masken Tattoo

Biomechanische Masken Tattoo

"Diese Ambiguität macht die Elemente des Lebens schließlich aus: Nichts ist so wie es scheint, Zeit verändert die Perspektive. In der Biomechanik morphen Elemente ineinander – ein Zahnrad wird zum Symbol für die Verknüpfung von Leben und Tod." — Roald Beyer über die Philosophie der Biomechanik

Biomechanische Masken Tattoo

Biomechanik, das wird mir oftmals als Lebensinhalt nachgesagt. Stimmt, als körperliche Person kann ich tatsächlich ohne die Biomechanik nicht gehen. Sehnen und Muskeln sind ein wesentlicher Teil der Biomechanik. Fast genauso wie Masken. Auch Masken sind unsere täglichen Begleiter. Schließlich symbolisieren sie die unterschiedlichsten Seiten des Lebens an und für sich. Mitunter Seiten auch von uns selbst, als Bestandteile unserer Persönlichkeit. Facettenreichtum nennt man das dann wohl. Wobei man da nicht zu viel mit hinein interpretieren sollte, wie beim Ärzteblatt.. Ansonsten könnte man zu wirklich sehr schrägen Interpretationen kommen in diesem Fall eines biomechanische Masken Tattoos. Vielmehr kann man hier sagen, dass es um verschiedene Aspekte des Lebens ging. Einerseits solche die gefallen. Andererseits solche die verbinden.

Orientierungen des Lebens

Es ist ja nicht so als ob der Mensch eine Insel wäre. Er ist nicht alleine. Und das gilt genauso für Tätowierer. Dementsprechend kommt es durchaus mal vor, dass der ein oder andere Kunde den Stil von einem anderen Tattoo-Künstler gut findet und aber ansonsten so zufrieden mit meiner Arbeit ist, dass er oder sie mich darum bitten diesen Stil zu integrieren, so wie in diesem Fall. Das zentrale biomechanische Frauengesicht als Maske sollte an Arbeiten eines Kollegen angelehnt sein. Nicht kopiert, eigenständig wirkend. Mit dieser Vorgabe machte ich mich gerne an die Arbeit. Insbesondere weil Biomechanik die einzelnen Elemente verleimen sollte, wenngleich mit gewisser Vorgabe: keine freie Haut, lediglich Schwarz-Graue Schattierungen und hier und da weiße Highlights.

Es geht um Leben und Tod

Nun kann man die Aussage „Es geht um Leben und Tod“ als effekthascherisch bezeichnen. Und es mag auch banal sein. Allerdings ist eines klar. Es stimmt bei diesem biomechanische Masken Tattoo: Es geht um Leben und Tod. Unter das Frauengesicht wurde ein Totenschädel gesetzt. Allerdings lediglich teilweise. Mir gefiel die Ideee, den Totenschädel wie das Innere einer Uhr mit weggeklappten Deckel zu gestalten, insbesondere durch die Assoziation mit der Zeit, mit der Vergänglichkeit des Daseins. Nur nicht zu dominant, eher in der Art eines Schattens von dem Gesicht. Denn das war der wesentliche Inhalt des biomechanische Masken Tattoos, es sollte die einzelnen Stages des Lebens gekonnt miteinander verbinden, in dem Sinne die Lichtelement und die Schattenseiten.

Ausarbeitung aus einem Guss

Hätte es nicht in seiner Ausarbeitung aus einem Guss sein sollen, wäre auch eine tolle Kollage aus verschiedenen Stilelementen möglich gewesen. Weiter unten baute ich ein Zahnrad ein, als Symbol für die Verknüpfung von Leben und Tod in diesem Tattoo. Und die Biomechanik wurde als fließendes Element zum Überleiten von einem Zustand zum anderen Zustand eingesetzt. Besonders legte ich Wert darauf, dass einzelne Elemente aus zwei Perspektiven durchaus unterschiedliche Betrachtungen auslösen können. Beispielsweise ist am Unterarm eine Maske. Ein Zahn dieser Maske ist gleichzeitig das Horn von einem Teufels-Totenkopf. Auch an anderen Stellen morphen Elemente in einander hinein. Diese Ambiguität macht die Elemente des Lebens schließlich aus: nichts ist so wie es scheint, Zeit verändert die Perspektive.

Perspektivenwechsel

Und zum Schluss noch einen kleinen Perspektivenwechsel. Was macht man, wenn man über ein Programm stolpert, das in seiner Gesamtheit sehr facettenreich ist? Mit kindlicher Begeisterung spielen. Auch wenn ein paar Jahre her, Handy-Apps haben in der Zwischenzeit die selben Effekte mit wesentlich größerer Leichtigkeit integriert. Aber man weiß ja von dem Suchtverhalten, das von Handys ausgelöst wird. Zum Entstehen des Videos hatte ich mir auf jeden Fall keinen Stopper eingebaut. Und mich etwas begeistern können. Und dementsprechend etwas verspielt. Es könnte also etwas verspult sein.Sollte das der Fall sein, so verweise ich auf meine schrecklich verspielte Küntlernatur, bitte um Verzeihung, dass ich in ein Programm gefallen bin und hoffe trotzdem, dass rüber kommt, was zu sehen ist.

Zusammenfassung: Technik und Symbolik – Biomechanische Masken Tattoo

  • Stilistik & Genre: Dunkle Biomechanik im Schwarz-Grau-Stil (Black & Grey); Verzicht auf Farbe zugunsten massiver Kontraste und weißer Highlights.

  • Zentrale Motive: Morphendes Frauengesicht als Maske, kombiniert mit einem integrierten Totenschädel, der an das mechanische Innere einer Uhr erinnert.

  • Design-Konzept: „Alles aus einem Guss“; Vermeidung von Collagen-Optik durch fließende biomechanische Übergänge, die Sehnen, Muskeln und mechanische Bauteile wie Zahnräder verleimen.

  • Visuelle Ambiguität: Einsatz von Doppelfunktionen in der Zeichnung (z. B. ein Zahn der Maske fungiert gleichzeitig als Horn eines Teufels-Totenkopfes), um Perspektivenwechsel zu erzwingen.

  • Symbolik: Reflexion über die Vergänglichkeit (Vanitas) und die verschiedenen Facetten der menschlichen Persönlichkeit; Verbindung von Lichtelementen und Schattenseiten des Daseins.

  • Technische Umsetzung: Fokus auf lückenlose Hautabdeckung; Ausarbeitung von Tiefe durch komplexe Schattierungen zur Unterstreichung der „Stages of Life“.

  • Künstlerischer Fokus: Eigenständige Interpretation biomechanischer Einflüsse unter Wahrung eines kohärenten, organisch-mechanischen Gesamtbildes.

biomechanik Frau Maske

 

 

 

 

 

 

Zahnräder Tattoo

Zahnräder Tattoo

Zahnräder Tattoo

Bei einem Zahnräder Tattoo ist es der Logik nach nicht nicht nur ein einziges Zahnrad, das in dem Tattoo auftauchen soll. Und wenn man mal Ansage bekommt wie „Ritzel sollen es sein“, dann bietet es sich an von denen einfach mal mehr zu machen. Schließlich sind Zahnräder in einem Tattoo eine wunderbare Sache. Versinnbildlichen sie doch das Ineinandergleiten verschiedenster Elemente dieser Welt, wie wir sie kennen. Und nicht nur das. Mechanik ist genauso verknüpft wie Dynamik und Bewegung, im wahrsten Sinne. Letztendlich geben Zahnräder auch die wunderschöne Ordnung eines geschmierten Ablaufes wieder. Alles ist an seinem Platz. Funktionalität in Reinform im Zahnräder Tattoo.

Formen und Funktionen

Zahnräder kommen bekanntlich in allen möglichen Formen und Funktionen daher. Wer sich damit gerne auseinandersetzt, für den ist das Deutsche Museum in München ein toller Ort, eine wahre Fundgrube. Allerdings ist hier eine Warnung auszusprechen. Es könnte passieren, dass der Kopf sich danach nicht mehr in der richtigen Weise bewegt. Er könnte eine Entschuldigung haben, warum er sich überhaupt nicht mehr bewegt. So wie die Unendlichkeitsmaschine. Bei dieser kommen durch den Einsatz von Zahnrädern mit Übersetzungsgetriebe am Ende der Zahnrad-Verkettung keine Bewegung mehr an. Nehmen wir ein Zahnrad, das  mit einer Untersetzung von 7 ausgestattet ist. Das heißt es dreht sich im Vergleich Eingangsgeschwindigkeit zu Ausgangsgeschwindigkeit 7 zu 1. Gegeben einen  Aufbau von 16 gleichartigen Zahnrädern wird aus einer Sekunde im Eingangsgetriebe eine knappe entspannte Million Jahre im letzten Ausgangsgetriebe. Es ist einbetoniert, um zu zeigen, wie sich Verknüpfungen auswirken.

Nichts Politisches

Nichtsdestotrotz wollen wir hier nicht mit dem Finger auf die Politik oder die geistige Gesinnung einiger Leute in diesem Land zeigen. Schließlich habe ich ja das Prinzip, nichts Politisches zu machen. Nein, wir wollen Dynamik. Wir wollen Mechanik. Darüber hinaus wollen wir ganz klar Biomechanik. Selbstredend im Tattoo. Und so wurde in dem Fall das zentrale Zahnrad ein mehrlagiges Ritzel, das sich schön in die Rundung der Wade einpasst. Ferner haben wir noch ein paar Zahnräder aus frontaler Perspektive auf das Schienbein gesetzt. Einfach um die gerade Linie des Schienbeins zu nutzen. Weiter wurde die Form der Wade mit der Einfassung des Kolbens noch ins Oval hin betont. Ich habe sie nicht gezählt. Allerdings könnte man wirklich feststellen, es gibt hier ein paar Zahnräder in diesem Tattoo.

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Zahnrad Ritzel Tattoo Raul it for life
Kolben Biomechanik Tattoo Raul it for Life
Ritzel Zahnrad Tattoo Biomechanik
Zahnräder Tattoo Ritzel Mechanik
Zahnräder Biomechanik Tattoo
Zahnräder Biomechanik Tattoo

 

 

 

 

 

 

Affen Tattoo

Affen Tattoo

Affen Tattoo

Grundlage für ein Affen Tattoo gibt es ja in der Regel mehr als genug. Bevor ich da aber anfange muss ich mich gleich mal stoppen. Hier gab es nämlich lediglich 3 gute Gründe. Und die waren tatsächlich die drei heiligen Affen. Nichts Hören, nichts sehen, nichts reden.

Charakterstudie

Die einzelnen Affen sollten einer Charakterstudie für die wesentlichen Eigenschaften entsprechen. Der Gorilla sollte für nichts Sehen stehen. Aus gutem Grund. Schließlich sieht man nichts, wenn man wütend ist. Dabei war der Gorilla durch seine Körperkraft wohl symbolisch am Besten geeignet, die Wut aus zu drücken. Darüber hinaus sollte der Orang Utan für das nichts Hören stehen. Die Verbindung für Jan mit dem Urang Utan war eine eher melancholische, tendenziel depressive Gestalt. Und für das nichts sagen stand dann der freche Chimpanse als Pate für das Affen Tattoo.

Übereinander

Nun könnte man durchaus die Affen nebeneinander machen. Allerdings war dsa nicht so optimal vom Aufbau. Nachdem wir recht schnell übereingekommen waren, dass der Stil eher in die Richtung Graphic Novel gehen sollte war auch schon der nächste Gedanke gefasst. Letztendlich wollten wir die drei Attribute Sehen, Hören und Sagen in dem Tattoo in Rot verstärken und herauslösen. Wenngleich nicht Trash Stil, aber in die Richtung angelehnt. Somit war es eigentlich nur naheliegend die Affen übereinander zu setzen.

My Revolver

Nachdem einige Zeit ins Land gegangen war kam Jan, mit dem Anliegen einige Elemente noch einmal zu verstärken. Ferner war da noch eine freie Stelle. Diese war nach einem Tattoo von einem Kollegen im Innenarm übrig geblieben. Von der Form bot sich ein Revolver im trashiger Art an. Und wenn es nur naheliegend war, da dsa Tattoo auf der Innenseite Terence Hill als Sleepy Joe war. Was ist da naheliegender als einen Revolver als Tattoo.

Die Fotos wurden mir in dem Fall von Jan zugeschickt.

 

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fliegendes Spaghetti Monster Tattoo

fliegendes Spaghetti Monster Tattoo

Fliegendes Spaghetti Monster Tattoo

Was ist so viel cooler als ein Tattoo vom fliegenden Spaghetti Monster? Ein Tattoo mit dem fliegenden Spaghettimonster auf dem Hut eines Piraten. Natürlich eines Totenkopf- Piraten. Weil der ist mal wirklich cool. Todescool.

Vernünftige Menschen

Es sollte wesentlich mehr vernünftige Menschen geben wie diesen. Denn die Vernunft, die wurde quasi auf dem Weg zur Erleuchtung gefunden. Manch einer könnte nun sagen er kam vom Wege ab. Aber nein, ich sage euch, er fand wahren Glauben. Den Glauben des fliegenden Spaghettimonsters. Denn ist es nicht einfach, auf dem Wege zu wandeln, um sich zu verirren? Dergestalt sich zu begeben mit dem Weibe um zu finden auf dem Jacobswege neue Orientierung? Schließlich sich nachdem die Landzunge erreicht war von Santiago de Compostella zurückzukehren in das normale Leben? Das Leben das da bestand aus der Religion und dem Studium der Theologie? War das einfach? Nein, liebe Gemeinde, einfach war das nicht. Letztendlich, so siegte denn die Vernunft.

Cover-up Tattoo

Es siegte die Vernunft, sich nun Jahre später ein Cover-up Tattoo machen zu lassen. Als echter Pirat müsste man natürlich sagen „hacken“. Und „hacken“ trifft es in vielerlei Hinsicht. Schließlich sollte auch eine Menge Gehacktes mit einfließen. Oder auch teilweise überbuttert werden? Wer weiß es schon so genau… ? Auf jeden Fall sollte das alte Tattoo weg. Und der neu gefundene Retter der Piraten und der Seejungfrauen sollte kommen an das Licht. Das fliegende Spaghetti Monster. Harrharr! Seinen siegreichen Kreuzzug feiern. Und damit natürlich noch ein wenig Beitrag leisten gegen die Klimaerwärmung. Denn jeder weiß, es muss mehr Piraten geben. Dann gäbe es keine Klimaerwärmung. Denn Piraten sind echt cool!

Ist das Kunst oder kann das weg?

Ist das Kunst oder kann das weg scheint auf ein Kunstwerk von Joseph Beuys zurück zu gehen. Das wurde nämlich wohl untergebuttert. Einfach weggemacht. Sogar auch noch sauber gemacht. Allerdings: wir wollen aber unterbuttern. Und wir wollen das Alte der Göttlichkeit der Spaghetti unterwerfen. Letztendlich wollen wir Gehacktes. Wir wollen Hackfleischbällchen. Und so, nur so, liebe Gemeinde, kommt es, dass das fliegende Spaghetti Monster siegt. Das alte Kreuz kann bleiben. Das stört in dem Sinne nicht. Es hat seine Geschichte. Und wahrscheinlich soll es nur zukünftige Generationen an den Triumph erinnern.

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Überdeckung Cover-up tattoo fliegendes Spaghetti Monster it for Life hits for Life Shit for Life Tattoo Raul München Taufkirchen mit Pirat
Überdeckung Cover-up tattoo fliegendes Spaghetti Monster it for Life hits for Life Shit for Life Tattoo Raul München Taufkirchen mit Pirat
Überdeckung Cover-up tattoo fliegendes Spaghetti Monster it for Life hits for Life Shit for Life Tattoo Raul München Taufkirchen mit Pirat
Überdeckung Cover-up tattoo fliegendes Spaghetti Monster it for Life hits for Life Shit for Life Tattoo Raul München Taufkirchen mit Pirat und Fleischbällchen
Überdeckung Cover-up tattoo fliegendes Spaghetti Monster it for Life hits for Life Shit for Life Tattoo Raul München Taufkirchen mit Pirat und Augenklappe

 

 

 

 

 

 

Affen Tattoo

Affen Tattoo

"Ein Affe ist kein Affe, wenn er nicht wenigstens 'Affe' auf den Fingern stehen hat und eine Banane auf dem Kopf trägt." — berühmte Worte unbekannter Minnesänger, Roald Beyer

Affen Tattoo: Wenn der Kapuzenmuskel zur Schnauze wird

Affen Tattoo: Eine affengeile Zusammenarbeit

Was passiert eigentlich, wenn zwei Leute gleichzeitig vom wilden Affen gebissen sind und der eine plötzlich ein affengeiles Tattoo auf der Schulter will? Einfach nur, weil es dahin passt oder – was in meiner Welt viel häufiger vorkommt – passend gemacht werden kann? Es ist ja nicht so, als ob der gute Mann nicht ganz genau wüsste, dass ich das passend machen kann. Schließlich haben wir bereits eine extrem arbeitsintensive Vergangenheit aufzuweisen. Er weiß, dass ich immer wieder mein absolut Möglichstes gebe, um Körperteile völlig neu zu erschließen und harmonisch zu integrieren. In meinem Studio gilt ein ehernes Gesetz der Anatomie: Wenn nicht der Körperteil das Motiv bestimmt, wer bitteschön sollte es dann tun? Das Projekt Affen Tattoo war somit geboren.

Die langwierige Suche nach dem Primatengesicht

Affengeil ist in diesem speziellen Fall aber zuerst etwas ganz anderes, denn am Anfang wusste ich erst einmal nicht so recht, wie ich es anstellen sollte. Affen haben schließlich die unterschiedlichsten Gesichter; man denke nur an den typischen Schimpansen, den massiven Gorilla oder den nachdenklichen Orang-Utan. Und so verbringe ich erst einmal eine ganze Weile mit intensiven Recherchen, einfach um das richtige Gesicht für dieses Affen Tattoo zu finden. Irgendwann kommt er dann, dieser Erhellungsmoment, der kreative Durchbruch. Ich weiß endlich wie, allerdings muss dafür noch ein wenig mehr Recherche im Netz betrieben werden. Wir wissen es ja bereits aus leidvoller Erfahrung: Affe ist eben nicht gleich Affe, besonders wenn es um die individuelle Persönlichkeit geht.

PETA, Persönlichkeitsrechte und der Selfie-Skandal

Denn schließlich hat jeder Affe eine echte Persönlichkeit und daher, man höre und staune, auch Persönlichkeitsrechte. Das hat die Organisation PETA tatsächlich durch alle Instanzen durchgeklagt. Solche bizarren Sachen kann man bei Recherchen im Internet über Affen lernen. Und zwar schmerzhaft, zumindest als unbeteiligter Beobachter mit einem gepflegten Double-Face-Palm. Ebenfalls extrem schmerzhaft endete die Geschichte für den Fotografen David Slater. Er wurde von PETA verklagt, weil er ein „Selfie“, das ein Affe von sich selbst in einem unbeobachteten Moment mit Slaters Kamera gemacht hatte, als sein eigenes Werk vermarktet hatte. Der Fotograf ist durch diese Klageflut wohl inzwischen pleite. Es stellen sich dem interessierten Beobachter dabei viele Fragen, doch diese führen hier schlichtweg zu weit. 

Anatomie als Schauplatz der tierischen Verwandlung

Man könnte meinen, so mancher Mensch benäme sich wie ein Tier – oft sogar im Namen der Tiere. Aber, Funfact: PETA hat die Berufung verloren. Und das geschieht dann auch noch im Namen der Tiere? Wie dem auch sei, wir konzentrierten uns wieder auf das Wesentliche: Die Platzierung des Affen Tattoo. Der obere Kopf des Musculus trapezius, oder wie der Nicht-Lateiner ihn gerne nennt – der Kapuzenmuskel – darf für eine langgezogene Schnauze herhalten. Es ist faszinierend zu sehen, wie die Erhebung des Muskels die Plastizität des Tiergesichts unterstützt. Die Anatomie liefert hier die Vorlage für die Dreidimensionalität, die ein flaches Blatt Papier niemals bieten könnte. Die Form des Körpers wird somit zum aktiven Mitgestalter der gesamten tierischen Physiognomie auf der Haut.

Göttliche Eingebung und das Spiel der Klappfiguren

Ich glaube ja fast, dass ich durch meine Recherchen für das Affen Tattoo ein wenig unter Schock stand. Schließlich wollte ich nicht Gefahr laufen, im Namen eines abgebildeten Affen verklagt zu werden. So folgte ich der guten alten göttlichen Eingebung und machte aus zwei oder drei Affen kurzerhand einen einzigen. Jeder kennt doch dieses Gesellschaftsspiel, in dem ein Blatt gefaltet wird und jeder Beteiligte einen Teil eines Gesichts oder Körpers zeichnet. Es hat viele Namen:  Exquisite Corps (Klappfiguren) oder einfach Kopf-Oberkörper-Beine. Ich fühlte mich ein wenig so, als würde ich dieses Spiel mit mir selber spielen. Ne, nur Flachs, das war nur für das Storytelling.  Aber der Gedanke half mir, den Affen perfekt für den Körperteil anzupassen.

Die familiäre Ähnlichkeit im Album der Primaten

So kommt am Ende etwas zustande, was man fast schon im eigenen Familienalbum finden könnte, nur um dann festzustellen, dass diese familiäre Ähnlichkeit einfach nicht von der Hand zu weisen ist: 

  • Die Augen von (wahlweise einfügen);

  • Die freche Schnute von (wahlweise einfügen) – erkennt man sofort;

  • Die Ohren von (wahlweise einfügen);

  • Ganz zu schweigen von (wahlweise einfügen)!

Da wird doch der Affe verrückt! wenn man sieht, wie sich diese Versatzstücke zu einem stimmigen Ganzen zusammenfügen. Das Affen Tattoo ist somit eine Collage der Evolution, angepasst an die individuelle Topographie einer menschlichen Schulter und eines kräftigen Halsansatzes.

Alles Banane: Klischees und Erkennungszeichen

Abschließend muss noch festgestellt werden: Erstens ist ein Affe kein Affe, wenn er nicht leidenschaftlich gerne Bananen isst. Das mag ein billiges Klischee sein, aber wir lassen hier kein Klischee aus, nur um ein Fettnäpfchen zu vermeiden. Und deswegen bekommt dieser Affe ein klares Erkennungszeichen direkt auf den Kopf gesetzt: Eine Banane! Klar erkennbar an der grün-gelben Färbung, mit ein bisschen Braun dazwischen. Wer weiß schon genau, wie lange die da schon auf dem Kopf vom Affen sitzt. Die zu tätowierende Fläche für dieses Affen Tattoo ist nämlich nicht nur die Schulter, sondern sie zieht sich auch bitte den Hals hoch bis direkt zum Ohr. Die Banane bildet hierbei den farblichen und inhaltlichen krönenden Abschluss.

Komplementäre Konturen und technische Finessen

Für die Linien habe ich Komplementärfarben vermixt, damit das am Ende keine harten, schwarzen Linien werden. In diesem Fall habe ich mal ausnahmsweise, völlig entgegen meiner normalen Verwendung von Farben und Schwarz, ein klein wenig Schwarz unter der Augenwulst verwendet. Aber gut aufgepasst: Die Farbe liegt direkt neben dem Schwarz und nicht darüber. Denn wer im Kunstunterricht aufgepasst hat, weiß genau, dass schwarz-graue Schattierungen unter einer Farbschicht die darüberliegenden Farben immer stumpf und leblos wirken lassen. Brillanz erreicht man nur durch saubere Trennung. So behält das Affen Tattoo seine Leuchtkraft und die Banane strahlt in ihrem reifen Gelb, ohne von dunklen Untertönen in ihrer Wirkung gedämpft oder gar schmutzig gemacht zu werden.

Das finale Gimmick und der faule Zahn

Zweitens ist ein Affe natürlich kein Affe, wenn er nicht wenigstens „Affe“ auf den Fingern stehen hat, um sich damit jederzeit klar ausweisen zu können. Es ist diese Art von humorvoller Selbstidentifikation, die das gesamte Motiv abrundet. Die restliche Geschichte wird hier nicht weiter ausgeführt, es gibt lediglich ein einziges Gimmick, das zum Schluss noch unbedingt erwähnt werden sollte. Im Mund vom Affen, versteckt hinter der frechen Schnute, liegt auf einer winzigen Hängematte noch ein fauler Zahn und genießt sein Dasein. Solche Details machen ein Affen Tattoo erst zu dem, was es ist: Ein individuelles Kunstwerk voller versteckter Botschaften, das die Grenze zwischen Mensch, Tier und humorvoller Erzählkunst auf der Haut verwischt.

 

Zusammenfassung: Technik und Symbolik – Affen Tattoo

  • Stilistik: Anatomisch adaptiertes Character-Design mit Elementen des Exquisite Corps.

  • Anatomie: Der Musculus trapezius formt plastisch die Schnauze des Affen.

  • Farbtechnik: Mix aus Komplementärfarben zur Linienbildung; selektive Schwarzsetzung zur Wahrung der Farbbrillanz.

  • Gimmicks: „Affe“-Lettering auf den Fingern, Hängematten-Zahn im Mund, Banane als Kopfschmuck.

  • Besonderheit: Integration von Hals und Schulter zu einer fließenden Motivfläche.

"Wenn nicht der Körperteil das Motiv bestimmt, wer dann? Beim Affen Tattoo darf der Kapuzenmuskel für eine langgezogene Schnauze herhalten – Anatomie als Storytelling." — Roald Beyer über anatomisches Design
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Hunde Tattoo

Hunde Tattoo

Hunde Tattoo

Liebe geht bekanntlich durch den Magen. Und so manche Liebe geht wiederum ganz massiv unter die Haut. Schließlich ist die Haut das grösste Organ des Körpers. Ganze 2 m² umfasst sie durchschnittlich. Und dementsprechend  hat man auch etwas Platz, den man sich verzieren kann. Doch mit was? Mit einer alten Liebe? Mit einer neuen Liebe? Schließlich kennt fast jeder das alte Klischee von dem Tätowierten, der sich einen Namen tätowieren lässt, während der Name darunter durchgestrichen wird. Und so kommt fast schon eine Strichliste als Totempfahl, oder sollte man eher sagen als Marterpfahl? auf das betreffende Körperteil. Doch was ist mit den verflossenen Lieben? Werden die denn ihnen gehörig entsprechend gewürdigt? Beispielsweise durch ein Hunde Tattoo?

Tattoo als Erinnerung

Man kann sich darüber streiten, ob eine Erinnerung im Kopf oder auf Bildern festgehalten werden soll. Andererseits kann man sich eben nicht darüber streiten. Denn schließlich bleibt es Jedem selbst überlassen, ob und was er sich in der Erinnerung festhält. Und vor allem, wie er oder gerne auch sie sich erinnern will. Dementsprechend kann man sich auch durch ein Tattoo erinnern. An eine Liebe, die begleitet hat. Eine Liebe, die unter die Haut geht. Und wenn die Liebe ein Hund ist, dann bleibt auch einem das überlassen, ob man sich einen Hund tätowieren lassen möchte.

Aber keine zwei Hunde

Aber keine zwei Hunde sind gleich, das versteht jeder, der einen verabschieden musste und sich einen anderen neu geholt hat. Tatsächlich weiß ich nicht mehr, wie das sich in dem Fall mit den beiden Hunden verhalten hat. Mir oblag die Ausarbeitung, und da stand ich vor dem Problem, dass sowohl der eine als auch der andere Hund ziemlich viel Schwarz im Fell hatten. Und ein schwarz Tattoo auf  einem schwarzen Tattoo ist eher so ein dunkler Fleck. Deswegen habe ich die beiden Hunde in dem Sinne stufig angeordnet. Das Licht von links, die rechte Seite im Schatten. Dadurch harter Kontrast, durch den Einsatz von relativ viel Schwarz. Und dann das Ganze mit Weiß umrandet, um den hintergründigen Hund etwas abzusetzen und trotz dem eher weicher gehaltenen Grau des eigentlich schwarzen Fells nicht matschig in den anderen Hund übergehen zu lassen.

 

Memory Hunde Tattoo it for Life hits for Life tattoo Raul München

 

 

 

 

 

 

Ganesha Tattoo

Ganesha Tattoo

Ganesha Tattoo

Ein Ganesha Tattoo kommt selten allein. Nein, es kann auch noch ein zweites Ganesha Tattoo dabei sein. Aber nehmen wir uns doch nochmal die Mühe und erklären, was es so mit Ganesha auf sich hat. Ganesha ist ein indischer Gott. Anscheinend ist er nicht nur in Indien einer der beliebtesten Götter. Darüber hinaus ist er wohl außerhalb Indiens der beliebteste Gott. Die Darstellungsformen von Ganesha sind wie bei allen indischen Göttern sehr umfänglich. Das kommt immer darauf an, welchen Aspekt er vor dem Betrachter ausbreiten soll. Laut einem Buch, das ich 2007 aus Indien mitgenommen habe gibt es basierend auf den die Meditation einleitenden Doppelversen Dyanas Shlokas 32 verschiedene Formen, in denen sich Ganesha darstellen kann. Und ja! Es soll den ein oder anderen Tätowierer geben, der über eine einigermaßen umfangreiche Bibliothek verfügt.

Tanzender Ganesha Tattoo

Unter den verschiedenen Darstellungen Ganeshas ist oft die tanzende Version zu finden. Schließlich ist Ganesha nicht nur der Beseitiger von Hindernissen, sondern wird auch als Gott der Kreativität angesehen. Poesie, Musik, Literatur und Tanz sind ihm zugeordnet. Und so wurde in dem vorliegenden Tattoo Ganesha einfach tanzend dargestellt. Darüber hinaus sollte er größtenteils in Grau sein, soweit ich  mich erinnere. Aber nicht zu dunkel. Nicht zu massiv. Und mit einem Heiligenschein um ihn herum, sowie einem Mantra in Sanskrit. Somit stand ich vor der üblichen Herausforderung, die einzelnen Elemente so in Zusammenhang zu setzen, dass sie sich unterstützen. Aus diesem Grund arbeitete ich Ganesha insgesamt in der Grauschattierung so flächig, wie möglich. Lediglich ein paar wenige Highlights wie die Stirn und die Handfläche mit dem Om-Zeichen sind mit Weiß gearbeitet. Abschließend schlug ich vor, um Ganesha noch eine Linie mit einem hellen Gelb zu setzen. Diese sollte dazu beitragen, Ganesha als gesamten Körper herauszustellen und nach vorne zu schieben. Allerdings ohne, dass eine komplette Fläche in Farbe gearbeitet werden musste.

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tanzender Ganesha mit Lotus Tattoo it for life hits for life shit for life tattoo Münhen Taufkirchen
tanzender Ganesha mit Süßem Tattoo it for life hits for life shit for life tattoo Münhen Taufkirchen

 

 

 

 

 

 

Grinsekatze Tattoo

Grinsekatze Tattoo

Grinsekatze Tattoo

Bekanntlich leben ja Totgeglaubte länger. Selbst wenn sie in dem Sinne nicht totgeglaubt sind. Sondern einfach nur, nun ja, nicht mehr da, auf jeden Fall nicht mehr in München. Und dann steht da jemand vor dir, schaut dich an wie die Grinskatze aus Alice im Wunderland und will mal wieder ein Tattoo. Nach, wie langer Zeit? 18 Jahre? Es scheint tatsächlich achtzehn Jahre her zu sein, dass wir damals mit diesem Cover-up Tattoo angefangen haben. Und es nicht fertig gemacht haben. Warum eigentlich?

Was zu Hölle

Was zur Hölle habe ich mir dabei damals gedacht. Es sprudelt aus mir heraus, laut, herzerfrischend. Lag mir auf der Zunge. Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten. Ja, das denke sie sich auch, vor allem weil sie ja eigentlich gar keine Blumen möge. Irgendwie ist die Grinsekatze nicht in den Sack zu bekommen. Wir grienen uns an. Mal ehrlich, nach achtzehn Jahren fällt es einem echt schwer, sich an die grundlegenden Motive für eine Arbeit zu erinnern. Es sollte nämlich damals schon eine Überdeckung werden, das jetzt zu wiederholende Cover-up Tattoo. Ich weiß nur noch, dass der Drache von Sick of it all mit am Start war und eigentlich das Ende nicht mehr sehen sollte. Eben Cover-up Tattoo. Und dann kam wohl… .

Das Leben ist das was passiert

Das Leben ist das was passiert, während du andere Pläne machst. Es kam wohl ganz massiv das Leben dazwischen. Raus aus München. Der Liebe nach? Auf jeden Fall Studium. Nicht in München eben. Und dann noch eine Studium. Biologie war dann doch wohl nicht so die Wahl, die der Arbeitsmarkt belohnt. Forschung hauptsächlich. Brotlose Kunst in dem Sinne. Ok, Katzen sind da auch mit am Start. Letztendlich keine Grinsekatze. Vor allem selten lebende. Was zur Hölle haben wir uns dabei gedacht?

Grinsekatze als Cover-up

Ich bekomme mehrere Bilder der Grinsekatze präsentiert. Miau. und die Farben dieser Bilder sind echt hübsch. Denn das alte Tattoo hat bereits ein wenig türkis mit reingepackt bekommen. Jetzt muss ich allerdings sagen, dass eine Überdeckung als Ganzes nicht wirklich in Frage kommt. Was auch immer wir uns dabei gedacht haben, damals, wir habe es auf jeden Fall ernst gemeint. Letztendlich haben wir mal etwas kräftige Linien gemacht. Da tut auch die Zeit keinen Abbruch. Die sind immer noch kräftig. Allerdings sind ein paar der Linien dann eben wohl noch nicht fertig gewesen. Und die müssen jetzt dran glauben.

Drüber und drunter

Es geht bei diesem Cover-up Tattoo im wahrsten Sinne drüber und drunter. Es sind ein paar alte Elemente übrig geblieben. Die zu überdecken wäre mal etwas sportlich. Und auch unnötig. Denn die kann mna ohne Probleme einbauen, mit etwas neuerem Stil aufpeppen. Und dadurch die Überdeckung etwas auflockern. Es soll ja nicht zu dunkel werden. Aus dem Grund nehme ich als Grundfarben Türkis und Lila. Das mit etwas Farbenmagie versehen, und schon habe ich ein Grau, das diese beiden Farben mit zum Inhalt hat. Und deswegen sich auch mit ihnen wunderbar verträgt. Und zum Schluss in diesem Grinsekatze Tattoo. We´re all Miau here. Mad kann ja jeder.

 

 

Cover-up Blumen Tattoo hits for life it for life tattoo münchen munich taufkirchen
Cover-up Blumen Tattoo hits for life it for life tattoo münchen munich taufkirchen Grinsekatze Überdeckung<br />

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mumie Horror Tattoo

Mumie Horror Tattoo

Mumie Horror Tattoo

Stell dir vor, du bist in einer Grabkammer, am besten tief unter der Erde und muffig (Horror) und das in Laken gewundene Skelett fangt an zu leben (Horror hoch zwei). Kommt das nicht in dem Sinne an ein Alien ran, das die Crew im Weltraum abslasht? Also, so schön ohne Möglichkeit der Flucht. Obwohl es ja nicht so wäre, als ob das Alien langsam war. Da ist Gedanke der Flucht wohl etwas abwegig. Die Mumie als Horror Tattoo zu verewigen war eigentlich eine längere Geburt.

Tattoo Pause und A.C.A.B

Eine Tattoo Pause ist eine Sache, die sich bei Tätowierten durchaus mal einstellt. Die kann mal auch entspannte 18 Jahre oder so dauern. In diesem Fall war es nicht ganz so lange. Und es stellte sich als erstes einmal die Frage, wie man denn den Bauch mit einem gepflegten A.C.A.B. verschönern könne. Für den der es nicht weiß. A.C.A.B. ist eine Formulierung, die durchaus dem einen oder anderen in der Vergangenheit juristischen Ärger gebracht hat. Schließlich steht A.C.A.B. dem Eingeweihten für „all Cops are Bastards“. Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes durchaus eine Frage der Meinungsfreiheit, solange es sich nicht um eine Beleidigung oder Kollektiv-Beleidigung handelt. „Die Parole „A.C.A.B.“ ist nicht von vornherein offensichtlich inhaltlos, sondern bringt eine allgemeine Ablehnung der Polizei und ein Abgrenzungsbedürfnis gegenüber der staatlichen Ordnungsmacht zum Ausdruck. Es handelt sich um eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG.“ Einige Tattoo Cover-ups wären nicht zustande gekommen, wäre diese Rechtslage schon früher bekannt gewesen.

Vom Hund zum Knochen

Eigentlich ist es nur naheliegend, dass es vom Hund zum Knochen nicht weit ist. Doch erst einmal fragt es sich, wie wir auf den Hund gekommen sind. Der Hund war in dem Fall eine American Pitbull. Und der wiederum ist das Logo für einen Sportverein, Schwerpunkt Gewichtheben. Denn das war eigentlich der ursprüngliche Gedanke für das Tattoo auf der rechten Brust. Nun gab es halt dann das Dilemma. Einerseits sollte da durchaus noch das ein oder andere Tattoo in der Zukunft entstehen. Andererseits war dieser Pitpull durch die Form des Logos nicht so ganz das optimale. Weiterhin war da doch das Alien. Ich habe versucht, den Pitbull in eine Form zu bringen, die sich der des Alien Tattoos anpasst. Aber irgendwie sind wir da nicht so ganz auf den Punkt gekommen. Das ist leider das Problem, wenn man verschiedene Elemente unter einen Hut bringen will. Irgendwo ist immer eine kleine Ecke.

Mumien Tattoo

Und schließlich kam es dazu, dass sich die Lösung abzeichnete. Wenn schon Horror auf der einen Seite in das Alien Tattoo mit hineingeflossen war, warum dann nicht auf die andere Seite auch ein Horrorfilm-Element verwenden. Die Mumie war da recht naheliegend. Letztendlich ist es wichtig, bei den Körperfluss bestimmenden Tattoos eine gewisse Gleichseitigkeit, will heißen Spiegelung zu berücksichtigen. Denn nachdem sich die Tattoos an der Körperdynamik orientieren sollte man das nicht einseitig gestalten. Das kann man machen, wenn man ein Tattoo von Anfang an als eigenständig aufbaut. Dementsprechend wurde die Mumie im Großen und Ganzen in den Grenzen des Aliens gefertigt. Allerdings ist das Problem, eine Seitenansicht zu einer dreiviertel Ansicht umzuwandeln nicht von der Hand zu weisen.

Katze auf der Schulter

Was mit der Ansicht daher kam war natürlich auch, dass es sich bei dem Alien Tattoo um einen der Form nach länglichen Körper handelt. Das kann man von einer Mumie nicht so unbedingt sagen. Schließlich musste da noch etwas drüber. Für Anubis, den Totengott war der Platz leider nicht optimal. zu schmal ist seine Schnauze, zu hoch die Form des Kopfes. Besonders die Ohren. Und was mögen die Ägypter seit Gedenken am Liebsten? Katzen. Göttlich. Und oftmals als Grabbeigabe und als Mumie den Toten beigefügt. Also, ran an die Katz. Nacktkatze um genauer zu sein. Als Mumie, etwas zerfressen.

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Biomechanik, divers

Biomechanik, divers

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Biomechanik Teufel Tattoo

Biomechanik Teufel Tattoo

"In München malt man den Teufel nicht an die Wand, sondern lässt ihn sich mit bayerischer Gelassenheit direkt auf die Brust tätowieren. Es ist eine jahrelange Reise zur Mitte, wo Biomechanik und japanischer Oni zu einer untrennbaren Einheit verschmelzen." — Roald Beyer über das biomechanische Teufel Tattoo

Biomechanisches Teufel Tattoo: Eine jahrelange Reise zur Mitte

Der langsame Beginn eines monumentalen Projekts

Dieses biomechanische Teufel Tattoo auf der Brust ist weit mehr als nur ein Bild unter der Haut; es ist eine über Jahre gewachsene Komposition. Nach dem Motto „mühsam nährt sich das Eichhörnchen“ nahm dieses Projekt seinen Anfang, lange bevor das finale Motiv überhaupt Gestalt annahm. Es begann schlicht mit der linken Brustseite. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht im Fernsten daran gedacht worden, dass die Reise eines Tages in ein monumentales, biomechanisches Teufel Tattoo münden würde. Doch im Tätowier-Handwerk gilt: Eins nach dem anderen. Jede Linie und jede Schattierung bereitet den Boden für das, was noch folgen mag, und lässt das Gesamtbild organisch reifen.

Die romantische Verbindung zum Schmerz

Wie jeder Kenner weiß, ist der Tätowierte ein ganz eigenes Tierchen. Er schätzt das Rohe, das Unverfälschte. Farbe ist hierbei oft die Grundlage für das, was man als „dreckig“ und charakterstark bezeichnet. Es geht um das Erleben des Moments, das oft untrennbar mit Schmerz verbunden ist – oder zumindest so viel davon, wie gerade noch zu ertragen bleibt. Ob man dies als echtes „Mögen“ bezeichnen kann, bleibt offen; es gleicht eher einer romantischen Verbindung zum Schmerz. Eine Nadelphobie ist dem passionierten Sammler fremd. Er lacht über die Widrigkeiten des Lebens, denn in jedem Termin stirbt er symbolisch tausend Tode, nur um verändert wieder aufzustehen.

Initiationsriten und bayerische Gemütlichkeit

In München gehen wir die Sache gemütlich an. Hier malt man den Teufel nicht einfach nur an die Wand, sondern lässt ihn sich mit bayerischer Gelassenheit direkt auf die Brust tätowieren. Diese Prozedur lässt sich fast mit den Initiationsriten alter Kulturen vergleichen. Während die moderne Gesellschaft oft dazu neigt, ihre Nachkommen als bloße Rentengaranten zu instrumentalisieren, sucht der Tätowierte nach einer tieferen Bestätigung seiner Existenz. Er braucht es „links, rechts und geradeaus“ – und zwar schön langsam. In der Ruhe liegt die Kraft, besonders wenn es darum geht, großflächige Biomechanik-Konzepte über einen langen Zeitraum hinweg schmerzhaft, aber nachhaltig zu realisieren.

Körpertreffer: Kontraste zwischen den Brustseiten

Obschon das allgemeine Verständnis oft vermittelt, dass es im Leben klassisch „mitten in die Fresse“ gehen muss, halten wir uns bei diesem Projekt an eine andere Taktik. Wir landen gezielte Körpertreffer in Form klarer Punkte auf der Brust. Der nächste Schlag war die Gestaltung der rechten Brustseite. Um einen spannungsvollen Kontrast zur bereits fertigen linken Seite zu schaffen, verzichteten wir hier bewusst auf Farbe. Wir lieben die Abwechslung zwischen Schwarz-Grau und Bunten Elementen. Dies rührte auch daher, dass das neue Tattoo harmonisch unter ein bereits bestehendes graues Motiv integriert werden musste, ohne dessen Wirkung zu schmälern.

Biomechanik als Gaumenschmaus für Kenner

Zu diesem Zeitpunkt war ein biomechanisches Teufel Tattoo in seiner jetzigen Form noch immer nicht in Planung. Doch die Weichen waren durch die Entscheidung für die Biomechanik bereits gestellt. Biomechanik ist für den Liebhaber dieser Kunstform ein wahrer Gaumenschmaus – „fingerlicking good“, wie man im Englischen sagen würde. Die Art und Weise, wie mechanische Strukturen mit menschlicher Anatomie verschmelzen, fasziniert durch ihre Logik und Ästhetik zugleich. Es ist die perfekte Grundlage, um komplexe Geschichten auf der Haut zu erzählen, die über die Jahre hinweg immer wieder erweitert und verfeinert werden können, bis das große Ganze sichtbar wird.

Horizontöffnung durch kreatives Abschweifen

Man sagt oft, man solle nicht in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt. Doch manchmal zwingt uns das Leben dazu, genau das zu tun. Wir nennen es Erweiterung oder das Öffnen des Horizonts. Um aus der eigenen Wohlfühlsphäre auszubrechen, verließen wir für eine Weile das zentrale Brustprojekt und schweiften über die Arme ab. Hier flossen exotische Einflüsse ein, während wir der Biomechanik als stilistischem Kern stets treu blieben. Sie ist der Leim, der die gesamte Materie auf dem Körper zusammenhält und für einen roten Faden sorgt. Jedes Seitenelement dient der späteren Rückkehr zum Zentrum der Brust.

Die Rückkehr zum Ursprung der Tätowierung

Diese Reise über die Extremitäten war notwendig, um den Körper als Gesamtkunstwerk zu begreifen. Während wir uns langsam nach unten arbeiteten, reifte die Erkenntnis, dass alle Wege schließlich wieder zurück zum Ursprung führen müssen. Das Abschweifen ermöglichte es uns, Techniken zu testen und Kontraste zu schärfen, die später im Zentrum des Körpers ihre volle Wirkung entfalten sollten. Eine jahrelange Reise durch verschiedene Stile findet schließlich ihr Ziel in der Konzentration auf das Wesentliche. Die Biomechanik dient dabei als Brücke zwischen den verschiedenen Phasen der Tätowierung und schafft eine Verbindung, die über die Zeit hinaus Bestand hat. Die Distanz schärfte letztlich den Blick.

Japanischer Oni trifft auf moderne Mechanik

Ist die Mitte nicht immer das Naheliegendste? Das zentrale Element, das alles zusammenhält, muss schließlich seinen Weg zurück zum Ursprung finden. Nach unserer jahrelangen Odyssee sind wir dort angekommen, wo wir eigentlich immer hin wollten: beim biomechanischen Teufel Tattoo. Inspiriert vom japanischen Stil, sollte das Motiv großflächig, klar und deutlich werden. Ein „Oni“ – der klassische japanische Dämon – bildet das Herzstück. Dabei stellte sich die technische Frage: Wie leiten wir von der farbigen linken Brust und der schwarz-grauen rechten Brust harmonisch in die neue, zentrale Mitte über? Die Antwort lag in der Komposition und dem Spiel mit tiefenräumlichen Strukturen.

Anatomische Anpassung auf den Rippenbögen

Um nicht in zu viel Verspieltheit abzudriften, wurde der Oni groß und dominant angelegt. Seine Züge nehmen die Anatomie des Trägers perfekt auf. Die Wangen des Teufel Tattoos sitzen auf den Rippenbögen und nutzen die natürliche Wölbung des Brustkorbs aus, um Plastizität zu erzeugen. Der Übergang zwischen dem japanischen Flachstil und der tiefenräumlichen Biomechanik erfordert Fingerspitzengefühl. Wir kombinierten die klaren Linien des Orients mit den schattierten Details der Mechanik, um eine Brücke zwischen den bereits vorhandenen Tattoos zu schlagen. So entstand ein Hybrid-Stil, der sowohl Tradition als auch futuristische Ästhetik atmet und beide Brustseiten visuell kraftvoll miteinander verankert.

Das dritte Auge als intensiver Fixpunkt

Das Motiv entstand förmlich vor dem „dritten Auge“ – nicht meinem, sondern dem zentral in der Brustmitte platzierten Auge des Teufels. Dies bot die perfekte Option, um einen weiteren Fixpunkt für den Betrachter zu schaffen. Umgeben von feurigen Augenbrauen, strahlt dieses Auge eine besondere Intensität aus. Und was wäre ein Teufel Tattoo ohne des Teufel seine Hörner? Diese wurden so positioniert, dass sie den Fluss der Schlüsselbeine aufnehmen und den Blick nach oben leiten. Es ist ein Spiel mit Formen, das die Biomechanik an den Seiten wieder aufgreift und so den Kreis zur restlichen Tätowierung schließt. Jedes Detail dient der finalen Symmetrie.

Ein zeitloses Kunstwerk durch Geduld

Am Ende ist dieses Projekt ein Beweis dafür, dass gute Dinge Zeit brauchen. Ein biomechanisches Teufel Tattoo dieser Größenordnung lässt sich nicht übers Knie brechen. Es ist das Ergebnis von Vertrauen, Schmerzresistenz und einer klaren künstlerischen Vision, die über Jahre hinweg gereift ist. Die Kombination aus japanischen Einflüssen und biomechanischer Struktur schafft ein zeitloses Kunstwerk, das die individuelle Geschichte des Trägers auf seiner Haut verewigt. Nichts ist zufällig, jede Schattierung hat ihren Platz in diesem komplexen Gefüge aus Fleisch, Metall und Mythologie, das nun stolz die Brustmitte dominiert und als Ankerpunkt für zukünftige Erweiterungen dient.

Zusammenfassung: Technik & Symbolik

  • Stilistik & Genre: Progressiver Biomechanik-Hybrid unter Integration klassischer japanischer Ikonografie (Oni-Maske).

  • Anatomische Platzierung: Vollflächiger zentraler Thorax mit Ausläufern auf die Rippenbögen; Nutzung der konvexen Topografie für plastische Wangentiefe.

  • Farbmetrik: Synchronisation disparater Bestandsdaten; Zusammenführung von Black & Grey (rechts) und Vollfarbe (links) durch zentrale Symmetrie.

  • Visuelle Leitelemente: Zentrales „Drittes Auge“ als Ankerpunkt; Hörner als Vektoren zur optischen Schulterverbreiterung.

  • Projekt-Typus: Langzeit-Kuration (Körpertreffer-Konzept); organisches Wachstum über mehrere Jahre zur Sicherstellung anatomischer Stimmigkeit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alien Queen Tattoo Sleeve

Alien Queen Tattoo Sleeve

"In der Biomechanik ist die Anatomie kein Hindernis, sondern der Taktgeber. Indem wir die Alien Queen von unten betrachten, lassen wir ihren Unterkiefer mit der Bewegung des Arms atmen – ein Zusammenspiel aus Fleisch, Tinte und außerirdischer Struktur." — Roald Beyer über den inversen Körperfluss

Alien Queen Tattoo: Wenn Biomechanik neue Wege geht

Experimente mit der außerirdischen Majestät

Es kommt ab und an vor, dass im Vorfeld Zeichnungen gefertigt werden, die eigentlich nur als grobe Orientierung für ein späteres Projekt dienen sollen. Zugegeben, das passiert in meinem Alltag nicht allzu oft, schließlich hat man als Tätowierer ja auch gerne mal was anderes zu tun, als endlose Skizzen für die Schublade zu produzieren. Doch manchmal entwickelt ein Entwurf eine ganz eigene Dynamik. In diesem speziellen Fall gefiel die fragliche Zeichnung der Alien Queen so gut, dass sie eins zu eins als Tattoo umgesetzt werden sollte. Damit war die optimale Grundlage für ein Alien Queen Tattoo geschaffen, das nicht nur ein Motiv, sondern ein echtes Experiment darstellte.

Neue Wege in der Positionierung

Ich wollte bei diesem Projekt neue Wege gehen und künstlerisch experimentieren. Es war für mich eine Premiere, da ich bislang noch nie eine Alien Queen gestochen hatte – weder als klassische Zeichnung noch als großflächiges Tattoo. Abgesehen von flüchtigen Skizzen war dieses Territorium für mich Neuland. Vielmehr sollte aber auch die Positionierung des Motivs völlig neue Wege beschreiten. Mein Ziel war es, die Muskelpartien und den natürlichen Körperfluss auf eine Weise umzusetzen, die man so nicht jeden Tag sieht. Ich wollte Formen anschneiden und Teilabschnitte der Biomechanik übergreifend aufgreifen, um eine Symbiose zwischen Haut und außerirdischer Struktur zu schaffen.

Der Körperfluss: Anatomie als Wegweiser

Wichtig für den perfekten Körperfluss ist das Verständnis für das Ineinandergreifen der Muskulatur. Der Deltamuskel ist ein prägnantes Merkmal am Oberarm. Durch seine charakteristische V-Form lässt er sich kaum anders interpretieren als ein sich nach unten verjüngender Richtungswechsel im Fluss des Körpers. Rein anatomisch betrachtet endet dieser Muskel in der Mitte des Oberarms und unterteilt diesen dadurch in zwei fast gleich große Segmente. Ein weiteres beherrschendes Element ist der vordere Muskelbauch des Trizeps, flankiert vom Ellbogen, der einen massiven mechanischen Richtungswechsel darstellt. All diese natürlichen Gegebenheiten sollten bei dem Alien Queen Tattoo nicht nur aufgegriffen, sondern im weitesten Sinne überbetont werden.

Perspektivenwechsel: Die Königin mal anders

Um den Oberarm optisch zu verlängern und die Dynamik zu steigern, wählte ich eine ungewöhnliche Perspektive: Ich stellte die Königin „von unten gesehen“ dar. Dieser Kniff bot mir die einzigartige Möglichkeit, den massiven Unterkiefer der Queen auf dem Unterarm zu platzieren. Der entscheidende Vorteil dieser Positionierung liegt in der Bewegung des Arms. Durch die Platzierung auf dem Unterarm wird das Bild bei Beugung und Streckung nicht unschön verzerrt. Im Gegenteil: Der Unterkiefer scheint sich in der Bewegung regelrecht zu öffnen, selbst wenn die Hautpartie eigentlich gestaucht wird. Es ist ein Spiel mit der Anatomie, das die Biomechanik zum Leben erweckt.

Farbenspiel zwischen Schwarz, Grau und Weiß

Das gesamte Tattoo ist klassisch in Schwarz-Grau-Weiß gehalten, doch ich habe mir einen besonderen technischen Kniff erlaubt. In den schattigen Bereichen habe ich die vermeintlich hellen Stellen mit einem speziellen Farb-Grau ausgestaltet. Dieses Pigment besitzt die faszinierende Eigenschaft, gleichzeitig dunkel zu wirken, aber durch seine Farbkraft eine enorme Tiefe zu erzeugen. Diese Nuance zeigt sich dem Betrachter nicht auf den ersten Blick; erst wenn man das Tattoo genauer studiert, drängt sich die subtile Leuchtkraft auf. Dadurch konnte ich große Flächen des Alien Queen Tattoos dunkel gestalten, ohne dass das Motiv stumpf wirkt. Die Tiefe bleibt vollumfänglich erhalten.

Strategische Highlights für maximale Dynamik

Um die plastische Wirkung weiter zu verstärken, setzte ich Weiß nur sehr gezielt als zusätzliche Highlights in den ohnehin schon hellen Bereichen ein. Es wäre ein technischer Fehler gewesen, Weiß wahllos über das gesamte Tattoo als Glanzlicht zu verzieren. Das würde die mühsam aufgebauten Schatteneffekte schlichtweg aushebeln und das Gesamtbild unstimmig machen. Die Kunst liegt hier in der Zurückhaltung. Nur dort, wo das Licht der imaginären Lichtquelle die chitinartigen Panzerplatten der Alien Queen trifft, blitzt das reine Weiß hervor. Dies unterstützt die metallisch-organische Anmutung, die so typisch für die Werke von H.R. Giger ist, und sorgt für den nötigen Effekt.

Kreativität im Corona-Lockdown: Digitaler Wandel

Wenn es in den letzten Jahren etwas gab, was die Welt und auch das Handwerk des Tätowierens komplett auf den Kopf gestellt hat, dann war es der erste Corona Lockdown. Es ist bereits genug über diese Zeit geflucht worden, doch für mich war dieser Stillstand auch eine Phase der Suche nach neuen Wegen. In diesem Fall geschah dies durch den intensiven Einstieg in das digitale Zeichnen. Die Alien Queen war eines der ersten Projekte, die komplett digital geplant wurden. Dabei ließ sich am Bildschirm präzise simulieren, wie die einzelnen Elemente in die Muskelpartien integriert werden müssen, um den Fluss perfekt zu unterstützen.

Von der digitalen Skizze zur realen Haut

Die digitale Vorarbeit ermöglichte eine Detailgenauigkeit, die früher am Lichttisch kaum denkbar gewesen wäre. Man erkennt in der finalen Umsetzung genau, wie die zugeordneten Muskelpartien des Kunden die Struktur der Queen tragen. Bis auf ein paar geringfügige anatomische Anpassungen, die man erst direkt am lebenden Objekt – also dem Kunden – vornehmen kann, konnte der Entwurf mit vollem Erfolg realisiert werden. Es ist immer wieder ein faszinierender Moment, wenn eine Zeichnung, die ursprünglich nur zur Orientierung gedacht war, schließlich in dieser Wucht auf der Haut zum Stehen kommt und den Körper in ein biomechanisches Kunstwerk verwandelt. Springfield war gestern, heute herrscht die Königin.

Zusammenfassung: Technik und Symbolik – Alien Queen Tattoo

  • Stilistik & Genre: Organische Biomechanik inspiriert durch das Design von H.R. Giger; Fokus auf Textur und anatomische Verzerrung.

  • Anatomische Innovation: Inverser Körperfluss durch eine „Von-unten“-Perspektive; Platzierung des Kiefers auf dem Unterarm zur Nutzung der Bewegungsdynamik.

  • Farbmetrik: Einsatz von speziellem Farb-Grau in dunklen Passagen zur Steigerung der Leuchtkraft ohne Helligkeitsverlust; strategische Weiß-Highlights zur Akzentuierung von Glanzkanten.

  • Muskuläre Integration: Ausrichtung der Strukturen am Deltamuskel und Trizeps zur optischen Verlängerung des Oberarms.

  • Design-Prozess: Erstmalige Volldigitalisierung der Planung während des Corona-Lockdowns zur präzisen Anpassung an die Muskelgruppen.

  • Symbolik: Darstellung der Alien Queen als Inbegriff der gefährlichen, biomechanischen Schönheit; Fusion von technoiden Strukturen mit biologischen Formen.

  • Handwerkliche Besonderheit: Übergreifende Teilabschnitte, die über Gelenke (Ellbogen) hinweg eine fließende Bewegungseinheit bilden.

Baum Tattoo

Baum Tattoo

"Wie zur grünen Platane soll ich denn ein Baum Tattoo effektiv an dieser Stelle platzieren? Richtungswechsel infolge von perspektivischer Verkürzung, Tiefeneffekt durch Farb-Grau-Mischungen und harte Kontraste im Vordergrund – so klappt es mit dem Schwung des Körperflusses." — Roald Beyer über die anatomische Dynamik des Baum-Tattoos

 

Baum Tattoo

Ich bin mir nicht so ganz sicher, ob der Gute eigentlich so richtig weiß, was er da eigentlich will. Boom. Boom? Verzaubernd! oder Bezaubernd? Naja, so Grün, mit Zeug und Ästen. Boom eben. Ronnie will tatsächlich ein Baum Tattoo. Natürlich hat sich das nicht so abgespielt. Also nicht so mit Boom und Grün und so. Sondern klar ausgedrückt. Richtig vornehm. So wie es sich gehört für einen gut gebildeten Begabten. Schließlich soll es nicht irgendein Baum sein. Es soll eine Platane werden. Und die steht im Garten des Internats von Schulpforta.

Romantische Vergangenheit

Wer Bilder von Schulpforta sieht bekommt den Eindruck einer romantischen Vergangenheit. Man sucht Harry Potter in den Gebäuden. Hier wurden auch Filme wie das fliegende Klassenzimmer oder Bibi Blocksberg gedreht. Es muss eine ausreichend bedeutende Erfahrung gewesen sein, wenn sie mit viel Schmerz verewigt wird. Denn der steht definitiv auf dem Speiseplan. Rippchen auf Brustkorb, auf Rücken, legga. Und, auch wenn das mit dem Mann nicht viel zu tun hat. Es ist Corona-Time. Naja, eigentlich Vor-Corona-Time. Und es hat einiges mit ihm zu tun. Denn ich mache das, was der ungepflegte Tätowierer so macht in dieser Zeit. Nicht arbeiten. Brav sein. Und Zeichnen. Und nachdem ich das Teil schon eine Weile unbeackert herumstehen habe will ich mal Digitales zeichnen.

Corona gefickt durch Grafick-Karte

Porno! Corona gefickt durch Grafick-Karte. Ich will die Zeit konstruktiv nutzen. Ich könnte mir Besseres vorstellen. Also erst mal eine neue Grafick-Karte bestellen. Denn der PC denkt sich wohl, er kann das nicht ziehen, auch wenn er genug RAM hat. Soviel zum digitalen Zeichnen für dieses Baum Tattoo. Regelmäßig, gefühlt nach jedem dritten Stiftstrich muss Photoshop mit Strg+Alt+entf bedroht werden, bis es läuft. Dauert allerdings eine Weile, bis ich die Masche erkenne. Komische Beziehung, die sich da anbahnt, das ist Liebe, PC und Photoshop, natürlich. Eigentlich ist es ein Dreier. PC, Photoshop und Digitizer. Und nachdem Corona auch mitmacht ist es eigentlich ein Rudelbums. Würg! Also noch mal weiter und Affinity Photo gekauft. Und plötzlich läuft´s. Soviel zu Photoshop.

Platane

Und endlich bekomme ich es hin, mein Spielzeug. Daher fängt jetzt der Brainfuck an. Wie zur grünen Platane soll ich denn ein Baum Tattoo effektiv an dieser Stelle platzieren? Ich meine, das ist mit Rippenbogen und Richtungswechseln und Falten und auch noch der Hüfte mal gar nicht so einfach. Aber schließlich ist es ganz klar. Durch Betonung. Richtungswechsel infolge von Perspektivischer Verkürzung. Weiterhin Tiefeneffekt. Darüber hinaus harten Kontrast im Vordergrund. Ferner weichen Kontrast im Hintergrund. Dasselbe gilt für die Blätter. Linien im Vordergrund. Und weiche Punktung im Hintergrund. Und dann wieder zurück zu den perspektivischen Verkürzungen. Und schon klappt es mit der Stelle. Ich muss sagen, bin janz aufjeregt, Ronnie ist mein erster. Digital gezeichneter natürlich.

Einbauten der Schule

Übrigens soll noch das Emblem der Schule Pforta mit eingebaut werden. Und so kommt ein Baum Tattoo zustande, das definitiv seinesgleichen sucht. Der Rippenbogen und der Übergang zur Hüfte wird dynamisch gestaltet. Um den Schwung des Körpersflußes aufzunehmen. Und um einen Übergang in die zur Achsel vertikal ausgerichteten geraden Stämme zu ermöglichen. Übrigens sind die hintersten Stämme im Hintergrund mal wieder durch eine Farb-Grau-Mischung gearbeitet. Denn das ist noch etwas weicher als das Schwarz-Grau, das ich für den unteren Baumstamm verwendet habe. Mitunter mit Farb-Grau als Highlights. Ach ja, und wie immer sind die Schattierungen in den farbigen Bereichen nicht durch Schwarz-Grau erreicht worden sondern durch Komplementärfarben.

Schätze des digitalen Zeichnens

So sehr ich bei der Zeichnung geflucht haben mag, ich weiß danach die Benefits des digitalen Zeichnen durchaus zu schätzen.Es hat sich zu einer Liebe entwickelt, die wie ein altes Ehepaar immer mal wieder rumzickt. Mal aufhängen hier, dann Update dort, dann Aufhängen dort, bis Tod durch nächstes Update. Das ist wohl der Lauf der Dinge. Missen will ich es nicht mehr, auch wenn ich sagen muss, dass meine Verspieltheit dadurch manchmal noch mehr eskaliert… Aber das wird durchaus geschätzt, wie von dem Mann des Baumes.

 

 

 

Zusammenfassung :Technik und Symbolik Baum Tattoo (Platane)

  • Konzept: Biografische Naturdarstellung der Platane (Landesschule Pforta) unter Berücksichtigung anatomischer Dynamik.

  • Digitale Vorbereitung: Morphing-Prozess zwischen Realbild-Vorlage und anatomischer Anpassung (Photoshop/Affinity).

  • Platzierung: Optimierung für den Rippenbogen; Nutzung perspektivischer Verkürzung zur Erzeugung eines natürlichen Tiefeneffekts trotz Körperkrümmung.

 

 

Boohm

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lady of Death Tattoo

Lady of Death Tattoo

"Die Lady of Death ist kein bloßes Porträt, sie ist eine anatomische Eroberung des Arms. Zwischen Biberschädeln und Krebspanzern haben wir den Knochenstaub des Death Valley in Biomechanik verwandelt – eine Verneigung vor der unendlichen Eleganz der Vergänglichkeit." — Roald Beyer über morbiden Adel und Formgebung

Biomechanik Lady of Death Tattoo: Morbider Adel auf der Haut

Die Lady of Death: Eine adlige Erscheinung

Die Biomechanik Lady of Death ist, wie der Name bereits verrät, feinster Adel der dunklen Art. Entstammend aus dem uralten Adelsgeschlecht der „of Death“ – oder im hiesigen Dialekt auch liebevoll „o´Detzzh“ genannt – ist sie eine Erscheinung, die sich nur selten dauerhaft in ein Tattoo verbannen lässt. Normalerweise gelingt dies nur durch die Anwendung eines magischen Kreises, doch in diesem Fall haben wir den Kreis schlichtweg vergessen. Erstaunlicherweise ging es auch ohne Magie, allein durch die Kraft der Nadel. Scheu um den Träger herumschleichend, wartet sie nur darauf, sich vom Knochenstaub zu befreien und zurück in die Senke des „of Death Valley“ auf ihrem knochigen Ross zu galoppieren, direkt zum heimischen Knochenacker.

Freie Hand und makabre Inspirationen

„Freie Hand“ zu haben, bekommt im Zusammenhang mit der Lady of Death einen etwas makabren Aspekt. Wenn ich bei diesem Projekt freie Hand hatte, dann vor allem in der Hinsicht, dass ich so viele verschiedene morbide Elemente einfließen lassen konnte, wie ich wollte. Mein Ziel war es, diese klassischen Vanitas-Motive untrennbar mit moderner Biomechanik zu paaren. Die Lady sollte nicht einfach nur ein Skelett sein, sondern eine technoid-organische Herrscherin über ihren eigenen anatomischen Kosmos. Diese Freiheit erlaubte es mir, Details zu kreieren, die erst auf den zweiten oder dritten Blick ihre volle, bisweilen schaurige Pracht entfalten und den gesamten Arm als Leinwand fordern.

Die Ausgangslage: Eine Schädeldame sucht Form

Ausgangslage für dieses Projekt war eine mitgebrachte Zeichnung einer Schädeldame, die klar als Vorfahrin des heutigen Lady of Death Tattoos erkennbar war. Die Aufgabe bestand darin, auf diesem Entwurf aufzubauen und weitere Elemente wie ein allsehendes Auge, ein Herz und zusätzliche Schädel in das Design zu „basteln“. Nun ja, so viele Einzelteile zusammenzuführen, braucht am Ende doch einen klaren Plan und einen gestalterischen Zusammenhang. Auch wenn ich persönlich auf extrem viele Details und verschiedene visuelle Ebenen stehe, so braucht ein solch großflächiges Projekt einen durchgehenden roten Faden – besonders bei einer so hochgestellten Persönlichkeit wie der Lady of Death.

Körper und Geist: Mehr als nur ein Porträt

Nur ein Porträt zu stechen, sozusagen körperlos und isoliert auf dem Arm, kam für mich nicht in Frage. Dafür ist die Anatomie eines ganzen Arms in dieser Form einfach viel zu schade. Ein reines Face-Tattoo ohne Anbindung an die restliche Muskulatur funktioniert vielleicht in anderen Stilrichtungen, aber in der Biomechanik wirkt es oft deplatziert. Deswegen verfolgte ich von Beginn an den Gedanken, den Kopf untrennbar mit dem restlichen Körper der Lady zu gestalten. Sie sollte aus der Schulter herauswachsen und sich über den Bizeps bis zum Unterarm erstrecken, wobei jede Muskelbewegung des Trägers auch das Lady of Death Tattoo zum Leben erweckt.

Basteln und Aufbauarbeit: Die Schulter im Fokus

Die ursprüngliche Zeichnung der Lady war bereits ein guter Startpunkt. Wenn ich mich richtig erinnere, wuchs ihr bereits auf dem Papier eine Art Diadem aus der Stirn. Diese markante Form konnte ich im Tattoo bequem für ein Auge der Vorsehung verwenden. Schließlich muss man kompositorisch etwas für die Schulter tun, um diese im wahrsten Sinne des Wortes abzurunden. Darüber hinaus verlangte das Design nach Hörnern – ein Wunsch, dem ich gerne nachkam. Um den Übergang zum Hals zu gestalten, kam mir die Idee mit einer imposanten Halskrause, die eher einem hochstehenden, mechanischen Kragen gleicht und der Lady ihre hoheitliche Aura verleiht.

Anatomische Exoten: Krebspanzer und Biberknochen

Bei der Gestaltung des Stehkragens dienten mir tatsächlich Krebspanzer als biologische Orientierung. So absurd es klingen mag: Die Natur bietet hier Formen, die sich perfekt in biomechanische Strukturen integrieren lassen. Die Schultern der Lady wiederum durften auf der markanten Form eines Biberschädels aufbauen. Diese anatomische Vorlage gab mir zudem die Möglichkeit, noch ein paar Augen mehr unterzubringen, was den „allsehenden“ Charakter des Tattoos verstärkt. In diesem Zuge durften natürlich auch klassische Gesten wie die Segenshand und die Pommesgabel (Mano cornuta) nicht fehlen, um die spirituelle und rebellische Seite der Lady zu betonen.

Innere Werte: Die Rückansicht der Dame

Traditionell finden „innere Werte“ gerne ihren Platz im Arminneren. Man sagt ja, die japanischen Yakuza ließen ihre schlüpfrigen oder sehr persönlichen Tattoos bevorzugt auf der Innenseite der Arme stechen. Mein Gedanke war es hier, eine Wirbelsäule zu konstruieren und die Lady sozusagen durch eine Ansicht von hinten zu erweitern. Das macht kompositorisch Sinn, wenn dieses Element auf der gegenüberliegenden Seite der Lady liegt, also im Innenarm. Unter dem Strich fehlt im Brustkorb der Lady dann zwar ein wenig „Rippchen“, aber genau dort öffnet sich der Raum, um die Form eines fehlenden Herzens zu erblicken – eine visuelle Metapher für die Kälte des Todes.

Das Herz am rechten Fleck – oder am Unterarm

Wenn die Lady schon kein Herz im Brustkorb trägt, wo könnte es dann sein? Die Antwort ist simpel: Das Herz wanderte entsprechend weiter nach unten an den Unterarm. Dort ist es in Gesellschaft eines weiteren Schädels platziert. Denn sind wir mal ehrlich: Schädel kann man nie genug haben, besonders wenn sie so detailreich ausgearbeitet sind wie in diesem Projekt. So schließt sich der Kreis von der Schulter bis zum Handgelenk. Die Biomechanik dient dabei als das verbindende Element, das Knochen, Organe und Symbole zu einer fließenden Einheit verleimt, die den Arm des Trägers in ein ewiges Denkmal, das Lady of Death Tattoo verwandelt.

Zusammenfassung: Technik und Symbolik – Lady of Death Tattoo

  • Stilistik & Genre: Morbide Biomechanik; Kombination aus klassischer Vanitas-Symbolik und organisch-mechanischen Strukturen.

  • Anatomische Vorlagen: Nutzung von Exoten-Anatomie wie Krebspanzern (für den Kragen) und Biberschädeln (für die Schulterpartie) als Formgeber.

  • Kompositions-Konzept: Ganzarm-Konzept (Sleeve); Verbindung von Vorderansicht (Lady) und Rückansicht (Wirbelsäule im Innenarm).

  • Symbolische Elemente: Integration des Auges der Vorsehung, der Segensgeste und der Mano cornuta (Pommesgabel) zur Darstellung spiritueller Ambivalenz.

  • Visuelles Storytelling: Das „fehlende Herz“ im Brustkorb wird durch ein physisches Herz am Unterarm kompensiert, umgeben von weiteren Skull-Motiven.

  • Technik: Hochdetaillierte Schwarz-Grau-Ausarbeitung mit Fokus auf verschiedenen Ebenen und Texturen (Knochen vs. Mechanik).

  • Künstlerischer Fokus: „Freie Hand“ bei der Ausarbeitung der Details, um einen fließenden Übergang zwischen den verschiedenen morbiden Elementen zu schaffen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

10 Angriffe plus: Simpsons Tattoo

10 Angriffe plus: Simpsons Tattoo

"Ein Simpsons Tattoo ist mehr als nur gelbe Tinte – es ist ein Wimmelbild des Zeitgeists. Zwischen Spiderschwein und Muskel-Marge feiern wir die Anarchie von Springfield, verpackt in Komplementärkontraste und gestochen gegen die tickende Uhr der REACH-Verordnung." — Roald Beyer über Springfield-Dynamik und Farblehre

Mit dem Simpsons Tattoo auf Kriegsfuß: Ein gelbes Epos am Unterschenkel

Springfield am Bein: Die gelbe Sippe im Fokus

Wer kennt sie nicht, wer liebt sie nicht? Homer, Bart, Maggie, Marge, Opa und Lisa – die gelbe Sippe aus Springfield ist längst Teil unseres kollektiven Bewusstseins. Mit ihren völlig verrückten Geschichten haben sie Generationen geprägt. In diesem speziellen Simpsons Tattoo finden sich mindestens zehn dieser skurrilen Erzählstränge wieder. Man müsste wahrscheinlich stundenlang nachzählen, vorausgesetzt, man kommt zum zählen. Wenn man sich über den Humor der Serie vielleicht uneinig sein mag, beim Träger dieses Kunstwerks herrscht absolute Klarheit. Dieser Mann lebt die Simpsons mit jeder Faser und nun auch mit jedem Quadratzentimeter seiner Wade.

Ein visuelles Sperrfeuer: Detaildichte und Charakterstärke

Der Träger ist kein Mann für halbe Sachen. Wer ihm blöd kommt, dem steigt er mit dem farbgewaltigen Simpsons-Fuß direkt auf das Hühnerauge. Er zeigt dir opa-mäßig die Zähne oder erklärt dir alien-mäßig den Krieg, während er im Geiste das Springfield-AKW platt schießt. Hier wurde nicht einfach nur ein Motiv gewählt, hier wurde der Teufel in Form von Maggie an die Wade gemalt. Man weiß bei diesem Anblick gar nicht, wo einem die Augen stehen sollen, denn die Detaildichte ist so hoch, dass das Gehirn erst einmal umschalten muss. Es ist ein visuelles Sperrfeuer aus 20 Jahren Zeichentrick-Geschichte, direkt auf die Haut gebannt.

Willkommen in Simpsons Crazy Town: Die Qual der Wahl

Es ist unschwer zu erkennen: Hier haben wir es mit einem Die-Hard-Fan zu tun. Das machte die Planung für mich als Tätowierer natürlich nicht einfacher. Wenn man gebeten wird, sich Gedanken über die Simpsons zu machen, steht man vor einem riesigen Berg aus Material. Was soll man aus über 30 Jahren der weltweit erfolgreichsten Zeichentrickserie überhaupt verwenden? Ist da nicht schon alles gezeigt worden? Der Anspruch, etwas wirklich „Geiles“ und Einzigartiges aus dem Hut zu zaubern, ist bei solch einer ikonischen Vorlage enorm hoch. Schließlich wurde über die Jahre fast jeder Irrsinn des Zeitgeschehens bereits in Springfield verarbeitet.

Der Zeitgeist von Springfield: Prophezeiungen auf Haut

Die Serie ist berühmt-berüchtigt dafür, den Zeitgeist nicht nur zu spiegeln, sondern ihn oft auf unheimliche Weise vorauszusagen. In den sozialen Medien vergeht kaum eine Woche, in der nicht auf eine alte Simpsons-Episode verwiesen wird, die aktuelle Ereignisse prophezeit hat. Dazu kommen unzählige popkulturelle Referenzen und Filmzitate. Wie soll man da als Tätowierer noch einen draufsetzen? Normalerweise will man sich ja nicht mit dem Original messen, aber der künstlerische Ehrgeiz verbietet es, einfach nur ein Standard-Motiv abzukupfern. Die Arbeit soll schließlich Spaß machen und eine eigene Handschrift tragen, die den Betrachter fesselt und zum Entdecken der Details einlädt.

Endlose Recherchen: Die Freiheit der farblichen Komposition

Die Lösung lag in einer Mischung aus exzessiver Recherche und künstlerischer Freiheit. Gottseidank ließ mir der Kunde hier freie Hand, was die Komposition und das Farbspiel anging. Das erlaubte mir, die gesamte Palette auszuschöpfen, die mein Farbkoffer zu bieten hatte. Das Design wurde zu einer Art Puzzle und Wimmelbild in einem. Blaustichige Hintergründe wechseln sich mit extrem hellen und kräftigen Vordergründen ab. Diese Dynamik sorgt dafür, dass die einzelnen Charaktere trotz des dichten Gedränges auf der Haut plastisch wirken und sich nicht gegenseitig die Show stehlen. So entsteht eine Tiefe, die das Auge durch die komplexe Szenerie von Springfield leitet.

Das Ende einer Ära: Das REACH-Verbot und die Pigmente

Dieses Projekt war zudem eines der letzten großen Werke, das noch mit den Farben Blue 15:3 und Green 7 gestochen werden konnte. Kurz vor deren endgültigem Verbot durch die REACH-Verordnung konnten wir die volle Leuchtkraft dieser Pigmente nutzen. Viele sprachen damals vom „Untergang des Tattoolandes“, und tatsächlich fühlte es sich ein wenig so an, als würde eine Ära zu Ende gehen. Die Intensität dieser speziellen Blau- und Grüntöne verleiht dem Simpsons Tattoo eine Brillanz, die heute mit den neuen, konformen Farben oft nur schwer in dieser Form zu erreichen ist. Es ist ein Zeitzeugnis technischer Möglichkeiten in der Tätowierkunst.

Zeitdruck am Unterschenkel: Kreativität unter Fristen

War es Zeitdruck? Oh ja, definitiv. Wenn der Gesetzgeber die Verwendung bestimmter Pigmente untersagt und die Frist wie Sand durch die Finger rinnt, bleibt keine Zeit für Zögern. Wir haben es gerade noch vor dem harten Cut zum Start der REACH-Verordnung am 04.01.2022 geschafft. Für die Farben Blau und Grün gab es zwar noch eine kurze Übergangsfrist bis Anfang 2023, doch wir wollten kein Risiko eingehen. Man sagt ja, dass manche Künstler unter Druck am besten arbeiten. In diesem Fall hat der gesetzliche Druck die Kreativität definitiv befeuert, um dieses farbgewaltige Epos rechtzeitig fertigzustellen.

Schräge Ideen: Von Muskel-Marge bis La-Catrina-Opa

Ich konnte hier mit einigen ziemlich schrägen Ideen aufwarten. Da ist zum Beispiel Opa Simpson mit Perücke und La-Catrina-Gesichtsbemalung. Warum? Weil ihm mal wieder das Gebiss rausgefallen ist und er so wenigstens optisch ein paar Zähne vorweisen kann. Oder die Muskel-Marge, die Maggie stolz auf der Schulter trägt – eine Hommage an die Stärke der Mütter, nur eben im Springfield-Style. Homer darf natürlich nicht fehlen: Einmal, wie er Spiderschwein hochhält und toastet, bereit zum Reinbeißen, und einmal im X-Ray-Stil, der sein berühmtes Erbsen-Gehirn offenbart, während er im Geiste schon wieder die klassischen Würge-Szenen mit Bart durchspielt.

Farblehre und Schatten: Komplementärkontraste nutzen

Ein technisches Detail, das mir besonders wichtig war: Alle Schatten in diesem farbigen Tattoo basieren auf Komplementärfarben. Ich habe kein Schwarz unter die bunten Flächen gemischt. Das sorgt dafür, dass die Farben auch nach dem Abheilen ihre maximale Leuchtkraft behalten und nicht „schmutzig“ wirken. Blau schattiert Orange, Violett schattiert Gelb – das ist klassische Farblehre, die in der Biomechanik und bei Comic-Tattoos den entscheidenden Unterschied macht. Es ist ein handwerklicher Kniff, der das Wimmelbild erst richtig zum Leben erweckt und die Tiefe erzeugt, die man auf den ersten Blick gar nicht vollständig erfassen kann.

Ausblick auf Springfield: Die Planung für das zweite Bein

Wäre noch Platz für Barney Gumble gewesen? Oder Tingel-Tangel-Bob und Krusty den Clown? Vielleicht. Aber die Fläche einer Wade ist nun mal physikalisch begrenzt, und wir wollten das Design nicht überladen, bis man gar nichts mehr erkennt. Doch die gute Nachricht ist: Das Projekt ist noch nicht am Ende. Es gibt ja noch ein zweites Bein, das bereits in der Planung ist. Springfield wird also weiter wachsen. Wer weiß, welche verrückten Geschichten wir dort unterbringen werden – vielleicht findet sich dann auch noch ein Plätzchen für den Comic-Buch-Verkäufer oder Direktor Skinner in gewohnt morbider Pose.

Zusammenfassung: Technik und Symbolik – Simpsons Tattoo

  • Stilistik & Genre: Hochfarbiges Comic-Wimmelbild; narrativer Aufbau mit multiplen Charakter-Elementen aus dem Simpsons-Universum.

  • Anatomische Platzierung: Vollflächige Gestaltung des Unterschenkels; Nutzung der Wadenrundung zur Erzeugung einer panorama-ähnlichen Erzählweise.

  • Farbauftrag & Pigmentierung: Verwendung der High-End-Pigmente Blue 15:3 und Green 7; Umsetzung unter Zeitdruck vor Inkrafttreten der REACH-Beschränkungen.

  • Schattierungstechnik: Rein komplementäre Schattierung ohne Schwarz-Anteil innerhalb der farbigen Flächen zur Maximierung der Farbreinheit.

  • Kompositions-Highlights: Opa Simpson im La-Catrina-Look; Homer X-Ray mit Erbsen-Gehirn; Muskel-Marge als Fokus-Element.

  • Visuelle Hierarchie: Einsatz von kühl-blaustichigen Hintergründen zur optischen Abgrenzung gegenüber den warmen Gelb- und Rot-Tönen.

  • Symbolischer Kontext: Hommage an 20 Jahre Zeichentrickgeschichte; Reflexion des Zeitgeists durch ironische Abwandlungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In your Facehugger Tattoo, right, left, straight

In your Facehugger Tattoo, right, left, straight

"Der Facehugger ist die ultimative Umarmung der Natur – eine biomechanische Notwendigkeit, die Statik und Dynamik vereint. Mit dem Nostromo-Morsecode ziehen wir den Trennstrich zwischen dem Biologischen und dem Mechanischen." — Roald Beyer über den Facehugger und Giger-Biomechanik

Facehugger Tattoo, Alien: Die ultimative biomechanische Umarmung

Free Hugs: Wenn Liebe durch das Exoskelett geht

Wir brauchen einfach mehr Umarmungen. Wir alle brauchen Hugs. Nicht immer nur Tattoos, sondern echte, menschliche Nähe. Letztendlich geht es aber nicht einfach nur um irgendwelche flüchtigen Gesten, sondern um „Free Hugs“. Jeder, der schon mal eine wirklich intensive Umarmung bekommen hat, weiß, dass das oft nur der Anfang ist. Häufig führt ein Hug zum Nächsten – nämlich zum Kuss. Und der führt, wenn auch nicht immer, zu einem Spiel mit der Zunge. Was wäre, wenn man all diese Empfindungen in einem einzigen Bild vereinen könnte? Die Lösung für dieses emotionale Gesamtpaket bietet ein Facehugger. Alien! Hier als Facehugger Tattoo auf der Wade verewigt.

H.R. Giger: Die Verschmelzung von Mechanik und Trieb

Wahrscheinlich hat sich H.R. Giger genau das gedacht, als er die diversen Stadien des Xenomorphs entwarf. Seine Werke waren selten nur Dekoration; sie waren die radikale Verschmelzung von mechanischen, knochigen Strukturen und bisweilen ausgeprägt sexuellen Inhalten. Im Facehugger sah er wohl den ultimativen Ausdruck dieser Funktionen. Eine Umarmung, die so endgültig ist, dass sie keine Fragen offen lässt. Die Larvenform wurde nicht umsonst „Gesichtsumarmer“ genannt. Für dieses Projekt schlug ich eine „doppelt gemoppelte“ Lösung vor, um den Platz auf der Wade optimal zu nutzen und der Kreatur die nötige Bühne zu bereiten.

Zwei Seiten der Medaille: Dynamik und Statik

Rein aus dem Prinzip der Dreidimensionalität gibt es bei jedem Tattoo zwei Seiten der Medaille – oder hier: zwei Seiten der Wade. Ich fand es konsequent, den einen Facehugger exakt der Form der Wade anzupassen. Dabei nutzte ich das untere Rund des Muskelbauches als natürliche Unterstützung der Dynamik. Die Gerade des Schienbeins wurde angeschnitten, um den Facehugger optisch nach oben zu lenken. Der untere Teil des knochigen Exoskeletts wurde tief dunkel schattiert. Dies ist funktional optimiert, da diese Schräge bei normaler Betrachtung von oben ohnehin im Schatten liegt. So entsteht eine plastische Tiefe, die das Motiv fast vom Bein abheben lässt.

Transluzente Ebenen: Die Quadratur des Kreises

Auf der anderen Seite der Wade wählten wir einen völlig anderen Ansatz: Einen durchscheinenden Facehugger. Transluzent, fast ätherisch und statisch. Er fungiert sozusagen als Quadratur des Kreises und scheint den ersten, dynamischen Facehugger regelrecht zu umarmen. Diese Überlagerung von Ebenen erzeugt eine Komplexität, die weit über ein gewöhnliches Monster-Tattoo hinausgeht. In meiner Tattoo Gallery für Biomechanik finden sich oft solche Spielereien mit Licht und Schatten. Durch diese Aufteilung konnten wir verhindern, dass die Innenseite der Wade als banale Fläche verschwendet wird. Stattdessen zeigen wir zwei Seelen der biomechanischen Kreatur.

Biologische Evolution oder Gewaltphantasie?

Waren Gigers Schöpfungen biologische Weiterentwicklungen technischer Art oder einfach nur Gewaltphantasien? Die morbide Art seiner Designs wird oft kontrovers interpretiert. Sind sie ein Gedenken an die eigene Funktionalität? Eine Erinnerung an unser endliches Wesen, das auf Bewegung und Fortpflanzung optimiert ist? Man könnte es als Verneigung vor der unendlichen Vielfältigkeit des Lebens sehen. Oder als Verherrlichung des Todes, ähnlich wie bei Darstellungen in meiner Skull Tattoo Galerie. Nähmen wir letzteres an, könnte man das Motiv fast schon als aggressiven Akt verstehen. Doch ich erkenne darin eher die Funktionalität biomechanischer Strukturen.

Die Federkraft der Muskulatur

In diesem Tattoo ist die Federkraft der Muskulatur und die damit verbundene Dynamik klar enthalten. Es ist eine Hommage an die biomechanischen Prozesse, die unter unserer eigenen Haut ablaufen. Wenn der Facehugger sich festkrallt, spiegelt das die Spannung wider, die wir bei jeder Bewegung spüren. Die knöchernen Finger der Kreatur greifen in die Konturen der Wade, als wären sie ein Teil des menschlichen Apparates. Dieses Ineinandergreifen von fremder Spezies und menschlicher Anatomie ist der Kern der Biomechanik. Es geht um die Kraft, die im Verborgenen wirkt und durch die Tinte an die Oberfläche geholt wird.

Der Trennstrich: SOS Nostromo

Man könnte meinen, über die Werke Gigers sei schon genug differenziert worden. Wir wollten jedoch einen klaren Schlussstrich ziehen – wortwörtlich. Durch die vertikale Aufteilung des Tattoos haben wir eine Trennlinie geschaffen, die wir mit einem nerdigen Detail bereichert haben. Ein roter Trennstrich trennt Dynamik von Statik und beinhaltet einen Morse-Code: „SOS Nostromo SOS“. Es ist ein Hilferuf aus den Tiefen des Weltraums, der als grafisches Element die zwei Hälften des Tattoos ordnet. Dieses Rot bildet einen harten Kontrast zum sonstigen Schwarz-Grau und fungiert als visueller Störer, der die Aufmerksamkeit bündelt.

Finale Details und Ausblick

Zu guter Letzt ist zu sagen, dass wir in einer weiteren Sitzung den Kontrast nochmals massiv verstärkt haben. Besonders auf der Innenseite der Wade war dies notwendig, um die transluzenten Effekte richtig zur Geltung zu bringen. Ein Tattoo dieser Komplexität braucht Zeit zum Reifen und oft einen zweiten Durchgang, um die finale Tiefe zu erreichen. Bedauerlicherweise müssen die allerletzten Hochglanz-Fotos noch etwas warten, da ein Umzug nach Berlin dazwischenkam. Doch die Dynamik ist bereits jetzt unübersehbar. Es ist ein Fest für jeden Fan von Giger und der Alien-Saga, verewigt auf lebendiger Leinwand.

Zusammenfassung: Technik und Symbolik – Facehugger Tattoo

  • Stilistik & Genre: Organische Biomechanik im Stil von H.R. Giger; Fokus auf knöcherne Strukturen und transluzente Effekte.

  • Anatomische Anpassung: Nutzung des Wadenmuskels zur Unterstützung der Dynamik; Platzierung der Krallen entlang der Schienbeinkante.

  • Kompositions-Konzept: „Doppelt gemoppelt“; Aufteilung der Wade in eine dynamische Seite (Schattenwurf und Bewegung) und eine statisch-transluzente Seite.

  • Besonderes Feature: Vertikale Trennlinie in Rot mit integriertem Morse-Code („SOS Nostromo SOS“).

  • Farbmetrik: Klassisches Schwarz-Grau (Black & Grey) mit Fokus auf extreme Kontrastverstärkung in Folgesitzungen.

  • Symbolische Tiefe: Auseinandersetzung mit der Funktionalität von Leben und Fortpflanzung; Dualität zwischen Biologie und mechanischer Gewaltphantasie.

  • Grafisches Element: Der Morse-Code dient als „Nerd-Content“ und funktionaler Trennstrich zwischen den verschiedenen Darstellungsformen der Kreatur.

Alien Film Facehugger tattoo dynamische Biomechanische Strukturen, Knochen, Sehnen Raul hits for Life it for Life shit for Life tattoo München Taufkirchen Bayern
Alien Film Facehugger tattoo dynamische Biomechanische Strukturen, Knochen, Sehnen Raul hits for Life it for Life shit for Life tattoo München Taufkirchen Bayern<br />
It for Life Tattoo München Raul Biomechanik Black´n´Grey Color Cover-up
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Finger Tattoo

Finger Tattoo

"Wenn Biomechanik auf den Brustkorb trifft, werden Finger zu peitschenartigen Krallen. Es ist ein Spiel mit der Perspektive und der evolutionären Geschichte – von der Tiefe des Ozeans bis zum feurigen Leuchten eines Drachen." — Roald Beyer über anatomische Fraktale und das Finger Tattoo

 

Finger Tattoo

Auch wenn der Begriff Finger Tattoo für den ein oder anderen irreführend sein mag, so war das doch der Wunsch von Kai, mit dem er zu mir kam. Kai wollte Finger in Biomechanik eingebunden haben. Nun, Finger zu tätowieren ist eine ganz eigene Sache. Die Haut dort ist einfach sehr eigen. Das kommt unter anderem von der Bewegung, die auf sehr kurzer Strecke der Fingerglieder, der Phalangen, auftritt. Dazu kommt die unterschiedliche Beschaffenheit der Haut, auf dem Fingerrücken ist sie dünn und auf der Innenseite ist sie dünn und straff und neigt zum Aufbau von Hornhaut, d.h. einem sehr schnellem Aufbau von neuer Haut und folgendem Austausch, die dann aufgrund der folgenden mangelnden Durchsetzung mit Feuchtigkeit verhornt.

Nachheilende Fingerkuppen

Das hat wohl jeder schon ein oder zweimal erlebt: eine Blase auf der Innenseite der Hand, vom wiederholten Greifen. Dabei strömt Lymphflüssigkeit ein, die erneuernde Hautschicht arbeitet unter der Blase beschleunigt an neuer Oberhaut. Der Aufbau von Hornhaut kann dabei so schnell passieren, dass man bereits am übernächsten Tag gar nicht mehr merkt, dass man da eine Blase hatte. Das ist eine Eigenschaft der Finger, die sogar dazu führen kann, wie bei Eidechsen, die Fingerspitzen nachwachsen zu lassen, wie Ärzte inzwischen mit der Verheilungsmethode des Semiokklusiv-Verbands unter Beweis gestellt haben. Faszinierend? Auf jeden Fall. Und zwar so faszinierend, dass ich damit hier mega rum klugscheissen musste. Denn um solche Finger ging es bei dem Tattoo eben nicht.

Mehr Krallen als Finger

Nein, es ging ´nicht um nachwachsende Finger, es ging um Finger auf dem Brustkorb. Die Finger sollten in der Art von Krallen ausgestaltet werden. Auf der Webseite habe ich im Archiv ein entsprechendes Rückentattoo, das wohl recht gefallen hat. Dazu kam noch der Gedanke eine meiner Zeichnungen – einen Drachen-, die unter Wanna-Do’s zu sehen ist mit einfließen zu lassen. Die ursprünglichen Finger waren eigentlich mehr Klauen, die sich in die Seite reinbohren und in dieser Art für die Front eher nicht geeignet- zu grob, zu kurz und dazu auch noch ein paar Jahre alt. Also nahm ich das mit den Fingern wörtlich.

Fraktal, mal anders

Nun stellt sich immer die Frage, was mit den Zwischenräumen beim Finger Tattoo anfangen? Man könnte da doch ein wenig Schwimmhaut einbauen? Nun ja, aber nein. Aber bleiben wir doch bei dem Milieu, in dem Schwimmhäute aufzufinden sind, dem Wasser. Um die Zwischenräume der Finger auch noch ansprechend zu füllen schlug ich sich an die Form der Finger anpassende Klauen vor. In dem Sinne ein Fraktal, angelehnt an die Finger. Bloß in der Art wie Scheren von Schalentieren. Wieder mal Klugscheißermodus: Forscher der Uni Genf haben herausgefunden, dass unsere Finger sich genetisch aus der Kloake, dem Arsch von Fischen entwickelt haben. Zu diesem Zeitpunkt habe ich das noch nicht gewusst, mein Kopf hätte sich im Kreis gedreht.

Perspektive aus dem Blickwinkel eines Fingers

Natürlich hat ein  Finger Tattoo keine Möglichkeit, einen Blickwinkel zu entwickeln. Keine Augen, keine Perspektive. Dafür hatte ich die. Platz sollte der Brustkorb mit all seinen Ecken, Kanten und auch Rundungen sein. Und da fallen die Rundungen eher ins Auge als Ecken. Also wurden die Finger zum Anpassen an die Form des Brustkorbs mit perspektivischen Verkürzungen dargestellt. Tatsächlich wären, bei „normaler“ Ausgestaltung die Finger an Stellen mit Gelenken ausgestattet worden, die sich nicht mit dem Brustkorb in Deckung bringen ließen. Aber auch, um die Seiten des Brustkorbs als längste Flächen eher „ruhig“, die vorderen Elemente zum Brustbein hin mit den Endgliedern eher dynamisch zu gestalten. Und damit den Fingern eine peitschenartige Bewegung zu verleihen.

Farbverteilung

Und nachdem der Drache in Farbe sein sollte, in der Kategorie „burn“, also schön feurig-flammend, war es nur naheliegend den Hintergrund auch farbig in tiefer und vordere Bereiche aufzuteilen. Je weiter zur „hinteren“ Seite gelegen desto mehr ins Blau-Graue, je weiter nach „vorne hin ins Rot-orange. Zugleich konnte ich die Finger demgegenüber in Schwarz-Grau gestalten. Dadurch werden die Finger nach vorne gedrückt, sind aber gleichzeitig eher morbide, drückend. Düster, würde so mancher vielleicht sagen. Die Farben waren dabei mal wieder Sondermischungen aus Komplementärfarben, die den „dreckigen“ Touch noch unterstützen. Leider ist es schwierig, auf Bildern gleichzeitig die Wirkung von Schwarz-Grau und Farbe in Idealform aufzufangen, gerade zur Seite hin ist das Blau noch dunkler im Original.

Kraftakt

Das Finger Tattoo wurde zu einem regelrechten Kraftakt. Nicht nur für mich, auch für Kai. Nicht nur, dass der zweite, fast halbjährige Corona Lock-Down 2020/2021 uns einen Strich durch die Zeitrechnung gemacht hat. Darüber hinaus waren die Farben dem Untergang geweiht.Schließlich wurden die zum 4.1.2022 gemäß REACH in den bis dahin zulässigen Rezepturen verboten. Und wie sich die Nachschublage nach dem 4.1. gestalten würde war nur mehr als fraglich. Deswegen mussten wir ranklotzen was das Zeug hält. Bedauerlicherweise hatte sich auch meine Befürchtung komplett bestätigt: die Hersteller, ein Unternehmen aus USA hatte einfach mal gar nicht neue Farbenrezepturen für die Zeit nach dem 4.1.2022 zur Verfügung gestellt und kamen erst irgendwann 2025 wieder auf den Markt in Europa.

Stresstest

Und das wurde zu einem regelrechten Belastungstest. Nach Fertigstellung der Farbarbeiten waren noch die Finger übrig. Wir hatten diese schon auf der einen Seite vor dem November Lock-Down angefangen. Bedauerlicherweise hatten wir die Arbeit daran wegen der Farbensituation dann aber aus Zeitgründen erst einmal ausgesetzt. Und so kam es wie es kommen musste. Wir hatten die farbige Arbeit mit Ach und Krach auf den letzten Drücker geschafft. Und dann wurde mir von Kai gesagt, dass er erst einmal etwas Abstand von mir brauche. Ich konnte dem nur erwidern „Jetzt, wo wir uns gerade so nahe gekommen sind?“ Aber wir haben es ja geschafft, nachdem der Farbdruck raus war aus der Beziehung lief es mit unserem Finger Tattoo :-).

 

 

 

 

 

Zusammenfassung: Technik und Symbolik – Finger Tattoo

  • Stilistik & Design: Biomechanische Interpretation von Krallen (basierend auf fraktalen Scherenstrukturen) kombiniert mit einem Drachenmotiv im „Burn“-Stil.

  • Anatomische Integration: Platzierung auf dem Brustkorb unter Anwendung perspektivischer Verkürzung; peitschenartige Dynamik durch flexible Gelenkdarstellung entgegen der starren Rippenstruktur.

  • Farbtheorie & Kontrast: Komplementärkontrast zwischen feurigen Rot-Orange-Tönen (Vordergrund/Drache) und kühlen Blau-Grau-Nuancen (Hintergrund); Finger in Schwarz-Grau zur Erzeugung von plastischer Tiefe.

  • Evolutionäre Symbolik: Integration von Fraktalen und „Schwimmhaut“-Strukturen als Hommage an die genetische Entwicklung der Extremitäten.

  • Handwerkliche Herausforderung: Umsetzung unter Zeitdruck aufgrund der REACH-Verordnung 2022; Verwendung spezieller Komplementär-Farbmischungen für einen authentisch „dreckigen“ Touch.

  • Projekt-Historie: Langzeitprojekt über die Corona-Lockdowns hinweg; Fokus auf die technische Bewältigung von Farbbeschaffung und anatomischer Präzision.